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Hamburg – Unaufgeregte Todesnähe

Blick auf Hamburg von der NordelbeHamburg ist cool, aber seine Bevölkerung dürfte ein Problem mit Erektionsstörungen haben. Zumindest habe ich auffällig viel Werbung dafür in der Stadt ausgehängt gesehen, als ich die letzten fünf Tage dort war. Ansonsten würde ich jedem raten, nur 3-4 Tage dort zu verbringen. Dann gehen einem nämlich die Sehenswürdigkeiten aus (zumindest, wenn man nicht in die Museen gehen will). Einen Regenschutz solte man auch dabei haben, und besser etwas mehr in der Mitte des Jahres fahren. Anfang April ist es in Hamburg nass und kalt.

In Hamburg sind wir natürlich auch ausgegangen. Ein Freund von Rebell hat uns die Stadt gezeigt. Zum Beispiel das Haus III&70 (direkt neben der Roten Flora). Das ist ein Studentenlokal, ein ziemlich nettes. Außerdem waren wir in einem eher-Außenbezirk in einer Billiardkneipe und in diversen Lokalen und Restaurants in der Innenstadt. All diese Läden hatten eines gemeinsam: Dank des geltenden Rauchverbots bekommt man Luft und stinkt nach dem Fortgehen nicht wie ein Nikotinjunkie. Und trotzdem ist die öffentliche Ordnung bislang noch nicht zusammengebrochen. Das befürchtet man ja hier, im AAAAAARGH-Land.

[ad#ad-1]Hamburg ist die zweitteuerste Stadt Deutschlands. Bei Starbucks zahlt man für den Tageskaffee aber 30 Cent weniger als in Wien. Für fast alles zahlt man etwas weniger als in Wien. So richtig günstig ist es aber trotzdem nicht. Dafür protzig. In der Innenstadt, rund um den Jungfernstieg, findet man kaum etwas zu trinken, weil die Edel-Kleidungsmarken alles besetzen, was Ladenfläche ähnlich sieht. Rund um die Alster findet man dafür Villen die bis zu 26 Millionen Euro kosten und Fleckchen die Quadratmeterpreise von über 10.000€ haben. Ich frage mich, wer auf der Welt so einen Reichtum verdient haben soll. Ich finde keine Antwort.

Aus Hamburg mitgenommen habe ich materiell nicht viel. Eine Süddeutsche, mein allererstes Cicero und einen Guardian. Dinge, die ich überall auf der Welt mitnehmen können würde und mitnehmen würde.

Hamburg ist durchaus schön und gerade die Jugendkultur scheint sehr interessant und ergiebig, aber schon allein wegen dem Klima keine Stadt zum Leben. Und weil ich da permanent Lebensangst haben würde. Nicht wegen der Kriminalität. Die ist niedrig, glaube ich. Die Leute scheinen generell recht friedlich zu sein. Wir hatten beim Fortgehen 5-6 Situationen wo ich damit gerechnet habe, gleich angestänkert zu werden. Einfach weil ich es aus Österreich so gewohnt wäre. Ist aber nicht passiert. Selbst bei einer 15-Mann-Gruppe von halbstarken Postpubertierenden stießen weder mein Hut noch mein Sechsertragerl Bier auf Interesse. Aber eine positive Sache ist ziemlich gefährlich. In Hamburg fahren recht wenige Leute mit dem Auto und recht viele mit dem Fahrrad. Aber die Fahrradwege sind schlecht vom Fußgängerweg getrennt und die Radfahrer sind dem Bremsen gegenüber anscheinend völlig abgeneigt. Drei Mal habe ich in Hamburg dem Tod ins Auge geblickt. Zweimal neben einem Radweg, einmal auf dem Ding.

Auch in Hamburg ist es interessanter sich mit Freunden zu unterhalten als von einem Sight zum Nächsten zu jagen. Pezi und ich, wir haben ja beides gemacht. Was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, ist neben dem Blick vom Michel die Reaktion unseres Gastgebers (der uns seinen Boden geliehen hat), als er gehört hat, wie “transparent” in Österreich die Parteienfinanzierung läuft. Es war nicht arrogant von ihm gemeint, er konnte nur ganz spontan nicht anders. Die österreichische Innenpolitik löst im Ausland also dasselbe aus wie mein Gastgeber, als er mit 2 Promille in seine Deckenlampe gesprungen ist: Schallendes Gelächter.

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| 6. April 2008

9 Reaktionen bisher

    Petra Köstinger sagt:

    “Drei Mal habe ich in Hamburg dem Tod ins Auge geblickt. Zweimal neben einem Radweg, einmal auf dem Ding.” – *lol*!! i muss immer no grinsen wenn i an dei dezent verkrampfte position auf dem ‘ding’: denk :D

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    6. April 2008 | 21:40
    stefan sagt:

    oh ja…die radwege sind gefährlich und das wetter meistens scheisse….ist aber alles wie vergessen wenn man mal an nem schönen tag in blankenese am sandstrand ist und den hafen beobachtet dabei….

    lokaltips für den nächsten besuch: hasenschaukel (silbersackstrasse), kogge und natürlich der pudel…..

    unter tags eventuell ins zoe in der schanze

    hh ist definitiv meine lieblingsstadt :-)

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    !!! | 6. April 2008 | 23:59
    Georg sagt:

    I wär in erster Linie gar net mit dem “Ding” gefahren. Ich mag solche Rummelplatzgerätschaften überhaupt net. Bis auf Autodrom. Autodrom is cool. Aber vielleicht ist das bei mir nur ne Ersatzfreude mangels “echtem” Führerschein… ^^

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    !!! | 7. April 2008 | 01:48
    weltbeobachterin sagt:

    Hamburg ist toll, aber 1 Tag ist zuwenig. Ich war nur ein Tag in HH. Habt ihr einen Hafenrundfahrt mit dem Schiff gemacht? Wir schon. Leider haben wir eine außertourliche Route nehmen müssen, da damals dieses Säure oder Ölunglück in HH war.

    und mit so einem DIng würde ich nie fahren, das einemal Achterbahn reicht mir. Ich wurde nie am Urfahraner Markt damit abgehärtet, wie alle anderen meiner Klasse. Aber Autodrom ist wirklich super.

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    !!! | 7. April 2008 | 17:16
    Tom Schaffer sagt:

    jop, wir haben eine fleet- und eine alsterrundfahrt gemacht

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    7. April 2008 | 18:07
    suit sagt:

    >> Aber vielleicht ist das bei mir nur ne Ersatzfreude mangels “echtem” Führerschein… ^^

    nein, autodrom is echt cool – genauso wie go-cart fahren, auch wenn man einen führerschein hat san die dinger cool

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    !!! | 10. April 2008 | 16:21
    tampja sagt:

    hamburg ist viel zu gefhrlich zu kriminel!

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    !!! | 12. May 2008 | 21:59
    Tom Schaffer sagt:

    nö, is es nicht ^^

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    12. May 2008 | 23:08

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