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Der Unterschied zwischen Widerstand und Terror

Philip Steiner’s Beitrag bei Liberal in Austria sagt zwar nichts, was mir neu ist, er sagt aber etwas, das viele nicht kapieren. Im Sog einer an sich löblichen Pazifismus-Bewegung geben sich allzuviele Leute der Idiotie hin. Sie legitimieren die abscheulichsten Greueltaten von Leuten, die nichts anderes hassen als die Werte derer, die sie verherrlichen.

Es geht darum, dass im Irak, in Afghanistan, in Israel/Palästina oder in Somalia Menschen zu Widerstandskämpfern glorifiziert werden, die Autobomben hochgehen lassen und in Restaurants den Gürtel um ihre Schulter explodieren lassen. Sie reissen heute täglich hunderte Unschuldige in den Tod. Es liegt vielleicht daran, dass Terrorismus eine schlecht definierte Sache ist, und deshalb immer ein Weg gefunden wird, um Schwerverbrecher als Freiheitskämpfer zu verklären. Dementsprechrechend müsste es sich bei Widerstandskämpfern und Terroristen um dasselbe handeln, und die richtige Bezichnung wäre lediglich eine Frage der Ideologie.

Ich gehe aber eher davon aus, dass die meisten Vertreter dieser irrwitzigen Meinung einfach keine Ahnung haben, was sie da eigentlich sagen. Erläutern wir es der Einfachheit halber an zwei Beispielen:

Wenn jemand im Irak einen Angriff auf einen militärischen Stützpunkt der USA verübt, dann kann man ihn als Widerstandskämpfer durchgehen lassen. Schließlich richtet sich seine Aktion gegen diejenigen, die in ein Land eingedrungen sind. Dabei bleibt es erstmal völlig nebensächlich, ob diese Aktion gut, böse oder irgendetwas dazwischen ist. Unter Berücksichtgung der Motivie, kann man immer noch ein Urteil über die Person fällen. Aber grundsätzlich ist es ein Akt des Widerstands gegen eine Besatzungsmacht.

Wenn derselbe Mensch allerdings mit seinem Maschinengewehr auf einem belebten Marktplatz herumballert oder sein Auto und sich vor einer Schule in die Luft sprengt, dann ist er ein Terrorist – egal was irgendein Idiot sagen könnte, daran ändert sich nichts. Dieser Abschaum hat es nicht verdient, mit dem positiv behafteten Begriff des Widerstands in Verbindung gebracht zu werden. Denn in seinem angeblichen Kampf für die Freiheit seines Landes, tötet er Unschuldige – jene die er zu befreien oder beschützen vorgibt. Auch hier spielt die Gesinnung keine Rolle. Dieser Mensch muss unbedingt verachtet werden – ganz besonders von Pazifisten. Wer hier Verständnis oder Sympathie hegt, hat in Wahrheit nichts verstanden.

Widerstand ist ein Begriff, der in engem Zusammenhang mit der Freiheit steht. Freiheit erkämpft man nicht mit den Leichen Wehrloser

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| 26. February 2007

18 Reaktionen bisher

    Ludwig P sagt:

    Hallo Tom,

    im ganzen stimmt was Du geschrieben hast, wenn man sich Afghanistan anschaut, nur im Bezug auf Irak stimmt es nicht ganz. Irak wurde von den Amerikanern grundlos angegriffen und der rechtmässige sunnitische Präsident Saddam Hussein gestürzt, dieser wurde von der schiitischen (illegalen) Regierung verurteilt und hingerichtet.

    So, das ist die Ausgangssituation, jetzt ist es so, dass es sunnitische Angriffe auf Amerikaner aber auch Schiiten gibt, meistens sind es Selbstmordanschläge. Nach Deiner sicht der Dinge sind es keine Widerstandskämpfer, in Wirklichkeit ist die Beurteilung nicht so einfach – die Sunniten greifen die Schiiten darum an, weil erstens diese eine von den Amerikanern unterstützte illegale Regierung stellen und zweitens aus Rache für die Hinrichtung von Saddam Hussein. In meinen Augen und weil ich das Land kenne sind diese Sunniten durauchs Widerstandskämpfer, auch wenn die Mittel häufig drastisch sind.

    Man muss sich vor Augen führen, wie das Land vor dem Sturz von Saddam Hussein war – es gab (für Dich vieleicht eine überraschende Feststellung) Religionsfreiheit die garantierte, dass auch Christen ohne Probleme ihre Kirchen besuchen konnten und die Religion ausüben konnten, es gab ein geeintes Land, in dem alle Volksgruppen einigermassen friedlich zusammengelebt haben (da und dort gab es Reibereien und die Kurden haben nicht nur in Irak, sondern auch in der Türkei massive Probleme gemacht). Das alles wurde paradoxeweise durch eine extrem harte Regierung ermöglicht – die dem Hussein angelastete Verbrechen an den Kurden waren aber in der arabischen Welt nichts weltbewegendes und aus irakischer Sicht durchaus legitimiert!

    Ich verstehe nicht, warum der Westen und da vor allem die USA nicht begreifen können, dass die arabische Welt nie die Demokratie akzeptieren wird. Wir haben nichts das Recht, sich dort einzumischen, die Hinrichtung Saddam Husseins war das schlechteste, was passieren konnte, ich würde stattdessen ihn wieder als Präsidenten einsetzen, denn er war der einzige, der wieder Ordnung schaffen konnte, weil er bis zuletzt bei allen Gruppen Respekt hatte.
    So ist Irak aber leider verloren, das Land wird früher oder später zerfallen und die ganze Region wird noch mehr destabilisiert. Die westliche Welt hat alles falsch gemacht, was sie falsch machen konnte.

    Ludwig

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    !!! | 26. February 2007 | 08:27
    Tom Schaffer sagt:

    quod erat demonstrandum! da haben wir schon den ersten nixchecker, der glaubt es sei eine widerstandstätigkeit einen marktplatz zu sprengen. gratulation! welcher schiit der auf seinen weg zum einkaufen ist, ist denn deiner meinung nach ein gefährlicher besatzer und unterdrücker? welches schiitische kind hat es verdient, auf dem verblendetem altar des extremismus geopfert zu werden? welches, herr puncochar?

    allein die ausführungen zu saddam husseins angeblichem mini-paradies und dein wunsch ihn wieder als präsident zu haben, zeugen von völliger unwissenheit und menschenverachtung deinerseits. zwar bin ich der letzte, der die amerikaner im bezug auf den irak verteidigen möchte, aber was du hier absonderst ist “der typische schaß”, den philip steiner und ich anprangern. es geht hier nicht darum, dass jemand schiitische milizen angreift, oder us konvois sprengt. das könnte man als widerstand klassifizieren. das wissentliche töten unschuldiger, das ist allerdings terror wie er im buche steht.

    keine ahnung haben, aber wenigstens gegen die amis sein. dass du dabei mit den mitschlimmsten massenmördern der zeitgeschichte ins bett steigt, kümmert dich anscheinend nicht

    PS: ich war auch gegen saddams hinrichtung, aber sicher nicht aus gründen der verherrlichung dieses unmenschen
    http://www.zurpolitik.com/?p=66

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    26. February 2007 | 14:13
    Ludwig P sagt:

    Tom,

    niemand verherrlicht den Saddam, aber ich würde Dir empfehlen, Dich mit Irak und seiner Geschichte und überhaupt mit der arabischen Welt zu befassen, so weit Du dein Studium ernst meinst!

    Es war sicher nicht alles perfekt in der irakischen Republik, aber wie ich schon geschrieben habe – es war eines der modernsten Länder innerhalb des arabischen Raums! Und es war das einzige arabische Land, in dem Religionsfreiheit vorhanden war!

    Es geht nicht einfach Saddams Taten zu verurteilen – nach unseren westlichen Maßstäben sind diese Taten zu verurteilen, nur wir können und wir dürfen nicht blind unsere Maßstäbe im Bezug auf die arabische Welt anwenden!
    Dort ist es normal, wenn Menschen öffentlich geköpft werden, wenn einem Dieb die Hand abgehackt wird oder eine untreue Frau gesteinigt wird – für uns abscheuliche Methoden, aber es steht uns nicht zu, das zu verurteilen, denn damit verurteilen wir das ganze politische und religiöse System!
    Wenn also der Saddam ein Giftgas gegen aufständishe Kurden eingesetzt hat, war das aus der Sicht der irakischen Moslems gerechtfertigt, hätte der Saddam kein Giftgas, würde man wohl öffentlich Massenhinrichtungen organisiert – es würde sich in der arabischen Welt niemand aufregen!!!

    Wir haben einfach nicht das Recht, das ganze in Frage zu stellen und schon gar nicht das Recht, den Arabern unsere Demokratie aufzuzwingen!!
    Und aus dieser Sicht bin ich der Meinung, dass Saddam Hussein der bestmögliche Präsident für den Irak war.

    Ludwig

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    !!! | 26. February 2007 | 22:39
    Tom Schaffer sagt:

    du glaubst nicht ernsthaft was du da schwafelst? es ist weder normal noch legitimiert, wenn jemand giftgas zum systematischen mord unschuldiger zivilisten einsetzt – es ist schlichtweg völkermord. und es ist unter keinen umständen zu akzeptieren. und wir haben das recht das in frage zu stellen. ist die sicherheit eines menschen gefährdet, ist die sicherheit aller gefährdet. ich weiß, das ist in deinen augen geschwafel von verdächtigen “intellektuellen”, aber da steckt schon was dahinter.

    und doch: du verherrlichst saddam, indem du sein faschistisches, menschenverachtendes regime, das feige folter, mord und terror über seine eigene bevölkerung gebracht hat, mit dem attribut “modern” verbindest. was ist religionsfreiheit wert, wenn du nach einem falschen wort auf der straße am nächsten morgen im foltergefängnis aufwachst (falls du wieder aufwachst). und ich hätte jezt gerne eine klare distanzierung von dir, von den schwerkriminellen taten des saddam hussein und seines regimes.

    saddam hat sich nicht an der macht gehalten, weil er so viele unterstützer hatte, er hat sich an der macht gehalten, weil er das militär und die gewalt auf seiner seite hatte. der konflikt im heutigen irak ist zwar ausgelöst durch den us-einmarsch, aber die ursachen, die wunden, die hat dein toller saddam zu verantworten – die amis haben nur offengelegt, was saddam gezüchtet hat. weil das mit den unterschiedlichen religionsrichtungen eben keinesfalls so toll funktioniert hat, und jetzt der ganze hass ausbricht, der sich da über jahrzehnte aufgestaut hat.

    aber, dass unsere rechten mitbürger mit arabischen menschenrechtsverbrechern gut können, das wissen wir ja nicht erst seit der haider mit dem saddam handshake gemacht hat. nur hier bei uns, da wollt ihr die, die unter euren freunden leiden natürlich nicht. ein schelm, wer da verlogenheit und anstandslosigkeit erkennt.

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    26. February 2007 | 23:40
    Ludwig P sagt:

    Tom,

    ich muss mich nicht von irgendwas distanzieren. Du redest Unsinn, kennst nicht einmal das Land, von dem Du schreibst, solche Leute wie Du sind daran schuld, dass der Terror in den Westen getragen wird!

    Ich habe deutlich genug erklärt, warum die ganze Einmischung in den arabischen Raum falsch war und ist – die Verbrechen, die in unseren Augen tatsächlich Verbechen waren, sind in Arabien völlig normal und wenn wir Ruhe haben wollen, sollten wir die Vorkomnisse ohne Kommentar lassen!

    Und bitte, ein arabisches Land kann nur mit Härte regiert werden, es tut mir leid. aber so ist es halt – in Saudi-Arabien regt sich keiner auf, wen in dem Fußballstadion Menschen öffentlich geköpft werden und Frauen gesteinigt werden und das ist auch richtig so – Einmischung bringt nur Probleme!!!
    Du musst halt akzeptieren, dass das Wort “Menschenrechte” in der Gegend unbekannt ist und wir haben nicht das Recht, dieses Wort den Menschen dort aufzuzwingen!!!

    Das bedeutet nicht, das ich mit den Taten des Saddam Hussein einverstanden bin, ich betrachte das ganze aber von beiden Seiten und daher sage ich – ich bin nicht einverstanden aber ich akzeptiere es, weil es die dortige Kultur zulässt und wir werden nie Einfluss auf die Dinge in dem arabischen Raum haben, so leid es mir auch tut!!

    Du hast noch viel zu lernen, mein lieber Freund, Du wirst Dich noch oft genug verbrennen, bevor Du deine Lektion gelernt hast!

    Ludwig

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    !!! | 27. February 2007 | 00:22
    Tom Schaffer sagt:

    du glaubst nicht ernsthaft, dass man etwas lernen muss, um eine meinung wie du zu bekommen? man darf viel eher nie etwas gelernt haben.

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    27. February 2007 | 00:24
    Ludwig P sagt:

    Ich muss noch was berichtigen!

    ich habe geschrieben: “in Saudi-Arabien regt sich keiner auf, wen in dem Fußballstadion Menschen öffentlich geköpft werden und Frauen gesteinigt werden”

    Nur richtig sollte es so sein: “in der Welt regt sich keiner auf, wen in Saudi-Arabien in dem Fußballstadion Menschen öffentlich geköpft werden und Frauen gesteinigt werden”

    Ludwig

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    !!! | 27. February 2007 | 00:26
    Tom Schaffer sagt:

    so ergibts noch viel weniger sinn als vorher – und es ist natürlich völlig unwahr. ich zum beispiel bin sehr wohl der meinung, dass alles getan werden muss, um das zu ändern.

    und bezügl. nicht einmischen: österreich und deutschland sind länder aus denen der faschismus mit seiner hässlichsten fratzen aus dem volk hervorgegangen ist, und ich bin verdammt froh, dass sich die amis damals doch eingemischt haben.

    du glaubst nicht ernsthaft, dass die menschen im iran sich darüber freuen, ein mörderisch-repressives system über sich zu haben – sie haben nur keine andere wahl. zumindest nicht die, die wirklich unterdrückt werden. die privilegierten mögen arschlöcher genug sein.

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    27. February 2007 | 00:29
    Ludwig P sagt:

    Tom,

    ein Studium macht aus Dir noch keinen Intellektuellen, dazu gehört mehr! Und glaube mir, ich habe in meinem Leben schon viel gesehen und gehört und auch viel gelernt! Ich sehe mich aber trotzdem nicht als Intellektueller.

    Ich kann nur widerholen – lerne bitte etwas über das Land bzw. über den ganzen arabischen Raum, es schadet dir nicht!

    Ludwig

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    !!! | 27. February 2007 | 00:30
    Tom Schaffer sagt:

    ich habe bereits etwas darüber gelernt, aber du hast recht, es schadet nie, noch mehr zu lernen.

    dass du dich nicht als intellektueller fühlst, ist die klügste erkenntnis die du bisher erlangt hast.

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    27. February 2007 | 00:32
    Ludwig P sagt:

    Tom,

    es tut mir leid, aber ich muss sagen, dass Du wirklich so dumm bist, dass Du sogar das, was Du schreibt auch glaubst!!!

    Dein Vergleich zwischen Hitler-Deutschland und dem Irak bzw. Iran ist völlig falsch! Während wir in Europa eine komplett andere Kultur haben, die prinzipiell solche Taten wie in dem Irak nicht zulässt! Während der Nationalsozialismus nur dank der schlechten wirtschaftlichen Lage am Anfang der 30-er Jahre Fuß fassen konnte und nur durch einen Krieg etwas länger überleben konnte (man konnte nicht ewig die Arbeitslosigkeit durch Waffenproduktion bekämpfen, weil man zuerst irgendwo die Waffen loswerden musste – daher der Krieg), ist in Arabien ein anderes System als ein auf Härte basierendes System gar nicht möglich!!

    Übrigens, nicht die Amerikaner haben Hitler besiegt, sondern die Russen, die bis nach Berlin durchmarschiert sind! Wenn Hitler nicht gegen Russen kämpfen müsste (der Russland-Feldzug war ein Fehler), hätten die Amerikaner keine Chance!

    Ludwig

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    !!! | 27. February 2007 | 00:45
    Tom Schaffer sagt:

    du hast keine ahnung.

    antisemitismus gabs in europa nicht erst seit den 1930ern. schon im mittelalter gabs judenpogrome, schon ende des 19. jahrhunderts riefen zeitungen aus rechten und rechtskatholischen kreisen zur ermodrung von juden auf. die ersten nazi-putschversuche waren lange vor der wirtschaftskrise der 1930er (die ja noch lange keine entschuldigung dafür wäre, dass sich das volk ein menschenverachtendes faschistenregime gewählt(!) hat). von selbst hätte das volk dem ns-regime so schnell kein ende bereitet – falls überhaupt jemals. die wirtschaftskrise der 1930er hat überall auf der welt gewütet – aber komischerweise hatten andere länder trotzdem nicht als folge davon den wahrscheinlich schlimmsten massenmord der geschichte der menschheit zu verantworten.

    ich wüsste wahrlich nicht, was an der hiesigen kultur damals so viel besser gewesen sein soll, als an der im heutigen iran – und warum unserre zu humanistischen demokratien umgemodelt werden konnte, während “in Arabien” kein anderes als eine faschistische diktatur möglich sein soll?

    die befreiung österreichs und deutschlands haben in der tat auch die russen geschafft. wobei es ein wenig einfach wäre, es nur ihnen zuzuschreiben. russland allein ohne die unterstützung der usa und der briten wäre nämlich auch keinesfalls zwingend als sieger gegen deutschland hervorgegangen. nicht umsonst gab es eine allianz dieser beiden doch eigentlich so verfeindeten länder. sie haben schlichtweg erkannt, dass keiner allein mit hitler fertig wird. und die wesentliche prägung nach dem krieg, die zur demokratisierung beigetragen hat, die haben mit sicherheit nicht die sowjets zu verantworten – die haben sowas wie demokratie damals nämlich selbst nicht gehabt.

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    27. February 2007 | 01:17
    Georg sagt:

    Zu dem Zeitpunkt, als sich Hitler über die Zusammenlegung der Ämter von Reichskanzler und -präsident und das Notverordnungsgesetz allmächtig machen ließ, war die Wirtschaftskrise bereits weitestgehend überwunden, und die Nazis auch in den Wahlen – trotz immer noch vieler Stimmen – bereits wieder am absteigenden Ast. Einen Krieg anzuzetteln unter dem Schlagwort “Lebensraum”, unter der “praktischen Anwendung” einer komplett menschenverachtenden Ideologie mitsamt ihren irrwitzigen Facetten wie der Rassenlehre und dergleichen, hat nicht viel mit “Waffen loswerden” zu tun. Der Krieg war lediglich schon länger geplant, die Waffenproduktion/Aufrüstung daher die logische Konsequenz und nicht die Ursache. Soviel dazu.

    “Dort ist es normal, wenn Menschen öffentlich geköpft werden, wenn einem Dieb die Hand abgehackt wird oder eine untreue Frau gesteinigt wird – für uns abscheuliche Methoden, aber es steht uns nicht zu, das zu verurteilen, denn damit verurteilen wir das ganze politische und religiöse System!
    Wenn also der Saddam ein Giftgas gegen aufständishe Kurden eingesetzt hat, war das aus der Sicht der irakischen Moslems gerechtfertigt, hätte der Saddam kein Giftgas, würde man wohl öffentlich Massenhinrichtungen organisiert – es würde sich in der arabischen Welt niemand aufregen!!!”

    Du sprichst von Religionsfreiheit und führst direkt daneben an, dass Saddam legitimiert Giftgas gegen Kurden eingesetzt hat. Die waren übrigens auch mehrheitlich Moslems, so wie auch Sunniten und Schiiten moslemische Glaubensrichtungen sind. Klingt mMn widersprüchlich, selbst wenn du die Kurden rein als Ethnie definierst.

    Weiters weiß ich nicht um das konkrete Problem, dass Saddam mit den Kurden hatte – es rechtfertigt jedenfalls nicht den Völkermord, egal von welcher Seite betrachtet – der Vergleich mit der Türkei hinkt jedoch. In der Türkei wird den Kurden angekreidet, das Land an die Russen verraten zu haben. Selbst wenn die übertriebene Darstellung der türkischen Kurdenhasser auch nur ansatzweise stimmt, gibt das ebenso keine Rechtfertigung für den Massenmord her.

    Nur weil ein Umstand existiert (Ahmedinejad und seine Fanatiker unterdrücken das Volk, Saddam herrscht(e) mit eiserner Hand über den Irakern,…) muss man ihn nicht als gegeben hinnehmen. Wenn du sagst, im mittleren Osten ließe sich niemals so etwas wie Demokratie etablieren, dann gibst du einerseits den elitären Minderheiten und ihren Repressionsmethoden (indirekt) Recht und sprichst zudem den dort lebenden Menschen die Fähigkeit auf politischen Fortschritt ab.

    Auch die Türkei wurde als Osmanisches Reich ähnlich geführt wie viele der Staaten die sie umgeben, und in denen es teilweise religiös-fanatisch zugeht. Trotzdem konnten die Türken in der Ära Atatürk den Grundstein dafür legen, dass sie heute zwar immer noch ein mehrheitlich muslimisches, dennoch aber demokratisches Land sind. Sicherlich sind sie in einigen Fragen noch deutlich vom “Westniveau” entfernt, grundsätzlich musst du aber dort weder wegen deiner Religion, deiner Nationalität/Ethnizität (sieht man von der Kurdenproblematik ab) oder noch wegen einer den Regierenden widersprechenden politischen Meinung um dein Leben fürchten. Warum sollten diesen Schritt die anderen Staaten dort früher oder später nicht auch schaffen?

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    !!! | 28. February 2007 | 17:17
    gimli999 sagt:

    danke georg – du hast mir eine menge Tipparbeit erspart!

    Erstaunlich wie ähnlich sich die Argumente vom Tom und dem Ludwig sind. Wenn Ludwig uns erklärt, daß die “Araber mit eiserner hand geführt werden müssen” und die “Kurden schon in der Türkei Probleme gemacht haben”, erklärt er uns damit, wieviel besser wir Europäer (genauer wir Österreicher (genauer wir Waldviertler (genauer das BZÖ im Waldviertel (genauer Ludwig P))))) sind als diese minderwertigen Araber und Kurden. Wir sollten die sich in Ruhe selbst bekämpfen lassen und nur eine Mauer (rund um Kärnten?) errichten um die Deppen draussenzuhalten.

    Der Tom dagegen argumentiert ähnlich überheblich und geringschätzig den BZÖ Anhängern gegenüber. Wir sollten die sich in Ruhe selbst bekämpfen lassen und nur eine Mauer (rund um Kärnten?) errichten um die Deppen drinnenzuhalten.

    (Daß der Tom recht hat und der Ludwig nicht – tut dabei IMO nichts zur Sache.)

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    !!! | 5. March 2007 | 11:45
    Tom Schaffer sagt:

    wo siehst du da eine ähnlichkeit?

    dass ich keine lust habe menschenfeindlichen rechtspopulisten noch in jeder debatte die große differenzierung zuzugestehen (wobei ich mich eigentlich schon sachlich mit seinem schwachsinn auseinandergesetzt habe) ist doch was völlig anderes, als wenn er von der faschistischen notwendigkeit im arabischen raum, rassistischen vorurteilen und hetzparolen sowie von legitimiertem völkermord spricht.

    und wenn ich recht habe und er nicht, dann macht das imo schon auch noch einen riesigen unterschied. ich wüsste nicht, warum ich gegenüber derartigen aussagen nicht die volle breitseite geringschätzigkeit fahren sollte. ich bin nicht hier um idioten mit samthandschuhen anzufassen und um dummheit als legitime meinung stehenzulassen.

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    5. March 2007 | 12:35
    gimli999 sagt:

    dem stimme ich völlig zu!

    Mein Punkt war, daß ihr euch jeweils besser als die jeweilige Vergleichsgruppe seht was euch zu abschätzigen Kommentaren verleitet.

    Daß du eindeutig besser argumentierst und du zu 100% im Recht bist, ändert nichts daran, daß es parallelen im Verhalten gibt.

    Oder nochmal anders gesagt, der Ludwig ist dir menschlich, politisch und argumentativ so weit unterlegen, wie er sich “den Arabern” gegenüber fühlt.

    Für die Geduld, die du unserem tschechischen Freund gegenüber schon an den Tag gelegt hast, kann ich dich jedenfalls nur bewundern ; )

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    !!! | 5. March 2007 | 13:08
    Tom Schaffer sagt:

    dann verbitte ich mir aber den vergleich, dass ich wie er argumentieren würde. ;)

    denn während seine gefühlte überlegenheit auf schlimmsten vorurteilen und moralisch verwerflichsten einstellungen basiert, fühle ich mich lediglich genau diesen tatsächlich geäußerten inhalten überlegen und grenze mich davon ab. das hat mit seiner person oder zugehörigkeit zu einer gruppe aber nichts zu tun.

    auch wenn er sich nicht als bzöler geoutet hätte, würde ich seine aussagen auf diese weise attackieren, weil sie einfach unerträglich SIND. das muss man auch sagen können ohne als überheblich gekennzeichnet zu werden.

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    5. March 2007 | 13:29

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