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Iran: Ahmadinejad eingeknickt?
Der Iran entlässt die britischen Soldaten. Das Zustandekommen ist interessant. Nach einigen Tagen der Blockade haben wohl die gemäßigteren Kräfte in Teheran die Oberhand gewonnen und auch die weltweiten Reaktionen Wirkung gezeigt. Das stimmt zuversichtlich für die nahe Zukunft. Erstens kann die internationale Gemeinschaft ganz offensichtlich auch im Iran etwas bewirken, wenn sie nur entschlossen und geschlossen genug auftritt. Zweitens scheinen auch die Befürchtungen entkräftet, das iraner Regime sei nur mit blanker Gewalt zur Vernunft zu bringen.
Die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten laufen über Teheran. Es braucht nur wenige Anstrengungen des Irans, um den gesamten Aufwand der deutschen Kanzlerin Merkel im Streit zwischen Israel und den Palästinensern wieder zunichte zu machen. Andererseits würde mit einem verbündeten Iran manches sehr viel glatter über die Bühne gehen – auch im Irak, vielleicht auch in Afghanistan. Von einem partnerschaftlichen Verhältnis sind der Iran und die westliche Welt freilich noch weit entfernt. Zu fremd erscheint ein religiöser Fundamentalistenstaat, der auch die primitivste Propaganda nicht scheut, aber die jüngsten Geschehnisse, könnten einen Machtverlust der radikalen Falken und ein Aufkommen der Pragmatiker andeuten. Wie pragmatisch diese wiederum in anderen Fragen sind, lässt sich schwer sagen. Man wird sicher noch etwas warten müssen, um brauchbare Analysen der ganzen Angelegenheit abgeben zu können, doch es scheint, als wären die Hardliner im Iran zur Ordnung gerufen worden.
Der Atomkonflikt war nun einige Tage aus den Medien, wird aber bald wieder zurückkehren. Ein Sieg der Diplomatie muss hier angesichts der hochkomplexen Thematik weiterhin als schwierig gelten, ist aber nach den jüngsten Ereignisse wenigstens einen Tick wahrscheinlicher. Auch wenn mir in meiner Skepsis bereits die Idee kam, in Teheran könnte genau dieser Eindruck der Mäßigung bewusst vermittelt worden sein, um noch etwas mehr Zeit und Geduld herauszuschlagen. So oder so: Die Weltgesellschaft hat jetzt einen beispielgebenden Erfolg. Sie darf die diplomatische Härte nun nicht verringern, muss aber auch die Perspektive der Partnerschaft aufrecht erhalten. Vor allem aber gilt es geschlossener als bisher aufzutreten. Russland, China, USA und EU müssen am selben Strang ziehen.
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2 Reaktionen bisher
Die Deutungen der internationalen Presse und anscheinend auch iranischer Beobachter war wohl eine andere: Ahmedinejad verkaufte die Freilassung quasi als Geschenk, ließ sie sich offiziell artig bei sich bedanken und garnierte ihre “Übergabe” mit Seitenhieben auf Blair und Co. Ersterer wusste darauf in seiner Reaktion noch nichts wirklich passendes zu entgegnen. Angelich soll Ahmedinejad damit beim eigenen Volk gepunktet haben.
Soweit jedenfalls viele Pressekommentare. Die machen imo auch weitestgehend Sinn, denn auch ein religiös-radikaler Führer kommt ohne ein Mindestmaß an “herkömmlicher” Politik nicht aus. Unabhängig davon, dass die Kidnapping Aktion als Ganzes kein sonderlich positivies Bild der jetzigen iranischen Führung zeichnet, war dieses sogar relativ gelungen. Dass eine gemäßigte Gegenbewegung hinter der plötzlichen Wendung steckt, ist nicht auszuschließen, ich halte es als Hauptursache aber für sehr unwahrscheinlich.
Letztendlich sollte man mit einer Prognose über die politische Entwicklung der iranischen Offiziellen aber noch ein bis zwei Monate zuwarten, und sehen ob sie fleißig weiter zündeln oder nicht.
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!!! | 5. April 2007 | 01:33
ich hab mir nicht allzuviel durchgelesen (BBC, Die Zeit,…), aber da war man eher meiner ansicht. dass ahmadinejad das ins innere noch gut verkaufen konnte, mag schon sein, imo hat er aber machtpolitisch schwäche gezeigt – die uneinigkeit der iranischen führung (larijani hat zB gegenteiliges zu ahmadinejad in einem britschen fernsehinterview von sich gegeben) ist schon bemerkenswert gewesen…
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5. April 2007 | 10:08
Jetzt sag doch was!