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I had a dream!
Manchmal fallen im Leben Geschehnisse auf sonderbare Art zusammen. Zu Wochenbeginn hat mal wieder ein FPÖ-Mandatar eine verbale Entgleisung geliefert, bei der man nur noch resignativ die Hand auf die Stirn klatschen kann. Vor einigen Tagen hatte ich mir außerdem “Am Schauplatz” angesehen. Die Sendung drehte sich um Slowenen in Kärnten. Gestern hatte ich dann auf der Uni ein Seminar, das sich vier Stunden lang um die Nationalsozialisten in Österreich drehte. Dazu sollte ich in den vorhergehenden Tagen einige Texte vorbereiten, in denen für mich nicht allzu viel Neues stand – was das Geschriebene aber nicht weniger schockierend machte. Just in der Nacht auf den gestrigen Donnerstag habe ich dann sogar von der ganzen Thematik geträumt. Es war erschreckend – obwohl mir im Traum nichts passiert ist.
Ein Rädchen griff also ins andere, und plötzlich war die ganze Geschichte wieder präsent. All das zeigte, dass die Vergangenheitsaufarbeitung in Österreich noch lange nicht abgeschlossen ist. Mandatare die zu blöd sind, um ganz simple historische Fakten zu lernen (auch wenn sie damals noch nicht geboren waren), sind nur die Spitze des Eisberges. Da wo ein Film (Die Rückkehr) eines Janko Messners im ORF nicht ausgestrahlt wird, weil er sich kritisch mit der Vertreibung und Ermordung der Kärntner Slowenen unter NS-Österreich auseinandersetzt, sieht man schon viel latentere Problematik – nur dass sie kaum jemand zu Ohren bekommt. (Über die FPÖ will der blau-orange-schwarz-gefärbte ORF eine kritische Dokumentation auch nicht ausstrahlen) Und, dass die Basis in stets vorhandener Fremdenfeindlichkeit (gegen den Islam, gegen Asylanten und Flüchtlinge, gegen Juden usw.) wurzelt, bedarf keiner großen Ausführung mehr.
Gestern war der 68. Jahrestag der Reichspogromnacht (die vor allem im damals ultra-antisemitischen Wien in Wahrheit länger dauerte) und ich habe immer noch schlecht geträumt. Höchste Eisenbahn für Maßnahmen. Politische Bildung als grundlegendes Schulfach (zusätzlich zu Geschichte oder gemeinsam verstärkt). Ein unabhängiger und kritischer ORF. Und eine breite gesellschaftliche Aufklärung darüber, warum Zanger eigentlich unrecht hat und in der FPÖ (und der Schwesterpartei BZÖ) alles andere als allein dasteht – ich fürchte mindestens 16% der Österreicher verstehen es noch nicht. Ob Zanger im Parlament bleibt oder nicht, ist im Wesentlichen egal – seine Burschenschafterfreunde im Parlamentsklub denken ja nicht anders…
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