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Abtreibungsdebatte in Österreich
Dass Eva Glawischnigs Vorstoß bezüglich der Abtreibung auf Krankenschein auf reflexartigen Widerstand der üblichen Verdächtigen stoßen wird, war zu erwarten. Es ist vielleicht die ewige Krux der Grünen, dass sie sich bei schwierigen Themen einmischen und dort oft auch Unpopuläres sagen. Es spielt am Klavier der öffentlichen Meinung kaum eine Rolle, dass Glawischnig hier natürlich etwas Wahres anspricht und durchaus eine gute Lösung parat hat. Die komplexe Debatte ist in Österreichs Kleinkinder-Politik nicht gefragt, das schnell abgestaubte Kleingeld ist wichtiger. Und so brechen die konservativen Denkmuster in einflussreichen Institutionen voll durch.
Die FPÖ fordert den Rücktritt der Nationalratspräsidentin und ortet einen linksextremen Kurs der Grünen, weil die Partei ja nicht nur zeitgemäße Fragen aufgreift sonder zusätzlich noch eine Menschenrechtskämpferin als Volksanwältin vorschlagen wird. Das BZÖ hirscht da ganz schön hintennach. Die ÖVP ist wenig überraschend einfach nur dagegen: man müsse mehr in die Prävention ungewollter Schwangerschaften stecken, meint man dort (ebenso wie in der SPÖ). Keiner sagt natürlich wie. Und alle ignorieren, dass trotzdem noch Abtreibungen stattfinden werden. Die sind eine große Bürde und Last für jede/n Betroffene/n, was in diesem Land mit nutzlosen Schikane verknüpft wird.
Einige Bundesländer erlauben die Abtreibungen gar nicht, also müssen die psychisch oft angeschlagenen Menschen, meist junge Frauen, weite Wege zurücklegen. In anderen werden horrende Summen für den Eingriff verlangt, also setzt ein Abtreibungstourismus in andere Bundesländer ein. Und anderswo wird das über spezielle Kliniken gehandhabt, vor denen dann so gut wie immer radikale Wahnsinnige kampieren, die den Betroffenen mit aktionistisch bis bedrohlichen Mitteln noch den Rest geben. Den Handlungsbedarf übersehen hier nur Blinde – und die rechte Parteienlandschaft.
Aber die Zivilgesellschaft ist über weite Strecken nicht anders. Die Kirche… bedarf keiner Erklärung. Dass aber selbst Salzburger Ärzte konsequente Arbeitsverweigerung begehen, und ein Forum “für das Leben” gründen, ist bemerkenswert. Auf dessen Webseite findet man dann wirre Milchmädchenrechnungen, wonnach Österreich angeblich zwischen 30.000 und 80.000 Kinder pro Jahr verlieren würde. Da argumentiert man mit dem Pensionssystem, der Pflegedebatte, der demographischen Entwicklung, mit Moralkeule und Heiligkeit, aber nicht mit den Situationen, in denen sich die Betroffenen befinden. Und die österreichischen Medien? In der kleinen Zeitung vermutet im Leitartikel heute eine Dame, dass es eine “schleichende Gleichsetzung” zwischen Blinddarmoperation und Schwangerschaftsabbruch geben. (Übrigens: Während man Frau Bures zum Interview bittet und die bereits erwähnten Parteischimpfer zu Wort kommen lässt, fehlt eine Stellungnahme von Glawischnig völlig.)
Es ist, als würde man glauben, dass die Abtreibung eine Art Freizeitbeschäftigung geworden ist. Als würde eine “lebensbejahende Beratung”schon reichen, und alle Menschen wären überzeugt, fast etwas Dummes getan zu haben. Als würden Abtreibungen unüberlegt passieren. Als würden Menschen sich zum Poppen treffen, nicht verhüten wollen, sich dann mit einer Schwangerschaft konfrontiert sehen und dann kurz vor Kino und Popcorn noch schnell in einer Klinik das gehasste Ding entfernen um das Ganze dann in ein paar Wochen zu wiederholen. Gibt es solche Leute? Ich glaube es nicht, ich weiß es aber nicht. Es sind aber definitiv nicht mehr als eine handvoll in ganz Österreich, weshalb sich die breite Debatte nicht damit beschäftigen sollte. Diese schwachsinnigen Annahmen der Leichtigkeit des Abtreibens manifestieren sich in Vorurteilen, die in der öffentlichen Diskussion ans Tageslicht treten.
Natürlich sind Abtreibungen nicht schön. Das wissen und sagen alle. Ich kenne persönlich Fälle, und wünsche niemandem in eine Lage zu kommen, wo er diese schwierigen Entscheidungen treffen muss. Es wäre auch durchaus wünschenswert und angebracht, noch mehr Beratunsstellen vor allem am Land einzurichten, damit sich Frauen und Männer in den jeweiligen Situationen all ihrer Möglichkeiten bewusst sind. Was in der Debatte aber niemand brauchen kann, sind Menschen, die Betroffene der herzlosen Unmenschlichkeit bezichtigen, und sich in einer Art konservativ-katholischer Traumwelt von heiler Familie, immer perfekt machbarer Alleinerziehung oder unbegrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten vor der Wirklichkeit verschanzen.
Das Problem verschwindet nicht, nur weil man die Augen zumacht und direkt oder indirekt noch weiter auf die ohnehin schon unglücklichen Männer und Frauen eindrischt, die sich damit konfrontiert sehen. Nicht alle werden sich für das Kind entscheiden und entscheiden können. Es ist einmal mehr den Grünen zu verdanken, dass sie wenigstens versuchen, die Lage dieser Menschen zu thematisieren und auch zu verstehen – obwohl man damit keine Stimmen gewinnt.
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8 Reaktionen bisher
Und genau für solche Diskussionen habe ich die Grünen letztens gewählt, das gebe ich offen zu und bin verdammt noch einmal stolz darauf.
Die Abtreibungsgegner sind zumeist Menschen, die vom Thema keine Ahnung haben. Wie kann man bitte schön gegen Abtreitungsmöglichkeiten in modernen Kliniken sein, wenn man wüsste, dass Frauen ihre Kinder schon immer abgetrieben haben, und sie sowieso bei einem Verbot wieder zu alten Wegen wie mit der Stricknadel herumzustochern finden würden?
Fürchterich borniert, das Ganze.
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!!! | 13. April 2007 | 14:42
Big up fürs Posting! Es ist wirklich erstaunlich, mit welch blöden Begründungen etwa eine Abtreibung auf Krankenschein verhindert werden soll… “es handelt sich dabei ja nicht um eine Krankheit”… wie polemisch und blöd können manche Politiker nur argumentieren?
Natürlich ist eine Schwangerschaft keine Krankheit, aber viele andere Dinge, per Krankenschein, sind auch keine Krankheiten. Der Stress für eine Frau, die vor einer Abtreibung steht, muss ohnehin immens sein. Da könnte man wenigstens die monetäre Komponente entfernen.
Und das Ding mit den fehlenden Abtreibungsstellen, die einem “Abtreibungstourismus” erzeugen? Einfach eine Schande…
An dieser Stelle muss man, auch als Nicht-Grüner, den Grünen und vor allem NR-Präsidentin Eva Glawischnig Respekt zollen. Denn mit diesem Thema werden sie im konsevativen Österreich keine Wählerstimmen erhalten, fungieren jedoch als wichtiger Agenda-Setter.
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!!! | 13. April 2007 | 15:02
ähm, da habe ich vielleicht eine etwas andere Meinung wie ihr!
Ich finde ehrlich gesagt Evas Glawischnigs Forderung überzogen. Dazu steh ich. Es schießt einfach meiner Meinung nach übers Ziel hinaus.
Meine Begründung:Schwangerschaft ist keine Krankheit. Dem Vorschlag von Doris Bures (Pille auf Krankenschein) kann ich durchaus etwas abgewinnen und auch Kdolskys Kondomaktion!
Kinder kosten Geld!
Eine Invitrofertiliastion kostet Geld! (künstliche Befruchtung) Wieso soll dann eine Abtreibung gratis sein! Das leuchtet mir nicht ein!
Ein Verbot der Abtreibung kann ich mir aber erst recht nicht vorstellen, da es dann sicher illegal durchgeführt wird und das tödlich für Mutter und Kind enden kann.
Wo ich euch allerdings durchaus zustimme ist, dass die radikalen Abtreibungsgegner (ich betone radikal) wirklich die den Frauen, die sich für diesen Schritt entschieden haben aus welchem Grund auch immer (z.B. durch Vergewaltigung…) das Leben zur Hölle machen in dem sie als Mörderinnen gebrandmarkt werden. Das lehne ich dezidiert ab!
Eine Organisation wie die “Aktion Leben” finde ich gut. Sie wird aúch von der Kirche gestützt muss ich anmerken.
Hier wird zwar beraten, aber die Frau nicht in einer Richtung gedrängt. Sie entscheidet selber steht in den Leitlinie auf der Homepage.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus den FAQ
“Wie steht Aktion Leben zur Abtreibung?
Eines der wesentlichen Ziele von Aktion Leben ist, Schwangerschaftsabbrüche durch Präventivmaßnahmen und Erziehung zur Verantwortung zu vermeiden. Aufklärung und Impulse zur Sexualerziehung, die die Beziehungsfähigkeit und Persönlichkeit stärken, sind deshalb ein Schwerpunkt unserer Bildungsarbeit, um ungewollten Schwangerschaften vorzubeugen. Weitere positive Maßnahmen sind unser Beratungs- und Hilfsangebot. In unserem Maßnahmenkatalog (aus dem Jahr 2000) haben wir eine Liste mit Maßnahmen zur Vermeidung von Schwangerschaftsabbrüchen aufgezählt. Dazu gehören etwa die flächendeckende Versorgung mit einschlägigen Beratungsstellen, Werbung für diese Beratungsstellen, etc…
Aktion Leben ist der Meinung, dass Abtreibungen nur durch unterstützende bzw. vorbeugende Maßnahmen, nicht durch Strafandrohung vermieden werden können. Eine Verschärfung der strafrechtlichen Bestimmungen streben wir deshalb nicht an.”
Hier noch die Stellungsnahme zum Thema Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein:
http://www.aktionleben.at/press/20070412_aussendung.html
lg Weltbeobachterin
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!!! | 13. April 2007 | 16:20
“Meine Begründung:Schwangerschaft ist keine Krankheit. ” – und weiter? eine abtreibung ist ein gravierender psychologischer und gesundheitlicher eingriff. es ist alles dafür zu tun, dass das unter den besten umständen stattfinden kann. dass der krankenschein nicht gesundheitsschein heißt, is da weniger relevant
“Hier wird zwar beraten, aber die Frau nicht in einer Richtung gedrängt.” – eine aktion die dezidiert dafür da ist, frauen von der abtreibung abzubringen? ich mein, ist in der form von unterstützung und aufklärung eh alles andere als verwerflich, aber natürlich drängen die in eine richtung…
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13. April 2007 | 18:05
Hi!
Ich sehe da trotzdem die Abtreibung als schwierigen Eingriff, der mit Risiko verbunden ist! Ich finde es allerdings besser unter ärztlicher Aufsicht als ein Gemurkse wie bei einem Verbot. Aber vielleicht entscheiden sich manche nur wegen den Kosten dafür. Da es doch teurer kommt ein Kind bis zur Volljährigkeit zu versorgen aber durch Geldnot dazugezwungen werden abzutreiben, weil sie in die Armutsfalle schlittern oder der Mann zwingt sie. Aber man kann doch Kinder auch bei einer Babyklappe abgeben ohne Kosten. Und viele Kinderlose wünschen sich Kinder! Da wäre beiden geholfen.
Die Frau Glawischnig hat das zwar nicht angesprochen, aber was ist dann, die vorgeburtliche Aussiebung ob das Kind lebt oder nicht!
Was ich noch sehr zynisch finde, ist die vorgeburtliche Selektion ah das Kind ist zu 50% gefährdet mongolid zu werden. Am besten ist es, eleminieren wir es, dieses Risiko wollen wir nicht eingehen!
Hier aus neutraler Quelle die Risiken!
Quelle: http://www.netdoktor.de/sex_partnerschaft/fakta/schwangerschaftsabbruch.htm
Methoden des Schwangerschaftsabbruchs
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden die meisten (79 Prozent) Schwangerschaftsabbrüche mit der Absaugmethode durchgeführt. Der Anteil der Abbrüche mit dem Mittel Mifegyne lag bei 8 Prozent.
Absaugen/Ausschabung
Der Muttermund wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose vorsichtig gedehnt. Der Arzt schiebt ein dünnes Röhrchen in die Gebärmutter, das mit einer Saugpumpe verbunden ist. In vielen Fällen folgt anschließend eine Ausschabung der Gebärmutter (Kürettage), um Gewebereste vollständig zu entfernen. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten. Anschließend wird ein Mittel injiziert, das die Gebärmutter wieder zusammenzieht, die Blutung stillt und Infektionen vorbeugt. Die meisten Frauen können nach einer Stunde wieder nach Hause gehen.
Mifegyne (RU 486)
Die Abtreibungspille Mifegyne wird als Alternative zu den chirurgischen Eingriffen betrachtet. Der Wirkstoff Mifepriston bewirkt, dass die in der Gebärmutter eingenistete Eizelle abgestoßen wird. Sie ist bis zum 49. Schwangerschaftstag wirksam. Seit Juli 1999 ist das Mittel auch in Deutschland zugelassen. Es darf nur unter strenger ärztlicher Kontrolle in dafür zugelassenen Kliniken oder Arztpraxen angewendet werden.
Prostaglandine
Prostaglandine werden eingesetzt, wenn die Schwangerschaft auf Grund von Fehlbildungen des Embryos nach der 12. Schwangerschaftswoche beendet werden soll. Die Hormone lösen eine Fehlgeburt aus, indem sie den Gebärmutterhals erweichen und die Gebärmutter veranlassen, sich zusammenzuziehen. Der Eingriff wird stationär durchgeführt. Er kann ein bis zwei Tage dauern, da Prostaglandine nur sehr langsam wirken.
Welche Komplikationen können auftreten?
Die Gefahren eines chirurgischen Schwangerschaftsabbruchs sind nicht zu unterschätzen. Folgende Komplikationen können auftreten:
Verletzungen des Gebärmutterhalses, Risiko für spätere Fehl- und Frühgeburten.
Blutungen der Gebärmutter bei komplizierteren Eingriffen.
Durchstoßung von Gebärmutter und -hals, evtl. vollständige Entfernung der Gebärmutter erforderlich.
Aufsteigende Infektionen mit Vernarbung der Eileiter:erhöhte Gefahr von Eileiterschwangerschaften bzw. Sterilität.
Schädigung der Gebärmutterschleimhaut: nachfolgende Störungen der Ei-Einnistung, narbige Verwachsungen des Gebärmutterinneren, teilweiser oder totaler Verschluss möglich.
Was passiert nach einem Schwangerschaftsabbruch?
Frauen sollten in jedem Fall auf ein sicheres Verhütungsmittel zurückgreifen. Verlief der Eingriff komplikationslos, können Frauen danach auch wieder ganz normal schwanger werden.
Bei einigen Frauen treten allerdings nach dem Schwangerschaftsabbruch seelische Probleme auf. Vor allem, wenn der Schwangerschaftsabbruch auf Druck von außen bzw. nicht auf eigenen Wunsch stattfand oder sich Frauen bezüglich ihres Kinderwunsches nicht ganz sicher sind. Scheuen Sie nicht, sich helfen zu lassen. Fragen Sie Ihren Frauenarzt, der Ihnen auch Anschriften für eine psychologische Beratung vermitteln kann.
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!!! | 13. April 2007 | 19:39
Traurig, wie wenig Menschenleben zählen! Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Gründe für eine Abtreibung: 1. Wenn Gefahr für Mutter/ Kind besteht; 2. Bei Vergewaltigungen.
Schlechte Familienplanung auf Kosten der Allgemeinheit finde ich nicht erstrebenswert. In den beiden genannten Fällen sollte man durchaus Ausnahmen machen, und eine leistbare Behandlung unter annehmbaren Umständen ermöglichen.
Wie auch immer, wir sollten besser darüber diskutieren, wie wir es jungen Menschen leichter machen, Kinder großzuziehen, und wie Mütter, Väter und Kinder wieder den Stellenwert in unserer Gesellschaft bekommen, den sie verdienen: nämlich den allerhöchsten!
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!!! | 13. April 2007 | 21:05
ich bin sicher kein “treibt ab so schnell es geht”-fanatiker. es geht hier aber nicht um eine moralische superheiligkeit, die den menschen den erhobenen zeigefinger entgegenstreckt, sondern darum, dass es in der wirklichkeit bei dieser sache extrem unsinnige missständen gibt.
nochmal: niemand treibt unüberlegt oder zum spaß ab. die leute haben ihre gründe. diese gründe mag so mancher vielleicht nicht einsehen, aber deswegen kann man nicht hergehen und betroffene irgendwelchen schikanen aussetzen. es gibt einen ganzen haufen guter gründe, die meiner meinung nach eine abtreibung rechtfertigen. und das ganz sicher nicht deshalb, weil das leben eines kindes in den ersten 12 wochen für mich wertlos ist.
wenn jemand das mutter- und vatersein gesellschaftlich besserstellen und erleichtern will, wenn jemand kindern mehr wert beimessen will, wenn jemand mehr beratungsstellen einrichten will, wenn jemand bessere verhütungsstatistiken erreichen will, (etc. etc.) dann wird er dafür meine unterstützung haben.
fakt ist aber, dass es hier und heute dazu kommt, dass eine salzburger frau in eine öffentliche klinik gehen kann (was schlimm genug für diese frau ist), während eine burgenländische frau hunderte kilometer anreisen muss. es ist außerdem fakt, dass eine abtreibung in tirol scheinbar 800€ kostet, während sie anderswo deutlich billiger ist. es ist außerdem fakt, dass durch die konzentration der tätigkeit auf privatkliniken die ohnehin schon geplagten betroffenen ein leichtes ziel für militante fanatiker sind. außerdem werden abtreibungen aus kosten- und anderen gründen oft nicht dort durchgeführt, wo es für die betroffenen am sichersten ist. eine durchführung in öffentlichen spitälern mit standardisiertem preis und meinetwegen niedrigem selbstbehalt ist also für mich eine wünschenswerte sache. ich sehe nämlich keinerlei hinweis darauf, dass die zahl der abtreibungen steigen würde, während aber die (zum teil lange jahre wirkende) belastung und gefahr für die betroffenen reduziert würden.
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14. April 2007 | 12:07
ad tom
1. Also eine längere Anreise dürfte wohl kaum eine Katastrophe sein, v.a. in Anbetracht der vorherigen psychischen Strapazen.
2. Die Preisgestaltung folgt schlicht und einfach dem Prinzip des Marktes. Zudem werden private Organisationen nur dort tätig, wo eine Nachfrage vorhanden ist und es sich lohnt- die Tendenz zur Abtreibung ist demnach in städtischen Gebieten höher.
3. Dass es in anderen Ländern andere Regelungen gibt, heißt noch lange nicht, dass eine Maßnahme auch sinnvoll, richtig und effizient ist.
Wenn man sich die kolportierten Zahlen anschaut, reichen die von 20.000 bis 70.000 Abtreibungen. Die Geburtenzahl liegt bei 100.000 und fällt stetig. Was bei einer Vereinfachung passiert, ist schwer vorauszusehen- allerdings sehe ich keine Argumente, die nicht für eine Steigerung der Abtreibung sprechen!
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!!! | 14. April 2007 | 12:54
Jetzt sag doch was!