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Israel unterstützen


Da hat etwas gefehlt in der Israel-Debatte, was mir bislang noch gar nicht so richtig aufgefallen ist, obwohl es gefühlsmäßig schon zu spüren war. Von Henryk Broder über Politically Incorrect, den Lindwurm, das geschlossene Liberal in Austria und Lizas Welt bis hin zu Innsbrooklyn haben sich unzählige Blogger die Bezeichnung “pro-israelisch” gegeben.

Nicht nur, dass ich dieses Bekenntnis grundlegend in Frage stelle. (Nicht weil ich Israel hasse oder so, sondern weil mir der Israel betreffende Konflikt zu komplex ist, als dass ich da klar pro-irgendetwas sein möchte, was auch automatisch ein anti-irgendetwas bedeutet.) Aber obwohl die Art und Weise unterschiedlichst ist, wie diese Blogger zur Welt stehen und ihren Pro-Standpunkt kommunizieren, eines lässt die Bedeutung der Bezeichnung “pro-israelisch” anscheinend immer mitschwingen, was ihnen gemein ist. Sie sind immer auch für eine harte Gangart gegen Palästinenser/Araber und bekennen sich zur Waffengewalt als primäres Konfliktlösungsmittel.

Eine Werbe-Kampagne der J Street, laut Huffington Post eine progressive jüdische Organisation, hat mich jetzt darauf gebracht, dass es schon absurd ist, diesen kleinen bis großen Falken Deutungshoheit über die Bezeichnung “pro-israelisch” diesen vorhin angesprochenen Leuten zu überlassen.

J Street meint, dass sich weltweit zahlreiche Gruppen finden und sammeln würden, um Israel zu unterstützen, wenn es eine militärische Lösung in seinem Konflikt vorzieht. Jetzt aber, wo eine diplomatische Lösung versucht wird und ein neuer Waffenstillstand ausgehandelt wurde, wäre es bemerkenswert still. Die Werbekampagne – die unter anderem in der New York Times geschaltet wurde – will sich nun dagegen stellen und eben demonstrativ den Verhandlungsweg unterstützen.

J Street is the political arm of the pro-Israel, pro-peace movement. [...]

J Street supports diplomatic solutions over military ones, including in Iran; multilateral over unilateral approaches to conflict resolution; and dialogue over confrontation with a wide range of countries and actors when conflicts do arise.

J Street hat sich also auch den Begriff “pro-israelisch” auf die Fahnen geschrieben, ihn aber zeitgleich auch mit “pro-peace” verknüpft. Das steht im krassen Gegensatz zu einigen Leuten die in jedem Eintreten für Diplomatie schon eine Art Suizidpazifismus (wenn nicht gar Antisemitismus) erkennen wollen. Und da kann man sich jetzt über die Problematik streiten, dass wahrscheinlich auch J Street mit einem Pro-Standpunkt auch immer Contra sein dürfte. Aber grundsätzlich kann man mit dieser Art des Pro-Israelisch-Seins durchaus viel mehr anfangen.

Und sie unterstützen.

Fotocredits: YehudaCO

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| 23. June 2008

7 Reaktionen bisher

    Georg sagt:

    Pass auf, gleich werdens dir ezählen, dass Diplomatie und nonmilitärische Sanktionen nix bringen und man sofort Kampfjets gen Iran schicken sollte, weil der sonst übermorgen eine A-Bombe Richtung Israel zündet ^^

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    !!! | 25. June 2008 | 17:04
    TPA sagt:

    @Herr Georg: Sind Sie zufällig mit Gerda Rogers verwandt? Ein guter Hellseher oder Sternendeuter sind Sie allerdings nicht.

    @Herr Autor: Ihr Beitrag hat mich dazu verleitet, einen Artikel zu verfassen:

    http://tu-pauper-austria.blogspot.com/2008/07/ber-die-skurrilitt-mancher-nahost.html

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    !!! | 1. July 2008 | 19:17
    Tom Schaffer sagt:

    ich würde vorschlagen, du liest nochmal, was ich da wirklich sage. dein beitrag geht nämlich ziemlich am obenstehenden vorbei.

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    1. July 2008 | 22:04
    Georg sagt:

    @Herr TPA:
    Angesichts des Vergleiches des Inhalts des zP Beitrages mit dem Inhalt ihres Artkels muss ich der Feststellung von Herrn Schaffer beipflchten und verleihe mir selbst hiermit den Beinamen “Nostradamus Maximus”.

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    !!! | 1. July 2008 | 22:10
    Lindwurm sagt:

    Ähem, ich bin zwar proisraelisch eingestellt, habe meinem Blog aber nicht “die Bezeichnung pro-israelisch” gegeben, gelle? Bleib ma bei der Wahrheit, geschätzter Kollege. Und Frieden ist mir auch lieber als Krieg, aber nicht um jeden Preis.

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    !!! | 6. July 2008 | 22:38
    Tom Schaffer sagt:

    es ging ja auch um die blogger, nicht die blogs. und nachdem du das spätestens jetzt evident gemacht hast, spar ich mir auch den widerruf ;)

    und hört doch endlich mal auf, so zu tun als würd hier jemand “frieden um jeden preis” (aber ja was denn eigentlich sonst wär jeden preis wert?) fordern. darum gehts in diesem artikel nicht im geringsten.

    hier gehts darum, dass von “proisraelischen” überall auf der welt die unterstützungerklärungen rausgeschossen kommen, wenn israel eine militäraktion gegen palästinensergebiete oder ein nachbarland fährt (eine einschätzung dieser pro-israelischen initiative, die ich teile). und das ungeachtet dessen ob eine militäraktion im jeweiligen fall gerade wirklich unumgänglich und völlig in ordnung oder eine präferierte wahl der mittel und kontraproduktiv ist.

    und jetzt hat sich eine initiative dazu berufen gefühlt, auch mal den versuch des diplomatischen weges demonstrativ zu unterstützen (was viel zu selten passiert – ihr und mir zufolge) – und ich hab das auch demonstrativ getan. unter anderem, weil auch diese bemühungen, die ich für sehr viel zielführender, wertvoller und sympathischer halte ansprechend gewürdigt werden sollen.

    die, die sich sonst immer betont proisraelisch geben, regen sich furchtbar auf, wenn leute immer nur die militäraktionen israels anprangern. das sind dann eh alles immer sofort alles zumindest latente antisemiten – gut, sind viele dabei, mag ich gar nicht verharmlosen.

    aber kaum unterstützt man mal demonstrativ einen diplomatischen ansatz des staates israel (d.h. man agiert eigentlich proisraelisch), muss man sich von all diesen zynischen genies wiederum den vorwurf gefallen lassen, man sei sowas wie ein “suizidpazifist” (um mich mal des steiners diktion zu bedienen) oder eben einer, der ihm nahen osten “frieden um jeden preis” will, oder man folge einer “israel soll sich um frieden bemühen-seifenblase”.

    kommt euch das nicht selbst ein bisserl unsinnig vor?

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    7. July 2008 | 00:27
    IndAIT sagt:

    Vorneweg: Ich bin eindeutig kontra-israelisch. Zwar bin ich gegen die asymmetrische Konfliktaustragung seitens der Palästinenser, doch das Vorgehen Israels in der Vergangenheit ist wohl gleichermaßen schärfstens zu verurteilen. Und man kann es drehen und wenden, das Resultat wird noch lange dasselbe bleiben: Ein dauerhafter Frieden ist Tom Cruise’s neue Mission Impossible. Nationalismus lässt sich nicht befrieden, wenn der Durst nicht gestillt ist. Weiters kommen ethnische Motive hinzu. Es muss sich etwas ändern, aber keiner weiß, was das sein soll.

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    !!! | 16. July 2008 | 10:49

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