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EU-Gipfel: Die falsche Welt des Tom S.

 

Ich weiß, es ist auch unter Politinteressierten nicht modisch und chic, sich zu definieren. (Am besten ist man heutzutage ohnehin völlig unpolitisch.) Aber ich bin linksliberal, unreligiös und mir gefällt die Idee einer zusammenwachsenden Welt. Nationen sind für mich künstliche Konstrukte die bestenfalls als Verwaltungsgebiete eine Daseinsberechtigung haben. Das bedeutet, dass ich mit der christlich-konservativen, Leitkultur-affinen, Überwachungs-hysterischen CDU eigentlich nicht besonders viel am Hut habe. Was läuft falsch, wenn sowohl am G8- als auch am EU-Gipfel eine Angela Merkel meine große Hoffnungsträgerin ist? Ich hätte gerne, dass sich die EU politisch weiterentwickelt … für ein besseres, sozialeres Europa sorgt … in der Welt als relevante Kraft für Frieden und mehr Gerechtigkeit eintritt. Stattdessen muss ich auf die Sarkozys und Merkels hoffen, damit die ganze Vereinigung nicht überhaupt zerbricht. Wo ist der Einfluss der mir nahestehenden politischen Gruppen in der Weltpolitik?

Gratulation zum Kompromiss an Frau Merkel. Mögen die Kaczyńskis dieser Welt eines Tages die Rechnung präsentiert bekommen und die Sarkozys wieder das werden, was sie bei ihren Einstellungen immer sein müssten: Meine politischen Gegner.

 
Tom Schaffer | 23. June 2007

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6 Reaktionen bisher

    weltbeobachterin sagt:

    unreligiös, täte ich nicht als politische Bezeichnung nehmen. das ist Privatsache! und in jeder Religion gibt es unsagbare Fundamentalisten und welche mit denen man reden kann.
    Politische Kategorien sind für mich die Klassiker liberal, konservativ, sozialistisch und links, rechts, mitte! Und da gibt es gewaltige Abstufungen.
    tja, es ist nicht alles logisch!
    und muss man immer in einer Schublade passen und alles in einer einordnen?
    ja, ich halte die EU auch für wichtig, es war richtig das wir ihr beigetreten sind. Natürlich hat sie Fehler, aber es wäre ein größerer Fehler gewesen draußen zu bleiben.

    !!! | 23. June 2007 | 14:26
    Tom Schaffer sagt:

    für mich ist (un)religiös natürlich eine politische kategorie. es gibt nicht umsonst parteien die sich auf religionen beziehen – dazu gehören nunmal övp/cdu/csu etc.. nichts ist unpolitisch, und schon gar nicht etwas das so große einflüsse auf die gesellschaft hat wie die religion.

    dass ein religiöser mensch ein schlechter oder unumgägnlicher mensch sein muss, das habe ich ja nicht gesagt. und obwohl ich für mich persönlich religionen wirklich sehr ablehnend gegenüberstehe, wirst du sowas von mir auch nicht hören. aber aufgrund der religiösen komponente gibts mit hoher wahrscheinlichkeit einige punkte, an denen ich mit ihm nicht zusammenkommen werde – insbesondere politische ;)

    was das mit schubladen zu tun hat, musst du mir erstmal erklären?

    23. June 2007 | 17:33
    weltbeobachterin sagt:

    Nein, die Grenzen sind verschwommen. die 30iger Jahre sind Gott sei Dank vorbei! Und die Aussage: ein Schwarzer=Kirchgänger oder Kirchgänger= Schwarzer ist vorbei. dasselbe mit umgekehrten Vorzeichen gilt für die SPÖ. Sozialminister Buchinger ist z.B. Kirchgänger. Seine Mutter (ebenfalls SPÖ-Mitglied) war sogar Pfarrhaushälterin und Religionslehrerin. Ich kenne einige Christen die SPÖ und Grün wählen, genauso wie ÖVPler die aus der Kirche ausgetreten sind oder nur Alle heiligen Zeiten gehen. letzteres macht z.B. die Kdolsky!
    Außerdem das Asylgesetz ist wirklich nicht gerade christlich, und die ÖVP will es nicht abändern!
    Ich habe nichts gegen deine Privatmeinung zur Religion und habe auch nie behauptet, dass du gesagt hast, dass religiöse Menschen das Schlimmste sind.

    und nun zur Schublade. Ich denke, man kann niemanden in einer Schublade stecken. Hat dich nicht so manche Person erstaunt, weil du ihn in eine Schublade gestopft hast, weil er anders agiert wie du dachtest.
    Mir ist es so gegangen z.B. mit dem Bundeskanzler. Ich hielt ihn ja für eher intellektuell und nicht so populistisch wie er sich seit dem letzten Wahlkampf gibt.
    ja, ich mach das natürlich auch in Schubladen denken, auch wenn es unzulänglich ist.

    !!! | 23. June 2007 | 21:39
    Tom Schaffer sagt:

    Und die Aussage: ein Schwarzer=Kirchgänger oder Kirchgänger= Schwarzer ist vorbei. dasselbe mit umgekehrten Vorzeichen gilt für die SPÖ. Sozialminister Buchinger ist z.B. Kirchgänger.

    Vollkommen richtig, aber ich höre sehr selten die SPÖ oder die Grünen nach einer Religionsverankerung der EU-Verfassung schreien. Mir gehts hier um Tendenzen von Gruppen, nicht um absolute Aussagen die man auf all ihre Mitglieder anwenden kann. Und da ists nach wie vor so, dass die Schwarzen mit der Religion viel enger verwoben sind und auch damit politisieren.

    Mich überraschen Menschen übrigens sehr selten, und so gut wie nie weil ich sie in einer Schublade stecken hatte. Dass Schubladen kein probates Mittel zur Erfassung von Menschen sind, hab ich auch schon lange gelernt . Und ansonsten bilde ich mir ein, eine gute Menschenkenntnis zu haben… ;)

    23. June 2007 | 21:54
    weltbeobachterin sagt:

    ah, in welcher Schublade hast du mich gesteckt? in die marxistisch-konservative Liberale z.B.? ;)

    OK, diese Schreie sind mir auch entgangen!
    und was die ÖVP betrifft, soll sie ehrlich gesagt meiner Meinung nach statt Gottesbezüge irgendwas bezüglich der christlichen Nächstenliebe z.B. beim Asylgesetz durch Milderung einbringen.

    !!! | 24. June 2007 | 00:38
    Tom Schaffer sagt:

    ich kenn dich nicht und schubladen vermeide ich wie gesagt ;) aber wenn ich einen vagen eindruck äußern sollte, dann würde ich sagen du wärst eine liberalere christlich-soziale.

    24. June 2007 | 10:25

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