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Nicht blöd stellen, liebe Blogger-Kollegen

Ich sollte zwar im Bett liegen, aber weil mir ein paar Blogbeiträge auf anderen Seiten übler aufstoßen als so manche Medizin, muss ich doch meinen Senf abgeben.

Schadenfreude verspührt zum Beispiel Hannes Sachsenhofer, weil Gusenbauer und die SPÖ sich ob der Inhalte einer Großen Koalition gesprächsbereit zeigen. Nun wär ich mit Sicherheit der Letzte, der sich über die Beibehaltung des Eurofighter-Kaufs oder die Nicht-Abschaffung der Studiengebühren freut, ich hoffe man glaubt mir das. Aber die derzeitigen Kommentare, leider auch auf professioneller Journalistenseite, zeugen doch von einer völligen Unverständnis für die Demokratie und ihre Vorgänge.

Lieber Hannes, Politiker sind an ihren programmatischen Versprechen zu messen, das ist richtig. Wenn die Wahlen ihnen aber keine absolute Mehrheit bescheren, müssen sie sich mit in inhaltlichen Fragen sehr unterschiedlichen Parteien arrangieren. Die ÖVP und SPÖ sind im Moment sehr weit voneinander entfernt. Und gerade die Eurofighter-Frage ist in ihrer Bewertung eine schwierige, weil die ehemalige Regierung sich ja jahrelang erfolgreich geweigert hat, eine einer Demokratie zustehende Transparenz zu praktizieren. Sprich: Sie hat den Vertrag nicht offengelegt. Und das große Umfallen des Gusenbauer zu feiern, bevor Koalitionsverhandlungen überhaupt aufgenommen wurden, nur weil die ÖVP aus ihrem Katzenjammer eine Woche nach der Wahl noch immer nicht heraus gekommen ist, scheint mir etwas leichtsinnig. Wir sollten uns doch einig sein, dass eine Große Koalition die einzig vernünftige, praktikalbe Lösung für Österreich nach diesen Wahlen ist. Und dass mit dieser keiner zufrieden sein wird, habe ich ja schon vorhergesagt (wie übrigens auch, das peinliche Herumeiern der ÖVP). Schuld ist daran aber gewiss nicht Alfred Gusenbauer, sondern der Souverän – das Volk.

Ein gewisses Kopf-in-den-Sand-steck-Verhalten zeigt auch der angezählte Lopatka in seinem jüngsten Blogeintrag auf DiePresse.com. Die Volksparteien aus der Schweiz, Italien, Deutschland (äh Bayern), Slowenien und Kroatien würden den österreichischen Wahlausgang nicht verstehen, so der Reinhold. Ganz ruhig Herr Lopatka: müssen sie auch nicht. Einige von deren Vertretern haben sich schon in der Vergangenheit als konsequente Nicht-Versteher geoutet. Die Österreicher verstehen das Wahlergebnis schon. Und angesichts der erneuten, ekelerregenden Anbiederung so mancher schwarzer Politiker an das viel zu weit rechte Lager umso mehr. Wenn die ÖVP aus ihrem mittelalterlichen Fürstendenken erwacht, wird sie es auch kapieren.

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| 8. October 2006

Eine Reaktion bisher

    Georg sagt:

    Also ich würde mutmaßen, dass es bei Lopatka fast schon Sand-in-den-Kopf stecken ist :P

    Like! Thumb up 0

    !!! | 9. October 2006 | 01:15

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