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Hoch lebe der Alkoholismus!
Dass es in Österreich hunderttausende Menschen gibt, die ihren Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle haben, ist allseits bekannt. Freilich wird die Problematik von vielen tot geschwiegen. Zum einen gestehen sich Alkoholiker ihre Krankheit nicht gerne ein; auf der anderen Seite gibt es wirtschaftliche Interessen, die ebenfalls Stillschweigen bedingen. Denn dass Profiteure von übermäßigem Alkoholkonsum eines Großteils der Bevölkerung nicht lautstark nach Aufklärungskampagnen und anderen Maßnahmen gegen den Alkoholismus schreien werden, liegt auf der Hand.
Durch das in den letzten Jahren immer stärker zutage tretende Gesundheitsbewusstsein, das auch Ausdruck des medizinischen Forschungs-Fortschritts ist, geht die Entwicklung erfreulicherweise in die Richtung, dass auch die Politik das Phänomen des Alkoholismus nicht mehr einfach als Nebenerscheinung unserer Gesellschaft abtun kann, sondern Überlegungen anstellen muss, wie gegen die Alkohol-Problematik vorgegangen werden kann. Auch die neue Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist demnach dazu verdammt, dem Thema auf ihrer Agenda eine hohe Priorität zuzusprechen.
Nach einer zündenden Idee sucht man natürlich auch unter Kdolkys ersten Vorschlägen im Kampf gegen den Alkoholismus vergeblich. Dass die Ministerin noch stärker darauf setzen will, bei Jugendlichen durch Aufklärungsunterricht präventiv einem möglichen Alkoholproblem vorzugreifen, ist nun wahrlich nichts Neues. Das Thema „Alkohol“ an Österreichs Schulen vermehrt anzusprechen, hat schon in den letzten Jahren offensichtlich nicht den erhofften Effekt erzielt, wie neueste Studien bescheinigen: Immer mehr Jugendliche greifen immer häufiger und immer früher zu Alkohol. Aufklärung ist zwar nötig und wichtig, aber offensichtlich nicht der Weisheit letzter Schluss.
Inwiefern Kdolskys Vorschlag, das Sportangebot an Schulen zu adaptieren bzw. auszubauen, etwas zum Besseren bewegen soll, liegt ebenfalls außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Zum einen ist es einfach nicht möglich, den tatsächlichen Bewegungsbedarf eines jugendlichen Körpers nur durch Sportstunden abzudecken. Wer sich in seiner Freizeit nicht körperlich betätigt, macht demnach so und so zu wenig Bewegung. Zum anderen sollte man sich auch das Phänomen vor Augen führen, dass durchaus sportliche Menschen in nicht wenigen Fällen „Kampftrinker“ par excellence sind. Wer nach dem Heimspiel der örtlichen Fußballmannschaft schon mal ein paar Minuten in der Vereinskantine verbracht hat, wird wissen, wovon ich spreche.
Die Forderung nach schärferen Kontrollen der Einhaltung des Jugendschutz-Gesetzes in Gastronomie und Handel ist freilich zu befürworten. Dass die Umsetzung Weltbewegendes bewirken wird, darf getrost bezweifelt werden. Umso mehr verwundert es ob der eindeutigen Aussicht auf ein Scheitern der vorgeschlagenen Maßnahmen, dass die Gesundheitsministerin klipp und klar sagt, dass ein Werbeverbot für Alkoholisches – wie es zum Beispiel in Spanien im Bezug auf Wein realisiert ist – keine Überlegung wert sei. Wobei, eigentlich ist das schon verständlich: Welcher (schwarze) Politiker macht sich schon gerne bei Wirtschaft(skammer) und Industrie(llenvereinigung) unbeliebt?
Der Kampf gegen den Alkoholismus stellt sich als schwierig dar, da es viele gibt, die sich gegen einen diesbezüglichen Wandel sträuben. Logisch schlussfolgernd muss man also davon ausgesehen, dass nur dann ein Fortschritte erzielt werden wird können, wenn unpopuläre und restriktive Maßnahmen umgesetzt werden. Ein Werbeverbot für problematische Produkte wäre demnach sicherlich einen Versuch wert. Doch weil in Österreich die Feigheit mit der Angst vor wirtschaftlichen Einbußen koaliert, wird es das aller Voraussicht nach leider nicht spielen.
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Dass es in Österreich hunderttausende Menschen gibt, die ihren Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle haben, ist allseits bekannt. Freilich wird die Problematik von vielen tot geschwiegen. Zum einen gestehen sich Alkoholiker ihre Krankheit nicht gerne ein; auf der anderen Seite gibt es wirtschaftliche Interessen, die ebenfalls Stillschweigen bedingen. Denn dass Profiteure von übermäßigem Alkoholkonsum eines Großteils der Bevölkerung nicht lautstark nach Aufklärungskampagnen und anderen Maßnahmen gegen den Alkoholismus schreien werden, liegt auf der Hand.
Durch das in den letzten Jahren immer stärker zutage tretende Gesundheitsbewusstsein, das auch Ausdruck des medizinischen Forschungs-Fortschritts ist, geht die Entwicklung erfreulicherweise in die Richtung, dass auch die Politik das Phänomen des Alkoholismus nicht mehr einfach als Nebenerscheinung unserer Gesellschaft abtun kann, sondern Überlegungen anstellen muss, wie gegen die Alkohol-Problematik vorgegangen werden kann. Auch die neue Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ist demnach dazu verdammt, dem Thema auf ihrer Agenda eine hohe Priorität zuzusprechen.
Nach einer zündenden Idee sucht man natürlich auch unter Kdolkys ersten Vorschlägen im Kampf gegen den Alkoholismus vergeblich. Dass die Ministerin noch stärker darauf setzen will, bei Jugendlichen durch Aufklärungsunterricht präventiv einem möglichen Alkoholproblem vorzugreifen, ist nun wahrlich nichts Neues. Das Thema „Alkohol“ an Österreichs Schulen vermehrt anzusprechen, hat schon in den letzten Jahren offensichtlich nicht den erhofften Effekt erzielt, wie neueste Studien bescheinigen: Immer mehr Jugendliche greifen immer häufiger und immer früher zu Alkohol. Aufklärung ist zwar nötig und wichtig, aber offensichtlich nicht der Weisheit letzter Schluss.
Inwiefern Kdolskys Vorschlag, das Sportangebot an Schulen zu adaptieren bzw. auszubauen, etwas zum Besseren bewegen soll, liegt ebenfalls außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Zum einen ist es einfach nicht möglich, den tatsächlichen Bewegungsbedarf eines jugendlichen Körpers nur durch Sportstunden abzudecken. Wer sich in seiner Freizeit nicht körperlich betätigt, macht demnach so und so zu wenig Bewegung. Zum anderen sollte man sich auch das Phänomen vor Augen führen, dass durchaus sportliche Menschen in nicht wenigen Fällen „Kampftrinker“ par excellence sind. Wer nach dem Heimspiel der örtlichen Fußballmannschaft schon mal ein paar Minuten in der Vereinskantine verbracht hat, wird wissen, wovon ich spreche.
Die Forderung nach schärferen Kontrollen der Einhaltung des Jugendschutz-Gesetzes in Gastronomie und Handel ist freilich zu befürworten. Dass die Umsetzung Weltbewegendes bewirken wird, darf getrost bezweifelt werden. Umso mehr verwundert es ob der eindeutigen Aussicht auf ein Scheitern der vorgeschlagenen Maßnahmen, dass die Gesundheitsministerin klipp und klar sagt, dass ein Werbeverbot für Alkoholisches – wie es zum Beispiel in Spanien im Bezug auf Wein realisiert ist – keine Überlegung wert sei. Wobei, eigentlich ist das schon verständlich: Welcher (schwarze) Politiker macht sich schon gerne bei Wirtschaft(skammer) und Industrie(llenvereinigung) unbeliebt?
Der Kampf gegen den Alkoholismus stellt sich als schwierig dar, da es viele gibt, die sich gegen einen diesbezüglichen Wandel sträuben. Logisch schlussfolgernd muss man also davon ausgesehen, dass nur dann ein Fortschritte erzielt werden wird können, wenn unpopuläre und restriktive Maßnahmen umgesetzt werden. Ein Werbeverbot für problematische Produkte wäre demnach sicherlich einen Versuch wert. Doch weil in Österreich die Feigheit mit der Angst vor wirtschaftlichen Einbußen koaliert, wird es das aller Voraussicht nach leider nicht spielen.
17 Reaktionen bisher
Mich wundert es ja, warum so auf die Raucher eingehackt wird, während der Alkohol weit mehr Menschen umbracht oder Leben zerstört hat.
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!!! | 6. February 2007 | 18:37
wieso wundert dich das? alkoholiker zerstören sich zwar selber erfolgreicher, schaden aber nicht wie raucher anderen menschen dabei. ausser es kommen andere faktoren hinzu, wie ein auto.
ich persönlich sehe keinen weg, dem weit verbreiteten alkoholproblem herr zu werden, solange alkoholismus öffentlich so toleriert, ja geradezu gefördert wird. wer nicht trinkt, ist nicht “gesellschaftsfähig” – das ist nicht nur bei teenagern so, sondern zieht sich durchs ganze leben. ich ertappe mich selbst hin und wieder dabei, so zu denken. shame on me.
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!!! | 6. February 2007 | 20:40
Mich wundert es, weil die meisten Autounfälle mit unschuldigen Toten oft aufgrund Alkoholeinfluss zurückzuführen sind.
Alkoholeinfluss kann also anderen Menschen ebenfalls schaden, nur wird es ignoriert bzw. kleingeredet, weil Alkohol eben, wie du sagst, gesellschaftlichen Kultstatus besitzt.
Das Rauchen wird momentan nur bekämpft, da es gesellschaftlich verpönt ist – Früher war Rauchen genau so wie Alkohol “in”, und Warner wurden nur als Spinner abgetan und belächelt.
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!!! | 6. February 2007 | 23:13
Nachtrag: Wieviele Familien wurden zB schon wegen Alkohol zerstört?
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!!! | 6. February 2007 | 23:21
kurzer einwurf: besoffen autofahren ist unter strafe verboten. besoffen kinder und frauen schlagen ist unter strafe verboten.
hingegen kannst in der öffentlichkeit problemlos 42 zigarretten auf einmal qualmen um den tod deines gegenübers zu fördern, keine sau kann dir was anhaben.
ist deine frage beantwortet?
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!!! | 6. February 2007 | 23:31
kurzer einwurf: besoffen autofahren ist unter strafe verboten.
In Österreich gilt dies aber als Kavaliersdelikt – Wer kennt nicht Bekannte, die schon einmal betrunken herumgefahren sind?
Insofern sieht man, was übereilige Verbote bringen: Zwar vielleicht Recht im Nachhinein, wenn es zu spät ist, aber in den Hirnen der Menschen bewirkst du gar nichts.
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!!! | 7. February 2007 | 08:52
nun, ich sag ja nicht, dass die umsetzung perfekt ist, aber das grundsätzliche verbot ist da. ich sehs auch nicht als kavaliersdelikt. wer mehr als ein bier trinkt sollte nicht mehr fahren.
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!!! | 7. February 2007 | 10:49
Und weil bei vielen ein Bier schon zu viel ist, wäre es unbedingt nötig, endlich 0,1-Promille als verbindlichen Grenzwert für alle zu implementieren.
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!!! | 7. February 2007 | 11:01
nunja, das ergibt eigentlich wenig sinn. niemand ist nach einem bier so beeinträchtigt, dass es unverantwortlich wäre, in den straßenverkehr zu gehen. ich denke, dass eher die 0,5% besser eingehalten werden sollten (was durch verstärkte kontrollen geschehen könnte, aber auch durch aufklärungsmaßnahmen)
0,5 Promille sind als Grenzwert sehr sinnvoll, weil darunter niemand gefährdet wird.
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!!! | 7. February 2007 | 13:33
Ein Werbeverbot wird sicher genau so viel bringen, wie bei den Tabakwaren – nämlich original nichts. Es wird ja jetzt mehr und von immer jüngeren Leuten gequalmt, als vor dem Werbeverbot…
Über den zu lässigen Umgang habe ich schon öfters geschrieben – zB hier: http://www.kritikus.at/2006/01/08/jugendliche-und-alkohol/. Eine Lösung habe ich aber auch nicht parat. Oberflächlich betrachtet würden vielleicht Beschränkungen wie zB in den USA oder Irland (höheres Alter und genaue Kontrolle in den Lokalen). Wie es in den USA ist weiß ich nicht, aber angeblich saufen sie in Irland noch mehr, als bei uns…
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!!! | 7. February 2007 | 16:32
hohe strafen für den ausschank an zu junge leute und das ordentlich kontrollieren. ein besseres rezept wird sich nicht finden.
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!!! | 7. February 2007 | 16:39
Test
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8. February 2007 | 01:18
noch ein test
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8. February 2007 | 01:52
warum sind 0.5% unbedenklich? Meinem Verständnis nach, nimmt die Beeinträchtigung mit dem Blutalkoholgehalt zu und daher wäre weniger immer besser. Eine Grenze die höher als 0.1% ist wird auch immer zum an die Schwelle hintrinken führen. Wo ist das Problem hier keinen Spielraum für Missverständnisse zu lassen? Wer trinkt sollte nicht Autofahren.
In den USA ist die Strafandrohung übrigens der Entzug der Lizenz für ein Lokal. Daher werden die Alterslimits dort so genau überprüft. Jugendliche finden auch dort Möglichkeiten an Alk zu kommen, aber es setzt sich ein Bewusstsein durch, was “falsches” zu machen.
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!!! | 8. February 2007 | 12:11
weil man bei 0,5 Promille (bei prozent wärs wirklich bedenklich) nicht beeinträchtigter ist, als wenn man nach nem nachmittagsschlaf noch etwas verträumt ins auto steigt.
nicht zu vergessen: wenn man sich am abend mal vollaufen lässt (soll heissen: 4-5 bier trinkt), ist die gefahr groß, dass man nächsten nachmittag noch über 0,1 liegt. das wäre ein gesetz, das förmlich zum bruch aufrufen würde und keinen echten sinn ergäbe.
ich finds übrigens lustig, dass es eine scheinbar angesehene Schaffer Library of Drug Policy gibt:
http://www.druglibrary.org/schaffer/
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9. February 2007 | 01:40
guter Punkt zu den Promille. Dachte ich doch, daß es sich um 5 bzw 8 Promille handelt.
Dein Argument zu den 4-5 Bier am Abend gefällt mir schon deutlich weniger. Damit könnte man leicht den Punkt machen, mit 6-7 Bier wäre schon ein Limit von 1.0 %o nötig statt 0.1. Das wäre dann also wieder ein an das Limit herantrinken. Wer trinkt/beeinträchtigt (auch wenn nur vergleichbar mit Verschlafen) ist, sollte einfach nicht Auto fahren – ist das so schwierig?
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!!! | 9. February 2007 | 10:00
ja. nochmal: das wäre vollkommen unnötig, weil geringe mengen eben einfach nicht in einem bedenklichen maße beeinflussen. du kommst dann in einen argumentationsnotstand, weil jeder ältere fahrer generell beeinträchtigter ist, als ein mensch durchschnittlichen alters, der halt ein bier an diesem abend getrunken hat. 0,5 Promille sind eine sinnvolle Grenze, da muss man nicht herumschrauben. Wer unter dieser Grenze einen Unfall baut fällt übrigens ohnehin aus der Versicherung, da ist also ein Bereich des sanften Drucks, gar nicht zu trinken, ohnehin vorhanden. Bei Strafe verboten sollte es aber erst in einem notwendigen Bereich sein – das ist bei 0,1-0,5 aber definitiv nicht der Fall.
es geht hier nicht darum, zu jedem preis den maßkonsum zu verbieten, denn anders als beim rauchen in geschlossenen räumen schadet der niemandem. wem soll das was bringen? es wird kein unfall weniger passieren…
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9. February 2007 | 12:31
Jetzt sag doch was!