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EU-Parlament gegen Sexismus, dem Stern passts nicht

“Ich verstehe nicht, warum die Leute sich so aufzuregen scheinen”, die schwedische EU-Parlamentarierein Eva-Britt Svensson zeigt sich nach meiner Anfrage überrascht. “Solche Ideen wie das Verbot von Werbungen, in den Frauen zum Beispiel putzend dargestellt werde, kommen in dem Bericht überhaupt nicht vor.” Der Stern hatte gestern eine Initiative der Europäischen Grünen gegen Sexismus in Werbung zum Anlass genommen und ein mögliches Verbot solcher Werbungen herbeihysterisiert – und viele der üblichen “EU-Kritiker” in Foren hatten sich da natürlich nicht lange bitten lassen, und den Teufel der EU-Diktatur an die Wand gemalt. Bloß: Es ist mal wieder reiner Blödsinn.
“Der Report ruft zur Selbstregulierung auf”, sagt Svensson, die sich meiner Anfrage am späten Samstagnachmittag persönlich widmet – der Stern fragte sie natürlich nicht um Auskunft. Selbst wenn sie ein Verbot von Sexismus in der Werbung wollen würde, in ihrem Bericht sei so etwas weder auf nationaler noch europäischer Ebene vorgesehen, meint sie. “Es soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie Geschlechts-Stereotypen in der Werbung gegen die Gleichheit wirken.”
Tatsächlich findet sich im online zugänglichen Dokument (hier voll ausformuliert) kein Wort darüber, dass die Abbildung von Hausfrauen verboten werden soll.
Gesprochen wird hingegen von Aufklärungskampagnen, Bildungsinitiativen, Forschungsschwerpunkten und Bewusstseinsbildung, von der Notwendigkeit mit regelmäßigen Berichten Entwicklungen zu erfassen, die Schulen einzubinden und insbesondere gegen Werbung für Sexdienstleistungen (ich nehme an Porno-Fernsehwerbung in der Nacht ist da beispielsweise gemeint) vorzugehen.
“All das ist heute noch wichtiger, weil Marketing nicht mehr nur angewandt wird um Prdukte zu verkaufen, sondern auch um einen Lifestyle zu verkaufen. Wie man sein und handeln muss; welche speziellen Normen man erfüllen muss -sowohl als junges Mädchen, als auch als junger Bub”, meint Svensson. Der Bericht wurde im konservativ und rechtsliberal dominierten EU-Parlament mit großer Mehrheit angenommen (504 dafür, 110 dagegen, 22 enthalten). Allein das hätte aufmerksame Beobachter vor hysterschem Geschrei bereits hellhörig werden lassen müssen.
Aber aufmerksames Beobachten und korrektes Wiedergeben von Vorgängen in EU-Institutionen sind heutzutage nicht angesagt. Für gewisse, große Medien scheint es selbst zu viel verlangt zu sein, der Verantwortlichen einige Fragen zu stellen. Das muss offensichtlich die bei den seriösen Profis oft so verpöhnte Blogger-Szene übernehmen.
PS: Sowas wirds dann wohl nicht mehr spielen:
(via/via)
PPS: Mir ist schon klar, dass die pinke EU-Flagge sexistisch ist. Bitte keine Belehrungen über diese offensichtliche Provokation.
PPPS: Das EU-Parlament hat außerdem den 22. Februar zum “Internationalen Tag für gleiches Entgelt” erklärt.
Tom Schaffer | 7. September 2008
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23 Reaktionen bisher
Danke für die Aufklärung, wäre ich Tölpel doch glatt auf die Geschichte hereingefallen!
!!! | 7. September 2008 | 06:56
Ich bin zwar voll bei Dir, was die EU-Berichterstattung im Allgemeinen angeht, aber:
Ich weiß nicht, was Du gelesen hast, ich lese da unter Punkt 14:
> macht insbesondere auf die Notwendigkeit aufmerksam,
> Botschaften, die die menschliche Würde verletzen und
> Geschlechterstereotype vermitteln, aus Lehrbüchern,
> Spielzeug, Video- und Computerspielen, dem Internet
> und neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
> sowie aus der Werbung über unterschiedliche Medien zu
> beseitigen;
und Punkt 26:
> betont, dass Geschlechterstereotypen beseitigt werden
> müssen;
Da ich “Frau am Herd und Mann, der von der Arbeit heimkommt und das Essen auf dem Tisch will” als Geschlechterstereotype empfinde, denke ich, dass diese Bild in der Werbung durch diese Entschließung auf die eine oder andere Art abgeschafft werden soll.
Es ist natürlich erst eine Entschließung und das bedeutet noch lange nicht, dass das dann auch wirklich verboten wird (bzw. auch nicht, dass die EU das auch wirklich verbieten kann).
Weitere Punkte der Entschließung beschäftigen sich mit der Aufblähung der Bürokratie, z.B. Punkt 9.
Aber es ist genau das, warum die EU so unbeliebt ist. Es wird versucht, von Brüssel aus in alle Kleinigkeiten hineinzuregieren. Und dort, wo die EU wirklich was leisten könnte – nämlich in der Außen- und Verteidigungspolitik, da versagt sie regelmäßig.
PS: Was hat es mit dem Youtube-Video auf sich? Was soll das bedeuten “Sowas wirds dann wohl nicht mehr spielen”?
!!! | 7. September 2008 | 13:36
dass diskriminierung beseitigt werden soll, steht außer frage (und dagegen wird wohl kein vernünftiges wesen etwas haben), dass sie quasi per dekret verboten werde sollen, das ist einfach gelogen bzw. erfunden bzw. falsch.
und das youtube-video ist ein paradebeispiel sexistischer werbung die auf kinder abzielt und ihnen role models vorsetzt.
7. September 2008 | 13:47
Es heißt unter Punkt P:
> …ethisch und/oder rechtlich verbindlichen Regeln
> und/oder Verhaltenskodizes unterliegt, um Werbespots,
> die diskriminierende oder entwürdigende Botschaften
> auf der Grundlage von Geschlechterstereotypen sowie
> Aufstachelung zu Gewalt vermitteln, zu unterbinden,
Es ist natürlich kein Dekret (und auch kein Gesetz) – das kann die EU auch gar nicht. Die EU kann aber die Mitgliedsstaaten dazu auffordern Geschlechterstereotypen in Werbung durch verbindliche (ethisch oder rechtliche) Regeln zu unterbinden.
Der Stern hat ja genau das geschrieben:
> Mutter am Herd, Oma beim Kuchenbacken – geht es nach
> dem Europäischen Parlament, sollen solche Bilder aus
> der Fernsehwerbung verschwinden. Mit großer Mehrheit
> forderten die Abgeordneten, diskriminierende
> Geschlechterklischees aus der Reklame zu verbannen.
Ich seh einfach nicht, wo der Stern-Artikel vom Entschließungsantrag abweicht.
Dass wir alle gerne hätten, dass diskriminierende Geschlechterbilder aus der Werbung verschwinden ist die eine Sache. Ob die EU dazu aber ethisch/rechtlich verbindliche Regelungen einfordern soll ist die andere Frage.
Natürlich ist das Youtube-Video ziemlich peinlich (und auch nicht mehr wirklich aktuell), aber die Frage ist doch, ob es ein Gesetz braucht, das das reguliert.
Und ich für meinen Teil denke, dass es keine verbindlichen ethisch/rechtlichen Regeln dazu braucht, keine Berichte an die EU darüber usw. Das alles ist einfach nicht die Aufgabe der EU.
!!! | 7. September 2008 | 14:31
das ist die aufgabe der politik. der großteil unserer legislativen politik wird in der eu gemacht. es ist für mich demnach ganz unbestreitbar die aufgabe des eu-parlaments.
btw. ich hab den antrag gelesen und verlinkt. solltest du nichts finden, dass meinen ausführungen widerspricht, brauchst du es hier nicht reinposten
der stern-artikel spricht eindeutig in einem jargon, der ein verbot nahelegt. das wort verbannen kommt ungefähr 60 mal vor. wie das rezipiert wird? such dir ein forum wo leute drüber diskutieren, dann weißt du es.
zudem kommt, dass die oma beim kuchenbacken (beispiele des sterns) wahrscheinlich nicht einmal wirklich unter all das fällt. das problem ist ja nicht, dass man frauen am herd darstellt, sondern wie das geschieht – quasi als wär es ihr natürlicher platz.
7. September 2008 | 14:44
Der Stern spricht von “verbannen” der Entschließungsantrag von “unterbinden”. Ich seh einfach nicht was da der Unterschied sein soll. Es ist schon klar, dass jetzt nicht die EU-Polizei kommt und die Aussendung von Werbung unterbindet – aber “ethisch oder rechtlich verbindliche Regeln” – wo ist da der Unterschied zu einem Verbot? Dass der Stern-Artikel etwas aufregender Formuliert ist als der Entschließungsantrag selber kann ja nicht das Kriterium sein.
Und dass es Aufgabe des EU-Parlaments bzw. der Politik im Allgemeinen ist, Werbung zu regulieren ist keineswegs ausgemachte Sache, sondern eine politische Einstellung.
Solange Werbung nicht zu kriminellen Handlungen aufruft, warum muss sich die Politik dann einmischen?
!!! | 7. September 2008 | 15:02
natürlich ists eine politische einstellung. und dies ist eben meine. die politik muss sich einmischen, weil die freien märkte einfach nicht alles regeln. in diesem fall ist der markt das feld der gesellschaftlichen gleichstellung. wenn unregulierte märkte sexismus und regulierung bedeuten, dann sollte sich die politik einmischen und die vielfältigen formen von regulation ausschöpfen. das beginnt eben mit einem simplen symbol, geht über aufklärung- und endet im extremsten und ja doch eher seltenen fall mit einem verbot.
der unterschied zwischen “beseitigen/unterbinden” und “verbannen” ist, was es suggeriert. der antrag sieht vor, diskriminierung/sexismus über aufklärung zu beseitigen und allenfalls porno-werbung rechtlich zu verbieten. der stern macht daraus “mutti am herd wird wegen der eu aus dem fernsehen verbannt” und unterstellt damit ein aufoktruyiertes verbot.
7. September 2008 | 15:12
Der Antrag will Diskriminierung/Sexismus nicht über Aufklärung beseitigen, sondern über ethisch/rechtlich verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes unterbinden (Punkt P).
Auch wenn Frau Svensson “ethisch/rechtlich verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes” (bzw. Selbstregulierung) nicht als Verbote auffasst, haben sie genau den selben Effekt. Nämlich dass es nicht möglich sein soll, diskriminierende oder sexistische Werbung zu machen.
Siehe dazu übrigens auch das Interview mit Svensson:
http://www.europarl.europa.eu/news/public/story_page/014-35713-245-09-36-902-20080901STO35671-2008-01-09-2008/default_de.htm
Dieser Entschließungsantrag ist nichts weiter als die Durchsetzung linker politischer Ideen (Gender Mainstreaming) in der Werbung, auch wenn es von (angeblich) konservativen Abgeordneten mit beschlossen wurde. Auch wenn es nicht im Rahmen eines Gesetzes, sonder im Rahmen von Selbstregulierungen und ethischen Kodizes geschieht, ist es doch die politische Beeinflussung von Werbung (und Spielen, Video und Computer Spielen – Punkt 14) aufgrund politischer Anschauungen. Und das ist – jedenfalls so wie ich das sehe – ein slippery slope, der unter keinen Umständen betreten werden darf.
!!! | 7. September 2008 | 17:04
du kannst es noch so oft verdrehen wie du willst: verbote sind NICHT angedacht. strebst du ernsthaft eine welt ohne ethische und gewisse rechtliche regeln an? rassismus? ns-propaganda? sexismus? alles ok? soll man machen dürfen?
und ja: sexistische und diskriminierende werbung soll es nicht mehr geben. bist du da dagegen?
gleichberechtigung und -behandlung ist für dich eine “linke ideologie? das ist doch eine ideologie jeglicher demokratischer coleur. der gleichheitsgrundsatz und die ablehnung von diskriminierung sind zwei der höchsten güter in modernen, europäischen demokratien.
was ist dein argument gegen gender-mainstreaming, außer dass es links sein soll?
7. September 2008 | 17:42
Wenn die Werbefirma XY aus freien Stücken entschließt, keine Geschlechterstereotype in ihre Werbung einzubauen ist das Ok. Wenn die Politik beschließt, dass es Selbstregulierung/Rechtlich/Ethisch verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes geben muss, ist das nicht Ok. Solange Werbung nicht zu kriminellen Handlungen aufruft, soll alles erlaubt sein. NS-Propaganda wäre also nicht erlaubt, weil es sich gegen die Verfassung richtet. Rassismus und Sexismus wäre u.U. erlaubt. Kommt dann draufan – ein Aufruf zu einem Progrom wäre selbstverständlich nicht erlaubt. Eine Werbung, in der sämtliche Dienstboten Schwarz sind wäre aber erlaubt.
Ich bin nicht dagegen, dass es keine sexistische und diskriminierende Werbung gibt, sonder nur dagegen, dass es Selbstregulierung/Rechtlich/Ethisch verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes dagegen gibt.
Zwischen Gender Mainstreaming und Gleichberechtigung/behandlung ist ein Unterschied. Ersteres ist ein politisches Konzept (der Linken) und Gleichberechtigung/behandlung ist ein Menschenrecht.
Ich habe nicht gegen Gender-Mainstreaming, ich habe aber etwas dagegen, dass die Politik versucht, das in der Werbung durchzusetzen. Auch wenn Du Gender-Mainstreaming toll findest – wer weiß, was Politiker denken, was für Bilder die Werbung noch nicht vermitteln darf? Dieses mal ist es eine linke Ideologie, vielleicht ist es irgendwann mal eine andere Ideologie, die Dir überhaupt nicht passt?
!!! | 7. September 2008 | 17:58
nochmal: was ist links an gender mainstreaming?
7. September 2008 | 23:09
drei daumen hoch für die gut recherchierten artikel der letzten tage!
!!! | 8. September 2008 | 09:17
Gender Mainstreaming ist ein “Top-Down”-Prinzip zur Durchsetzung des Gender-Prinzips in möglichst vielen Bereichen (=Mainstreaming). Auch ohne der genaueren Beschreibung von “Gender-Prinzip” wird schon klar, dass es sich hierbei um ein Linkes Werkzeug handeln muss.
Ich meine Du studierst Politologie (bzw. hast studiert) und Du kannst das bestimmt viel besser in Worte fassen als ich, ich kann da nur rumstottern: Die Linke will die Gesellschaft verändern, um das Herzustellen, was sie als Gerechtigkeit empfindet (nennt sich glaub ich “emanzipatorischen Gesellschaftsveränderung”) und ich als Rechter (bzw. Rechts-Liberaler) will von der Politik so weit wie irgendwie möglichst in Ruhe gelassen werden (und denke, dass sich dadurch die Gerechtigkeit einstellt).
Und wenn die EU anfängt an der Werbung herumzudoktern (auch wenn es “nur” ethisch/rechtlich verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes sind), dann stellen sich bei mir alle Haare auf, weil das einfach nicht die Aufgabe der Politik ist.
So ist z.B. Punkt 14 schon eine ungeheure Anmaßung der Politik. Wie kommt die Politik dazu etwas aus dem Internet beseitigen zu wollen? Schon der Gedanke ist verwerflich auch wenn Frau Svensson jetzt behauptet, dass es eh keine Verbote geben wird (“nur” ethisch/rechtlich verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes). Es gibt Bereiche, in denen die Politik nichts zu Suchen hat!
Um meine Meinung ganz klar zu sagen: Die Entschließung 2008/2038(INI) des Europäischen Parlaments ist von einem Geist beseelt, der bereit ist, u.U. auch Teile der Meinungsfreiheit zugunsten des vermeintlich höheren Gutes zu opfern.
Artikel über Gender-Mainstreaming, in dem auch das Gender-Prinzip erklärt wird:
http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E19A6FC7720554E81829007B25E33D7E4~ATpl~Ecommon~Scontent.html
!!! | 8. September 2008 | 21:15
gut, nachdem wir uns aber in der sache hoffentlich einig sind, dass sexismus/diskriminierung & co eigentlich verschwinden sollten, wär halt ein anderes konzept als auf aufklärung, forschung, bildung, selbstregulierung, positivbelohnung und ethische standards zu setzen mal ganz interessant zu hören.
sich nur auf “wird schon werden” zu verlassen is halt imo eher uninteressiert als liberal, weil ich im zweifelsfall die freiheit der frau (wobei es ja eigentlich gar nicht explizit um frauen geht) über die freiheit zu diskriminieren stellen würde.
9. September 2008 | 02:10
@Michael:
Was wäre denn so falsch daran, wenn es durch “Ethisch verbindliche Regeln/Verhaltenskodizes” zu einer Verminderung von Sexismus durch Rollenklischees in Werbungen kommt?
Wenn jemand unbedingt sexistische Werbung machen will, soll er/sie das ruhig gegen geltende Verhaltenskodizes machen! – weil dann hat er ja einen guten Grund, nicht wahr? Oder welchen Grund gäbe es sonst dafür?
Wenn man selber nicht von einem Missstand betroffen ist, ist es nur zu leicht, gegen Regeln zu wettern, die dessen Beiseitigung zum Ziel haben.
!!! | 9. September 2008 | 12:32
@Tom: Ich bin nicht gegen Aufklärung und Bildung. Wenn die Politik z.B. in den staatlichen Schulen hier etwas ändern will, dann soll sie das tun. Das IST Aufgabe der Politik. Ich persönlich sehe es z.B. als notwendig an, dass versucht wird, mehr Frauen in technische Berufe zu bekommen und denke, dass die Schulen da einen wertvollen Beitrag leisten können.
Aber die Politik muss wissen wo die Grenzen sind – und bei ethisch/rechtlich verbindlichen Regeln/Verhaltenskodex gegen Geschlechterstereotype in Webung/Internet usw. sind die Grenzen jedenfalls überschritten.
@greenbaretta: Ehrlich gesagt versteh ich nicht, was ein “ethisch verbindlicher Verhaltenskodex” sein soll (was passiert dann, wenn man sich nicht daran hält?). Ich finde einfach, dass die Politik nicht in der Werbung herumpfuschen soll. Dass es solche Regeln/Kodizes usw. nicht braucht sieht man ja auch schon daran, dass das youtube-Video von Tom auf den 60ern heute vollkommen lächerlich wirkt.
Ich finde übrigens nicht, dass Frauen in der Werbung viel häufiger von Stereotypen betroffen sind als Männer.
!!! | 10. September 2008 | 12:48
es geht ja auch nicht nur um männer.
und dass wir heute nicht mehr die wertvorstellungen der 60er-jahre haben ist noch viel tiefgreifenderen politischen änderungen und regeln zu verdanken als einem ethik-kodex in der werbung.
10. September 2008 | 13:42
Die geänderten Wertvorstellungen haben ja wohl primär mit der Pille und der fortschreitenden Industrialisierung zu tun.
Könntest du bitte erklären, was genau an dem verlinkten Video sexistisch sein soll?
Es geht um ein Romantik-Spiel für Mädchen. Wenn dir das ein Dorn im Auge ist, dann müsstest du dich gegen Teenager-Zeitungen wie “Mädchen”, Liebesromane und circa 90% aller Musik, die Mädchen in dem Alter hören, richten.
Die Ablehnung von Popmusik und Frauenzeitschriften für Erwachsene ist dann nur die logische Konsequenz. Fernsehwerbung ist vergleichsweise unbedeutend.
!!! | 12. September 2008 | 11:29
sorry, die aufgabe grundlegender sensibilisierung kann ich hier im moment nicht übernehmen.
12. September 2008 | 12:28
Selten prätentiöse Reaktion zur Kaschierung eines akuten Argumentationsnotstands.
Ich bin sowieso der falsche Adressat für deine Sensibilierungs-Vorhaben. Geh in die nächste Unterstufe und versuche den Mädchen dort ihre Fantasien, Zeitschriften und Teenie-Idole auszureden.
Das schallende Gelächter der Mädchen wird vom Arlberg bis zum Neusiedlersee vernehmbar sein.
!!! | 12. September 2008 | 13:08
nein, ganz ernsthaft. ich hab weder das detaillierte wissen noch die zeit, um hier eine vorlesung über stereotype, role models und ihre auswirkungen zu halten.
12. September 2008 | 13:11
hm und wer soll bestimmen was nun moralisch gut und vertetbar ist in der werbung und welche ideale vermittelt gehören und welche nicht?
“aktuelles” beispiel von heinz, bei deren werbung sich 2 männer küssen:
http://www.reddit.com/goto?id=6orif
dazu meint der gute bill, god save him,:”I just want mayonnaise. I don’t want guys kissing.”
;D
!!! | 15. September 2008 | 09:38
die grenzen müssen, gerade bei selbstregulierung, nicht zu eng gedreht werden. alles was menschen abwertet, sollte auf mittlere oder lange sicht verschwinden. zwei männer die sich küssen sind etwas ganz normales, auch wenn wir es nicht gewöhnt sind – da kollidieren nur reaktionäre idioten damit, die eben genau derartige abwertungen in ihrem weltbild haben. ich sehe nicht, wen man damit verletzen könnte.
15. September 2008 | 12:44
Jetzt sag doch was!