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Steirisches Kasperltheater
Angesichts des großkoalitionären Klimas in der Steiermark muten die Befindlichkeitsstürme der Regierungspartner auf Bundesebene manchmal wie ein kühles Lüftlein an. Die Polit-Show, die die kernöligen Politiker abziehen, ist nämlich wirklich ganz große Klasse. Da können sich sogar Gusi, Molterer & Co. noch einiges abschauen…
Nach der bitteren VP-Schlappe bei den Landtagswahlen 2005, die der SPÖ einen überraschenden Sieg bescherte und einen Führungswechsel in der traditionell tiefschwarzen Steiermark herbeiführte, waren Positionskämpfe und Sticheleien zwischen den Großparteien vorprogrammiert. Was SPÖ und ÖVP seitdem in der Steiermark aufführen, geht aber auf keine Kuhhaut mehr. Gestern fand die vergiftete Stimmung ihren aktuellen Höhepunkt, als Landeshauptmann Franz Voves mit Neuwahlen drohte, nachdem ihm der steirische VP-Klubobmann Drexler seine Führungskompetenz abgesprochen und Unprofessionalität vorgeworfen hatte.
Dass Voves, Schützenhöfer, Drexler und Konsorten ganz offenbar Kasperln sind, die sich aufspielen wollen, indem sie ihre hohen politischen Ämter im Polit-Schaukampf in den Ring werfen, wird daran offensichtlich, dass nach dem heutigen Vieraugengespräch zwischen den beiden Landesparteichefs schon wieder versöhnliche Töne angeschlagen werden. Voves’ Neuwahlandrohung ist damit (fürs Erste) vom Tisch. Aber das ist wohl eh besser so. Denn Neuwahlen kosten bekanntermaßen Geld; und dass aufgrund einer neuerlichen Wählerbefragung urplötzlich Vernunft und Seriosität in die (steirische) Politik einkehren würden, glaubt dann wohl nicht einmal mehr der größte Naivling.
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