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Der Papst und das Internet
Ich möchte unsere werte Leserschaft ja wirklich nicht mit meiner ambivalenten Haltung gegenüber so mancher Aussage unseres Papstes nerven oder gar vergraulen. Da unser Benedikt derzeit aber wieder einmal gar so produktiv vor den großen Gefahren der Menschheit warnt, sei es mir gestattet, noch einmal meinen kirchlichen Senf abzugeben.
Gestern war es noch die Notwendigkeit der bedingungslosen Erhaltung des katholischen Familienbildes und der steinalten Vision der unscheidbaren Ehe, die Ratzinger einforderte; heute sind es die Medien und insbesondere das böse Internet, wovor Seine Obrigkeit warnt. Die Jugendlichen sollten sich vor „destruktiven Einflüssen“ in Acht nehmen, meint er. Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Es stellt schließlich kein Geheimnis dar, dass sowohl das Medium TV als auch das Internet dann problematisch sind, wenn keine entsprechende Sicherheit für Minderjährige vor nicht altersgemäßen Inhalten gegeben ist.
Trotz allem ist die Warnung des Papstes heuchlerisch. Wenn er als Repräsentant der römisch-katholischen Kirche schon als Schutzpatron der Menschheit auftreten muss, dann soll er die jungen Menschen doch auch gleich ein für allemal darüber aufklären, welche Gefahren von einigen veralteten und dementsprechend gefährlichen Haltungen des Vatikans ausgehen. Auch wenn ich’s gestern schon mal erwähnt habe, muss ich es wieder tun: Die kirchliche Einstellung zu den Themen Sexualität, Ehe und Familie muss dringend überdacht und dem realen Leben angepasst werden.
Der immer noch eminente Einfluss der Institution Kirche resultiert in einer großen Verantwortung der geistlichen Würdenträger. Sich auf obsolete Standpunkte zu versteifen und an der Realität vorbeizureden, behindert die Menschen jedoch definitiv mehr, als es ihnen hilft und schießt damit am Ziel vorbei. Insofern ist es ja schon einmal ein Fortschritt, dass die päpstlichen Berater unseren Benedikt mittlerweile darauf aufmerksam gemacht haben, dass es so etwas wie das Internet überhaupt gibt. Denn ich bezweifle doch stark, dass Herr Ratzinger selbstständig die Existenz des World Wide Web entdeckt hat.
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Eine Reaktion bisher
Ein Hohn ist Wohl, dass der Papst die Verbreitung von Wissen durch die Massenmedien gelobt hat. Durch die Kirche ist so viel Wissen vernichtet worden (bzw wird noch immer weggesperrt), wie sonst wohl von niemanden. Wenn der Kirche an der Verbreitung von Wissen für die Allgemeinheit so viel gelegen ist, möge sie doch ihre Bibliotheken für die Wissenschaft öffnen…
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!!! | 9. March 2007 | 19:54
Jetzt sag doch was!