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Nationalratswahl – Die Prognose: #1 FPÖ
Nun, es ist kein Monat mehr, dann wählt Österreich. Und obwohl die Meinungsforscher sich einigermaßen einig sind, die einzige wichtige Prognose will ich in den kommenden Tagen und Wochen hier abgeben.
Partei: FPÖ – Freiheitliche Partei Österreich
Meinung: Straches Grüppchen ist das letzte Überbleibsel einer Erfolgspartei der 90er-Jahre. Die Abspaltung des Liberalen Forums, das Knittelfeld-Debakel und die BZÖ-Gründung haben Spuren hinterlassen. Heute versammeln sich unter diesen Namen wirklich nur noch einschlägige Kandidaten und Wähler. Frustrierte, oft viertklassige Politiker, die es in den letzten 25 Jahren innerhalb der populistischen Partei nirgendwohin geschafft haben. Diese wittern jetzt ihre große Chance, noch einige Zeit an den Pfründen der Partei zu naschen, da fast alles was Rang und Namen hatte weg ist. Zumindest bis sich BZÖ/FPÖ wieder zusammentun – egal unter welchem Namen. Die Gefahr, dass sich jemand am Stimmzettel für die Blauen entscheidet, der sich nicht deutlich zu einer bestimmten Gesinnung zählt, geht gegen Null. Eine nicht-rechte Rechtfertigung dafür gibt es nicht mehr. Die großen Versprechen von früher haben sich als Dampfplauderei erwiesen. Konstruktives hört man aus der FPÖ nicht – das hat sich in den 20 Jahren nicht geändert. Dennoch, der rechte Rand ist breit und die Freiheitlichen müssen nicht um ihr Überleben zittern.
Apropos “Freiheitlich”. Seit dem Urteil, dass die BZÖ diese Bezeichnung nicht verwenden darf, wissen wir wenigstens, dass es sich dabei nicht um ein Gesinnungs- sondern ein Markenzeichen handelt. National träfe die Ideologie der FPÖ bestimmt besser.
Die Partei hat zwei “große Themen”. Zum Einen will man mit Ausländerfeindlichkeit punkten, und greift dazu zu Parolen, die ich weit hinter der Grenze zum Unerträglichen einreihe – aber offensichtlich nicht über der Grenze zum erlaubten. Der andere Teil des Wahlkampfs dreht sich um die Abgrenzung von der BZÖ – was aufgrund der weiten Ähnlichkeiten nicht gelingt. Egal, die meisten Medien räumen diesem lächerlichen und durchschaubaren PR-Spektakel viel Platz ein. Eine Regierungsbeteiligung will man scheinbar nicht. Ich zweifle aber daran, dass man darauf verzichtet, sollte sich die Chance mit ÖVP und BZÖ ergeben.
Die Heimat will man bei der FPÖ im Herzen haben – mag sein. Im Kopf ist sie gewiss nicht.
Die Meinungsforscher sagen: ~7%
Ich schätze: 8%
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