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Nationalratswahl – Die Prognose: #4 SPÖ
Partei: SPÖ – Sozialdemokratische Partei Österreichs
Meinung: In der SPÖ herrscht seit Monaten das totale Chaos. Lag man in den Umfragen noch Anfang des Jahres meilenweit vor der Katastrophen-ÖVP, hat ein einziger Skandal das völlig zunichte gemacht. Die BAWAG hat sämtliche Probleme der SPÖ zum Vorschein gebracht. Da wäre zum einen die fatale Öffentlichkeitsarbeit, die sich nicht als fähig erwies, auf Attacken der Gegner richtig zu reagieren. So skurril es auch ist: Die Verstrickung der ÖVP in den größten Banken-Kriminalfall unserer Republik konnte die SPÖ in all den vergangenen Monaten nicht einmal ansatzweise so gut darstellen, wie HC Strache das gestern in der ORF-Wahlkonfrontation mit Landwirtschaftsminister Pröll getan hat.
Zum anderen ist die unheimliche Zerstrittenheit der Partei immer wieder gut für einen Stolperstein. Es ist unerhört, was sich aktuelle oder jahrelange Parteimitglieder in solch entscheidenden Phasen vor einer Wahl leisten. Ein Wiener Baron Häupl reitet in regelmäßigen Abständen Angriffe gegen den Bundesparteivorsitzenden und ehemalige, hochranginge Mitglieder bekunden öffentlich nur wenige Wochen vor dem Urnengang, diesmal nicht wählen zu gehen. Würden sie auf der Gehaltsliste der ÖVP stehen, sie könnten sich nicht geschickter verhalten. Von vergangenen ÖGB-Granden wie Verzetnitsch ganz abgesehen.
Außerdem leiden die Sozialdemokraten unter den zahlreichen Populisten, die diesmal antreten. Als Volkspartei stört Mitte-Populist Martin. Und in der klassischen Sparte als Partei für den kleinen Mann, sind BZÖ und FPÖ mit ihrem substanzlosen aber erfolgreichen, populistischen Methoden immer gefährlich. Ganz anders, aber dafür umso erfolgreicher als die drei Gasthaus-Schreier, tummeln sich dann noch die Grünen, die sich als letzte relevante, echt linke Partei in diesem Land bezeichnen dürfen. Denn die SPÖ ist im Zuge dieser Enge ebenso wie die ÖVP nach rechts gerutscht, wenn auch nicht ganz so weit. Sie hat ein Problem mit ihrer Positionierung, weil alle anderen die bessere Presseabteilung zu haben scheinen.
Gusenbauer, ein sicherlich inhaltlich kompetenter Mann, hat leider viele Kräfte in diesem Land gegen sich. Neben den politischen Gegnern von außen, muss er sich auch von innen immer wieder Angriffen gegenüberstellen – von irgendwoher wird der Gusi immer denunziert. So lassen sich dann auch seine Popularitätswerte erklären. Mit der 95%-Bestätigung des letzten Parteitages, hat er sich diese inneren Probleme für die Zeit bis nach der Wahl vom Halse schaffen können – nur ein Kanzler Gusenbauer wird aber auch am nächsten roten Parteitag noch an der Spitze stehen. Aus Salzburg kommt sonst große Konkurrenz. Dabei wäre Gusenbauer durchaus zum Staatsmann fähig, wie seine Auftritte gegen BZÖ und FPÖ im ORF zuletzt bewiesen haben. Ruhig und mit Humor hat er den wahnwitzigen Auswüchsen seiner Widersacher gegenübergestanden.
Schlussendlich sind all diese Probleme kommunikativer Natur. Von den Konzepten her, hat die SPÖ in ihrer jahrelangen und ungewohnten Oppositionsrolle doch einigen frischen Wind erfahren – auch wenn schrecklich polemische Wahlkampfplakate das nicht gleich klar machen. Umso bedauerlicher ist, dass die PR-Strategen es nicht schaffen, sich von der Vor-1999-SPÖ abzugrenzen und einen absoluten Neuanfang zu propagieren. Im Endeffekt wäre eine rot geführte Regierung mit Sicherheit gut für das Land. Vielleicht erinnern sich die Wähler ja in den nächsten Wochen noch daran, wie sie der aktuellen Führungsmannschaft aus orange und schwarz noch vor wenigen Wochen gegenüberstand: Mit breiter Ablehnung.
Die Meinungsforscher sagen: 34-35%
Ich schätze: 36%
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3 Reaktionen bisher
man kann nur hoffen, dass sich die wähler von den lausigen und widerlichen anschuldigen von lowpatka und der ovp nicht täuschen lassen.
schade, irgendwie bin ich ziemlich überzeugt, dass die övp es wieder einmal schaffen wird, alle zu verarschen.
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!!! | 14. September 2006 | 14:57
die umfragen deuten ja zumindest darauf hin, dass man ohne programmatik dennoch stärkste partei werden kann. aber der optimist in mir, erhofft sich ein wunder in den kommenden 2 wochen
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!!! | 16. September 2006 | 10:59
raiffeisen versenkt 6 milliarden in der ukraine würd helfen
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!!! | 16. September 2006 | 23:00
Jetzt sag doch was!