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US-Truppen in Somalia?
Während die Äthiopier sich aus Somalia langsam zurückziehen, berät die UNO über eine Resolution zur Legitimation von Friedenssicherungs-Truppen im Land am Horn von Afrika. Die soll von der Afrikanischen Union entsendet werden und 8000 Mann stark sein. Islamistenführer haben bereits angekündigt, dass diese Peacekeeper als Feinde bekämpft werden, und nicht als neutrale Instanz akzeptiert.
Während die AU erst die Hälfte des Kontingents zusammenkratzen konnte, steigt die Gewalt in Somalia wieder an. Aus der Hauptstadt Mogadischu wird berichtet, dass die Einwohner aus gewissen Gebieten flüchten, wo die UIC (Union of Islamic Courts) ohne Rücksicht auf zivile Verluste ihren terrorartigem Widerstand mit Attacken auf Regierungspolitiker beginnt. Und obwohl für die Fundamentalisten sogar Unterstützung von einer handvoll radikalen Moslems aus Europa und den USA zu kommen scheint, putzt sich der Westen in seiner Verantwortung ab. Die EU stellt für den Peacekeeping-Einsatz zwar 15 Millionen Euro zur Verfügung, wird aber mit ziemlicher Sicherheit nicht selbst daran teilnehmen. Von den Amerikanern weiß man, dass sie militärische Luftschläge durchgeführt haben, die Anwesenheit von Bodentruppen wurde aber bisher bestritten.
Allerdings scheint es Truppen vor Ort zu geben. Bei Frank Crigler (Ex-US-Gesandter in Somalia und Ruanda) tauchen nun Berichte auf, wonach 12 von ihnen sogar von der UIC gefangen genommen wurden und als Austausch für die Ausreiseerlaubnis eines Fundamentalistenführers wieder freigelassen werden sollen. Sollten diese Berichte war sein, wäre das ein denkbar unglücklicher Start für einen aktiveren US-Einsatz, aber insgesamt trotzdem ein positives Zeichen. Es wird von entscheidender Wichtigkeit für Somalia sein, dass sich der Westen nicht aus der Sache heraushält.
Und nicht zuletzt auch für den Westen selbst – einige Angeklagte im Fall der fehlgeschlagenen Terroranschläge in London stammen ursprünglich aus Somalia (andere aus Äthiopien). Es waren kurioserweise gerade die Islamisten, die es kurz vor dem international begrüßten Eingreifen Äthiopiens schafften, nach zwei Jahrzehnten (und einer vergeigten UN-Mission unter US-Führung) Chaos ein Mindestmaß an Sicherheit im Land zu garantieren (ohne das Wirken der Extremisten verherrlichen zu wollen, muss man sehen, wie viel das einem Einwohner eines bitterarmen Krisenlandes wert sein dürfte). Deshalb würde sich ein fehlgeschlagener Statebuilding- und Peacekeeping-Einsatz wohl umso dramatischer auf die Lage der Menschen und die Radikalisierung der Gesellschaft auswirken.
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2 Reaktionen bisher
Vollkommen richtig.
Somalia braucht jetzt vor allem Sicherheit und Stabilität und wir sollten uns fragen was wir alles dafür tun könnten. Bodentruppen, aus Amerika oder Europa, wird es zwar nicht geben, aber zumindest finanziell und logistisch kann hier geholfen werden.
Außerdem können die Amerikaner in Djibouti als over-the-horizon force fungieren und die UN-Truppen in ihrem Kampf gegen die UIC Überreste unterstützen.
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!!! | 16. February 2007 | 17:03
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