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Kommentar zur Raketenschild-Kontroverse: Eine Empfehlung
Ein hervorragender Kommentar zur zweifelhaften Diskussionsmethodik im Zuge der Debatte um den amerikanischen Plan zur Stationierung eines Raketenabwehrschilds in Europa ist in der heutigen Ausgabe der FAZ zu lesen.
Einige EU-Mitgliedstaaten sollten sich die selbstkritische Frage stellen, ob sie nicht Putin nach dem Maul reden und der obsoleten Vorstellung des amerikanisch-russischen “Gleichgewichts des Schreckens” aus vergangenen Zeiten des Kalten Krieges anhängen, wenn sie argumentieren, dass die Amerikaner mit ein paar Anti-Raketen-Raketen in Europa das Rüstungsgleichgewicht gefährden würden.
Es ist zweifelsfrei legitim, konstruktive Einwände gegen das amerikanische Vorhaben einzubringen; vor allem das eigenmächtige Vorgehen der USA, die auf bilaterale Verhandlungen mit Polen und Tschechien pochen, ist sicherlich kritikwürdig. Die Debatte darf aber, wie der Autor des oben verlinkten Kommentars richtigerweise feststellt, nicht an der Frage vorbeigehen, die der Problematik in ihrem Ursprung zugrunde liegt: Welche Schritte muss die internationale Gemeinschaft, im Zusammenspiel aller wesentlichen Institutionen und Weltmächte, in Zukunft setzen, um einem Bedrohungsszenario durch Iran, Nordkorea oder anderen “Schurkenstaaten” entgegenzuwirken?
Wer sich diesem Gedankengang im Angesicht des durch Provokation, Kompromisslosigkeit und Konfrontationslust gekennzeichneten Gehabes des Iran entzieht, hat die letzten Tage, Wochen und Monate anscheinend verschlafen.
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