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Die Studiengebühren sind weg – gut so

Zirka drei Viertel meines Studiums habe ich hinter mir. Es ist logisch, dass es erst jetzt gelungen ist, die Studiengebühren abzuschaffen. Ich schaffe es ja immer irgendwie in solche Fenster zu rutschen. Über manche Reaktionen auf dieses Freudenereignis muss ich mich aber wundern.
Als ich gestern abend vom Blogtail, der LIF-Abschlussveranstaltung (tolle Heide Schmidt-Rede) und aus dem Parlament nach hause kam, waren bei meinen Mitbewohnern gerade einige Leute zu Gast. Ich verkündete die Abschaffung der Studiengebühren, und eine der Anwesenden begann sich zu beklagen. Die Bedingungen würden schlechter, die Kurse überlaufener.
Ich muss sagen, ich war einigermaßen überrascht.
Gar nicht nur, weil ich das ziemlich egoistisch finde (ein Zustand, den Menschen vor allem zeigen, wenn sie zur Konkurrenz gezwungen werden), sondern durchaus aus sachlichen Gründen. Weil damit die haltlosen Behauptungen der ÖVP selbst bei Leuten durchzuschlagen scheint, die ihr sonst eigentlich nicht nahe stehen.
Der gestern angenommene Antrag sieht vor, die Mittel durch die Studiengebühren staatlich nicht nur zu ersetzen, sondern sie bis 2012 sogar um jeweils 200 Millionen Euro im Jahr zu erhöhen. Von Qualitätsverlust kann also keine Rede sein (in Medizin/Psychologie werden die Beschränkungen noch einige Jahre bestehen). Die Unis werden also mehr Mittel haben. Der Grund, warum die Rektorenkonferenz sich ankackt ist, dass ihnen damit ein Stück von der Autonomie genomen wird, in der sie in den letzten Jahren den Bach runtergerasselt sind.
Dass Veranstaltungen durch einen plötzlichen Ansturm an Millionen Erstsemestern noch überlaufener sein könnten, erscheint mir polemisch gesagt eh unmöglich (mehr als platzen können Hörsäle ja kaum). Ich bin schon auf Steinböden gesessen, hundert Meter vor Hörsälen in einer Schlange gestanden, in Hörsälen erstickt, nicht in Kurse gekommen, habe Lesekurse mit 80 Leuten erlebt und bekomme manche Bücher monatelang nicht. Was soll da noch schlimmer werden?
Im Ernst: Es ist gar nicht zu erwarten, dass die Studentenzahlen in den nächsten Monaten explodieren werden. Und wenn doch, dann muss man die Mittel erhöhen (oder mal technische Fortschritte konsequent nützen). Die aktuellen Zustände sind ja nicht das Ergebnis unbewältigbarer Studentenmassen, sondern einer knausrigen Budgetpolitik für Universitäten.
Damit bin ich bei den persönlichen Vorteilen. Wir Studenten sparen jetzt über 700 Euro im Jahr. Viel Geld. Und nein, die Studienbeihilfe ist keinesfalls so lückenlos, dass da alle die mit dieser Summe hart zu kämpfen haben gerettet werden. Zwei Drittel der Studierenden arbeiten (was die Studiendauer verlängert und die Qualität vermindert – also hohe Kosten und weniger Nutzen verursacht). Insbesondere Scheidungskinder in meinem Bekanntenkreis sind oft gearscht, weil sie natürlich nicht so viel Geld haben, wie sich die Behörden das vorstellen. Ich persönlich muss bereits nebenbei arbeiten – was soll es mich überhaupt kümmern, wenn ich im schlimmsten Fall noch ein Jahr länger studiere, weil ich einige Kurse nicht reinkomme?
Für Familien mit mehreren Kindern geht es hier schon um richtig viel Geld. Der finanzielle Druck auf die Studierenden und ihre Familien ist mehr als groß genug. Das sind tendentiell nicht die reichsten der Gesellschaft. Dieses Problem musste einfach gelindert werden. Studieren ist schon ohne die Gebühren teuer genug.
Ein anderer Vorteil: Nach meinem Magister wird es mir möglich sein neben der Arbeit ein Studium zu betreiben – ohne Druck. Ich halte lebenslanges Lernen für unumgänglich in einer Informationsgesellschaft, ganz abgesehen davon, dass mehr Bildung immer gesellschaftlich erwünscht sein sollte.
[ad#ad-1]Die Studiengebühren führten zu einem Rückgang österreichischer Studenten, auch wenn das mit statistischen Tricks versteckt wurde. Das ist eine Katastrophe für ein Land das bei der Akademikerquote im OECD-Vergleich eh schon jetzt nur von der Türkei unterboten wird.
Dass mit dem Fall der Studiengebühren vielleicht auch mehr Studenten aus dem Ausland kommen werden, ist eine finanzielle Herausforderung, die es nach wie vor auf EU-Ebene zu lösen gilt. Im Globalisierungs- und Informationszeitalter soll Österreich aber schlimmeres passieren, als hochqualifizierte Menschen aus aller Welt an sich zu binden.
Kurz: Die Bedingungen waren zuletzt schlecht, dafür musste man aber auch noch viel Geld zahlen. Die Studiengebühren haben die Qualität der Unis nicht verbessert, es wurde sogar alles schlimmer. Österreich fiel im internationalen Vergleich in die Steinzeit zurück, Familien wurden stark belastet, sozial Schwache litten am meisten und fielen durch das löchrige Stipendiennetz. Diesem ganzen Schwachsinn weine ich keine Träne nach.
Und ja, es ist noch viel zu tun, bis die Universitäten gut sind. Eben! Bevor wir wieder über Studiengebühren sprechen, müssen erst einmal die Rahmenbedingungen stimmen. Die Qualität der Lehre, die Ausrüstung der Bibliotheken und das Stipendienwesen zum Beispiel. Und das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Deshalb ist es ungerecht, Studierende von heute für miserable Bedingungen Gebühren zahlen zu lassen, die Generationen vor ihnen (für bessere Qualität) nicht hatten, nur um nachfolgenden Generationen (vielleicht) bessere Bedingungen zu ermöglichen. Genau um derarte ungerechte Belastungen zu verhindern, gibt es solidarische Finanzierungsmodelle für staatliche Aufgabengebiete.
Das alles gehört also von der anderen Seite in Angriff genommen. Mit Investitionen, von mir aus auch über Schulden, die sich langfristig mehr als rechnen werden, wenn Österreich mehr erfolgreiche, innovative Unternehmen haben wird. Die dann mehr Steuern zahlen. Die dann mehr gut bezahlte Jobs schaffen. Nicht über eine Belastung jener Menschen, die eh gar nichts davon haben.
Also bitte liebe Leute, schluss mit dem Gejammer und der Angst. Es kann nur besser werden.
Zum Abschluss: Danke an die Grünen, an die SPÖ und ausnahmsweise auch einmal die FPÖ.
Fotocredits: rejflinger
PS: Wem gefällt das mit den herausgehobenen Sätzen?
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20 Reaktionen bisher
3 Denkanstöße zur Abschaffung der Studiengebühren:
1.) In der letzten Sendung von “Wahl 08 – Ihre Frage” (Mittwoch, 24.9.2008, 22.30 Uhr) wurde von einer jungen Vorarlbergerin eine gute Frage gestellt, und zwar: “Was soll eigentlich die Abschaffung der Studiengebühren bringen?” Sie selbst unterstrich die Sinnlosigkeit dieser Aktion mit dem Statement, dass jene, die sich den Betrag nicht leisten können, Stipendien bekommen und jene, die über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, sich diesen – und in Österreich wirklich überschaubaren – Beitrag zur Finanzierung des Bildungssystems leisten im Stande sind.
2.) Was bringt die Studiengebührenabschaffung den Universitäten und Fachhochschulen? Geht es diesen Bildungseinrichtungen in Österreich so gut, dass sie auf diese ca. 120 Mio Euro nicht angewiesen sind? Karlheinz Töchterle, Rektor der Universität Innsbruck, weist in einem Artikel im Der Standard vom 24.9.2008 hin, dass nicht nur der Ausfall der Studiengebühren, sondern auch der “unausweichlich nötige Kapazitätenausbau” zu ersetzen ist und dass vor allem die westlichen Bundesländer mit einem verstärkten Zuzug von Studierenden aus anderen EU-Ländern zu kämpfen haben werden. Denn, dies ist hoffentlich auch den Politikern klar, dass eine reine Abschaffung der Studiengebühren zwar zu einem Steigen der Studentenzahl führt, aber a) es dadurch in Österreich nicht automatisch zu einer signifikant höheren Akademikerquote kommt, b) die Österreich dadurch nicht schlauer werden und c) aufgrund der höheren Studentenzahl und der längeren Studienzeit (kost’ jetzt ja eh nix, wenn’s ein Semester länger dauert) es zu einem unausweichlichen Ausbau der Kapazitäten und Infrastruktur (von Labors über Toiletten, von Hörsälen über Studierzimmer) kommen muss.
3.) Dann waren diese Studiengebühren also doch gar keine so schlechte Idee und sozial treffsicherer auch irgendwie, oder?! Aber jetzt heißt es wieder: Zurück an den Start.
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!!! | 25. September 2008 | 14:11
ad 1 – das stipendienwesen ist eben nicht gut genug ausgebaut und die qualität der unis bei weitem nicht gut genug um derartige gebühren zu rechtfertigen.
ad 2 – die universitäten bekommen den ausfall ausgeglichen und im antrag künftig jedes jahr mehr geld.
ad 3 – studiengebühren sind nicht grundsätzlich schlecht, aber die rahmenbedingungen müssen stimmen. die haben aber seit der einführung noch nie auch nur ansatzweise gestimmt. deshalb müssen sie weg – zumindest bis die rahmenbedingungen stimmen. und dann kann man sich drüber unterhalten, ob sie sein müssen, oder ob sich eine gesellschaft das hohe gut des freien hochschulzugangs leisten kann und will, oder nicht. aber eben nicht vorher.
es ist aber ein wenig ermüdend, dass ich all diese fragen eigentlich im beitrag bereits beantwortet habe.
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25. September 2008 | 14:28
@Barbara Weber: Haben Sie den Artikel auch gelesen? Die Sachen, die Sie da fragen, werden ja oben behandelt.
Mmn: Studiengebühren nur dann, wenn sie durch Stipendien WIRKLICH sozial abgefedert sind und der vollständige Betrag zweckgebunden in die universitäre Infrastruktur (noch besser: für das Institut, an dem man inskribiert ist) investiert wird.
Sonst und generell: Genau so wie den Kindergartenselbstbehalt abschaffen und nie wieder einführen. Weil das ein Symbol dafür ist, dass uns Bildung die wichtigste politische Frage ist.
Am besten fand ich gestern Hahn, der gegen die Abschaffung polemisierte. Hat ja auch nur 11 Jahre auf Steuerkosten studiert und schimpft dann auf Bummelstudenten.
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!!! | 25. September 2008 | 14:37
davon hab ich gehört, kann man sich das noch irgendwo ansehen?
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25. September 2008 | 14:38
Das muss dann wohl dieser Audiomitschnitt sein (leider teilweise mit Musik unterlegt)
http://www.youtube.com/watch?v=ij3MfXcq18o
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!!! | 25. September 2008 | 14:59
@Barbara Weber: diese Fragestellung kann nur mit einer Gegenfrage beantwortet: was hat die Einführung der Studiengebühren gebracht? Letztendlich nichts, denn weder haben sich Qualität und Budgets der Unis verbessert, noch wurde das KHG-Nulldefizit tatsächlich erreicht. Lediglich der damalige schwarz-blaue Neoliberalismus-Wahn wurde zeitweise befriedigt, Ausbildung und deren Finanzierung quasi ausschließlich unter ökonomischen Gesichtspunkten zu bewerten.
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!!! | 25. September 2008 | 15:16
Guter Artikel,
mir persönlich wäre zwar eine gutes Studienbeihilfensystem und Studiengebühren für die, die es sich wirklich leisten können, lieber, aber so ist es jedenfalls besser als davor.
Aber ich kann deine Beobachtung, dass der ÖVP-Blödsinn (jetzt verarmen die Unis, alles wird viel schlechter) bei vielen Leute angekommen ist, die sich sonst so gar nicht als ÖVP-nahe verstehen, oder sich überhaupt nicht mit Politik beschäftigen, leider nur bestätigen. Musste da schon einige Male “Aufklärungsarbeit leisten”…
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!!! | 25. September 2008 | 15:42
Ich möchte nur festhalten, dass meine Meinung nicht auf haltlosen Behauptungen der ÖVP gründet sondern auf meinen persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen aus meiner Eigenen Studienzeit. Und eine stark gesteigerte Konkurrenz unter den Studenten wäre sehr wünschenswert bezw. allen dienlich ist aber heute so gut wie unmöglich, denn angesichts der aktuellen Studienbedingungen wird man eher zum erfolgreichen Bürokraten (taktische Mehrfachanmeldung zu Prüfungsterminen) erzogen denn zum leistungsorientierten eigenverantwortlichen Individuum.
Die zusätzlichen Mittel für die Unis sind reine Versprechen und es stellt sich die Frage ob das in einer zukünftigen Regierungskonstellation so erhalten bleibt. Und somit noch weniger Geld für die Unis.
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!!! | 25. September 2008 | 15:53
welch freudentag, drei daumen hoch für die abschaffung der studiengebühren! endlich! udn ja, mich wunderts auch immer wieder, mit welchen argumenten die leute versuchen, die gebühren gutzuheissen…
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!!! | 25. September 2008 | 16:10
Haha, ich habe noch sechs Jahre bis zumn Doktorat. Taugt ma!
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!!! | 25. September 2008 | 16:18
1. Das Argument, dass sich durch die Abschaffung der Studiengebühren die Studienbedingungen verschlechtern könnten, ist lächerlich: haben sie sich durch die Gebühren verbessert? (ich habe die gleichen Erfahrungen: nicht genug Platz in den Hörsälen, zumindest am Anfang des Semesters, Veranstaltungen, die nicht regelmäßig stattfinden, weil keine Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, zu wenige Seminare, 2/3 der anmeldungsplfichtigen Veranstaltungen nicht bekommen). Die Universitäten sind seit Jahren unterfinanziert.
2. Am liebsten ist mir noch das Argument, wie “Die Fließbandarbeiterin dazu kommt, das Studium eines Generaldirektorssohns zu finanzieren” (Wilhelm Molterer unter anderem im FM4-Interview). Wenn wir in dieser Gesellschaft fragen, wie jemand dazu kommt, die Leistungen zu finanzieren, die andere in Anspruch nehmen, können wir sämtliche Sozialleistungen vergessen. Wie kommen Kinderlose dazu, die Familienbeihilfe anderer mitzuzahlen? Warum sollten Arbeitende die Pensionen bezahlen? Warum Gesunde das Gesundheitssystem finanzieren?
Ich stimme dir zu, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen. Ich leiste gerne einen Beitrag, wenn sich die Qualität des Studiums dadurch wirklich verbessert, aber eine wirkliche Reform der Universitäten braucht langfristige, nicht kurzfristige Lösungen. Die Studiengebühren (noch schlimmer: Die Zugangsbeschränkungen) waren nur eine Enschuldigung dafür, dass keine vernünftigen oder durchdachten Lösungen gefunden wurden.
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!!! | 25. September 2008 | 21:49
Einen Punkt zu den Studiengebühren muß ich persönlich schon loswerden, nur um die Relation zu wahren: In Wien kosten Kindergärten für den Mittelstand (und wenn beide Eltern arbeiten dann ist 2373 Euro im Monat netto nicht übermäßig viel) rund 280 Euro IM MONAT, nicht alle 6 Monate. Das ist nur knapp weniger als die so sauteuren Privatschulen in Österreich. Und zum Unterschied zu den Studierenden – nur um das auch noch zu relativieren – können Kindergartenkinder nicht nebenbei arbeiten um sich die 280 Euro im Monat nebenbei zu verdienen.
Ja, ich seh es absolut positiv dass die Studiengebühren abgeschafft wurde. Absolut, vorbehaltlos. Bildung muß in meinen Augen kostenlos sein. Nur dass dieses Thema so panisch gehyped wurde versteh ich nicht ganz. Vielleicht, weil 3-Jährige noch nicht wählen dürfen…
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!!! | 26. September 2008 | 08:02
Die letzte Parlamentssitzung bringt mir ca einen Tausender im Jahr (13. Familienbeihilfe + 1 Studiengebühr ab 2009) – noch dazu netto/cash. Eigentlich ist das toll (das Geld kann ich zB ja im Urlaub zusätzlich ausgeben…), irgendwie kommt aber bei mir keine Freude darüber auf…
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!!! | 26. September 2008 | 08:51
Ja, es ist gut dass die Studiengebühren weg sind. Absolut, “Staatliche Bildung” sollte kostenlos sein.
Allerdings versteh ich nicht warum das Thema so gehyped ist. Ein Kindergartenplatz in Wien kostet (für den Mittelstand, unter 2400 Euro für beide Elterteile zusammen ist sicher nicht reich) für ein Kind rund 280 Euro. Im Monat, nicht im Semester… Und 3-Jährige können noch nicht nebenbei Jobben…
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!!! | 26. September 2008 | 09:00
@ Kritikus: Es ist schön für dich, dass du im Urlaub dann mehr Geld ausgeben kannst. Sei dir vergönnt.
Besonders schön ist die Studiengebührensenkung aber für jene (nicht allzu wenigen)StudentInnen, die durch den Wegfall der Studiengebühren finanziell etwas entlastet werden. Die können sich dann vielleicht auch so etwas wie Urlaub leisten oder den Wegfall der Belastung dadurch nutzen, etwas weniger neben dem Studium arbeiten zu müssen und stattdessen etwas mehr Zeit in das Studium investieren.
Studieren ist auch ohne Studiengebühren nicht billig, aber lieber ein Tropfen auf dem heißen Stein (muss ja nicht immer der kleinste Tropfen sein), als der Status-Quo der letzten Jahre.
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!!! | 26. September 2008 | 10:57
Auch wenn es so geklungen hat, wollte ich mich nicht über Studenten lustig machen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die meisten nicht in Saus und Braus leben. Es sollte lediglich die soziale Treffsicherheit der Maßnahme kritisiert werden. Man hätte wahrscheinlich mit einem Ausbau der Stipendien mit geringeren Mitteln jenen, die es wirklich brauchen, mehr helfen können…
PS: Neidig braucht wegen dem geschenkten Tausender ohnehin niemand sein, denn den (und wahrscheinlich noch mehr) werde ich nach der Wahl zurückzahlen müssen – bei der Entlastung des Mittelstandes wird wohl wieder das “Ent” gegen ein “Be” ausgetauscht werden…
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!!! | 26. September 2008 | 13:00
@tintifax + thomas: ich versteh nicht, warum die studiengebühren immer den kindergartengebühren gegenübergestellt werden. ich kenne keinen studiengebühren-gegner, der für teure kindergärten wäre … zumal kindergärten gratis zu machen eh in fast jedem parteiprogra,, drin steht (wie lang is halt unterschiedlich).
die 280€ in wien sind übrigens übertrieben: “Der Kindergartenbesuch in Wien ist nicht gratis, was die Stadt mit dem Argument, dass die Beiträge sozial gestaffelt seien, auch ablehnt. Kindergarten ganztags kostet (ohne Sozialrabatt) 214 Euro im Monat. Nach Angaben der Stadtverwaltung muss ein Drittel der Eltern aus sozialen Gründen keinen Beitrag zahlen, 40 Prozent bekommen Ermäßigung.” (Quelle – hier die preismodelle)
außerdem gefällt mir das rausgreifen von wien nicht so gut als negativbeispiel. wien hat sehr viele kindergärten, die noch dazu ganztags betreuen. niederösterreich ist zwar gratis, hat dafür aber schwere versorgungsprobleme und gratis ist nur halbtags… (hab da letzten sommer mal eine recherche für den standard durch alle kindergärten gemacht, die leider nicht mehr zugänglich ist).
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27. September 2008 | 19:54
@Tom: War beides ich, kannst eines löschen
Da mein Post nicht angezeigt wurde und ich einen Spamfilter in Verdacht gehabt hab, hab ich es nochmal mit einem anderen Namen (weil andere unter Thomas posten) und anderer Mailadresse probiert…
Ich will die zwei ja auch nicht gegeneinander ausspielen. Ich bin ja für die Abschaffung der Studiengebühren. Darum gehts mir nicht. Ich versteh nur nicht warum das Thema “Studiengebühren” so dermaßen “gehypet” wird. Das versteh ich nicht – deshalb die Gegenüberstellung. 214 Euro im Monat stimmt natürlich, 50 Euro Essensgeld dazu kommst fast auf die von mir geposteten 280. (Im Monat, nicht wie die ~370 Studiengebühren alle 6 Monate) Und NATÜRLICH ist der KiGa für die wenigverdiendenen gratis. Ist ja auch gut so. Genauso wie sozial schwächere die Studiengebühren nicht zahlen haben müssen. Auch darum gehts mir nicht. Die breite Mittelschicht zahlt aber voll, und mir kannst nicht einreden dass bei einem gemeinsamen Nettoeinkommen von 2400 Euro im Monat der Kiga für 2 Kinder (=fast 600 Euro gesamt) nicht sehr weh tun.
Mir gehts also darum, dass ich nicht versteh warum dieses Thema so präsent ist, während das Kindergartenthema in Wirklichkeit so nebenbei mitläuft. Und der Kindergarten ist entgegen der landläufigen Meinung KEIN Kinderaufbewahrungsraum oder Spielraum für Kleinkinder, sondern die erste Bildungseinrichtung.
Gefunden über den empfehlenswerten Christoph Chorherr Blog, sein Presse Kommentar über ein Bildungsexperiment: http://diepresse.com/home/meinung/stadtplan/374769/index.do . In Amerika habens vor 50 Jahren einen Versuch gestartet: Sie nehmen Kinder von sozial schwächeren (ich glaub auch hauptsächlich afroamerikanischen) Familien. Die Kinder der eine Hälfte besucht einen Kindergarten, die andere nicht.
“Jene, die vorschulische Erziehung genossen, wurde später deutlich seltener kriminell, erzielten höhere Schulabschlüsse, verdienten mehr Geld und hatten halb so oft Drogenprobleme wie die anderen”
Wenn (staatliche) Bildung gratis sein soll, und dafür bin ich vorbehaltlos, dann muß man zuerst mit Kindergärten anfangen. Das war also kein gegeneinander ausspielen, sondern ein Hinweis darauf, dass in meinen Augen die Studiengebühren richtigerweise abgeschafft wurden, das aber in meinen Augen nur ein kleines Teilproblem (das bei weitem nicht die Aufmerksamkeit verdient hätte) des Bildungssystems ist.
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!!! | 27. September 2008 | 22:38
wie gesagt: mit dem verlangen nach gratis-kindergärten rennst du bei mir offene türen ein. ich finde, die bildung ist der falsche ort für umverteilung. kinder müssen dem staat was wert sein.
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28. September 2008 | 02:57
Ein sehr guter Beitrag von dir. Ich kenne solche finanziellen Engpass Situationen aus meinem eigenen Freundeskreis. So konnte einer meiner Bekannten sein Jus Studium nicht mal anfangen, da die finanzielle Barriere einfach zu hoch war. Man muss ja auch bedenken dass viele Studenten von auswärts kommen, also auch Wohnung bezahlen müssen. Daneben kommen dann noch die nicht gerade geringen Kosten für die Bücher hinzu.
Viele Befürworter des Beitrages argumentieren damit dass man das Geld ja zurückbekäme. Hiezu muss ich sagen dass man es, selbst wenn man es retour bekommt, erstmals vorauslegen muss. Zum Zweiten sind die Voraussetzungen um überhaupt etwas zu bekommen sehr hoch, für den Maximalbetrag muss man ja fast schon Halbwaise sein.
Ich habe deinen Blog erst vor Kurzem gefunden, finde ihn aber bereits jetzt schon sehr lesenswert und werde mich wohl auch irgendwann mal dazu hinreissen lassen den einen oder anderen Artikel von dir ausführlicher im eigenen Blog zu kommentieren.
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!!! | 30. September 2008 | 19:44
Jetzt sag doch was!