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Die Klima-Rettung: Bleib’ zu Hause, Österreich!

Jetzt ist es also tatsächlich so weit: Nachdem im Zuge der Debatte um die Reduzierung von CO2 – Emissionen bereits in Deutschland die Menschen dazu aufgefordert wurden, im Inland zu urlauben, um den Flugverkehr zu reduzieren und damit die Umwelt zu schonen, bittet nun auch Umweltminister Josef Pröll: Bleibt zu Hause, liebe Österreicher! Im Sinne der Umwelt!

In der heimischen Wirtschaft gibt es großes Potential, Energie und Emissionen einzusparen. Nur ist leider genau wie in allen anderen Ländern keinerlei Wille der Wirtschaft zu erkennen, in manchen Bereichen in den sauren Apfel zu beißen und in die Zukunft zu denken. Der Politik sind aufgrund von wirtschaftlichen Abhängigkeiten die Hände gebunden. Den guten Freunden von der Autoindustrie steigt man natürlich nur äußerst ungern auf die Finger. Da verzichtet man lieber auf die Forderung nach umweltfreundlicheren Autos, bevor man sich den Unmut der Industrie zuzieht. EU-Industriekommissar Verheugen ist das beste Beispiel für einen Politiker, der alles tut, um ja die einflussreichen Lobbyisten und Konzern-Zampanos nicht zu vergraulen. Verheugen bezeichnet sämtliche kritische Meldungen zu den Themen „globale Erwärmung“ und „Energiepolitik“ grundsätzlich als Klimahysterie und gilt damit für das Gros der Politiker als beispielhaft. (An dieser Stelle könnte man freilich noch unzählige andere Beispiele für Potentiale zur Emissions-Reduktion und Einsparung von Energie in den verschiedensten Bereichen nennen.)

„Ich will wachrütteln mit dieser Aussage“, rechtfertigt Pröll seine Aufforderung an die österreichische Bevölkerung, Urlaubsfernziele zu meiden. Er vermittelt die rettende Botschaft, dass der einfache Bürger, der das ganze Jahr lang fleißig hackelt, um sich ein Mal im Jahr eine Auszeit im sonnigen Süden gönnen zu können, die Welt vor der klimatischen Apokalypse bewahren wird, wenn er nicht in den Urlaubsflieger steigt, sondern stattdessen fünf Stunden mit dem fünfzehn Jahre alten Auto, das noch nicht einmal einen Katalysator hat, in ein österreichisches „Erholungsdomizil“ koffert. Wir sollten dem Beppi wirklich dankbar sein für seine retterischen Bemühungen, uns die Augen zu öffnen! Loben und huldigen sollten wir ihn!

Im Ernst: Die Wahrheit ist, dass Pröll mit seinem „Salzkammergut statt Seychellen“-Sager nichts anderes erreicht, als aufzuzeigen, dass Österreichs Energiepolitik vor Scheinheiligkeit und Hilflosigkeit nur so strotzt. Anstatt dort anzusetzen, wo das Erwärmungsproblem Wurzeln schlägt, lässt sich die Politik lieber zu absolut unnötigen Ansagen hinreißen, die bei allem Überfluss auch noch die persönliche Freiheit des Einzelnen in Frage stellen. Nicht die Business-Flüge sollen reduziert werden, denn das würde ja wieder die Geldgeber vergraulen. Nein, der einfache Urlauber soll zu allererst dran glauben – weil er am wenigsten zu melden hat.

Pröll und Konsorten sollten sich besser voll und ganz darauf konzentrieren, ein sinnvolles Maßnahmenpaket zu schnüren, das tatsächlich nachhaltig einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

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| 5. March 2007

Eine Reaktion bisher

    anonymous sagt:

    Müssen wir tatsächlich auf den Flugverkehr verzichten? Nicht, wenn die Luftfahrt in ein paar Jahren dann so aussieht:

    Was wir heutzutage haben

    Was wir eigentlich haben sollten

    gefunden auf:

    http://disclosureproject.blog.de

    Like! Thumb up 0

    !!! | 5. March 2007 | 18:54

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