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Brauchtum
Bräuche sind so eine Sache. Manche sind lustig, wenige sind schön, diverse sind seltsam, andere sind nervig, einige sind hirnverbrannt, alle sind Geschmackssache. Am Karsamstag gibt es sie alle.
Der Brauch der Osterratschen ist nervig. Ich bin kein religiöser Mensch, deshalb wünsche ich auch in aller früh von der Religion in Frieden gelassen zu werden.
Der Brauch der Osterweihe ist Geschmackssache. Manche finden ihn schön, ich find ihn sinnlos aber er betrifft mich nicht.
Der Brauch der Osterjause ist schön. Es gibt neben dem Weihnachtsessen nichts, was mich kulinarisch mehr erfreut. Vegetarier könnten ihn hirnverbrannt finden.
Der Brauch des Ostern-Fußballplatzbesuches ist lustig, weil Fußball in Österreich einfach Kasperltheater ist.
Der Brauch des Oster-Englische-Liga-Fußballsehens ist schön. Einfach weil es so ist.
Der Brauch der Osterfeuer ist lustig so lange er dauert (für mich dieses Jahr gar nicht) aber insgesamt nur nervig. Das kann ich sagen, weil ich vergessen hab mein Fenster zu schließen und jetzt die ganze Nacht eine ordentliche Rauchfahne genießen darf. Denn das ganze Tal stinkt, dass es eine Schande ist. Er ist außerdem auch ein bisschen hirnverbrannt, weil man ihn zumindest sehr viel schöner und lustiger aufziehen könnte, als es in den meisten Fällen getan wird.
(Und weil ich auch die Kärntner Osterbräuche kenne: Der Brauch des Osterböllerns ist hirnverbrannt und nervig zugleich.)
Welche Karsamstagsbräuche kennt und lebt ihr?
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7 Reaktionen bisher
Viel genervter von den Bräuchen selbst bin ich vom dauernden Auferstehungsgefasel … *brrrrrrr*
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!!! | 8. April 2007 | 08:51
dieser kelch geht an mir vorbei
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8. April 2007 | 11:43
Wie schaffst du das?
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!!! | 8. April 2007 | 11:54
ad “Der Brauch des Ostern-Fußballplatzbesuches ist lustig, weil Fußball in Österreich einfach Kasperltheater ist.”:
wo fußball kein kasperltheater ist: http://tinyurl.com/yvwmwu
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!!! | 8. April 2007 | 20:45
sorry, ich weiß du bist da engagierter fan, aber das theater ins salzburg is ein paradebeispiel: wirkt auf mich immer wie hoffnungslose traditionalisten gegen hoffnungslose ahnungslose.
die einen schauen lieber letztligaklubs zu als auf farben zu verzichten, die anderen gewinnen zwar eine bauernliga vor papp-publikum aber mehr auch nicht. eine win-win-situation
ich hab die perfekte mischung: oberliga zum zynischen amusement, england für fußball
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8. April 2007 | 23:29
naja, das ist das problem in der medialen berichterstattung, dass hierbei die causa so wie in deinem comment grad auf die farben reduziert wurde/wird. dass es dabei um mehr geht wie allgemein die tradition eines seit mehr als 70 jahre bestehenden vereins (RB: “es gibt keine geschichte, es gibt kein archiv”), die besondere bedeutung der vereinsfarben für den verein (wurden im gründungsjahr 1933 als unabhängiges politisches signal gewählt, da sie keiner politischen partei zugeordnet werden konnten) oder den grundsätzlichen widerstand gegen die fortschreitende kommerzialisierung des fußballs wird dabei leider oftmals ausgeklammert. dass wir nun gegen letztligaklubs spielen, muss man hinnehmen, dafür zeigt die perspektive aber auch nach oben, man ist teil von etwas einzigartigem und weiß dass man den ehrlichen weg geht, im gegensatz zu red bull oder bald auch dem fc kärnten, die sich lediglich oben eingekauft haben. weitere vorteile wie z.B. dass der zusammenhalt unter den fans größer als jemals zuvor in den bundesligazeiten ist (wer hätte beispielsweise vor ein paar jahren geglaubt dass sich fans selbst eine tribüne bauen?) oder dass man als fan im amateurfußball deutlich weniger repressionen als weiter oben hinnehmen muss, könnte ich leicht aufzählen.
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!!! | 9. April 2007 | 09:25
ich hab mich als fan noch nie unterdrückt gefühlt
na wie gesagt, das is eben ein konflikt zwischen modernisierung und tradition. aber während red bull sicher zu sehr der wert der tradition verachtet (ich hege da keine sympathie für die dosen, keine sorge, völliger diletantenhaufen
), seh ich bei euch auch nach deinen ausführungen (die waren mir schon bekannt) ziemlich genau das gegenteil. die zunehmende kommerzialisierung des profifussballs ist nunmal nicht aufzuhalten, wer das versucht muss eben in die letzen ligen.
ich hab ja ein wenig verständnis: würd einer liverpool kaufen und in einen grünen fc adidas umbenennen, wär ich auch sauer. hat ja sicher auch was romantisches, ein so eingeschweisstes fan-grüppchen zu sein und sich bisserl wie eine anti-kommerz-bastion zu fühlen, aber das geht dann eben nur in den untersten ligen – im unbedeutenden österreichischen rahmen vielleicht bis rauf zur landesliga. dannach zählt das geld zu viel, als dass es so ginge. und so kommt es, dass sowohl der violett-weisse anhang als auch red bull zu teilen recht haben, und nicht fähig waren sich in der mitte zu treffen
ich geh auf den fußballplatz um schönen fußball zu sehen (obwohl das in österreich natürlich eh zum scheitern verurteilt ist
), bei euch schauts so aus, als würdet ihr wegen der geschichte und den farben hingehen, nicht um neue höhen zu feiern.
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9. April 2007 | 11:06
Jetzt sag doch was!