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Wiener Linien werben in FPÖ-Parteizeitung
Kollege Georg hat mich gerade über ICQ kontaktiert: “Lad dir mal die NFZ [Anm.: Parteizeitung] von der FPÖ-Homepage runter“. Wenn Georg mir das rät, muss irgendwas im Argen liegen, also hab ich es getan. Auf der Titelseite wird einem schon schlecht: “HC Strache gegen Super-Moschee”. So wird der zweite österreichische Haider für seinen Auftritt bei der Pro-Köln-Bewegung (laut Verfassungsschutz-Bericht rechtsextrem (S. 79ff.)) in Deutschland bejubelt. Aber soweit ist das noch keine Neuigkeit. “Was ist damit?“, fragte ich Georg. Er riet mir, auf die letzte Seite zu sehen. Dort lachte mir eine ganzseitige Wiener Linien-Werbung entgegen. Jetzt verstand ich.
Das dahinterstehende Marketingprinzip erscheint mir logisch. Die Wiener Linien wollen eine Zielgruppe erreichen und ihr Image aufpolieren. Die Leute, die die NFZ freiwillig lesen, finden die Unterstützung sympathisch, die anderen werden wohl auch kaum etwas davon erfahren. Aber das Blog-Zeitalter ist angebrochen, und so funktioniert das nicht mehr. Dinge sprechen sich herum und wirken sich auch auf Leute abseits der Zielgruppe aus. Ich fühle mich als täglicher Kunde der Wiener Linien vor den Kopf gestoßen. Wenn das Unternehmen sein Image bei mir aufbessern will, wird es Einschaltungen in rechten Parteizeitungen unterlassen müssen.
PS: Georg hat schon eine Anfrage an die Marketingabteilung geschickt. Ich bin gespannt auf die Antwort.
Tom Schaffer | 24. June 2007
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6 Reaktionen bisher
Ich würde grundsätzlich meinen, wo ein Betrieb Werbung macht, ist seine Sache – eine wirtschaftliche Entscheidung.
Hier wirft sich allerdings die Frage auf, ob es ein Monopolbetrieb überhaupt nötig hat, Werbung zu machen. Großen wirtschaftlichen Nutzen wird die wohl nicht haben. Als gelernter Österreicher denkt man da natürlich an versteckte Parteienfinanzierung. Und wenn diese Inserate in allen Parteizeitungen erscheinen, wird sich auch niemand aufregen. Also eh alles paletti…
!!! | 24. June 2007 | 12:36
klar können die schalten wo sie wollen. und ich kann mich aufregen, wenn sie es an stellen wollen, die ich für schwer fragwürdig halte.
das, ist nämlich meine sache – und in der folge auch die der WL…
24. June 2007 | 12:44
@kritikus
Auch ein Monopolist kann Werbung machen, die Wiener Linien können ein “hipperes” Image gut vertragen. Es gibt immernoch genügend Menschen, die vom Auto zu den Öffis “konvertiert” werden können. Enormes Potential also.
Wenn die Wiener Linien eine Partei finanzieren wollen würden, dann wohl die SPÖ – sonst hat in Wien in wesentlichen Dingen eh kaum wer was zu sagen. (Die Gemeindevorstände arbeiten nur in ihrem Mikroumfeld, die Wiener Linien sind da eine übergreifende Sache
)
!!! | 24. June 2007 | 13:02
“…kaum wer was zu sagen.”
Meine Rede, und ein paar Krümeln für die anderen, damit sie still halten…
!!! | 24. June 2007 | 13:43
…was auch nur eine Vermutung deinerseits ist. Darum hab ich auch eine Anfrage per Mail rausgejagt, denn egal was als Antwort kommt bringt Aufschlüsse.
!!! | 24. June 2007 | 14:13
endlich weiß ich wofür mein semesterticket ab dem nächsten semester teurer wird…
!!! | 25. June 2007 | 19:35
Jetzt sag doch was!