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Immer wieder Österreich!

Die Nummer 30 geht aus dem Starthaus, zieht die ersten Kurven in Perfektion den Hang hinunter und führt bei der Zwischenzeit, und plötzlich passiert es. Die österreichische Seele zerspringt, als Michael W. fast zu Sturz kommt, bei knapp 110km/h das Schlimmste allerdings irgendwie verhindern kann. Der Schianzug ist hin, das Ego angeknackst, das Land beleidigt.

Die Schifahrer sind in diesem Land die armen Schweine, die den hiesigen Nationalismus regelmäßig abbekommen. Wie man dieser Situation entkommt zeigt unser “Fußball” (oder was auch immer das sein soll). Durch permanente Leistungen jenseits von Gut und Böse kränkt sich zwar das Fanherz noch, wenn Farörer-Pepis Stolper-Elf verliert, der Nationalstolz hängt sich daran aber längst nicht mehr auf. Auch die geistige Führungsetage des Landes gehört nicht zur heimischen Identität. Man stelle sich vor, es gäbe hier auch einen Skandal-Aufschrei, wenn etwa die jährlichen Nobelpreise wieder einmal keinen großkopferten Ösi berücksichtigen müssen. Aber die Damen und Herren auf zwei Brettern sollen leiden – für alles was sie dem Fernsehsportler antun. Der erste Bewerb bei der WM ohne österreichische Medaillie ist ein Debakel, das von allen Zeitungs-Titelseiten lacht.

Schon klar: das Fan-Dasein ist, was dem Zusehen den nötigen Reiz verleiht. Und meistens sind es halt die heimischen Sportler, die einem etwa durch Medienberichte besonders nahe stehen. Aber es ist mir und sollte jedem anderen egal sein, wenn einmal drei am Stockerl stehen, die unter anderer Flagge starten. Man kann sich auch mit einem Axel Lund S. freuen und bei schönen englischen oder gar deutschen Toren jubeln. Manche werden das auch so sehen, aber der große Rest, der heute durch Kleine, Krone und ORF in seinem Groll gegen Hermann M. & Co bestätigt wird, zeigt ein wesentliches Problem des heutigen Österreichs auf. Die über Ausschluss von Aussenstehenden konstruierte Nationalität steht viel zu hoch im eigenen Kurs. So hoch, dass eine pluralistische Soldiargemeinschaft aus Individuen nicht gedeihen kann, weil viele an eine ideologischen Volksgemeinschaft glauben. Eine Idee in den Köpfen der Leute in der jeder Kritiker als Nestbeschutzer und seine Aussagen als Angriffe auf den Einzelnen gesehen werden, und in der jeder Verlierer als Schandfleck gilt, der auf die eigene Person abfärbt.

Diese veraltete Ideologie ist ein Grund, warum Ressentiments gegen Ausländer hier auf genauso fruchtbaren Boden fallen, wie populistische EU-Ablehnung und andere “Wir san wir”-Verblödungen. Nationalismus ist ein zweifelhaftes Konzept früherer Jahrhunderte in dessen Namen schon so viel Schindluder getrieben wurde. Und es funktioniert im Globalisierungszeitalter in Österreich immer noch – und führt die Menschen hier geradewegs auf die Verliererstraße. Sei es im Kopf, durch einen Aussenschifehler, oder tatsächlich durch das Verpassen der positiven Modernisierungseffekte im echten Leben.

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| 12. February 2007

3 Reaktionen bisher

    liberalinaustria sagt:

    Stimmt. Das ist absolut fürchterlich. Als ob die Welt untergehen würde …

    Aber am schlimmsten bei der Nationalismusdebatte ist der Sport-ORF.

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    !!! | 12. February 2007 | 15:27
    liberalinaustria sagt:

    Gerade in den Medien: Hermann M gegen Assinger. Assinger, wagte es, eine Aussage von Hermann M zu kritisieren. Nun läuft Hermann M mit seinen Fans Amok. Gruslig. ;-)

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    !!! | 12. February 2007 | 17:08
    kritikus sagt:

    Leute, das ist halt so. Der wahre Sportler in Österreich fängt die Zeitung von hinten zu lesen an, sitzt mit einem Bier vor dem Fernseher und hält große Reden. Die verstehen auch nicht, dass es nichts ausmacht, wenn einmal ein Nichtösterreicher besser Schi fährt… :) :)

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    !!! | 12. February 2007 | 17:23

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