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Rassismus ist Alltag

Seit 2000 bringt die Organisation ZARA einen Rassismusreport (PDF-Download) für Österreich heraus, in dem alle ihr bekannten Fälle dokumentiert werden. Darin sind Fälle von rassistischer Staatsgewalt bis hin zu dementsprechenden Beschmierungen von Wänden eine ganze breite Palette enthalten. Waren es im ersten Bericht noch weniger als 200, so hat ZARA 2006 über 1500 Vorfälle aufgezeichnet – und viele tausend werden wohl unbemerkt geblieben sein (man denke allein an die schrecklichen Wortmeldungen in den Internetforen von ORF oder Standard).

Dabei betonen die Organisatoren, dass das nicht unbedingt ein Indiz für einen Anstieg des Rassismus in Österreich sein muss. Vielmehr scheint sich innerhalb der Gesellschaft langsam die Unzufriedenheit mit dieser ewiggestrigen “Tradition” breit zu machen. Positiv gesehen könnte man also sagen, die Sensibilität der Menschen gegenüber Delikten werde größer. Bei realistischer Betrachtung muss man aber festhalten, dass tausende Vorfälle pro Jahr nur zeigen, dass Rassismus in Österreich fast schon Volkssport ist – zumindest aber zum Alltag gehört.

Die EU (bzw. ihre in Wien ansäßige Agentur für Menschenrechte) hat derweilen 2007 zum “Jahr der Chancengleichheit für alle” erklärt und eine Verstärkung der Bemühungen der einzelnen Regierungen gegen Rassismus gefordert. Denn nicht nur in Österreich sondern in ganz Europa scheinen Menschen mit schwer beeinträchtigter Intelligenz immer noch stark vertreten zu sein. Agentur-Direktorin Beate Winkler gegenüber dem Standard:

“Das europäische Projekt wurde auf Frieden und Versöhnung aufgebaut, aber auch unter dem Eindruck des dunkelsten Kapitels von Rassismus, der Shoah und des Massenmordes an den Roma in den Todeslagern der Nazis. Wir sollten an diese Botschaft in 50 Jahren nicht mehr erinnern müssen.”

Wie aber sieht die Realität aus? Heute ist der internationale Tag zur Eliminierung von Rassismus, und in Österreich bekommt man davon so gut wie nichts mit. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Grünen ein mangelndes Problembewusstsein bei der Regierung orten, und einen nationalen Aktionsplan fordern. Der ist längst überfällig.

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| 21. March 2007

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