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Elsner und die Atomic-Pleite

So, so: Martin Graf, Vorsitzender des Banken-U-Ausschusses, wagt es doch tatsächlich, der Bawag Mitschuld am Konkurs des österreichischen Skiherstellers Atomic in die Schuhe zu schieben. Eine unerhörte Frechheit ist das, jawohl! Bösartige Unterstellung. Unhaltbare Mutmaßung. Wie hätte es so was denn bitte unter Helmut Elsners harter, aber gesetzmäßig immer lupenreiner Führung geben sollen?!!

Aber genug der zynischen Blödelei. Schließlich gibt es stichhaltige Hinweise darauf, dass die Bawag trotz einer bevorstehenden Einigung zu einer (österreichischen) Lösung der wirtschaftlichen Probleme von Atomic abseits eines Konkursverfahrens urplötzlich die Schoten dicht machte und das Unternehmen damit 1994 unnötigerweise in den Konkurs sowie in die Hände eines ausländischen Käufers trieb. Und das, obwohl vieles darauf hinweist, dass sich Atomic immer im bewilligten Kreditrahmen bewegte und lediglich eine Eigenkapital-Spritze benötigt hätte, um sich wirtschaftlich zu behaupten: Die Zukunftsprognose war jedenfalls nicht so schlecht, wie sie von der Bawag dargestellt wurde.

Verwunderung ruft das Bawag’sche Vorgehen freilich nicht hervor: Unter Elsner war es gang und gäbe, dass Entscheidungen auf der Basis eigensinniger Dafürhaltungen getroffen wurden. Wer keine freundschaftliche Packler-Beziehung zu Elsner vorzuweisen hatte, musste wohl immer in der Angst leben, von der Bank wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen zu werden. Atomic-Gründer Rohrmoser hatte es sich mit einigen Großkopferten bei der ehemaligen Gewerkschaftsbank wohl verscherzt. Daraufhin wurden ihm strafrechtlich und seinem Unternehmen wirtschaftlich die Leviten gelesen.

Besonders augenscheinlich wird das zweifelhafte Forcieren des Atomic-Konkurses angesichts der aufopfernden Rettungsaktion der Bawag für die Schuhhandelskette Stiefelkönig. Nachdem Elsner Stiefelkönig zunächst als Firmenkunde rekrutierte, zog er in der Folge alle Register, als das Unternehmen in gröbste wirtschaftliche Turbulenzen kam: Nach regelmäßigem Aufpäppeln durch die Millionen-Spritze Elsners wurde Stiefelkönig schlussendlich sogar zur Bawag-Tochter gemacht – und das, obwohl Kreditexperten Stiefelkönig schon lange die Kreditwürdigkeit abgesprochen hatten. Die Begründung ist simpel: Elsner hegt eine freundschaftliche Beziehung zum Sohn des Stiefelkönig-Gründers. Und Freunde lässt man halt nicht im Stich. Im Gegensatz zu undankbaren Firmenkunden. Gell, Helmut?

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| 21. March 2007

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