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G8-Pseudophilanthropie
Die G-8-Staaten haben sich auf ein neues Hilfsprogramm für Afrika in Milliardenhöhe geeinigt. Es soll vor allem der Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose dienen.
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Die führenden Industriestaaten und Russland versprechen in ihrem Hilfsprogramm, zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten in Afrika insgesamt 60 Milliarden Dollar zu geben.
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Quelle: FAZ
Die G8 zelebrieren also ihre gönnerhafte Hilfsbereitschaft. Zum Wohle Afrikas seien die nochmals aufgestockten Zahlungen zur Entwicklungshelfe, wird hinausposaunt. Mit wirren Zahlen wird da hantiert, um die angeblich durchwegs positiven Auswirkungen der Entwicklungshilfen herauszustreichen. So seien in den vergangenen fünf Jahren unter anderem 1,8 Millionen Menschenleben mit der Unterstützung der Bekämpfung von Infektionskrankheiten gerettet worden.
Dass derartige Milliardenspritzen nicht das sind, was Afrika wirklich bräuchte, war dieser Tage im Spiegel zu lesen. In dem Artikel spricht der afrikanische Journalist Lubega stellvertretend für jene afrikanischen Intellektuellen, die sich in Weitsicht üben – also wirklich das Wohl ihrer Heimat im Sinne haben – gegen die pseudomoralischen Hilfszahlungen aus den reichen Industrieländern an.
Es sei ganz einfach: Würde die Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, müssten sich die Führer nach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. “Erstens würde das die Vetternwirtschaft einschränken, denn Geld müsste dann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgeführt werden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens müsste die Regierung die Wirtschaft fördern, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein.”
Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig “zu Tode hilft” ist ihm ein Rätsel. Es habe wohl mit Psychologie zu tun, meint er achselzuckend: “Eure Minister und Schlagersänger fühlen sich besser, wenn sie sich auf diese Art produzieren können.”
Und Afrika? “Ist ihnen wohl herzlich egal.” Es klinge vielleicht paradox – aber manchmal sei eben mehr geholfen, “wenn die Überlebenskräfte des anderen gestärkt würden, als wenn man ihn mit seiner Philanthropie erdrücke”.
Quelle: Spiegel online
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2 Reaktionen bisher
richtig. in wirtschaftlicher hinsicht wichtig wäre ein technologie- und wissenstransfer richtung afrika. also selbst vorgenommene investitionen die dort getätigt werden und die zusammen mit den jeweiligen einheimischen verwirklicht werden.
aber du verwechselst da etwas: das hilft dir bei infektionskrankheiten nämlich alles nichts, weil das eine völlig andere baustelle ist. und für diese hier braucht man vor allem geld. es ist also anhand dieses artikels der FAZ nicht zu sehen, ob die aufstockung gut oder schlecht ist, weil nicht zu sehen ist, wie man die unterstützung anbringen will.
wenn damit im rahmen von NGOs oder der UNO für eine bessere medizinische versorgung und aufklärung in afrika gesorgt wird, gibt es kein brauchbares gegenargument. ein fehler ists nur dann, wenn das geld ohne zusätzliche und gute kontrolle über korrupte staaten geleitet werden soll.
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8. June 2007 | 15:55
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,487746,00.html
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11. June 2007 | 18:42
Jetzt sag doch was!