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Es lebe der verblendete Konservativismus!
In Deutschland wird ein hitziger Streit über Familienpolitik geführt. Auslöser der Debatte ist die Forderung von Bundesministerin Ursula von der Leyen, die Kinderbetreuungsplätze in der kommenden Legislaturperiode zu verdreifachen. Daraufhin haben vor allem CSU-Politiker ihre Stimme erhoben, da die Ministerin mit ihren Aussagen das Familienbild der Partei gefährde. Auch ein bayrischer Bischof wettert gegen von der Leyen. Diese wolle Frauen zu „Gebärmaschinen“ degradieren, meint der Geistliche. Genau, es lebe der verblendete Konservativismus!
Das Familienbild von christlich-sozialen Politikern und Vertretern der römisch-katholischen Kirche hat durchaus seine sinnvollen Aspekte. Das ändert allerdings nichts daran, dass es einfach nur stupid anmutet, das sowohl in Deutschland als auch in Österreich vorherrschende Kinderbetreuungs-Problem zu verleugnen. Es stellt eine der wichtigsten Aufgaben der Politik dar, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie sicher zu stellen. Wer der Problematik mit obsoleten Unmutsäußerungen begegnet, äußert sich als reichlich weltfremd – und müsste eigentlich wegen gemeinschaftlicher Gefährdung sämtlicher politischer Ämter enthoben werden.
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