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Rauchverbot am Steuer?

Die Diskussion um Rauchverbote in der Öffentlichkeit greift in großen Teilen Europas um sich. Auch in Österreich wird die Thematik heiß diskutiert: Seit dem 1. Februar diesen Jahres wird in der Gastronomie überprüft, ob Gastwirte ihrer Verpflichtung nachkommen, die vorgeschriebene Anzahl an Sitzplätzen für Nichtraucher bereitzustellen. Bei den bislang durchgeführten Kontrollen sind bereits einige Totalverweigerer ertappt worden, die sich partout nicht an die Vorschrift halten wollen; andere Gastwirte fügen sich nur äußert widerwillig und unter lauten Protesten. Auch aus der Bevölkerung sind zahlreiche Stimmen des Widerstands zu vernehmen.

Jene, die aktiven Nichtraucherschutz des Staates kategorisch ablehnen, sind freilich alles andere als davon begeistert, dass einige Politiker in Deutschland nun sogar noch einen Schritt weiter gehen und das Rauchen im Auto zu verbieten gedenken. Dabei argumentieren Mitglieder von SPD und Union einerseits mit dem Aspekt der Gesundheitsgefährdung, der für Kinder, deren Eltern im Fahrzeug rauchen, besonders groß sei; zum anderen weisen sie jedoch auch darauf hin, dass im Auto rauchende Menschen ein Risiko für die Verkehrssicherheit darstellten. Die persönliche Freiheit würde durch eine derartiges Verbot auf inakzeptable Weise beschnitten, kontern die erzürnten Gegner dieser Idee. Es sei untragbar, dass man dem Menschen nunmehr sogar in seinem Privateigentum vorschreiben wolle, was er zu tun bzw. zu lassen hat.

Mein persönlicher Standpunkt zum deutschen Gedankenspiel ist, dass ein Verbot vom gesundheitlichen Standpunkt aus betrachtet nicht gerechtfertigt ist. Da könnte man den Menschen gleich verbieten, innerhalb ihrer eigenen vier Wände zu rauchen – was angesichts der in vielen Ländern rigiden öffentlichen Nichtraucherbestimmungen einem totalen Rauchverbot gleichkäme. Ein vollständiges Verbot ist jedoch freilich ebenso wenig sinnvoll wie umsetzbar. Dementsprechend sollte der deutsche Vorschlag meiner Ansicht nach auch nicht in die zur Zeit in Österreich geführte Diskussion einfließen, in der es hauptsächlich darum geht, ob es gerechtfertigt ist, dass zum Schutz der Gesundheit von Nichtrauchern die Freiheiten der rauchenden Bevölkerung in der Öffentlichkeit beschnitten werden.

Ein Verbot für das Rauchen am Steuer wäre jedoch insofern sinnvoll, als dass es bezüglich des sicherheitspolitischen Aspekts von Konsequenz zeugen würde: Mit einem Verbot gegen das Rauchen am Steuer würde man nach dem Telefonieren gegen die nächste gefährliche Ablenkungsquelle vorgehen, die für unnötige Risiken sorgt, und zur Gefährdung unschuldiger Verkehrsteilnehmer führt. Denn dass das Herumfummeln mit dem Handy während des Fahrens bestimmt nicht mehr ablenkt als das Rauchen einer Zigarette, wird hoffentlich kein vernünftiger Mensch abstreiten.

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| 19. February 2007

12 Reaktionen bisher

    Georg sagt:

    Ich hab da gerade einige gravierende Probleme mit deinen Formulierungen:
    “Beschneidung der Freiheit der rauchenden Bevölkerung” – Regelmäßiges Rauchen ist eine Sucht, erklär mir wo da die Freiheit drin liegt. Die Freiheit einer Sucht nachzugehen (die nebenbei Dritte in unmittelbare Mitleidenschaft zieht)? Klingt irgendwie seltsam, nicht? Wer nicht regelmäßig raucht, wird wohl am Steuer drauf verzichten können.

    Zudem ist der gesundheitliche Aspekt sehr wohl wichtig, zumindest wenn mehr Leute in dem Auto sitzen. Da reicht es wenn einer raucht, dann kriegt der Rest aufgrund der mangelhaften Belüftung (und wer macht im Winter schon gern die Fenster auf) und des engen Raumes die volle Portion Qualm ab. Den Schluß vom Auto aufs Haus kann ich nicht nachvollziehen, es sei denn man lebt in einem Wohnwagen.

    Grundsätzlich bin ich mit dir insofern einer Meinung, als das ein Rauchverbot am Steuer durchaus eine richtige Sache ist, nur sehe ich weit mehr Gründe dafür denn bloß den Sicherheitsaspekt. Zudem gibt es einen gravierenden Auffassungsunterschied.

    Es gibt kein Recht zu Rauchen, wenn man damit andere gefährdet. Schon gar nicht ist es ein Menschenrecht und erst Recht keine Freiheit, weil sich Sucht und Freiheit prinzipiell widersprechen.

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    !!! | 19. February 2007 | 17:24
    kritikus sagt:

    Wenn es ums Rauchen geht, muss ich auch meinen Senf dazu geben… ;)

    Zunächst gebe ich Tom mit dem gesundheitlichen Aspekt recht. Würde man nämlich ein Verbot mit diesem Grund umsetzen, müsste man nämlich kosequenterweise auch ein Verbot in den eigenen vier Wänden aussprechen. Das persönliche Schutzrecht im Auto ist ist nämlich ähnlich definiert wie in der Wohnung (ohne richterlichen Befehl ist da im Normalfall kein Eingriff, ja nicht einmal das unaufgeforderte Betreten, möglich), Außerdem würde ein Rauchverbot in diesem Bereich mit einer Gesundheitsschutzbegründung noch ganz andere Dinge heraufbeschwören, denn es gibt ja noch viele andere Gesundheitsgefährdungen, die man dann abstellen müsste (Tabletten, Alkohol, unbesunde Ernährung – um nur einige zu nennen). Unter Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes müsste man dann massiv in alle Lebensbereiche eingreifen (natürlich nur zum Schutz der ausgelieferten Mitbebohner) und das auch kontrollieren. Mit so etwas wären wir aber schon sehr knapp bei George Orwells Visionen…

    Zum Sicherheitsaspekt muss man wohl anmerken, dass man dann im Auto alles außer Fahren verbieten müsste. Es gibt ja auch “Untersuchungen”, wonach das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung genauso gefährlich ist, wie mit dem Handy am Ohr (wegen der Ablenkung – Konzentration). So gesehen wäre sogar das Sprechen mit dem Beifahrer gefährlich und gehörte unterbunden. Ja, schon nervende Kinder dürften nicht mitgenommen werden – was wohl jeder nachfühlen kann, der Kinder hat ;) . Colatrinken und Hamburgeressen gehörte natürlich auch verboten (natürlich auch jede andere Nahrungs- bzw Getränkezufuhr). Wenn dann ein Polizist bei der Fahrzeugkontrolle ein paar Brösel im Auto findet, wäre man fällig :) . Eigentlich müsste man aber auch alle Autos verbieten, die noch ein Schaltgetriebe haben, denn die lästige Schalterei lenkt auch ungemein ab – Automatik ist das Zauberwort…

    PS: Eigentlich ist mir ein Rauchverbot als solches im Auto wurscht, da rauche ich schon seit 25 Jahren nicht mehr…

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    !!! | 19. February 2007 | 17:54
    Georg sagt:

    “…denn es gibt ja noch viele andere Gesundheitsgefährdungen, die man dann abstellen müsste (Tabletten, Alkohol, unbesunde Ernährung – um nur einige zu nennen). Unter Beachtung des Gleichheitsgrundsatzes müsste man dann massiv in alle Lebensbereiche eingreifen (natürlich nur zum Schutz der ausgelieferten Mitbebohner) und das auch kontrollieren.”

    Es ist ein Unterschied ob etwas zur Sucht geworden ist oder nicht. Es bleibt aber dabei, dass beim Rauchen Mitmenschen unmittelbar betroffen sind. Wenn sich jemand neben mir seine Hirnzellen totsäuft oder sich einen BMI von 40 anfrisst, sehe ich keine unmittelbare Beeinträchtigung. Ob der Betroffene im Rausch austickt oder nicht, ist wieder eine andere Sache.

    Es ist übrigens eine beinahe eintrainierte Argumentationslogik vieler Raucher, sofort auf andere “Übel” zu verweisen bzw. unsachliche Vergleiche anzustellen. Ich denke nicht, dass man ausgerechnet beim Rauchen auf einmal in diese Ebene des Argumenteirens sinken sollte.

    Alkosholsucht ist nichts selbstverständliches. Fettsucht ebenso nicht. Rauchen seltsamerweise schon, und das ist genau der Knackpunkt. Rauchen gilt as etabliert, und wird zeitweise sogar von geplagten Passivrauchern als normal und gegeben empfunden, einhergehend mit dem Bewusstsein nichts dagegen unternehmen zu können/müssen, weils ja was ganz normales wäre. Dabei nochmal, es ist – wie Alkoholabhängigkeit und Adipositas – eine suchtartige Erkrankung und sollte auch (nicht der betroffene Mensch an sich!) so gesehen werden.

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    !!! | 19. February 2007 | 19:27
    Georg sagt:

    PS: Der Beitrag ist übrigens von Philipp, nicht von Tom. Lässt sich daran bemerken, dass er für einen Tom-Beitrag übers Rauchen viel zu gemäßigt ist ;)

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    !!! | 19. February 2007 | 19:28
    Philipp Heimberger sagt:

    @Georg:

    Erst einmal muss ich klarstellen, dass ich öffentliche Rauchverbote grundsätzlich gutheiße.

    Was dir an der Formulierung nicht passt, dass die Gegner der Rauchverbote hierzulande die Diskussion mit dem Argument der “Beschneidung der Freiheit der rauchenden Bevölkerung” führen, kann ich nicht nachvollziehen. Es geht hier darum, dass sich viele (aber nicht alle, weshalb man auch nicht über einen Kamm scheren sollte) auf den Schlips getreten fühlen, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass sie in Lokalen und an anderen öffentlichen Orten nicht mehr rauchen dürfen. Zwei konträre Standpunkte, zwei extreme Formulierungsweisen treffen aufeinander; die Gemäßigten sind in der Raucher-Debatte bekanntermaßen (und verständlicherweise) in der Unterzahl.

    Obwohl ich die öffentlichen Rauchverbote wie gesagt als gerechtfertigt erachte, denke ich, dass man es mit dem Nichtraucherschutz-Denken auch übertreiben kann. Niemand zwingt dich, in ein Auto einzusteigen, das einem Raucher gehört; niemand zwingt dich, einen Raucher in dessen Wohnung zu besuchen. Wenn es um den privaten Raum eines Menschen geht, hat der Staat keinen Einfluss mehr auszuüben, solange das Tun des Menschen nicht eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt – das ist meine grundsätzliche Überzeugung. Freilich: Leider gibt es Eltern, die im Auto rauchen und damit nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Kindern schaden und damit null Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen. Nur werden diese Kinder dann zumeist auch noch daheim eingequalmt – und dagegen vorzugehen, das muss man ganz einfach sehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit, vom dem man aus verschiedenen Gründne Abstand nehmen sollte. Wegen dieser Rabeneltern kannst du aber nicht mit dem Argument der Gesundheitsgefährdung ALLEN das Rauchen am Steuer verbieten.

    Bezüglich der Risken im Verkehr kann man das in meinen Augen aber schon. Wobei das Rauchen, wie du selbst ja auch angemerkt hast, nur eine der vielen Nebentätigkeiten ist, die immer wieder zu Unfällen oder zumindest gefährlichen Situationen führen. Aber ich schreibe ja auch “Mit einem Verbot gegen das Rauchen am Steuer würde man nach dem Telefonieren gegen DIE NÄCHSTE gefährliche Ablenkungsquelle vorgehen,[...]” ;)

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    19. February 2007 | 20:08
    kritikus sagt:

    @Georg

    Da hast Du mich falsch verstanden. Es geht nicht vordergründig um das Aufrechnen von Gefahren gegeneinander sondern um den staatlichen Eingriff in zutiefst persönliche Bereiche und den Gleichheitsgrundsatz. Es würde auch niemanden einfallen, einen Bankräuber freizusprechen, weil er statt einer Pistole ein weniger gefährliches Messer verwendet hat…

    Vordergründig, mit tendenziösen Studien “bewiesen”, mag es vielleicht so aussehen, dass das Rauchen das am meisten schädlichste, der von mir als Beispiele genannten Sachen ist. Du hast wahrscheinlich noch nicht oft gesehen, was für ein Leid Alkohol- oder Tablettensüchtige jahrelang für ihre Familienangehörigen bedeutet. Die Betroffenen würden sich wünschen, dass der Süchtige nur Zigarettensüchtig wäre. Beim Beispiel Fettsucht meinte ich die Kinder Fettsüchtiger. Die leiden ein Leben lang unter dem Fehlverhalten ihrer Eltern, weil der Grundstein für die eigene Fettsucht meistens im Kindesalter gelegt wird. Aber wie gesagt, das sind nur ein paar Beispiele. Da ließe sich noch viel mehr finden…
    Rauchen ist natürlich ein Übel. Es ist deshalb allgemein akzeptiert, weil es ein eher kleines Übel ist.

    PS: Dass der Beitrag von Philipp Heimberger habe ich leider übersehen – als Entschuldigungsgrund kann ich nur mein Raucherhirn nennen :)

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    !!! | 19. February 2007 | 20:25
    Philipp Heimberger sagt:

    @kritikus:

    Macht nix; is’ ja eh ein Kompliment, wenn du meinen Beitrag für einen von Tom gehalten hast :)

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    19. February 2007 | 20:31
    Georg sagt:

    Es ist die Frage wie man hier “gemäßigt” sieht. Ich würde zB. eine Lösung akzeptieren, die in Lokalen wo es möglich ist, eine strikte räumliche Trennung (sprich: Wand & Tür) zwischen Raucher und Nichtraucherbereich, vorsieht und alle anderen zu Nichtraucherkneipen macht. Zudem müsste gesichert sein, dass der nichtrauchende Besucher nicht erst die Raucherzone durchqueren muss, bevor er in seinen Bereich gelangt. Eine Lösung mit einzelnen Nichtrauchertischen ohne räumliche Trennung stößt bei mir nicht auf Gegenliebe weil sie mMn sinnlos ist.

    Jetzt bringt die räumliche Trennung weitere Probleme, die teilweise von der “Pro-Raucher”-Seite ins Feld geführt werden. Da wäre der Wettbewerbsnachteil, den vielleicht kleine Lokale hätten, bei denen eine räumliche Trennung nicht machbar oder sinnvoll ist. Da wäre die Diskussion ums Personal. Darf sich ein Kellner weigern in der Raucherzone zu arbeiten, weil er selbst Nichtraucher ist. Wird damit (Nicht-)Rauchen zu einem wichtigen Einstellungskriterium? Wenn man hierzu nicht eine extrem differenzierte und damit komplizierte Gesetzeslage schafft, hat man ein Problem, und selbst mit einer sehr feinfühlig geschaffenen Rechtsbasis wäre es nicht komplett lösbar.

    Was bleibt ist die Option, alles zu lassen wie es ist, oder dem lobenswerten Beispiel von Irland & Co zu folgen und eine konsequente Linie einzuhalten.

    Um zum konkreten Fall zurückzukehren: Man kann tatsächlich darüber nachdenken, alles zu verbieten, was einen dazu bringt, regelmässig die Hände vom Steuer zu nehmen und mit der Lenkung des Autos und dessen Apparatur nichts direkt zu tun hat – jedenfalls wenn man fährt. Der Sicherheitsaspekt wäre für den Raucher dann erledigt, er bräuchte nur kurz an einen Parkplatz fahren. Ist er einmal dort, kann er sich genauso gut während des Rauchens die Beine vertreten und muss nicht eventuelel Mitfahrer behelligen – grundsätzlich muss man es im stehenden Auto aber nicht verbieten, genausowenig bezieht sich das Handyverbot auf stehende Autos. Wieviel Rücksicht der Raucher nun auf seine Mitfahrer nimmt ist wiederum ein anderes Bier, das sollte dann aber jeder für sich selber entscheiden.

    Mit vielen Rauchern ergibt sich das Problem, dass die Rücksichtnahme auf freiwilliger Basis einfach nicht funktioniert. Weder beim Gastwirt, der sich um die Raucherzonenvereinbarung einen Feuchten schert, noch beim einzelnen Raucher.selber, jedenfalls bei einem großen Anteil davon. Die Logik “du musst ja nicht zu einem ins Auto steigen” zieht nicht, ich MUSS ja auch keine Lokale besuchen, in denen geraucht wird. Jetzt ist natürlich das Auto idR kein öffentlicher Ort, ich meine konkret aber die Situation, die sich ergibt, wenn Nichtraucher und Raucher gemeinsam in einem Wagen sitzen – unabhängig davon wer fährt (ist der Fahrer Raucher kommt der Sicherheitsaspekt wieder dazu). In dem Fall sollte durchaus eine gewisse Rücksicht geboten sein. Dass ein Nichtraucher, der was auf seine Gesundheit hält, sich freiwillig mit 4 Kettenrauchern in einen Wagen setzt, wage ich mal eher als die Ausnahme denn die Regel zu sehen.

    By the way: Ich habe einen Freund, der sich mit Alkohol und Drogen sein Leben ziemlich derb verbaut hat. Seiner Familie hats ebensowenig gut getan. Das zu sehen war alles andere als lustig, trotzdem würde ich mir nicht anmaßen beides gegenüberzustellen, denn wieder handelt es sich um eine Ausnahmesituation, wo hingegen das Rauchen die Regel ist. Statistisch gesehen bin ich mir sicher, dass es trotz einer wohl erschreckenden Dunkelziffer an Alkoholikern/Drogenabhängigen bedeutend mehr Leute gibt, die ihr Umfeld mangels Einsicht bzw. Rücksichtnahme schleichend vergiften.

    Und nein, ich denke nicht, dass Rauchen als “Übel” allgemein akzeptiert wird, weil es ein kleines ist. Eher umgekehrt, gerade weil es im Laufe der Zeit hierzulande zum Habitus wurde, und die Lobbyarbeit dahinter wie man sieht sehr erfolgreich war, wird es gerne als “kleines Übel” abgetan. Dazu vielleicht dann ein Vergleich, der zwar thematisch ein Problem ist, aber zur Verdeutlichung in Zahlen Sinn macht: Stelle einfach die Anzahl der Drogenabhängigen (Tablette, harte Drogen, softe Drogen, whatever, wenn ich das Rauchen hier fälschlicherweise nicht als Drogensucht miteinrechne) oder die alkoholikerrate (beides inkl. Dunkelziffer) der Anzahl an Leuten gegenüber, die gemeinhin als Raucher (also regelmäßige Zigarettenkonsumenten) gelten. Du brauchst wohl nicht einmal eine kumulierte Dunkelziffer bei letzteren um hier ein deutliches Ergebnis zu bekommen – egal wo du suchst (es sei denn es sind vll. Studien powered by Marlboro). Kleines Übel? Vielleicht für den Einzelnen, wenn er nicht später ein schweres Krebsleiden oder dergleichen erleidet, was für sein familiäres Umfeld sicherlich auch nicht leicht ist. Leider verbleibt der Rauch nicht beim Besitzer der Zigarette, sondern bewegt sich nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten.

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    !!! | 20. February 2007 | 01:51
    Tom Schaffer sagt:

    Ich halte Alkoholismus und Rauchen für unvergleichbar.

    Alkoholismus ist eine Sucht-Krankheit, die in erster Linie einem selbst schadet und bei allem darüber hinausgehenden theoretisch mit Konsequenzen behaftet ist (Entzug des Führerscheins oder des Aufsichtsrechts von Kindern, Strafen bei Gewalttätigkeit oder was auch immer). Ich behaupte nicht, dass hier eine perfekte Situation herrscht und möchte Alkoholismus und Drogenkonsum auch nicht verharmlosen.

    Rauchen hingegen ist eine Sucht, die in erster Linie auch einem selbst schadet. Jede negative Konsequenz auf andere Menschen bei gesellschaftlicher Ausübung wird allerdings nicht bestraft.

    Ich denke, dass es eine Eigenverantwortung gegenüber sich selbst geben muss. Jeder muss selbst wissen, ob er sich zu Tode rauchen, kiffen, saufen, spritzen oder schnupfen will (selbstverständlich sollte man über Aufklärung und Hilfsangebote dagegenwirken). Allerdings müssen alle weiteren Parteien in diesen Fragen gesetzlich geschützt werden müssen.

    Wie gesagt: bei Alkohol und Drogen gibt es derartige Mechanismen, beim Rauchen nicht. Knallt ein besoffener Typ mir oder seiner Frau eine, kann ich ihn anzeigen und ggf. sogar zurückschlagen. Krieg ich wegen Passivrauchen Lungenkrebs kann ich scheissen gehen und die Schuldigen attackieren derweilen den nächsten Wehrlosen.

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    20. February 2007 | 04:21
    Tom Schaffer sagt:

    sprich: ich halte rauchen und saufen schon für vergleichbar, sehe nur im moment deutlich unterschiedliche situationen die den fingerzeig der raucher unbrauchbar machen.

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    20. February 2007 | 04:22
    liberalinaustria sagt:

    Ein Beitrag dazu auf LiA

    Es ist schon erstaunlich, wie verbissen hier über ein Rauchverbot diskutiert wird, aber die Volksdroge Nummer 1, Alkohol, im Vergleich dazu stiefmütterlich behandelt wird. ;-)

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    !!! | 20. February 2007 | 08:47

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