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Interview über die Chorherr-Aktion

Julia Staller von Chilli.cc hat mich zum Chorherr-Crowdsourcing befragt (war mittlerweile auch im Standard und in der ZiB). Da meine Antworten im Artikel selbstverständlich nicht vollständig enthalten sind, ich mir ja trotzdem etwas beim Rest gedacht hab, gibt es sie hier in der Gesamtausführung.
[ad#ad-1]Chilli.cc: Warum hast du bei der Aktion von Christoph Chorherr teilgenommen? Möchtest du aktiv die Grünen unterstützen?
Tom Schaffer: Ich bin kein aktiver Grüner aber ein Sympathisant. Wenn mich andere ernstzunehmende Parteien nach Feedback fragen, bin ich auch gerne bereit mir etwas zu überlegen.
Wichtig ist die Glaubwürdigkeit. Ich beteilige mich in diesem Fall unter anderem, weil ich Christoph Chorherr als Blogger ernst nehmen kann. Er geht auf Beiträge von außen ein. Das kann man von den meisten der wenigen bloggenden PolitikerInnen leider nicht sagen.
Und schlussendich beschäftige ich mich einfach gerne mit solchen Dingen – ich bin prinzipiell ein sehr politik- und medieninteressierter Mensch und wollte etwas ausprobieren.
Chilli.cc: Was hältst du von der Idee von Christoph Chorherr? Muss/sollte in Zukunft das Internet im österreichischen Wahlkampf eine größere Rolle spielen? Wie hoch schätzt du überhaupt die Reichweite und den Erfolg von solchen Aktionen ein?
Tom Schaffer: Man sollte diese Aktion nicht unterschätzen. Sie erreicht sicher einige hundert, wahrscheinlich eher sogar ein paar tausend Menschen. Wenn man sich erinnert: 2006 haben auch sehr wenige Stimmen einen Unterschied zugunsten der Grünen gemacht. Aber diese Aktion allein dürfte die Wahl natürlich nicht entscheiden.
Die Idee ist gut und leider etwas besonderes. Ich erwarte von PolitikerInnen eigentlich diese Art des Dialogs mit Wählern. Christoph Chorherr ist in dieser Sache aber den meisten seiner KollegInnen und KonkurrentInnen ein oder zwei Schritte voraus – wobei man dafür kein fortschrittliches Genie sein muss.
Ob das Internet eine größere Rolle spielen “sollte” – ich denke diese Frage stellt sich gar nicht. Ob es soll oder nicht, es wird in Zukunft einfach wichtiger werden. Das hier ist erst der Anfang. Barack Obama gibt ja ein gutes Beispiel, wie erfolgreich ein Internetwahlkampf auf verschiedensten Ebenen sein kann. Österreich hinkt solchen Entwicklungen erfahrungsgemäß hinterher, schlussendlich wird man hier den Fortschritt aber auch nutzen.
Chilli.cc: Bist du dann – in Hinblick auf die vorherige Frage – Teil eines kreativen Marketing-Gags oder denkst du, werden die Grünen die Ideen der Blogger tatsächlich aufgreifen?
Tom Schaffer: Ich gehe davon aus, dass Christoph Chorherr die Anregungen weiterleitet – dass die Grünen sich damit befassen. Ich glaube aber nicht unbedingt, dass eine der Ideen wirklich genau so umgesetzt wird. Können und müssen sie ja wohl auch gar nicht. Niemand kannte den genauen Wahlkampfplan der Grünen. Ein Inserat oder Wahlplakat muss aber sehr penibel mit der generellen Ausrichtung eines Wahlkampfes zusammen passen.
Deswegen heißt das auch nicht, dass das alles gleich ein Marketing-Gag war, wenn mein Plakat nicht morgen in halb Österreich hängt. Die Einsendungen (das waren ja nicht nur Plakate sondern auch kritische Kommentare) waren allesamt als Anregung gedacht – als kleiner Denkanstoss und konstruktive Kritik. Alle Teilnehmer wissen, dass sie nicht in ein paar Minuten Arbeit den Wahlkampf der Grünen entwerfen können. Die sind ja nicht naiv. Mich ärgert es, in manchen Foren Kommentare zu lesen, die so klingen, als wären die Teilnehmer blöde Idioten, die ausgenutzt werden und sich ausnutzen lassen. Da verstehen manche einfach die Welt sozialer Medien und die Absichten ihrer Nutzer noch nicht. Manchmal helfen Menschen einfach gerne, wenn sie sich eine Veränderung erhoffen.
So weit das Ganze…
…und hier das verwendete Material:
Diese Ansicht teilt auch Blogger Tom Schaffer. Ohne sich große Illusionen zu machen räumt er ein: „In ein paar Minuten Arbeit kann man nicht den Wahlkampf der Grünen entwerfen. Das ist allen Teilnehmern klar.“ Den Bloggern geht es offenbar mehr um die Sache an sich. Welche konkreten Auswirkungen ihre Arbeit schlussendlich haben wird, ist zweitrangig.
Schon ein bisserl frustrierend.
PS: Andere Bloggern haben auch ihre vollständigen Antworten veröffentlicht: Helge und Maschi
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2 Reaktionen bisher
tja, jetzt musst nur mehr hoffen nicht von chilli.cc verklagt zu werden weil man für die verwendung ihrer artikel zahlen muss, wie ich von bekannten weiß…
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!!! | 16. July 2008 | 22:41
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