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An der Grenze des guten Geschmacks

Tagtäglich wird man an den üblichen Knotenpunkten des gesellschaftlichen Daseins mit Werbeanzeigen diverser Sozialprojekte konfrontiert. Nun ja, es soll ja durchaus sinnvoll und legitim sein auf möglichst umfassende Weise auf solch ‚Gute-Zweck’-Unterfangen hinzuweisen. So weit so gut. Aktuell sucht die Coca Cola-Foundation nun die ‚innovativsten Ideen’ zur Armutsbekämpfung in Österreich (‚Ideen gegen Armut’). Die Kampagne selbst baue auf dem ‚von Optimismus geprägten Markenversprechen’ des Unternehmens auf (so Sandra Jakovcic, für die Gestaltung der Kampagne zuständig) und ist damit wohl wesentliches Element der aktuellen Marketing-Strategie des Weltkonzerns.

Jedes Mal aufs Neue stellt sich da mir die Frage: Inwiefern sind diese rein ökonomisch bedingten Sozialambitionen gesellschaftspolitisch rechtens, ohne dabei auch nur einen Funken Diskussionskultur aufkommen zu lassen? Ist es unbedenklich, wenn die bekannteste Marke der Welt aus solch heuchlerisch motivierten Gründen einen vermeintlichen ‚Gute-Welt’-Kurs fährt und der Rest der (Medien-)Welt in einer vollkommen unkritisch-affirmativ Haltung reagiert? Mein Gerechtigkeits-fanatisches Ich sagt nein. Zumindest was den umfassenden, fälschlich gewonnenen Imagewert für das Unternehmen betrifft. Mein Ausbildungs-begründetes Marketing-Über-Ich dagegen meint ja. Schließlich ist es doch nach Meinung zahlreicher Experten auf dem Gebiet eine der obersten Aufgaben der Unternehmen als ‚Corporate Citizen’, deren Macht und Einfluss im Sinne einer nachhaltigen, gesamtgesellschaftlichen Entwicklung adäquat einzusetzen. Was bleibt also? Das muss dann wohl jeder für sich entscheiden…

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| 31. July 2007

8 Reaktionen bisher

    Tom Schaffer sagt:

    Passend dazu die Starbucks-Ethik-Lüge. Oft werd ich schon sehr sauer auf die ganzen Verbrecher dieser Welt…

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    31. July 2007 | 19:11
    chb sagt:

    Eigentlich ist es doch gut wenn sich die Unternehmen für sowas einsetzen. Wobei viele dieser “Stiftungen” eh nur eine Fortsetzung der Fimrenpolitik sind – siehe die Microsoft Foundation.

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    !!! | 31. July 2007 | 22:32
    Tom Schaffer sagt:

    was pezi meint ist, dass die sogenannte “corporate social responsibility” meist nicht mehr als ein feigenblatt ist. quasi mit der rechten hand im lichte der öffentlichkeit die armen streicheln, während man mit der linken verdeckt auf die noch ärmeren drischt

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    31. July 2007 | 22:48
    Thomas sagt:

    Das ist aber eher eine grundsätzliche Sache: Müssen die Beweggründe gut sein, damit gutes auch gut wird?

    Wenn Coca Cola 1 Mrd Dollar für den Kampf gegen Armut spendet, um in allen Medien als “die guten” dazustehn, ist das dann verwerflich oder gut?

    Ich sag, es ist gut. Der Hintergrund ist mir eigentlich vollkommen egal. Jede Privatspende resultiert aus Egiosmus: ICH fühl mich besser, wenn ich gespendet hab, und weiß, dass es damit anderen vielleicht besser geht. ICH könnts mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn ich im Luxus leb, während mein Nachbar hungert. Klar was ich mein?

    Warum gutes getan wird ist mir persönlich relativ egal. Und wenn Coca Cola gutes tut, und Pepsi nicht, wünsch ich mir, dass Coca Cola gekauft wird.

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    !!! | 1. August 2007 | 07:32
    Petra Köstinger sagt:

    …hmmm nur oftmals leider traurige wahrheit: die, die am meisten soziales engagement zeigen haben am meisten zu verbergen…

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    1. August 2007 | 07:56
    Thomas sagt:

    Ich ich würd dann nicht die gute Tat als scheinheilig anprangern, sondern das, was zu verbergen ist.

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    !!! | 1. August 2007 | 07:59
    Petra Köstinger sagt:

    naja wie man’s sieht – allgemein glaub ich ist das größte problem, dass sich die masse der leute mit dem bau einer schule da und dort abspeisen lässt und nicht erkennt was da wirklich dahinter steckt.

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    1. August 2007 | 08:28
    Thomas sagt:

    Da geb ich Dir Recht.

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    !!! | 1. August 2007 | 10:32

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