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Amerikanische Bawag
Ein wenig merkwürdig mutet es schon an, dass der vorauseilende Gehorsam der BAWAG in puncto kubanischer Kundenbeziehungen Überraschung verursachte. Die Entrüstung über die diskriminierende Aufkündigung sämtlicher Konten von kubanischen Kunden, die aufgrund von heftiger Kritik und Klagen seitens der Betroffenen mittlerweile wieder zurückgenommen wurde, war natürlich nicht nur berechtigt, sondern bitter notwendig. Schließlich wäre es inakzeptabel gewesen, wenn ganz Österreich tatenlos dabei zugesehen hätte, wie die einstmalige Gewerkschaftsbank nicht nur gegen österreichisches und europäisches Recht, sondern auch gegen den Grundsatz der menschlichen Gleichheit verstößt. Trotz allem sollte es nicht verwundern, dass Bawag-Chef Nowotny diesen Schritt der unverhohlenen Diskriminierung setzte, der nach dem verschämten Rückzieher und der scheinheiligen Entschuldigung seitens der Bawag dennoch nicht in Vergessenheit geraten darf, obwohl das Closing vom ÖGB an den US-Fonds Cerberus noch gar nicht erfolgte. Dass Nowotny trotz des zu erwartenden Widerstandes den umstrittenen anti-kubanischen Passus des amerikanischen Geschäftsrechts exekutierte, zeigt lediglich die Mechanismen auf, die die Übernahme durch Cerberus impliziert: Die Vorstands-Jobs sind noch nicht vergeben; und Nowotny will den neuen Eigentümer natürlich nicht durch Ungehorsam zu seinen eigenen Ungunsten vergrämen, da er nach all der aufopfernden Arbeit der letzten Monate an der Spitze einer maroden Bank wohl auch ein wenig am Kuchen des Neuanfangs naschen will – und das möglichst in einflussreicher Vorstandsfunktion. So gesehen wirkt es schon recht logisch, dass er, zusammen mit anderen Entscheidungsträgern, dem Bewusstsein trotzte, etwas Diskriminierendes zu tun, und die Kubaner vor die Tür setzte.
Die Kubaner-Affäre war wohl nur der Vorgeschmack auf das, was der Bawag unter ihrem neuen Eigentümer noch bevorsteht. Denn fortan haben die Amerikaner das Sagen. Und gespielt wird nach ihren Regeln: Nicht immer werden sie sich wie im aktuellen Fall juristischem Widerstand beugen müssen.
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4 Reaktionen bisher
Meine Rede! Wir alle werden noch schauen – und die Mitarbeiter der Bank im Besonderen, wenn ihnen die Amerikaner ihre Ansichen von einem Job darlegen werden…
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!!! | 6. May 2007 | 20:39
ich finde man kanns stilistisch ja ein oder zweimal machen, im allgemeinen wärs aber sinnvoller von “dem hedgefond/unternehmen” oder ähnlichem zu sprechen als von “den amerikanern”. cerberus ist weder “die amerikaner” noch ist es ein staatliches unternehmen.
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6. May 2007 | 23:05
@Tom
Hast recht! Ich will aber keinesfalls Antiamerikanismus verbreiten, sondern es sollte ein Hinweis auf die typisch amerikanische (ganze Kraft für die Firma und alles anders später, irgendwann…) Jobmentalität im Gegensatz zu der gemütlich-österreichischen Sicht sein…
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!!! | 7. May 2007 | 10:33
wenn ich eine kubanische Kundin wäre, ich würde sicher nicht zur Bawag zurückgehen!
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!!! | 7. May 2007 | 16:47
Jetzt sag doch was!