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Studentenfeindlichkeit und Doktorhörigkeit
In einer Dokumentation der ZDF Mediathek (“Amerikas andere Seite”) hat eine der führenden Google-Mitarbeiterinnen (ihr Name war Ninyen Wong oder ähnlich, ab Minute 20) etwas eigentlich recht Banales gesagt.
Wissen ist Macht. Und das bedeutet, wenn Menschen Zugang zu Informationen bekommen, werden sie in ihrer Welt stärker.
Dass ich diesen äußerst interessanten Beitrag (Video on Demand ruled!) gesehen habe, fällt zusammen mit einem kleinen Scharmützel zusammen, das ich mit einem nicht besonders respektierten meiner vielen klugen Leser namens Ritro bei Liberal in Austria geführt habe. Dieser Ritro ist mir zutiefst unsympathisch. Zum Einen, weil seine wenig dezente Rechtslastigkeit natürlich frontal mit meinem Weltbild zusammenkracht. Aber auch, weil er ein Paradebeispiel für die häufige österreichische Charaktereigenschaft ist, besonders Intellektuellen- und Studentenfeindlich zu sein. Und weil er sonst nicht viel zu bieten hat, ist genau das aus dieser wenig sinnvollen Auseinandersetzung übrig geblieben. Das Aufeinanderprallen dieser beiden Informationen (Wissen-Macht/Österreich-Studentenfeindlichkeit) hat bei mir einen schnellen, wahrscheinlich nicht revolutionären aber doch aufschreibenswerten Gedankengang ausgelöst.
Das was in dieser ZDF-Dokumentation über die Amerikaner und im Speziellen das Silicon Valley und Google gezeigt wird, ist ein tiefer Glaube an die Macht des Wissens. Wissen macht stark, sagt zusammengefasst eben auch jene Frau Wong, und meint damit, dass Wissensverbreitung automatisch Machtausgleich bedeutet. Diese Weisheit dürfte sich grundsätzlich auch hierzulande bereits herumgesprochen und in das Unterbewusstsein der Menschen hineinentwickelt haben.
Ihr entsprechend sind Studierende Leute, die versuchen zu erstarken – mächtiger zu werden. Aus der Sicht eines Menschens (und ich betone, dass es egal ist, ob Akademiker oder Hauptschul-Absollventist , wobei ersterer einen Neu-Erstarkenden vielleicht nicht so sehr fürchten muss) ist ein Student also ein Aufsteiger – einer der einem gefährlich werden kann. In einem vielleicht instinktiven Rivalitätsdenken muss man den Studenten also runterdrücken, um ihn so schwach wie möglich zu halten. Ein Doktor aber, der weiß bereits viel. Der hat sich mit seinem Titel schon den Status eines Mächtigen erarbeitet. Und deshalb ist das einer, den man nicht provozieren sollte. Prinzipiell wird einem Mächtigen ja immer eher in den Arsch gekrochen, als die Stirn geboten.
Das sind nun aber Aussagen, die man über jede Gesellschaft treffen könnte. Warum in Österreich dieser Hass auf die Aufstrebende und die Bewunderung für Mächtige besonders stark ausgeprägt zu sein scheint, kann man ohne tiefergehende Studien und Analysen nur erfühlen. Ich nehme an, dass es hierzulande einfach schon immer eine hohe Konzentration von Macht und eine relativ geringe Verbreitung von Wissen gab (was ja laut der Eingangsthese eigentlich tautologisch ist). Deshalb gibt es auch viele, die um ihren Status fürchten müssen. Wenige Mächtige bedeuten immer, dass die einzelnen Mächtigen besonders viel Macht besitzen. Deshalb ist das Aufstreben von Neulingen ein recht schmerzhafter Machtverlust, weil ja relativ viel davon verloren geht. Und viele Machtlose die wenigen Mächtigen gegenüberstehen, fürchten dass mehr Aufsteiger dafür sorgen, dass die Schwachen umso stärker zurückbleiben. Ich bin nun nicht mehr als ein Hobbyphilosoph, aber vielleicht taugt die Idee ja für einen Anstoss.
PS: Wer hieraus liest, dass Studenten bessere Menschen sind, und mir eine deartige Geisteshaltung unterstellt, ist ein Idiot.
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4 Reaktionen bisher
zu unterwürfigkeit und autoritätshörigkeit sage ich nur zwei dinge:
600 jahre habsburger
2000 jahre katholische kirche
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!!! | 15. December 2007 | 17:49
Georg Danzer – I bin a Kniera
I glaub ollas, wos in da zeidung schdeht,
fua jedn doktatitl ziag i mein huat
i bleib am obend scheh zhaus, füh meine totoschein aus,
ich liebe meinen chef und sag: “es geht uns guat”
ich schau im fernsehn so gern die werbung au,
die is so sauber und so lustig und so bunt
i hör immer auf mei frau, i bin pünktlich und genau
und wauns mi überkummt, daun hau i nur mein hund
i bin a kniera wira im biachl schdeht,
i bin da ärgste fuachngänga von wien.
i bin a reisstrahra, oaschkreula, küssa,
i kriag de goldane kniascheim faliehn
zum beischbü waun i an polizisten siech,
der grod an aufschreibt, bleib i schden und sag: “ja,ja
tun sie nur ihre pflicht, schließlich ghört sich das nicht”,
und waun ka kiewara do is, zag ihn au
i bin für ordnung und für sicherheit
und meine kinder san genauso wia i
nua manchmal in der nochd,das kriag i den vadocht,
de vaschdön si und scheissen auf mi
i bin a kniera wira im biachl schdeht,
i bin da ärgste fuachengänga von wien
i bin a reisstrahra, oaschkreula, küssa,
i kriag de goidane kniascheim faliehn
i kriag de goidane kniascheim faliehn
jawoi
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!!! | 15. December 2007 | 19:06
Auch wenn ich deinen Beitrag mehr als Trollfütterung begreife, will ich dazu mal was sagen:
Nur weil man auf einer Uni/FH/wo auch immer irgendwas lernt, heißt das noch lange nicht, daß man auch versteht was man tut.
Wissen ist nur dann Macht, wenn man den Menschen beibringt über Wissen nachzudenken, und das geschieht wohl immer seltener.
Google mag ja Wissen verbreiten, aber wie sinnvoll das verbreitete Wissen ist, fragt man sich dann doch.
Google zensiert ja schon länger unliebsame Inhalte, warum sollte das später anders werden?
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!!! | 16. December 2007 | 14:09
Sicherlich ist das Historisch begründet (fehlen der Reformation und damit wichtiger Ausklärung, Bildungspolitik bis in unsere Zeit,…). Warum aber Heute so schlimm wie noch nie? Weil man den Manschen einredet: Die Studierten kosten viel und stellen nur dumme fragen, die nichts zum BSP beitragen.
das Problem ist doch eindeutig: Heute ist eine Uni kein Garant mehr für Bildung sondern für Ausbildung. Nich mehr das Hinterfragen und Analysiern wird gelehrt, sondern nur mehr das Nachplappern von vorgefertigten Wissensmodulen.
Es muss schnell studiert werden und die Absolventen sollen junge sein, um noch für die “reale Wirtschaftswelt” formbar zu sein. Persönlichkeitsentwicklung und kritischer Geist stören dabei nur und sind kein Wirtschaftsfaktor (was China gerade ausgezeichnet beweist). Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: globale Wirtschaft braucht keine Demoratien mehr, es rechten stabile neo-kon-Regierungen (egal welcher Legitimität).
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!!! | 17. December 2007 | 19:21
Jetzt sag doch was!