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Internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocausts

Die UNO hat den 27. Jänner als internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts ernannt. Das ist heute. In einer Zeit, in der sich die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg massiv verändert hat, gibt es zum Problem des Antisemitismus trotzdem noch einiges zu sagen. Nicht zum neuen Antifaschisten Strache, der sich mit seinen früheren Freunden aus der Neonazi-Szene gern zu scherzhaften Grüßen getroffen hat. In Österreich ist der mit seinen heutigen teilweise-Freunden und Freundesfeinden zwar ein Problem, im globalen Maßstab gibt es aber noch ganz andere.

Herrn Ahmadinejad und dessen krude Freunde zum Beispiel. Dumme Jungs, die sich in ihrem Land gar nicht erst im Wald treffen müssen, sondern ihre Botschaften vom Rednerpult aus in die ganze Welt posaunen. Die künden offen an, den Staat Israel – und mit ihm natürlich vor allem seine jüdische Bevölkerung – ins Meer treiben zu wollen. Das könnte man als Großmäuligkeit abtun, weil man es gewohnt ist, ähnlich klingende Penner bei uns heutzutage mitleidig zu belächeln. Sollte man vor allem in diesem Fall aber nicht, weil diese speziellen Faschisten dannach streben, Atomwaffen in die Hände zu bekommen. Und zum Überdruss haben die auch schon angedeutet, dass die Vernichtung des “zionistischen Staates” mehr wert als das eigene Überleben sei. Das bedeutet, dass die Abschreckung durch einen nuklearen Gegenschlag nicht funktionieren könnte.

Die Töne aus dem Iran klingen sehr nach dem, was ein wahngetriebener Österreicher in der ersten Hälfte des Jahrhunderts propagiert hat. Etwas, das uns heute zu einem Gedenktag veranlasst. Es ist nämlich getrieben von einem gefährlich fatalistischem Denken. Erschwerend kommt hinzu, dass es gepaart mit dem Wahnwitz einer dogmatischen Sache wie einer Religion daherkommt.

Was kann man dagegen tun? Die Diplomatie und die Europäische Union stocken ganz gewaltig. Nicht falsch verstehen. Es ist wichtig, dass der Ansatz ausprobiert wird, über den Dialog die atomare Bewaffnung eines fundamentalistischen Faschistenstaates zu verhindern. Aber die Zeit spielt für den Iran, in dessen Medien die Zögerlichkeit der EU gar schon bejubelt wird. Egal ob man einen Präventivkrieg befürwortet oder nicht, das große Problem ist, dass es eine echte Alternative zur Diplomatie gar nicht gibt. Mit dem schwachsinnigen Krieg im Irak haben sich die USA für eine Militäroperation im Iran aus dem Spiel genommen, die EU ist nicht in der Lage einen solchen durchzuführen, Russland und China haben daran (zumindest im Moment) kein Interesse. Im Raum steht die israelische Haltung, von sich aus den Erstschlag zu starten – eine Drohung aus der Defensive heraus, die angesichts der Lage auch dem größten Israel-Skeptiker einleuchten dürfte. Was das bedeuten würde, kann man sich kaum ausmalen, zumal der Iran militärisch ein ganz anderes Kaliber als der zerrüttete Nachbarstaat ist. Der Diplomatie fehlen also die Druckmittel.

Eine Situation, über die man auch am Gedenktag zu einer Sache nachdenken sollte, die den Staat Israel überhaupt erst hervorgebracht hat.

Denying historical facts, especially on such an important subject as the Holocaust, is just not acceptable. Nor is it acceptable to call for the elimination of any State or people. I would like to see this fundamental principle respected both in rhetoric and in practice by all the members of the international community.” – UN-Generalsekretär Ban Ki-moon

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| 27. January 2007

3 Reaktionen bisher

    liberalinösterreich sagt:

    Nach diversen Israel-soll-ausgelöscht- und Holocaust-Mythos-Sagern meldet sich der irre iranische Präsident Ahmadinedschad wieder pünktlich zum Internationalen Holocaust-Gedenktag zurück:

    Ahmadinedschad sagt das baldige Ende Israels vorraus.

    Eine geschmacklosere Provokation ist kaum mehr möglich, und wer immer noch Achmadinedschad als “Nadscherl” verharmlost und seine Drohungen gegen Israel nicht ernst nimmt, ist entweder ein naiver Idiot oder ein Antisemit.

    Nicht der Iran, sondern der Präsident ist momentan die größte Bedrohung auf Erden, da er gleichzeitig das Atomprogramm startete, während er gleichzeitig schon von der Zerstörung Israels schwärmte. Ein nicht geringer Teil der iranischen Bevölkerung ist schon längst gegen Ahmadinedschad, kann sich aber selbst nicht helfen.

    Selbst der letzte Suizidpazifist sollte erkennen, dass man Iran unter Ahmadinedschad nicht das Körnchen Atomkraft anvertrauen sollte, solange dieser Präsident nicht an der Macht ist.

    Um ehrlich zu sein: Es wird zu einem Irankrieg vermutlich kommen. Doch entscheidend ist, ob die Welt Israel wirklich auslöschen lassen wird, oder ob man so mutig ist, durch gezielte Militärschläge auf die Atomanlagen einen neuen Holocaust zu verhindern. Ein Krieg wäre dann unausweichlich – Aber es wäre entscheidend, WIE er beginnt, so grausam und makaber es klingen mag. Entweder aus dem gerechtfertigten Willen, Israel zu retten, oder ein Gegenschlag, wenn schon alles zu spät ist – und neben der unauslöschlichen Verantwortung, bei Hitler einfach zu spät gehandelt zu haben, eine noch viel größere dazu kommt.

    Dramatisch, dass Amerika mitten im Irakschlamassel steckt.

    Denn die Welt wird wahrscheinlich Amerkas volle Militärkraft bald brauchen.

    “Liberal in Österreich” ist pazifistisch veranlagt, aber auch dem Humanismus verpflichtet. Humanistisch denken heißt, auf der Seite des Lebens zu sein – Und wenn millionenfaches Leben so gefährdet ist wie jetzt, wäre es weit ehrenvoller, es retten zu versuchen, um größeres Unheil zu verhindern, besser gesagt um es weit zu verringern.

    Und mir fällt leider gar kein anderer ein, so schwer es mir friedliebenden Menschen fällt, für einen rechtzeitigen Militärschlag gegen die Atomanlagen zu plädieren.

    Bin ich jetzt ein Kriegshetzer?

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    !!! | 28. January 2007 | 21:13
    Klaus sagt:

    hm, meines wissens verliert der präsident und seine radikale partei enorm an zustimmung im eigenen land?

    ich kann mir nicht vorstellen, dass es in irgendeinem land auf der welt tatsächlich den von der gesamten bevölkerung geteilten wunsch geben kann, ein anderes land zu vernichten. der präsident vertritt seine eigenen ansichten und interessen, das werden ihn die iraner hoffentlich bald selbst spüren lassen.

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    !!! | 29. January 2007 | 00:44
    Tom Schaffer sagt:

    nunja, es ist aber so, dass auch die nächste stufe der radikalen im iran nicht wirklich israelfreundlicher sind. die sind nur nicht so blöd offen auszusprechen, dass sie das land vernichten möchten.

    und dass die sache mit der auslöschung anderer völker auf breiter basis funktioniert, hat man ja schon mehrmals gesehen im letzten jahrhundert.

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    !!! | 29. January 2007 | 11:31

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