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Der Kalina-Irrtum

Grüne Annäherung an die Schwarzen – mal wieder. Ärgert den Josef Kalina natürlich. Mich ja auch irgendwie, es wird aber – glaube ich – mal wieder aufgebauscht, weil sonst im Moment innenpolitisch nicht viel los ist. Ich muss demnächst selbst im DATUM nachlesen, was der VdB da wieder verzapft hat. Wenn es nur das hier ist, ist das jedenfalls keine “Anbiederung” oder überhaupt eine echte “Annäherung”. Die Empörung von Kalina ist jedenfalls putzig.
“[Die laut Van der Bellen "eine Spur größere Übereinstimmung"] heißt, dass die Grünen für einen Status quo in der Bildungspolitik sind, dass sie in der Steuerpolitik eine Senkung des Spitzensteuersatzes unterstützen, dass sie eine Gesellschaftspolitik der 60er-Jahre gutheißen, dass sie Handlanger der Agrarlobby sind und dass sie für die Studiengebühren sind. Das ist die völlige Aufgabe ihrer bisherigen Linie.”
Wenn das schon auf die Grünen zutreffen soll, wenn sie nur mal Richtung schwarz sehen, was sagt das dann über die SPÖ aus? Die ist ja in einer tatsächlichen, sehr schwarz gefärbten Koalition mit eben jener “Gesellschaftspolitik der 60er-Jahre” (d’accord) und ihren dahinterstehenden “Aggrarlobby-Handlangern” (jup!)? Und die Studiengebühren gibt es trotz parlamentarischer Mehrheit dagegen immer noch. Wenn die SPÖ jemals wieder raus will aus dieser Misere, mit der ÖVP zu müssen und dabei nichts richtig zu können, dann sollten sie vielleicht nicht auf die einzige akzeptable Alternative draufschlagen. Den Grünen kann man nämlich nach wie vor nicht vorwerfen, dass sie ihre Sandkistenträume verkauft haben. (OK, sorry für die Gusi-Polemik, ich mag ihn ja eigentlich)
Fotocredits: fabioperez
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4 Reaktionen bisher
also in meinem datum wird vdb so zitiert:
„Objektiv gesehen sollte es die ÖVP eine Spur leichter haben.“ Die großen Bremsklötze von 2003 sind weggefallen. „Die Eurofighter sind nicht mehr abzubestellen. Das Thema ist tot“, sagt Van der Bellen.
und nicht „Objektiv gesehen sollte es mit der ÖVP eine Spur leichter gehen.“
das mag ein kleiner unterschied sein, aber die bedeutung ist doch eine ganz andere. was mich wirklich ärgert – außer der tatsache, dass schlecht zitiert wird – ist, dass heute jedeR ferialpraktikantIn bei einer regionalzeitung weiß, wie man ein rot-oder-schwarz-grün-diskussion herbeischreibt – und die grünen noch immer drauf reinfallen.
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!!! | 25. April 2008 | 08:55
So, wenn die anderen Parteien sich keine Mühe geben gute Landwirtschaftspolitik zu machen in dem die Bauern nicht durch die Finger schauen und das tun sie definitiv bei rot-grün falls das jemals wahr wird. Wenn Gusenbauer die Förderung um die Hälfte streichen würde wie er ankündigt dann wäre es für die Österreichische Landwirtschaft eine Katastrophe. Und ich sehe die Gefahr, dass die Grünen aus Weltfremdheit (ja, das ist mein Hauptkritikpunkt an die Grünen) zustimmen würden. Und ich kenne nur einen einzigen Bauern, der blau wählt. Sonst schwarz oder auch paar Nichtwähler. Und einer der Hauptsächlich bei der Voest arbeit, der wählt rot.
Ja, die Bauern sind ein Stammklientel der ÖVP, weil die sich so einigermaßen bemüht ihre Interessen zu wahren, wenn es auch nicht immer funktioniert wie zum Beispiel beim Blühstreifen. http://www.ama.at/Portal.Node/ama/public?gentics.rm=PCP&gentics.pm=gti_full&p.contentid=10008.44890&45_Infoblatt_Nuetz_Bluehstr_Biodivers.pdf
Ich kenne keinen einzigen Bauern der da Juhui schreit. Das ist nämlich mehr Arbeit und mehr Zeit für nix und wieder nix. Außerdem durch die Wegzeiten dem Hin und Herfahren kommt wieder viel CO2 in die Luft. An dieser Vorschrift haben die Grünen ja einen hohen Anteil- weil sie den Pröll da überm Tisch gezogen haben sallopp gesagt.
Und ehrlich gesagt als Tochter von einem Bauern, sehe ich in diesem Punkt vieles anders wie ihr und schwarz wenn es auf die bösen bösen Bauern losgeht.
In Wirklichkeit gibt es in Österreich keine Agrarlobby und die Gstopften Bauern mit Mercedes und so gibts wenige. Großgrundbesitzer kenn ich keinen einzigen. Oder ist das schon einer, der mehr als 5 ha hat? Die Förderungen auf denen soviele neidisch sind, machen oft mehr als die Hälfte so 3/4 des Lohnes aus. Es gibt viele Nebenerwerbslandwirte, weil sich so Betriebe mit um die 30 ha Grund sich einfach nicht mehr auszahlt ohne Nebeneinkommen. Und der Grund auf den viele so neidisch sind, ist ein Produktionsmittel und kein Zeichen von Reichtum. Und Landwirt ist auch mehr als ein 40 Stundenjob und es gibt Situationen, da kann man nicht einfach aufhören und man hat Verpflichtungen. Sprich das Vieh 2 mal am tag füttern und pflegen. Ernte einbringen wenn es schön ist und nicht wenn es einem freut. Nein, ich will nicht jammern sondern nur sagen, dass Bauern keine Schmarotzer sind. Im Gegenzug zu manche Angestellte einer bestimmten Stadt bekommen sie auch keine Zulage fürs Bodenwischen und so. Mittlerweile da wir Kinder mal groß genug sind und den Stall gegebenfalls alleine schupfen können fahren meine Eltern auch mal auf Urlaub für 2 bis 3 Tage.
Und der Kalina soll die Klappe halten – ich lass mich halt ungern als Tochter von Faschisten titulieren. Wie er im Jänner so quasi die Bauern titulierte. Das vertrage ich einfach schlecht.
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!!! | 25. April 2008 | 18:30
liebe weltbeobachterin!
abgesehen davon, dass die bauern in österreich sehr wohl eine gute lobby haben (oder was sonst ist die landwirtschaftskammer?), stimmt es, dass der großteil der bauern keine riesenflächen hat, im geld schwimmt und dann noch mit förderungen überhäuft wird. gerade eben sind in nö die förderungen aus dem öpul-programm für nachhaltige landwirtschaft kräftig gestrichen worden. das bedeutet für viele bio-landwirte einkommensverluste von 30 bis 50 prozent. einfach so.
eines muss man aber auch sagen: es ist nicht immer so, dass umwelt und landwirtschaft sich wunderbar vertragen, wie uns der herr pröll das gerne weismacht. viele landwirtschaftliche aktivitäten erhalten, schützen und bewahren unseren lebensraum, manche andere sind aber umweltschädlich (etwa überdüngung). auch die agrartreibstoffe sind eine hochproblematische angelegenheit. sinnvoller wäre eine flächendeckende (das mein ich wirklich so) ökologisierung der landwirtschaft.
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!!! | 27. April 2008 | 13:28
Lieber Laurenz.
Sorry, falsch mein Post so harsch rüberkommt. Aber mich hat der Ausdruck Agrarlobbyhandlanger so richtig geärgert. Und ärgert mich noch immer.
Ja, es ist richtig, dass sie eine relativ gute Lobby haben, was auch sehr gut ist. Die Global 2000 betreibt genauso lobbying für ihr Anliegen.
Viele Landwirte sind interessiert, dass nachhaltig gewirtschaftet wird. und Überdüngung ist auch nicht im Interesse der Landwirte, einfach aus dem Kontext heraus, dass Dünger auch sehr teuer sein kann.
Das mit den Förderungen in NÖ ist für mich wenn es so ist wie du schreibst auch sehr schwer verständlich. Ich denke schon, dass Umweltschutz und Landwirtschaft indem Sinn sich schon vertragen, dass nur bei Nachhaltigkeit der Boden dauerhafter einen Ertrag erbringt. Kunstdünger bekommt man auch nicht nachgeschmissen ums billige Geld. Das ich mit dem, was der Pröll da macht in seinem Ministerium bin ich auch nicht überglücklich und finde auch, dass anstatt dem Biospritziel zu erreichen lieber mehr in die Nahrung investiert gehört. – Aber wie VdB gestern in der Pressestunde richtig sagte, da ist nicht nur der Pröll schuld, weil da viele andere Mitreden wie Faymann, Molterer oder Bartenstein. Ich denke durch Forschung in dem Bereich wie man aus Abfällen wie Stroh etc. Sprit machen kann ist wichtiger. Und da gehören die Forschungsgelder erhöht- auch auf Kosten der LW, in dem man agrarische Großbetriebe wie die der Windsors nicht mehr fördert.
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!!! | 28. April 2008 | 08:41
Jetzt sag doch was!