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Zum jugendlichen Saufwahnsinn
Blogger-Kollege Philip Steiner geißelt in seinem jüngsten Beitrag die Saufkultur der Jugend und argumentiert schlüssig, was der Hintergrund für ausufernde und regelmäßige Alkoholexzesse junger Menschen ist. Den Schlussfolgerungen kann grundsätzlich nur beigepflichtet werden: Der steigende gesellschaftliche Druck trägt maßgeblich zu den hochprozentigen Verzweiflungsschreien Jugendlicher bei; Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit führen nicht selten zu einer brandgefährlichen „Scheiß drauf. Geb’ ma uns die Kantn, weil brauchn tuat uns eh kana“-Mentalität, die dann logischerweise erst recht nach hinten losgeht. Insofern wäre es wesentlich, alles daran zu setzen, um den betroffenen Menschen wieder Chancen und eine Alternative zum übertriebenen Alkoholkonsum, der die Realität verdrängen und tilgen soll, aufzuzeigen. Hier muss die Politik zweifelsohne zu rascher und zielgerichteter Aktivität getrieben werden.
Eines sollte aber auch klar sein: Um die Grundvoraussetzung für eine Problembehandlung an der Wurzel zu schaffen, muss zunächst sichergestellt sein, dass die bestehenden Gesetze eingehalten werden und sinnvolle Präventivmaßnahmen gegen Missbrauch getroffen sind. Insofern muss ich Philip Steiner, der das Engagement von Gesundheitsministerin Kdolsky als Suche nach neuen „Alibilösungen“ bezeichnet, dann doch in diesem Punkt widersprechen. Denn auch wenn man über die (Un-)Sinnhaftigkeit der politischen Vorschläge zum Schutz der Jugend vor Alkohol- und Nikotinkonsum sicherlich im Detail streiten kann, so ist es doch in erster Linie von Bedeutung, dass der Saufproblematik Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die politischen Forderungen nach einer höheren Fälschungssicherheit von Jugendausweisen und genaueren Kontrollen beim Verkauf von Alkohol können freilich nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass im Zuge der öffentlichen Diskussion über die Thematik mehr und mehr Menschen einsehen werden, was Philip Steiner in seinem Beitrag so trefflich darzustellen verstand – eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Wurzel des Problems muss der erste Schritt auf dem Weg zu einem gesellschaftlichen Umdenken sein.
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5 Reaktionen bisher
der sommer hat heuer früher eingesetzt, dementsprechend kommen auch die sommerdebatten früher
die jugendlichen leben die kultur der erwachsenen nach. die einen geben sich in der disco die kante, die andere am zeltfest. ^^
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3. May 2007 | 21:17
Ich weigere mich, zu glauben, dass “die Jugendlichen” so sind. Die Komasäufer sind meiner Meinung nach immer noch eine Minderheit – die Betonung liegt auf “noch”. Das mit dem gesellschaftlichen Druck ist schon richtig. Nur, den hat es immer schon gegeben. Das größere Problem dürfte eher die allegemeine Hektik und Schnelllebigkeit in Verbindung mit der Informationsflut, der niemand mehr folgen kann, sein (ist natürlich auch ein gesellschaftlicher Druck…)..
Zu “die bestehenden Gesetze eingehalten” fällt mir spontan ein, dass in der Gewerbeordnung steht, dass an Jugendliche und Alkoholisierte keine Alkohol ausgeschenkt werden darf…
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!!! | 3. May 2007 | 22:45
@Kritikus: Komasaufen ist wahrlich ein Randphänomen. Die Sauforgien trotz Nicht-Bewusstlosigkeit am Wochenende in der Jugend sind aber ein Massenphänomen. Oder was wird beim rituellen Fortgehen in die Disco sonst gemacht?
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!!! | 4. May 2007 | 17:59
Es kommt hie und da vor, dass ich mich Samstags in In-Diskos in meiner Gegend begeben muss. Es ist richtig, dass viel gesoffen wird. Ich glaube aber kaum, dass es jetzt ärger ist, als es zu meiner “wilden Zeit” vor rund 30 Jahren war. Man kann auch zu später Stunde mit dem Großteil der jungen Leute klar reden. Leute, die das Prädikat VZ (“voll zu”) verdienen, gibt es natürlich auch immer zu sehen – die gab es aber früher auch. Ob das jetzt mehr oder weniger sind als früher, weiß ich nicht.
Das Koma-Saufen – kollektives Gewaltsaufen, nur um bis zur Besinnungslosigkeit zu kommen – gab es aber früher eher nicht. Ich bin mir aber sicher, dass das jetzt auch nur eine Minderheit macht. Die ministeriell angedachten Maßnahmen werden aber gerade für dieses Problem nichts nützen.
Um das grobe Saufen in Lokalen (Disko) zu unterbinden, müsste man eigentlich nur die bestehende Gewerbeordnung anwenden, wonach an Jugendliche und Alkoholisierte kein Alkohol ausgeschenkt werden dürfte.
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!!! | 4. May 2007 | 22:01
@kritikus:
meiner Meinung hast du ganz recht mit dem das die “koma säufer” eine randgruppe sind. Aber früher wurde auch gesoffen vieleicht nicht so stark doch habe ich das gefühl das das saufen mit dem gesellschaftlichen druck steigt und auch mit der hecktik in der wir heut zutage leben.
Und auch in dem Punkt über die maßnahmen der politik muss ich dir rechtgeben. Es wird nichts helfen denn die die sich wirklich die kante geben saufen meist e nicht in der öffentlichkeit. Den wer an den alkohol kommen will kommt leider auch drann.
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!!! | 10. May 2007 | 20:47
Jetzt sag doch was!