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Prekäre Situation am Horn von Afrika

Während sich die österreichische Politik in Lächerlichkeit ergibt und Neuwahlen ansteuert, die Welt ihre Blicke hauptsächlich Richtung Irak richtet, breitet sich der Konflikt in Somalia immer weiter aus.

Zuletzt hat die “Union der Islamischen Gerichte” mit dem Parlamentspräsidenten der somalischen Übergangsregierung eine Wiederaufnahme der Friedenverhandlungen vereinbahrt. Freilich hat der nette Parlamentspräsident Sharif Hassan Sheik Aden, der mit den Islamisten nicht so schlecht auskommt, das nicht mit der quasi-machtlosen Übergangsregierung vereinbahrt, weshalb die diese Übereinkunft nicht akzeptiert. Das klingt bei manchen Quellen so, als wäre die Interimsregierung eine eingeschnappte Truppe. Kann sein, tatsächlich würde in Österreich aber wohl auch kaum jemand ein Verhandlungsergebnis akzeptieren, das Barbara Prammer oder Andreas Khol ohne Erlaubnis ausgemacht hätten.

Ein Teil der umstrittenen Übereinkunft wäre, dass man keine ausländische Einmischung in den Konflikt erlauben solle. Zuletzt sprachen UN-Beobachter von 6-8000 äthiopischen Truppen (welche die schwer angeschlagene Regierung unterstützen) und 2000 Einheiten aus Eritrea (auf weite Teile des Landes beherrschender Islamistenseite) die in Somalia bereits einmarschiert seien. Die beiden bitterarmen Staaten liegen ihrerseits seit Jahrzehnten (wahrscheinlich länger) im Clinch miteinander und erst eine UNO Mission 2000 konnte einen wackeligen Frieden sichern. Beide Staaten erinnern sich übrigens nicht, derartige Kontingente nach Somalia entsand zu haben.

Ein zweites Ergebnis der Verhandlungen ist, dass gefordert wird, dass die UNO ein Waffenembargo über das Land verlängert. So wolle man einen Schritt Richtung Frieden gehen, besagen Statements der Union der Islamischen Gerichte. Tatsächlich rüsten vor allem sie seit Monaten auf und erhalten Waffen und Unterstützung aus Syrien, Iran, Libien, Sudan, Ägypten, Eritrea, Dschibuti und Saudi Arabien. Viele ihrer Kämpfer haben Verbindungen zu Al-Quaida und haben im Irak und in Afghanistan bereits gefochten. Die nicht-regierende Regierung erhält von Jemen, Uganda und Äthiopien ihrerseits auch Hilfe und schlägt Jemen als Mediator im Konflikt vor. Wahrscheinlich ohne Erfolg. Kurz: Das angesprochene Embargo gilt als völlig unwirksam und genug Sprengstoff für die Region ist also geboten.

Denn auch innerhalb der beteiligten Ländern herrscht alles andere als Einigkeit. So sollen die Islamisten etwa mit den Rebellen in Äthiopiens Ogadenregion (die immer Teil großsomalischer Ambitionen waren) verbündet haben. Manche Beobachter befürchten, dass ein endgültig ausbrechender Krieg bis in den Kongo anwachsen könnte.

Wie viel davon habt ihr in den letzten Wochen und Monaten eigentlich in österreichischen Medien gehört?

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| 11. November 2006

6 Reaktionen bisher

    Georg sagt:

    Leider zu wenig, aber der Mensch kümmert sich leider viel zu selten nach Sachen, die ihn nicht direkt angehen, und aus der Mann kein längeres Drama mache nkann. Drum hören wir viel über unsere Innenpolitik, den Irak oder die Kongreß- und Senatswahlen in den Staaten. Die Medien gehen halt nach dem selben Prinzip.

    Die andere Frage ist natürlich, wie man objektiv gewichten will, was wichtig ist und was nicht, denn wenn man allen größerem Krisenherden der Welt halbwegs genug Aufmerksamkeit schenken will, bräuchte die ZiB einen eigenen Kanal.

    Mit dem was du sagen willst, dass man trotz des hausgemachten Kasperltheaters einen Blick über den Schüssel… err.. Tellerrand machen sollte, hast du prinzipiell recht.

    Jedoch: Die innenpolitischen Themen werden ob kurz oder lang wieder etwas eingeschränkt werden, und in puncto “Leid auf der Welt” ist die Auswahl leider so groß, dass sich TV & Zeitungen halt auf das schmeissen, was die “westliche Hemisphäre” irgendwie betrifft. Das ist, auch wenn in vielen Teilen Afrikas und Asiens politischer und humanitärer Ausnahmezustand herrscht, hier nicht der Fall. Ein wahres Dilemma also, denn egal wie man die Auswahl setzt, irgendwer kommt 100%ig immer zu kurz.

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    !!! | 12. November 2006 | 02:45
    Tom Schaffer sagt:

    oh, das wird die westliche welt noch zu genüge angehen und geht sie auch bereits angesichts der geschichte und der afrikanischen flüchtlingsproblematik genug an.

    übrigens meine ich nicht, dass man trotz eigenem kaspertheater über den tellerrand sehen sollte – ich tue bereits mehr und prangere an, dass es nicht passiert. noch dazu wo es gar kein tellerrand ist, über den man blicken müsste. es ist dieselbe welt.

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    !!! | 12. November 2006 | 12:35
    Georg sagt:

    jau, aber die westliche Welt trifft ihre Auswahl gerne nach direkter Betroffenheit. Von den Afrika-Flüchtlingen sind (rein optisch) derzeit vor allem die Kanaren betroffen, ich bin mir recht sicher, dass das daher in den Lokalmedie ndort ausführlich behandelt wird.
    Bis das Problem für Kontinentaleuropa für alle wirklich sichtbar wird, wirds noch dauern. Dann ists auch wieder länger in den Medien, und man kommt darauf, ausführlich über die auslösenden Zustände für solche Fluchtbewegungen zu berichten. Natürlich weiss “eh jeder” dass es vielerorts in Afrika derzeit alles andere als schön ist, aber solange man davon selbst noch net direkt was abkriegt, vertieft mans nicht.

    Und wenn es einmal so weit ist, stellt sich beinahe immer noch das Auswahlproblem. Die Situation am Horn von Afrika ist natürlich prekär, es gibt aber noch unzählige andere, größere und kleinere Krisenherde.

    Zu sagen es gebe keinen Tellerrand, ist mMn ein wenig illusorisch, denn niemand kann sich um alle Probleme der Welt kümmern. Genausowenig ist das aber keine Ausrede, sich mit seinem Horizont immer innerhalb der Landesgrenzen zu bewegen. Dafür müssten Bildung und Medien was tun, sonst stehts um unser Wissen über’s nicht-europäische Ausland bald so wie bei den Amis. Nur ists dort noch ärger, weil viele Studenten den Irak nicht auf der Landkarte finden, obwohl man dort in einer anhaltenden (und hausgemachten) Krise steckt.

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    !!! | 12. November 2006 | 14:07
    Tom Schaffer sagt:

    ich bin schon sehr dafür, dass man nach somalia nicht über den tellerrand blicken muss. das klingt doch sehr abgrenzend und spiegelt wohl auch eine mentalität wieder, die man in europa hat. es sagt ja keiner was, wenn man sich mehr auf seinen teil des tellers konzentriert, aber man wird einsehen müssen, dass somalia keineswegs ein andres geschirr ist.

    genug der schnöden metaphern ^^

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    !!! | 13. November 2006 | 12:12
    Anonymous sagt:

    Man stelle sich vor, es gäbe keine Medien.
    Wäre dann die Regierungsbildung noch lächerlich bzw. so, wie sie derzeit ist?
    Nur (bzw. vor allem) die Medien verschulden das Durcheinander der jetzigen Innenpolitik.

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    !!! | 14. November 2006 | 12:06
    Tom Schaffer sagt:

    wie darf man sich das vorstellen? stehen dichand und sperl mit pistole hinter schüssel, und zwingen ihn, ein idiot zu sein? :)

    bleiben wir doch beim thema – das afrikanische horn :)

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    !!! | 14. November 2006 | 17:46

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