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Links neu definieren

Lustig, schon seit einiger Zeit hege ich den Plan, mich an einer neuen Definition der politischen Kategorie “links” zu versuchen. Eine, die darstellt, was ich darunter verstehe. Dann kam gestern im ORF das Kreuz & Quer-Spezial, in dem recht interessant darüber diksutiert wurde, was denn nun eigentlich mit dem ganzen Links-Rechts-Kram ist. Und dann kommt mir heute in einer Forendebatte über die Unterschiede zwischen USA und Sowjetunion das hier unter:

Worin sich beide Seiten aber gravierend unterscheiden (und das fällt auf linker Seite bisweilen unter den Tisch)…


Kurios ist: Nicht die USA als liberale Vorzeigedemokratie ist damit gemeint, wenn der Autor dieses Zitats davon spricht, dass die Linken etwas übersehen. Das totalitäre Regime der Sowjetunion gilt hier als links.

Und das steht schon mal auf direktem Konfrontationskurs mit dem, was ich mit dem Begriff verbinde. Ein Linker muss für mich Demokrat sein (oder theoretischer Kommunist, der einsieht, dass das in der Realität nicht funktioniert). Wobei das Dasein als Demokrat allein noch nicht zum Linken macht. Fest steht aber, niemals darf er Diktaturen auf seine Seite lassen. Denn nur in Demokratien sind zentrale linke Werte wie die Menschenrechte erreichbar.

Bevor ich mich an die Definition wage, hätte ich gern etwas Feedback. Was ist links für euch, was rechts? Ignoriert das enge Bild, das diese Begriffe eigentlich meinen. Machen wir einfach ein Schlagwort-Brainstorming und wandeln sie in Sammelbegriffe um. Oder würdet ihr Ideologien heute völlig neu benennen? Wenn ja, wie?

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| 28. February 2007

3 Reaktionen bisher

    Patrick Weiner sagt:

    Ich find das Links-Rechts Gerede ziemlich unnötig.
    Das Ganze ist wohl entstanden um sich klarer von den anderen Parteien zu distanzieren. Vielleicht hat es früher Sinn gemacht, jetzt jedenfalls nicht mehr.

    Ich meine wer definiert was links oder rechts ist. Das Beispiel von dir mit der Sowjetunion und der USA, für die einen ist es klar dass die Sowjetunion links war und die USA rechts. Für dich ist es eher (jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt) eine Differenz zwischen gut und böse, also was dir gefällt ist links und was schlecht ist ist rechts.

    Aber wer von euch hat jetzt recht? Es gibt wohl niemanden der das klar objektiv sagen kann, einfach weils keine wirkliche Definition von links oder rechts gibt.

    Wenn ich eine Idee der FPÖ und eine Idee der Grünen gut finde, was bin ich dann? Wahrscheinlich in der Mitte, also irgendwo zwischen SPÖ und ÖVP, aber wenn ich die Ideen beider Parteien schlecht finde, was bin ich dann? Links oder Rechts? Klar sagen kann man das sicher nicht, darum ist diese Aufteilung in meinen Augen Schwachsinn.

    Die Parteien bekriegen sich untereinander teilweise ziemlich sinnlos, wenn die Grünen einen sinnvollen Vorschlag machen, klopfen die BZÖ und FPÖ meistens drauf ohne dass es um den Vorschlag geht und umgekehrt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Also ich für meinen Teil versuche mir das Links-Rechts denken abzugewöhnen, auch wenns schwer fällt, weil ich doch damit aufgewachsen bin und z.B. so Wörter wie Rechtsextremer verwende usw.

    Ich hoff ich hab jetzt nicht zuviel Blödsinn geschrieben ;)

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    !!! | 1. March 2007 | 11:17
    Tom Schaffer sagt:

    des is schon alles klar, drum versuch ichs ja auch sinnvoll für mich neu zu definieren ;)

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    1. March 2007 | 13:27
    gimli999 sagt:

    Für mich ist LINKS sehr nahe mit Sozialismus verknüpft.

    Demokratisch
    Alle Macht geht vom Volk aus (Was auch deinem Beispiel USA vs UdSSR entgegenkommt).

    Soziale Verteilung
    Der geschaffene Reichtum geht in den Besitz des Volkes über.

    Mit einem klaren Marxistischen “wer nichts arbeitet soll auch nicht essen!”
    (was unsere jetztige Regierung eigentlich zu erzlinken macht) (ich wollte hier einen smiley, konnte mich aber nicht zwischen lachen und weinen entscheiden).

    Weltoffen
    Die Ideale sollten natürlich Weltweit gelten und nationale Grenzen möglichst abgebaut werden.

    —–

    RECHTS ist für mich stark mit Faschismus verbunden
    also
    Entscheidungen von oben – idealerweise von einem starken Führer wie Schüssel.
    Für mich stark mit Zentralismus gekoppelt.

    Xenophobie als Abgrenzung und Erklärung, warum es uns besser/schlechter als anderen geht.

    Elitenbildung durch Kapitalismus. d.H. einer kleinen Schicht geht es ausgezeichnet, der Rest der Bevölkerung sollte möglichst knapp gehalten werden um sie schwach und willfährig (schreibt man das so?) zu halten.

    Konservativ
    Erhaltung einer gemeinsamen Kultur, auch wieder zur Stärkung und legitimation nach aussen.

    Vorteil ist jedenfalls ein starker innerer Zusammenhalt der Nation (“Jetzt erst Recht!” “Sanktionen gegen Österreich”).

    —–

    Die Grenzen verschwimmen IMO hauptsächlich wegen dem Druck, möglichst populistisch aufzutreten um Wahlen zu gewinnen. Dem Verlust einer gemeinsamen Vision der Politiker und Wähler und natürlich auch einem gewissen Realismus.

    IMO ist die ÖVP wegen ihrer gelebten Politik weiter rechts anzusiedeln, als die FPÖ. Die ÖVP war in den letzten Jahren sicherlich mehr eine Führerpartei die genau weiss, was die einzelnen Leute mit ihrem Leben anfangen sollten. Ein Arbeiterkind passt ja auch viel besser in die Fabrik!

    Die SPÖ hat IMO ihre eigenen (linken) Ziele am stärksten von allen Parteien aus den Augen verloren – auch schon lange vor der aktuellen Regierung.

    FPÖ/BZÖ halte ich für rein populistische Konstrukte ohne eigene politische Ausrichtung. Wenn die also was Rechtes von sich geben, ist das nichts anderes als ein Spiegel für die Bevölkerung.

    Die Grünen sind schwer an Taten zu messen.

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    !!! | 5. March 2007 | 11:07

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