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Ute Bock-Projekt steht vor den finanziellen Ende

 

Ute Bock
Eigentlich wollte ich schon seit längerem einen Blogpost verfassen, indem ich fordere, dass man Ute Bock die höchsten Staatsauszeichnungen zukommen lässt. Jetzt muss es ein anderer Beitrag sein, denn das Flüchtlingsprojekt der 66-jährigen steht vor dem Ende. Es fehlen 250.000 Euro.

Während die Vereinsauflösung nun trotz vieler Benefizveranstaltungen in den letzten Jahren fast schon beschlossen scheint, bringt Frau Bock in ihrem Blog auf derStandard.at bringt auf den Punkt, warum es die Organisation weiterhin geben muss.

Fast jeden Tag kommt eine Familie zu uns, die davongerannt ist: Meist sind es Ehepaare mit mehreren Kindern, die nirgends Platz bekommen, alle möglichen Institutionen rufe ich dann an, immer häufiger umsonst.

Und das dürfte keine Übertreibung sein. Vor einigen Monaten habe ich auf einer Zugfahrt eine junge Frau kennen gelernt, die mir von ihrer Arbeit beim Projekt Ute Bock berichtet hat. Der Ansturm von verzweifelten Flüchtlingen (ihr wisst schon, dass sind diese laut rechten Idioten ach so vom Staat vollgestopften Sozialschmarotzer), die dank den österreichischen Asylgesetzen ja leider nicht arbeiten dürfen, um sich selbst zu versorgen (ihr wisst schon, dass sind diese laut rechten Idioten ach so weltfremd-multikulturell-dominierten Asylgesetze), scheint größer zu werden.

Während die Regierung sich der immer weiter schrumpfenden Asylwerberzahlen rühmt, scheint für die eh nur noch wenigen Flüchtlinge die nach Österreich kommen in der heimischen Politik immer noch kein existenzsicherndes Programm erwünscht zu sein (wenn schon keine schnellen Verfahren möglich sind). Die Mittel scheinen sogar geringer zu werden.

Ich bin ehrlich. Die unerträglich menschenfeindliche Ignoranz, die es schafft, dass eine Heldin der Menschendreundlichkeit wie Ute Bock vor den Trümmern ihrer Gutherzigkeit steht, macht mich wütend. Denn egal wie man grundsätzlich zur Asyl-Thematik steht, nur unverbesserliche Rassisten können nicht sehen, dass diese Hilfe für die Ärmsten der Armen notwendig ist – was uns alle beschämen sollte.

PS: Vielleicht können die Parteien, die heute zig Millionen in den Wahlkampf pulvern, ihre Kassa mal ein wenig öffnen. Diese 250.000 Euro wären doch einmal ein sinnvolles Wahlzuckerl.

PPS: Wer will, kann online ganz einfach über Bankeinzug spenden.

PPPS: Da Online-Crowdsourcing ja in mehrerlei Hinsicht immer öfter eingesetzt wird, kennt jemand ein schnelles und realistisches Fundraising-Konzept, das hier helfen könnte?

Das Ute Bock Wohnprojekt bietet derzeit rund 220 Flüchtlingen aus Krisenregionen in aller Welt (u.a.Tschetschenien, Nigeria, Afghanistan, Iran, Irak, Sudan) einen Platz zum Wohnen. Die BewohnerInnen helfen mit, ihre Wohnungen zu renovieren, richten sie mit Möbeln aus Sachspenden selbst ein und tragen Verantwortung für die Instandhaltung und Reinigung. Trotz einer EU-Bestimmung, die allen AsylwerberInnen eine „Grundversorgung“ garantiert, leben etwa ¾ der Menschen ohne jede staatliche Unterstützung. Für ihre grundlegenden Lebensbedürfnisse kommt Ute Bock auf und die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und medizinische Versorgung müssen aus Spendengeldern finanziert werden.

Update: Die Grünen spenden 10.000 Euro, SPÖ und ÖVP schweigen, FPÖ und BZÖ lehnen ab und zeigen dabei ihre menschenfeindliche Fratze und völlige Realitätsferne (Auf die Art: “Den Verein Ute Bock braucht man nicht”).

Fotocredits: Wikipedia

 
Tom Schaffer | 3. September 2008

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3 Reaktionen bisher

    Thomas sagt:

    Es ist furchtbar. Es ist schlicht und ergreifend furchtbar. Auch bezweifle ich, das irgendeine Partei, außer den Grünen, die Eier hat, was zu tun. Und die haben wohl zu wenig Geld/Einfluss…

    !!! | 3. September 2008 | 18:27
    Pontifex Maximus sagt:

    Eine Schande.

    Hab mal gespendet.

    !!! | 3. September 2008 | 23:57

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