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Völkermord in Äthiopien?

We urge any and every government to respect human rights and to try and avoid civilian casualties, but that’s difficult in dealing with an insurgency.“, sagte Jendayi Frazer (US Assistant Secretary of State), als er auf die Berichte über einen möglichen Genozid die Vorfälle in Äthiopien angesprochen wurde. Klingt richtig, oder? Wenn es eine Rebellion gibt, wie im Ogadengebiet, an der Grenze zum Krisenstaat Somalia, dann können bei der Bekämpfung schon einmal Unschuldige zum Handkuss kommen. Ungewollt natürlich, Kollateralschaden sozusagn.

Die Frage ist, wie man mit dem Deckmantel “Rebellion” die gezielten Morde an der Zivilbevölkerung in Äthiopien erklären will, wo anscheinend junge Mütter mit Seilen erdrosselt und 80-jährige erstochen werden:

“They strangled my wife with a rope,” said Ahmed Mohammed Abdi, a 35-year-old farmer from Degehabur province, who came home one day this month to see his wife’s body lying by the door, his 1-month-old son still suckling at her breast. That night, he fled into the bush and began a seven-day trek to the relative safety of northern Somalia. “If you come and try to identify the dead body, the soldiers will beat you also,” said the wiry, wide-eyed Abdi. “I was afraid to be killed, so I ran away.

Der Hintergrund des Konflikts fußt, wie so oft in Afrika, in der Kolonialzeit, wo die bis heute relevante, willkürliche Grenzziehung erfolgte. Die Ogaden sind ein Gebiet von der Größe Deutschlands in dem ethnische Somalis leben. Sie sind Muslime, während das restliche Äthiopien christlich geprägt ist. Somalische Nationalisten beanspruchen die Region deshalb für den (de facto nicht mehr existierenden) somalischen Staat, was in den vergangenen Jahrzehnten bereits in mehrere Kriege mündete. Bis heute gibt es eine Rebellenbewegung, die aus Somalia unterstützt wird und auch in der Bevölkerung vor Ort großen Rückhalt genießt Das äthiopische Militär versucht diesen nun zu bestrafen und brechen. Die tausenden Flüchtlinge berichten von Belagerungen, Aushungerungen, Raubzügen, Vergewaltigungen und Morden – kurz: sehr sympathischen und bestimmt unheimlich wirksamen Methoden.

NGOs (unter anderem das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen) und Reporter wurden in den vergangen Monaten aus der Region ausgewiesen. Sie warnen vor einer humanitären Katastrophe und davor, dass die Situation immer mehr jener im sudanesischen Darfur ähnle. Die USA haben das als Genozid eingestuft. In den Ogaden hält sich die US-Regierung aber zurück, denn Äthiopien ist ein treuer Verbündeter – auch im “Krieg gegen den Terror”, dessen “neuestes” Schlachtfeld Somalia ist.

Die Welt sieht nicht einmal zu.

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| 23. September 2007

2 Reaktionen bisher

    Relator sagt:

    Tja, die Welt lernt nicht dazu. Dasselbe war schon bei Ruanda der Fall. In diesem Zusammenhang weise ich auf eine Vorlesung an der Geschichtsuni Salzburg hin, wo speziell anhand des Beispiels von Ruanda die ganze Thematik besprochen wird. Findet nur 6 Mal im Semester am Freitag im Block statt.

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    !!! | 24. September 2007 | 12:12

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