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Replik: Klenk ist mit Grünen-Bashing am Irrweg

Florian Klenk
Dass die Krone den Grünen jeden Furz vorwirft ist nicht neu und mir wurst. Dass aber Florian Klenk sich in den letzten Tagen auf die Grünen eingeschossen hat, ist durchaus bemerkenswert. Zum Einen weil die Kritik im Falter der Partei vermutlich deutlich mehr schadet. Vor allem aber weil mir die Art und Weise übel aufstößt, wie einer der besten Journalisten des Landes an die Sache herangeht. Worum es geht? Der Tierschutzaktivist Martin Balluch wurde auf einen “sichtbaren, nicht wählbaren” (VdB, Pressestunde) Listenplatz der Grünen gesetzt.

In Klenks Berichten (1, 2, 3) wird verkürzt, vorverurteilt und ziemlich polemisiert. Im ersten Artikel unterstellt Klenk den Grünen, mit radikalen Tierschützern (die sogar Todesdrohungen aussprechen) zu sympathisieren. Dieser Vorwurf ist natürlich nur möglich, wenn man Balluch für schuldig befindet.

Der war heute übrigens im Chat bei derStandard.at und hatte dazu etwas zu sagen:

Man hat mich ca. 2 Jahre lang mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bespitzelt. D. h. man hat mein Handy belauscht und gepeilt, meine eMails wurden gelesen, ich wurde 24 h pro Tag observiert, es gab Mikrofone in unseren Vereinsräumlichkeiten, ich hatte einen Peilsender am Auto und es wurden verdeckte ErmittlerInnen in unsere Gruppe eingeschleust. Ergebnis: Kein Hinweis auf eine kriminelle Handlung oder auf Planung bzw. Anordnung derselben. Gibt es einen besseren Beweis, dass ich in dieser Zeit, nicht kriminell aktiv gewesen sein kann?

[…]

Nach 29 Jahren politischem Aktivismus bin ich strafrechtlich unbescholten.

[ad#ad-1]Im zweiten Post will Klenk widerlegen, dass der “Mafiaparagraph” gegen NGOs eingesetzt werden kann. Damit geht er am wesentlichen Punkt vorbei, dass ein als unschuldig geltender Mann aus der Tierschutzszene gerade fast vier Monate ohne Anklage in Haft verbracht hat (und vergisst, dass auch andere langfristig bestehende Organisationen wie Greenpeace durchaus Straftaten begehen und nach dieser Gesetzesauslegung damit gefährdet sind). Und dass unter allen Parteien in Österreich anscheinend nur die Grünen ein Problem mit diesem rechtsstaatlichen Problem haben, kann ich ihnen nicht vorwerfen. Nicht einmal dann, wenn Balluch am Ende doch noch schuldig gesprochen werden würde, was zum momentanen Zeitpunkt nicht nur fragwürdig sondern auch irrelevant ist.

Mit seinem dritten Post schießt Klenk dann allerdings bereits weit übers Ziel hinaus. Er bringt die Feigenblatt-Bemerkung, dass die Unschuldsvermutung gelte. Und dann wirds tief unter der Gürtellinie. Er wirft Balluch vor, Gewalt zu verharmlosen, ja gar Morde gutzuheissen.

Auch dazu hatte Balluch im derStandard.at-Chat etwas zu sagen:

Die an mich herangetragene Frage war, wie ich den Mord von Menschen und Tieren im Vergleich bewerte. Ich habe geantwortet, dass, wenn man den Rechtsstatus von Tieren als Personen anerkennt, dann müsste ihre Ermordung auch wie ein Mord an einem Menschen geahndet werden. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich es als gerechtfertigt erachte, Mörder zu ermorden. Ich bin gegen die Todesstrafe und gegen den Meuchelmord bzw. die Lynchjustiz.

Klenk geht hier sogar so weit, um “radikale Tierschützer” in Verbindung mit dem Mord am xenophoben niederländischen Demagogen Pim Fortuyn zu bringen. Es stimmt zwar, dass dessen Mörder ein Tierschützer war, nur geschah der Mord aus ganz anderen Gründen: Eben weil Fortuyn ein radikaler Hetzer war. Diese Verknüpfung von angeblich radikalen Tierschützern mit einem Mord-Attentat ist polemisch bis diffamierend, das muss ein Journalist von Klenks Klasse wissen.

Schlimm wäre es, wenn er dieses Mittel bewusst einsetzt. Schlecht, wenn er es unabsichtlich tut.

Die grundlegendste Frage ist: Warum hat Klenk vor seinen harten Attacken auf die Grünen und Balluch nicht die Funktion der Standard-Poster übernommen und mit den betroffenen Menschen gesprochen?

PS: Dass die Grünen bisher hören mussten, sie wären zu fad, und ihr Aktionismus dann bei der erstbesten provokanten Aktion als “unerträglich” bezeichnet wird, ist schon ein Zeichen dafür, in welcher unmöglichen Situation die Partei bei den Erwartungshaltungen an sie steckt.

| 4. September 2008

32 Reaktionen bisher

    maschi sagt:

    Guter, wichtiger Beitrag, thx!

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    !!! | 4. September 2008 | 18:51
    Philip sagt:

    Ich finde es richtig, wenn die Grünen den Mafia-Paragraphen kritisieren. Nicht richtig halte ich es, wenn Peter Pilz dauernd Polizeiakten veröffentlicht. Nicht richtig halte ich es, wenn die Grünen einen Menschen auf ihre Liste setzen, der in der Vergangenheit zwiespältige Aussagen gemacht hat und sich sich im Dunstkreis von “Tierrechtlern” befindet, die mit etwas fragwürdigen Mitteln arbeiten und zum Teil unerträgliche Ansichten haben.

    Balluch ist für mich kein Idealist, sondern ein Extremist. Tierschutz ist etwas anderes – genau so ist für mich Tierschutzpolitik etwas anderes, als aktionistisch Balluch auf die Liste zu setzen, währenddessen noch ein Verfahren gegen ihn offen ist. Und diese Meinung vertrete ich, obwohl den Tieraktivisten mit der 100 Tage Haft möglicherweise Unrecht geschehen ist.

    Irgendwie kann ich Klenk schon etwas abgewinnen, und ich denke, dass sich die Grünen damit keinen Gefallen getan haben. Bürgerliche ÖVP-Wähler, die eigentlich Grün wählen wollten, werden massenhaft zum LIF abwandern. Ebenso bereits enttäuschte Realos, die ohnehin schon an den Grünen zweifelten.

    Zusammengefasst: Ich lehne Extremismus – egal welcher Form – entschieden ab. Eine Partei, die Extreme fördert, kann und will ich auf lange Zeit nicht mehr wählen.

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    !!! | 4. September 2008 | 19:01
    Zwischenrufer sagt:

    Bitte um Aufklärung: Bedeutet das, der Mord an Pim Fortuyn ist irgendwie zu rechtfertigen, weil dieser in deinen Augen ein “radikaler Hetzer” war?

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    !!! | 4. September 2008 | 19:03
    Philip sagt:

    Ich zitiere

    Klenk geht hier sogar so weit, um “radikale Tierschützer” in Verbindung mit dem Mord am xenophoben niederländischen Demagogen Pim Fortuyn zu bringen. Es stimmt zwar, dass dessen Mörder ein Tierschützer war, nur geschah der Mord aus ganz anderen Gründen: Eben weil Fortuyn ein radikaler Hetzer war. Diese Verknüpfung von angeblich radikalen Tierschützern mit einem Mord-Attentat ist polemisch bis diffamierend, das muss ein Journalist von Klenks Klasse wissen.

    Wie bitte? Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache, lieber Tom. Der Mord gegen Fortuyn war die schlimmste Ausführung eines durchgeknallten “Tierschutzes”.

    Siehe Wikipedia:

    Der Hedonist Fortuyn, der sich gegen eine Einschränkung der bedeutenden Nerzzucht in Holland mit Sätzen wie „Wählt mich, dann dürft ihr Pelzmäntel tragen“ ausgesprochen hatte und dem provokante Thesen gegenüber Muslimen und religiösen Fanatikern leicht von den Lippen gingen, war eine einzige Provokation für van der Graaf. In Vernehmungen äußerte van der Graaf, dass er schon ein halbes Jahr lang überlegt habe, wie er Fortuyns Aktivitäten stoppen und ihn zum Schweigen bringen könne, es fiel ihm später auch schwer, sich von dem Mord zu distanzieren. Familienangehörige Fortuyns trugen Pelzkleidung während der Verhandlung, um dem Tierrechtler gegenüber ihre Präsenz und Abscheu zu zeigen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pim_Fortuyn#Der_Attent.C3.A4ter

    Ein Mord ist ein Mord, Tom. Völlig egal, ob Fortuyn xenophob war. Und Balluch hat diesen Mord als Tyrannenmord dargestellt, und so ein Mann steht auf der Liste der Grünen. Das kann es doch nicht sein!

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    !!! | 4. September 2008 | 19:15
    Tom Schaffer sagt:

    Nein, bedeutet es natürlich nicht. Aber es hat einfach nichts damit zu tun, dass der Täter Tierschützer war. Es war ein Anschlag auf einen islamophoben Hetzer, nicht auf einen Tierquäler. Wenn heute ein Bauarbeiter einen Ausländer tötet, dann hätte das mit seiner Profession als Bauarbeiter schließlich auch nichts zu tun – dementsprechend wär es falsch, da eine Verknüpfung herzustellen.

    Und diese Nachfrage finde ich ehrlich gesagt geradezu grotesk, ist meine Antwort doch sowas von offensichtlich.

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    4. September 2008 | 19:53
    Philip sagt:

    @Tom: Die Ermittlungsergebnisse besagen aber, dass der Mord vor allem “tierrechtlich” motiviert war.

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    !!! | 4. September 2008 | 20:05
    Tom Schaffer sagt:

    quelle? dazu weiß nämlich weder die englische noch deutsche wikipedia was. die behauptet gar das gegenteil.

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    4. September 2008 | 20:06
    hc voigt sagt:

    ebenfalls: danke für den eintrag.

    klenk sehr schätzend, haben mich seine einträge heute etwas ratlos und verstört zurückgelassen.

    da ist mal der inhalt. auf den bist du ja eingegangen.
    da ist aber auch die abfolge dieser 3 einträge, seine ersten eigentlichen blog-einträge seit langem, dh. nicht einfach reinkopierte zeitungsartikel. das spricht für einige – ich nenn’ das mal – “erregung”?
    und ich frag mich, warum dieses aus seinem rahmen fallende engagement, das sich ja auch im ton widerspiegelt.
    würde es wirklich gerne wissen.

    eine andere sache, die mich allerdings schon seit längerem verstört/ärgert:
    wieso wird für die bewertung der rechtmäßigkeit der staatlichen stellen in der verfolgung der tierschützer ständig auch deren “zweifelhafte” ideologie und deren “nervtötendes” auftreten auf der mahü ins treffen geführt?

    die beiden faktoren haben NICHTS miteinander zu tun.
    klartext:
    1. ich fange mit der “ideologie” der tierschützer sehr wahrscheinlich gar nichts an; und wenn ich sehr wahrscheinlich sage, dann nur, weil es sicherlich (alles was ich weiß sogar extrem) viele sehr unterschiedliche “tierschützerideologien” gibt.
    2. mich haben sie ziemlich genervt, verdammt genervt. vor allem, wenn ich zwei bis dreimal täglich an ihnen vorbei musste. und das über monate.

    all das hat jedoch nichts mit der bewertung der polizeilichen, staatsanwaltlichen und politischen methoden zu tun.

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    !!! | 4. September 2008 | 21:26
    laurenzennser sagt:

    puh … ich hab ehrlich gesagt ziemlich geschnauft beim lesen von klenks artikeln … immerhin ist das einer der besten journalisten des landes, der ja in vielen themenbereichen (innenministerium, bawag, polizei) seite an seite mit grünen argumentiert hat. da stimmen einen solche vorwürfe schon nachdenklich.

    ich möchte aber festhalten, dass man in dem fall erstmal abwarten muss, bevor man endgültige urteile fällen kann. schauen wir, was überhaupt in der anklage stehen wird (falls es eine geben wird), schauen wir, was bei einem etwaigen verfahren rauskommt.

    organisationen wie die ALF sind sicher jenseits des akzeptablen, da hat klenk schon recht. wobei das problem in diesem fall – wie so oft – die trennung zwischen jenen, die ein anliegen mit friedlichen mitteln verfolgen, und jenen, die gewalt dafür anwenden, ist. ist der buchstabe des gesetzes hier auch die grenze des moralisch zulässigen? gibt es minimal-übertretungen des gesetzes, die als legitim gelten können? oder ist eine verwaltungsstrafe schon unmoralisch?

    nicht so leicht, das.

    worüber ich aber froh bin:
    die grünen sind im wahlkampf nicht zu feig, das thema aufzunehmen. ich weiß nicht, ob das wahltaktisch klug ist. wenn der 28. 9. nicht das gewünschte resultat bringt, dann wird das sicher heftig diskutiert werden. und dass der paragraph 278a zur bekämpfung der organisierten kriminalität zu schwammig, zu dehnbar und daher missbrauchsanfällig ist, steht für mich außer frage.

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    !!! | 4. September 2008 | 22:18
    Tom Schaffer sagt:

    klenk legt nach: http://www.florianklenk.com/2008/09/mit_wutenden_grussen.php

    im kontext geht es gar nicht anders als das als rein diffamierend zu bezeichnen.

    meine enttäuschung über einen, wie er selbst im club 2 sagte, verkörperer eines neuen österreichs könnte nicht größer sein.

    wie schon gesagt: am ende hat er vielleicht glück und balluch ist schuldig. aber zum momentanen stand der dinge kann ich keinen unterschied zum vorgehen der kronenzeitung mehr erkennen.

    erschütternd.

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    4. September 2008 | 22:39
    Cronos sagt:

    Ich schätze Herrn Klenks Artikel im Falter sehr. Er recherchiert sehr genau, wie eigentlich alle Falterredakteure, und stellt die Vorgänge zeitlich sehr genau dar. Auch gefällt mir seine Klarheit im Ausdruck. Er geht und ging oft mit den Grünen.
    Es stellt nun die Frage, ob er vielleicht nicht doch recht hat? Wenn Peter Pilz jemanden Angreift ist von Unschuldsvermutung wenig zu spüren. Auch die Wortwahl von Pilz gleicht einem Spalthammer, damit einem Gesprächpartner es nicht einfalle etwas zu erwidern. Die Wucht der Vorwürfe soll jede Gegenwehr verunmöglichen. Vieles was er aufzeigt, ist berechtigt, nur scheint mir Pilz jede Mücke zum Elefanten aufzublasen. Das ist für das Gehört werden ev. notwendig. Aber wie sollen die Bürger dann einen echten rießen Skandal noch erkennen?
    Auch hier könnte ich schreiben, dass den Grünen die Verhältnismäßigkeit abgeht, denn sonst müssten die Kollegen Pilz einmal auf die Seite nehmen und mit ihm reden.

    Die Aussage zu Pim Fortuyns Tod halte ich für gefährlich. Denn die Umwertung des Tieres zur Person, wie in der Antwort formuliert, ist bei Balluch kein Gedankenspiel sondern konkrete Forderung.Die ermordung eines Pelzträgers über den Tyrannenmord (Pelzträger=Tyrann)auch nur ansatzweise und in Gedanken zu rechtfertigen, halte ich für absurd. Schlichtere Gemüter aus der radikalen Tierrechtsecke könnten sich hier bestättigt fühlen. Ebenso gilt das für die Aussage Balluchs, er freute ich über Tierfabriksruinen. Wiederum: schlichtere Gemüter könnten das als Rechtfertigung sehen. Balluch selbst könnte das rechtsstaatslich nicht zugerechnet werden, er hätte laut van der Bellen eine reine Weste.
    Peter Pilz würde aber in einem anderen Zusammenhang wohl von einem Schreibtischtäter reden und von politischer Verantwortung.

    Dies alles bedenkend, halte ich die Kritik von Klenk für begründet und sollte von den Grünen und grün affinen nicht so leicht als Bashing(da braucht man ja nicht reagieren)abtun.

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 11:00
    Tom Schaffer sagt:

    ich weiß nicht, warum hier eine abhandlung über peter pilz begonnen wird. es geht um florian klenks artikel. der eine ist politiker, der andere journalist. die sollen und müssen unterschiedlich arbeiten.

    für mich sind die haltungen von balluch sehr klar und unumstößlich dargelegt. ja: er ist für die gleichstellung von tier und mensch. und ja: er ist gegen das ermorden von mördern.

    ersteres ist ganz sicher nicht meine meinung, aber es ist sein gutes recht so zu denken. (und bei der art wie tiere heute meist behandelt werden, kann ichs sogar nachvollziehen, ohne vegetarier zu sein)
    zweiteres ist eine klare distanzierung von gewalt.

    mehr kann der mann im moment nicht tun oder sagen.

    ihm seine haltungen zur wertigkeit von tieren (mit einer wilden hättiwari-gschicht von pim fortuyn zu möglichen tschopperln die balluch als prophet verstehen könnten und seine worte womöglich völlig falsch verstehen) als hetzerei und indirekten mordaufruf auszulegen ist unsinn. das ist reine diffamierung und überhaupt kein sachliches argument mehr.

    ich bin erstaunt. wenn alles was man balluch vorwirft wahr ist: wie hat es der kerl dann mit dieser unterstellten aggressiven und anti-rechtsstaatlichen haltung geschafft, in fast 30 jahren gelebtem aktionismus nicht ein einziges mal straffällig zu werden?

    sowas kann man nicht einfach mit einem zusammenhangslosen und verdreht interpretierten zitat wegwischen.

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    5. September 2008 | 11:54
    maschi sagt:

    Mir geht es hier nicht um (für mich abstruse) Forderungen auf Tierrechte, es geht mir um Meinungsfreiheit und Rechtsstaat. Und dieser ist massiv in Gefahr, wenn es möglich ist, dass man 110 Tage hinter Gitter geht, nur weil man sich im Umfeld einer Organisation bewegt, die ihrerseits wiederum in Verdacht steht eine “kriminelle Organisation” zu sein. Dieser Paragraf im Strafrecht setzt so angewandt das Prinzip individuell nachgewiesener Schuld außer Kraft, denn dieses Problem hat tatsächlich jede 2. NGO: es finden sich im Umfeld einer Organisation oder auch nur “Bewegung” neben einer großen Anzahl vollkommen friedlich Engagierter auch einige die bereit sind – ich sag jetzt mal ganz bewußt “echte” – Straftaten zu begehen: Vorsätzliche Sachbeschädigung, Körperverletzung, Nötigung, Mord. Beispiel Anti Globalierungs Demos: die Polizei kann und soll Gewalttäter herausfischen, aber es kann doch niemals angehen, etwa einige der Organisatoren solcher Demos unter den Verdacht zu stellen, eine “kriminelle Organisation” zu sein und damit Mitdemonstranten unter einen Generalverdacht zu stellen oder gar pauschal zu kriminalisieren. Ja, selbst offizielle Mitglieder einer solcherart verdächtigten Organisation werden in der Regel überwiegend solche sein, die organisationsintern gegen von radikalisierten Kleingruppen geforderten Gewaltaktionen auftreten.

    Das Abweichen vom Grundprinzip individuellen Schuldnachweises ist eine radikale Maßnahme, die sich vielleicht zur Bekämpfung internationaler Grosskriminalität unentbehrlich erweist und über dessen Notwendigkeit zu diskutieren natürlich legitim ist, der Anwendungsbereich müsste dann aber supereng sein. Die Konsequenz ist nämlich ein De Facto Verbot einer Organisation, denn ich muß mich Ihr vollkommen fernhalten um nicht Gefahr zu laufen als tatverdächtig hopsgenommen zu werden, hinter Gitter zu wandern um dann mit Glück, wenn der Job längst weg ist, vielleicht wieder frei zu kommen.

    Das kanns nicht sein, das fördert zivile Feigheit: ich halte ein Anliegen für legitim, trau mich abe rnicht dafür einzutreten, weil ich dann nämlich automatisch fast immer in die Nähe von Leuten gerate, die für diese Anliegen bereit sind Gewalt einzusetzen?

    In was für einer Welt wollen wir denn leben, frage ich…
    Eine

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    !!! | 5. September 2008 | 12:05
    weltbeobachterin sagt:

    du irrst,
    Klenk hat recht!
    die Tierschützer betreiben Psychoterror ich hab das selber erfahren.
    ich wurde Mörderin genannt, weil ich für den VGT nix spenden wollte. Ich habe gesagt, ich unterstütze sie nicht – weil bei mir zuerst der Mensch und dann das Tier kommt. Mir ist da um das Geld zu schade. Und ich bleib bei dem Standpunkt

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    !!! | 5. September 2008 | 12:28
    Philip sagt:

    Hier werden wieder zwei Sachen vermischt. Wenn die Grünen gegen den Paragraphenartikel agieren wollen, dann ist das völlig in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es, den skurrilen Balluch auf die Liste zu setzen. Tom, seine Aussagen sprechen für mich eine widersprüchliche, extremistische, und abschreckende Sprache. Wenn man im Zusammenhang mit Pim Fortuyn über Tyrannenmord philosophiert, ist das ein geschmackloser Skandal. Auch findet sich bei Klenk eine Aussage Balluchs, wo er Buttersäurenattentäter in Schutz genommen hat. Soll man ernsthaft eine Partei begrüßen, die solche Leute auf die Liste setzt? Ebenso stößt mich Pilz mit seiner übertriebenen “Aufdeckungsarbeit”. Datenschutz zählt für Pilz offensichtlich gar nicht mehr, auf Persönlichkeitsrechte pfeift er, wenn es dem eigenen Interesse dient.

    Insofern schließe ich mich Weltbeobachterin völlig an: Klenk hat recht, die Grünen haben einen totalen Fehler gemacht und werden bei der Wahl gerechtfertigt dafür büßen müssen. Und dann wird das Gejammer wieder groß sein …

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    !!! | 5. September 2008 | 12:59
    Cronos sagt:

    Ich lege ihm das nicht als Hetzerei aus und auch nicht als Mordaufruf. Seine Äußerungen könnten aber im Extremfall als Legitimation dienen. Im Endeffekt ist seine Antwort verschleiernd.
    Eigentich gibt es nur eine Antwort um das Verhältnis der Tötung eines Menschen und eines Tieres aufzuzeigen.
    Die Tötung eines Menschen ist immer Mord. Die Tötung eines Tieres ist keine Mord, aber ich bin gegen das sinnlose Töten von Tieren. Das ist klar und für jeden verständlich.
    Da muss ich nicht dem Tier Personenstatus zugestehn und dann über den Tyrannenmord argumentieren.
    Im Rahmen der freien Meinungsäußerung kann Balluch die Meinung vertreten, dass Tiere gleich Menschen sein. Dass er aber das Leben eines Tieres höher einschätzt als das eines Menschen, der einen Peltzmantel trägt, ist purer Unfug und dem gehört auch dementsprechend widersprochen.

    Dass seine Haft wahrscheinlich nicht gerechtfertigt war, das Gefühl habe ich auch. Aber das hat die Justiz zu klären.

    Einen Menschen, auch wenn er einen Doppeldoktor hat, der solche Gedanken äußer auf eine Liste zur Parlamentswahl zu setzen ist aus meiner Sicht ein schlechtes Zeichen, wo man bei den Günen doch so schon deren Mißtrauen der Polizei und der Justiz merkt und jetzt ist noch einer auf der List, der Menschen vor der rechtlichen Verfolgung schützen will. Wozu brauchen wir dann den Rechtsstaat?

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Sicht etwas klarer darlegen.

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 13:36
    greenberetta sagt:

    @Cronos:
    “Dass er aber das Leben eines Tieres höher einschätzt als das eines Menschen, der einen Peltzmantel trägt, ist purer Unfug und dem gehört auch dementsprechend widersprochen.”

    Tut er das? Die Stelle wäre interessant. Auch würde mich endlich mal brennend interessieren, wo er vom “Tyrannenmord” spricht.
    Es ist immer eine Sache, selbst die Worte eines anderen zu interpretieren und weiterzuspinnen. Hier sollte man aber Herrn Balluch selbst zu diesem Vorwurf zu Wort kommen lassen, bevor man ihm etwas in den Mund legt.

    Im vorliegenden Fall die “Untragbarkeit” des Herrn Balluch damit zu rechtfertigen, dass er solche Gedanken äußert … wo?!

    Apropos Legitimation:
    Sie meinen, er würde da Unmündige verleiten? Am persönlichen Gewissen und an der persönlichen, gesetzlichen Verantwortung kommt kein Mensch vorbei, auch Tierschützer nicht!

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    !!! | 5. September 2008 | 14:10
    maschi sagt:

    Vermutlich interessiert mich die Frage, ob es ein schwerer politischer Fehler der Grünen ist, Herrn Balluch an nicht wählbarer Stelle auf die Liste zu setzen einfach nicht ausreichend. Viel interessanter sind da die anderen Fragen, die Klenk meines Erachtens nicht ausreichend kritisch stellt: hier war ja nicht nur Balluch in Haft, sondern auch einige andere Existenzen wurden vorläufig arg zerrüttet… und zufällig weiß ich aus für mich zuverlässiger privater Quelle, dass da zumindest einer dabei war, der nichts getan hat außer sich für Tierschutz zu interessieren, der nichtmal irgendeine Beziehung zu Herrn Balluchs Verein hat… Und mich persönlich wird daher sehr interessieren, wie sich der Staat hier aus seiner Entschädigungspflicht rausargumentieren wird. Vermutlich gemäß den Buchstaben des Gesetzes und dennoch einer Bananenrepublik würdig.

    Schaut nicht nur auf “die” Tierschützer und Ihr oftmals mehr als fragwürdiges Agieren, diese Causa ist menschenrechtlich relevant – die Grünen wollten wohl nur diesbezüglich ein Zeichen setzen. Vielleicht ein patschertes, mag sein. Dann schlag ich aber nicht auf die Patscherten ein, sondern knöpfe mir in erster Linie die echten Problemfälle vor.

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    !!! | 5. September 2008 | 14:28
    Cronos sagt:

    @greenberetta

    Hier die gewünschte Info:
    Format (Nr. 21/02) vom 17.05.2002 Seite: 44
    Dort meinte Balluch nach dem Mord am niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortyn (ermordet durch einen radikalen Tierschützer): “Würde man Pelztiere vor dem Gesetz als Personen ansehen, dann könnte jemand das Rechtsgut Wohlbefinden der Pelztiere’ für höher erachten als das Rechtsgut Leben’ desjenigen, der den Tieren ihr Wohlbefinden nehmen will. In der ethischen Literatur wird das als Tyrannenmord’ gerechtfertigt.”

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 14:33
    greenberetta sagt:

    @Cronos:
    Und, ist das wohl nicht auch aus dem Kontext gegriffen?
    Außerdem fordert Balluch ja auch nicht, “Pelztiere vor dem Gesetz als Personen anzusehen”.
    Sie unterstellen ihm das aber und damit auch, Tierleben über das von Tierquälern zu stellen.
    Lesen Sie mal, was er im derstandard.at-Chat dazu gesagt hat:

    —-
    Stimmt es, dass sie 2002 in einem Magazin die Ermordung Pim Fortuyns durch einen radikalen “Tierschützer” mit einem Tyrannenmord verglichen haben?

    Martin Balluch:
    Das habe ich nie getan. Die an mich herangetragene Frage war, wie ich den Mord von Menschen und Tieren im Vergleich bewerte. Ich habe geantwortet, dass, wenn man den Rechtsstatus von Tieren als Personen anerkennt, dann müsste ihre Ermordung auch wie ein Mord an einem Menschen geahndet werden. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass ich es als gerechtfertigt erachte, Mörder zu ermorden. Ich bin gegen die Todesstrafe und gegen den Meuchelmord bzw. die Lynchjustiz.

    —-
    Zitat Ende

    Ich hoffe, die Sache ist damit geklärt.

    Zu welchen Mitteln darf man übrigens greifen und nicht greifen, um Tierquälerei zu verhindern? Aber schon gut, das ist wieder ein eigenes riesiges Thema.

    lg

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    !!! | 5. September 2008 | 14:48
    Tom Schaffer sagt:

    das hatte ich ja aber eigentlich eh schon im text gegenüber gestellt ^^

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    5. September 2008 | 14:53
    Cronos sagt:

    @greenberetta

    Ich denke nicht, dass da was aus dem Kontext gegriffen wird. Es wurde eine Frage gestellt, die Balluch beantwortet hat. Oben habe ich schon geschrieben, wie die Frage EINDEUTIG beantwortet werden kann.

    Dass er damit Tierleben über das von Tierquälern stellt ist eine Konsequenz daraus dar. Das muss ich im nicht unterstellen.

    Die Sache ist geklärt? Warum und wieso? Er unterstützte doch den Fall, indem einem Affen der Status einer Person zuerkannt werden sollte, damit der Affe erben hätte können. Wenn er gegen Todesstrafe und Lynchjustiz ist, wieso dann eine so komplizierte Antwort?
    Würden Sie eine derartige Erklärung auch bei einem haiderischen Ausfall auch akzeptieren oder nicht einwenig skeptisch bleiben? Ich erlaube mir Herrn Balluch gegenüber skeptisch zu bleiben.

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 15:04
    Tom Schaffer sagt:

    die forderungen der tierschützer spielen zwar imo hier gar keine rolle, aber weil ja hartnäckig versucht wird, sie ins lächerliche zu ziehen, sage ich dazu auch etwas.

    es geht den tierschützern darum, dass affen grundrechte bekommen. von diesem erbfall hab ich noch nie gehört (quelle?). was ich mitbekommen habe geht es um ein recht auf unversehrtheit (keine folter), leben (keine tötung) und freiheit (keine zoos). nicht um erbschaft, wahlrecht oder pensionsanspruch.

    einen konkreten fall hab ich mitbekommen, da ging es darum, dass ein affe aus seiner lebenswelt herausgerissen und umgesiedelt werden sollte (was für einen affen wohl tatsächlich eine ähnliche psychische belastung wie für einen menschen ist) – die tierschützer haben dagegen protestiert. je nachdem was die umstände waren, würde ich ihr anliegen unterstützen oder ablehnen. außer frage steht für mich, dass es ein zwar ungewöhnliches aber kein radikales oder gefährliches gedankengut ist, wenn man speziismus ablehnt.

    und dein rückschluss, dass balluch ein leben höher wertet als das andere, das sehe ich keineswegs so. im gegenteil: ich halte das für eine ziemliche frechheit, ihm das immer noch zu unterstellen, nachdem er dem bereits explizit widerspricht. er selbst sagt ja ausdrücklich, dass weder das leben des tieres noch das des tierquälers genommen werden darf – dass aber für zweiteren höhere strafen eingeführt werden müssen, weil er tiere eben als gleichwertige lebewesen empfindet, nicht als sachgegenstand.

    ich bin kein vegetarier (kaufe aber wo es finanziell möglich ist ausschließlich bio-produkte), bin aber ehrlich gesagt schon der meinung, dass menschen die kranke kühe mit dem hubstapler zur schlachtbank fahren hinter gitter gehören. und wenn auf einem quadratmeter irgendwo 25 hühner gehalten werden, dann empfinde ich das auch als verbrechen. und wenn jemand glaubt, er muss aus rein modisch-dekadenten gründen das fell von tieren anziehen (wenn das jäger in nordsibieren aus erlegter beute machen, ist das ja was anderes), dann seh ich das ehrlich gesagt auch nicht ein. vor allem weil die produktion von pelzprodukten wirklich krank abläuft.

    das sind perversitäten die leider täglich passieren. niemand der all das macht verdient den tod, gewalt oder terror. aber ablehnung und strafen sehr wohl.

    und jetzt kommen wir am besten wieder zum richtigen thema: warum ein bis dato unschuldiger und zeit seines lebens unbescholtener über 100 tage ohne anklage hinter gittern hockt, und warum es eine frechheit einer partei sein soll, mit seiner eh nur symbolhaften nominierung ein zeichen gegen diesen rechtsstaatlichen skandal zu setzen (den enttäuschenderweise weiterhin keine sau in österreich groß diskutiert, weil lieber im moment unhaltbare unterstellungen gegen diese person und die grünen getätigt werden).

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    5. September 2008 | 15:55
    Philipp Heimberger sagt:

    Meine Meinung zu dem Thema ist auf meinem Blog in ausführlicher Form dargelegt: http://wahlen2008.blogspot.com/2008/09/der-anti-mafia-paragraf-gehrt.html

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    !!! | 5. September 2008 | 16:33
    Philipp Heimberger sagt:

    Ich kann mich maschis Argumentation nur anschließen.

    @philip: Man sollte auch mal bedenken, dass unverhältnismäßiges Vorgehen gegen Aktionismus und zivilen Ungehorsam ein Merkmal eines Polizeistaates ist, und somit demokratischen Strukturen diametral entgegensteht.

    Der Fall Balluch ist tatsächlich allgemein zu sehen. Es muss etwas im Argen liegen, wenn jemand, der sich keiner konkreten Anklage gegenübersieht, mehr als 100 Tage in U-Haft schmoren muss. Da ist es völlig bedeutungslos, ob dieser jemand Tierschützer ist oder nicht.

    Der Anti-Mafia-Paragraf gehört schleunigst überarbeitet. http://wahlen2008.blogspot.com/2008/09/der-anti-mafia-paragraf-gehrt.html

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    !!! | 5. September 2008 | 16:44
    greenberetta sagt:

    @Tom Schaffer:
    Richtig, Sie haben aber die – wie mir scheint wichtige – Frage und Balluchs “Das habe ich nie getan.” weggelassen.

    Im Übrigen danke für den engagierten Artikel!

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    !!! | 5. September 2008 | 16:48
    Nikolas Phis sagt:

    danke für diesen wichtigen kommentar. ich bin auch erstaunt, wie viele leute im standard-forum balluch schon zum großkriminellen hochstilisieren.

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    !!! | 5. September 2008 | 16:48
    Cronos sagt:

    Sehr geehrter Herr Schaffer!

    Sein Sie mir nicht bös, aber muss man Ihnen immer eine Quelle schwarz auf weiß vor den Latz knallen, bis Sie etwas als Tatsache glauben?
    Also, wenn es so sein soll, bitte:
    http://www.vgt.at/presse/news/2007/news20070227.php
    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/355552/index.do
    http://www.zeit.de/online/2007/10/affe?page=all

    Ich bin für einen pfleglichen Umgang mit Tieren, für kurze Transporte zur Schlachtung, usw. Was soll das Recht auf Freiheit wenn in Realiter Tierarten damit aussterben, weil sie ZUR Zeit nur im Zoo über Nachzuchtprogramme überleben? Das Recht auf Unversehrtheit wenn es in der Natur üblich ist, dass Tiere andere Tiere töten?

    Vieles, von dem was Sie kritisieren, ist auch zu kritisiern. Was Sie vergessen ist, dass auch der Konsument seine Verantwortung hat. Wer sein Fleisch fast geschenkt bekommen will, kann nicht erwarten, dass die Tiere immer und überall mit Samthandschuhen angefasst werden.
    Erklären Sie mir, wie Sie eine kranke Kuh aus einem Stall transportieren wollen, ohne das auch nur irgend ein Außenstehender von Quälei sprechen könnte. Oder die schwierige Geburt eines Kalbes. Das sieht für einen Städter auch nicht sehr schön aus. Ist es besser das Kalb in der Kuh verenden zu lassen oder mit Kraft und die schmerzen der Kuh in Kaufnehmend es auf die Welt zu bringen?

    Warum wird nicht mehr diskutiert? Weil die Grünen schon zu oft von dem mega Skandal gesprochen haben und dann wenig herausgekommen ist. Wer immer mit dem Superlativ durch die Gegend rennt, wird irgenwann nicht mehr gehört.

    Des weiteren ist es so, dass die Grünen zu stark schwarz-weiß malen. Igendwann sind einem die Meldungen der Grünen wurscht, speziell wenn man nicht zu ihrer Zielgruppe gehört.

    Ich habe von den Grünen wenig gehört, als Elsner in einer Nacht und Nebelaktion nach Österreich geholt wurde und die Tatsache seiner Krankheit ignoriet wurde. Ich wollte nicht wissen, wie die Grünen reagiert hätte, wäre jemand aus Österreich in ein anderes Land so überstellt worden.

    Ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit mit einem, der Menschen vor der rechtsstaatlichen Verfolgung schützt oder das als Ziel seines Vereines formulier?

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 16:50
    Tom Schaffer sagt:

    @greenberetta: es reicht völlig micht zu duzen ;)

    @nikolas phis: man sollte aber die meinungen in online-foren nicht überbewerten. leute die jammern oder andersdenkende mit allen möglichen mitteln fertig machen wollen sind da immer in der überzahl.

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    5. September 2008 | 16:52
    Tom Schaffer sagt:

    @cronos: ja, ich stehe auf quellen die ziemlich harte anschuldigungen belegen. in diesem fall geht es wie bereits geschrieben darum, dass ein affe nicht aus seiner heimat gerissen werden soll und dafür einen sachwalter für das geld bekommt, dass für ihn gespendet wird. dazu kann man stehen wie man will, aber es einfach nur lächerlich zu machen, wenn sich jemand auf einem legitimen rechtlichen weg für dieses tier einsetzt, das ist billig, ziemlich schwach und überzeugt kein bisschen.

    zum thema aussterben im zoo verhindern: es geht um menschenaffen.

    zum thema konsumentenverantwortung: wie gesagt, ich kaufe wo möglich bioprodukte. aber der markt regelt nicht alles.

    zur kuh: da geht es um sowas: http://www.youtube.com/watch?v=SWmAJlwLnQI&feature=related – was schlichtweg nicht zu rechtfertigen ist (geschweige denn die gesundheitlichen risiken für menschen zu bedenken). sowas gehört drastisch bestraft. (ich bin übrigens vom land und zwischen bauernhöfen aufgewachsen, kein städter, wie du hier wohl nicht ganz ohne hintergedanken unterstellst.)

    elsner wurde in einer nacht und nebelaktion nach österreich geholt? der mann (der die reise NACH frankreich kurz vor seiner inhaftierung schon noch irgendwie schaffte) wurde wochenlang in frankreich unter hausarrest gelassen, bis ein überwachter transport in einem vollausgerüsteten krankenvehikel möglich wurde – danach wurde er hier auf kur geschickt bis er gerichtsfähig war. richtig so! aber wo sind denn da bitte die bedenklichen zustände vorhanden gewesen, von denen du sprichst? wieso soll man da auf die barrikaden steigen?

    das hat mit den zuständen unter denen hier asylanten oft in tatsächlichen nacht und nebel-aktionen außer landes gebracht und inhaftiert werden rein gar nichts zu tun.

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    5. September 2008 | 17:12
    Cronos sagt:

    Hm, ich denke, dass wir grundsätzlich nicht so weit auseinander liegen. Denn das was auf dem Video zu sehen ist, gehört bestraft. Jeder einzelne Fall ist zu viel.
    Aber ich bin gegen die Maximalforderungen, die Aufgrund derartiger Bilder aufgestellt werden.
    Ich habe Sie nicht mit Städter im Blick gehabt, aber Städter allgemein, die nur mit ihren Haustieren Umgang haben(für die sie nicht wenig Geld ausgeben) und das dann auf einen landwirtschaftlichen Betrieb umlegen.

    Sie schreiben so locker, dass es Elsner gerade noch so schaffte. Wer sich einer Verfolgung entziehen will, ist bereit vieles auszuhalten. Mir wäre es formal lieber gewesen in Frankreich operieren, auf Kur und dann nach Österreich. Da gäb es dann keine Diskussion. Aber so bleibt bei mir sein schaler Nachgeschmack.

    Danke für Ihre sachlichen Entgegnungen.

    mfg,
    Cronos

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    !!! | 5. September 2008 | 17:31
    Tom Schaffer sagt:

    ich denke auch, dass man angesichts dieser bilder gar nicht weit auseinander liegen KANN, sobald man irgendein soziales gewissen hat ;)

    bezügl. elsner: möglich, dass es anders ging. ich habe die vorgangsweise nicht als falsch emfpunden, weil ich nicht glaube, dass die gesundheit elsners aufs spiel gesetzt wurde.

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    5. September 2008 | 17:42

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