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Einige Haltungen der Kirche gehören in die Mottenkiste

Ich werde mich im Zuge dieses Beitrags zügeln müssen, um nicht allzu arg abzuschweifen und mein Schreiben in eine lange Brandrede gegen die Missstände in der römisch-katholischen Kirche ausarten zu lassen. Papst Benedikts Aussagen im Zuge der kontroversiellen Debatte in Italien, wo Kirche, Regierung und Opposition über ein Gesetz streiten, das längerfristig die standesamtliche Eintragung faktischer hetero- oder homosexueller Partnerschaften ermöglichen soll, kann ich allerdings nicht unkommentiert lassen.

Die römisch-katholische Kirche hat zweifelsfrei kluge Köpfe vorzuweisen. Das Problem besteht darin, dass Intelligenz und Bildung nicht vor bescheuerten Aussagen schützen, wenn man ein Leben lang in einer spirituellen Traumwelt gefangen ist und damit an der beinharten Realität und den tatsächlichen Bedürfnissen und Lebensbedingungen der Menschen vorbeilebt. Das beste Beispiel hierfür stellt Seine erlauchte Exzellenz höchstpersönlich dar: Absolut weisen Feststellungen folgen bei Papst Benedikt in entscheidenden Fragen oftmals Aussagen, die nichts anderes als dumm und kontraproduktiv sind.

Die „Wahrheit der unauflöslichen Ehe zwischen Mann und Frau“ sei auf strengste Weise zu verteidigen, ist Ratzinger überzeugt – und beweist damit, dass er als oberster Würdenträger der römisch-katholischen Kirche allem Anschein nach nicht seinen Prinzipien treu bleibt. Im Jahre 1972, damals noch ein „einfacher Theologe“, zeigte sich Benedikt nämlich bereits wesentlich fortschrittlicher und aufgeschlossener, als er sinngemäß verlautbaren ließ, dass eine zweite Eheschließung (vor Gott) gerechtfertigt sei, wenn die erste Ehe irreparabel und die Scheidung in beiderseitigem Interesse sei. Nunmehr hat der Papst allerdings leider die radikal-vertrottelte Position der schwachsinnigen Ablehnung jedweder zweiten Möglichkeit zur Eheschließung angenommen. Der Papst spricht sich auch gegen die Duldung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen und damit gegen rechtliche Gleichheit für Homosexuelle aus.

Die Positionen des Vatikans in den Fragen Ehe, Familie und Sexualität sind obsolet. Trotz allem wundert man sich noch immer darüber, dass es viele Menschen gibt, die der Kirche den Rücken zuwenden, obwohl sie durchaus nach christlichen Grundsätzen leben. Die Wertvorstellungen, die durch die Kirche vertreten werden sollten, sind absolut umsetzungswürdig; unsere Gesellschaft könnte sich glücklich schätzen, wenn beispielsweise ein wenig mehr Nächstenliebe praktiziert würde. Solange die Institution Kirche nicht ausgemodert, entmottet und gründlich entrümpelt wird, werden Benedikt & Co. weiterhin vielen realitätsbezogenen Menschen die Erkenntnismöglichkeit verwehren, dass sich Glaube und die harte Realität vielleicht doch nicht grundsätzlich ausschließen.

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| 8. March 2007

2 Reaktionen bisher

    weltbeobachterin sagt:

    ich möchte noch ergänzen, dass sie wieder die lateinische Messe, wo eh keiner versteht wieder einführen möchte! Also ich würde deswegen nicht vermehrt oder begeisterter in die Kirche gehen!

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    !!! | 8. March 2007 | 19:49

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