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Obama – Der große Müllmann

Müllmann
2 Billionen Dollar hat die Finanzmarktkrise den privaten Pensionsversicherungsfonds in den USA gekostet. 700 Milliarden Dollar schießt der US-Staat in den Markt. Konkursgefährdete Versicherungen und Banken mussten verstaatlicht werden oder gingen Pleite. Die Börsenkurse fallen in den Keller. Und heute in den frühen Morgenstunden hat der Obama den McCain angeblich so klar geschlagen, dass bereits über das Ende der McCain-Hoffnungen gesprochen wird. In weniger als einem Monat wählen die Amerikaner ihren großen Müllmann. Wenn es Obama wird, darf er sich glücklich schätzen.

[ad#ad-1]Obama wird bereits unsterblich in die Annalen der Welt eingehen. Der erste schwarze Kandidat zum wichtigsten politischen Amt. Wahrscheinlich der erste schwarze Inhaber dieses Amtes. Aber das sind nicht die Sätze, die ein Mensch neben sich in einem Geschichtsbuch stehen haben will. Denn die Hautfarbe, für die kann man nichts, die macht einen Menschen nicht herausragend.

Obama darf in seiner Amtszeit die Suppe ausbaden, die stinkreiche, alte, weiße Männer der Welt eingebrockt haben. Eine große Herausforderung. An einer solchen kann man zerbrechen, aber gleichzeitig gilt: Nur eine große Aufgabe kann große Menschen hervorbringen. Wenn man nichts Wichtiges zu tun hat, dann wird man niemals ewig leben.

Die Verbrecher, die die Welt an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs gebracht haben, gaben Obama die Chance, nicht als erster schwarzer US-Präsident in die Geschichte einzugehen, sondern als der Mann der den Karren aus dem Dreck zog.

PS: Pathetische Sätze gab es heute im Sonderangebot.

Fotocredits: MangaAndri

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| 8. October 2008

20 Reaktionen bisher

    maschi sagt:

    verbleibt noch zu sagen, dass man ihm auch die daumen drücken muss, dass die uns vermutlich bevorstehende wirtschaftskrise binnen der ersten amtszeit zu bewältigen sein wird. das gedächtnis des wählers ist kurz – und es ist bekanntlich immer die gerade amtierende politik schuld.

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    !!! | 8. October 2008 | 16:26
    Mister Fister sagt:

    man schreibt aber schon noch immer ANNALEN und nicht ANALEN. hrhr

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    !!! | 8. October 2008 | 21:02
    Tom Schaffer sagt:

    haha, yeah. spitzenfehler :D

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    9. October 2008 | 00:11
    Michael sagt:

    Darf ich am Satz “Obama darf in seiner Amtszeit die Suppe ausbaden, die stinkreiche, alte, weiße Männer der Welt eingebrockt haben” herumnörgeln?

    Wen meinst Du mit “stinkreiche, alte, weiße Männer”? Meinst Du die Schwarzen sind immer nur Opfer – z.B. Franklin Raines ist einer der herausragenden Figuren bei dieser Krise und außerdem stinkreich, alt (?) und schwarz.

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    !!! | 9. October 2008 | 15:53
    Tom Schaffer sagt:

    Natürlich sind auch ein paar Menschen beteiligt, auf die das nicht zutrifft. Die herrschende wirtschaftliche & politische Elite der Welt ist allerdings im Großen und Ganzen sehr treffend als Gruppe alter, weißer Männer zu beschreiben.

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    9. October 2008 | 16:10
    Thomas sagt:

    Hallo Tom,
    sicher ist der Großteil der Verursacher weiß, aber wenn du z.B. sagst, du bist gegen Kriminelle, unabhängig davon ob sie Ausländer oder Inländer sind und dass die Hautfarbe beim Präsidenten nebensächlich ist, dann muss dieses Paradigma auch in die andere Richtung gültig sein. Ansonsten führst du über den Umweg schon wieder eine Klassifizierung der Menschen anhand ihrer sogenannten Rasse ein, was du ja genau nicht willst.

    Folglich kannst du kritisieren, dass sie stinkreich und alt (sollte man Menschen wirklich nach ihrem Alter klassifizieren?) sind oder am besten du kritisierst nur, dass sie stinkreich sind und durch ihr unverantwortliches Handeln die Krise (mit-)verursacht haben.

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    !!! | 9. October 2008 | 16:21
    Tom Schaffer sagt:

    Nein, das was ich hier mache ist eine Analyse. Der Rassismus der dahintersteckt ist von mir weder erwünscht noch herbeigeschrieben.

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    9. October 2008 | 16:31
    Thomas sagt:

    Das ist mir schon klar. Aber wenn ich jetzt eine Analyse machen würde und sagen würde, “Die Verursacher der Ausschreitungen in den Pariser Banlieues sind hauptsächlich marokkanische, arme Jugendliche”, dann käme von der vereinigten Political Correctness gleich die Antwort: Das hat nichts damit zu tun, dass sie Marokkaner sind (so als dürfe man das gar nicht aussprechen), sondern rührt nur daher, dass sie arm sind. Es gibt halt nur mehr Marokkaner, die arm sind.

    Folglich hat bei deiner Analyse das Problem nichts damit zu tun, dass die Verursacher weiß sind, sondern nur dass sie reich sind.

    Dass dahinter eine reale Systemungerechtigkeit steckt, ist klar. Aber indem man “reich” automatisch mit “weiß” assoziiert, zementiert man die bestehenden Ungerechtigkeiten nur sprachlich, da man implizit voraussetzt, Nicht-Kaukasier könnten nicht reich sein (dass auch Schwarze beteiligt waren, hat ja Michael schon geschrieben).

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    !!! | 9. October 2008 | 16:44
    Mister Fister sagt:

    tja, da hat thomas wohl den nagel auf den kopf getroffen! *zweidaumennachoben*

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    !!! | 10. October 2008 | 12:44
    Tom Schaffer sagt:

    es is relativ obligat eine herrschende klasse mit “reich” zu klassifizieren. faktisch ist die herrschende klasse der welt nicht nur reich, sondern eben auch weiß, männlich und alt. alles attribute, die ihnen zu 99% gemein sind.

    also zu einem viel größeren teil als die banlieu-kinder marrokaner sind.

    womit du recht hast ist, dass diese beschreibungen keine ursachen sind. die ursache ist, dass es habgierige stümper sind. ;)

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    10. October 2008 | 14:29
    maschi sagt:

    Die “herrschende Klasse” – sind wir schon wieder soweit? Was für mich immer schon vielzuwenig verstanden wurde, ist der Umstand, dass der historische Antisemitismus vor allem anderen auch ein Hass auf die REICHE (ja und nebenbei auch jüdische, männliche, alte) Bevölkerungsschicht war. Man hat auch damals nicht unbedingt die Ursache dafür, dass man sie nicht mochte, in der “Rassen”- oder Religionszugehörigkeit gesehen, auch wenn man Ursache und Wirkung wohl im Lauf der Zeit immer stärker durcheinanderbekommen hat. Es waren meiner Überzeugung nach vor allem die “reichen, habgierigen Stümper”, die man im dritten Reich vergast hat, freilich projiziert auf ein bestimmtes “Volk” und man tat sich also relativ leicht damit, dass es den (eben reichen, habgierigen) “Juden” nun halt auch nicht mehr “so viel besser” erging als allen anderen…

    Aber vielleicht ist ja das alles eine ganz andere Geschichte, oder doch nicht?

    Ich hoffe, die Message kommt rüber. Ich will Dir damit gar nichts unterstellen, sondern nur meine Assoziation mit Dir teilen, was mit den “Reichen” in der Vergangenheit schon so alles gemacht wurde…

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    !!! | 10. October 2008 | 15:32
    Michael sagt:

    Das mag im Allgemeinen schon so sein, Obama ist aber trotzdem auch Teil dieser “herrschenden Klasse” – auch wenn er Schwarz ist.

    Wenn Du schreibst “Obama darf in seiner Amtszeit die Suppe ausbaden, die stinkreiche, alte, weiße Männer der Welt eingebrockt haben”, dann klingt das irgendwie so, als sei Obama aufgrund seiner abweichenden Hautfarbe dafür entweder besser qualifiziert bzw. hatte zumindest mit der ganzen “Suppe” nix zu tun, das ist aber leider ja nicht der Fall (Tony Rezko, ACORN, Spendengelder von Fannie/Freddie usw.).

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    !!! | 10. October 2008 | 15:32
    Tom Schaffer sagt:

    nun, es gibt halt herrschende klassen, maschi. genauer gesagt: es gibt eliten die sich aus soziodemographisch eingeschränkten gesellschaftschichten eines ohnehin nur kleinen teils der weltgesellschaft zusammensetzen. 99% der weltvermögen besitzen männer. 90 Prozent des weltweiten Reichtums besitzen Menschen in Nordamerika, Europa und Japan/Australien. die wohlstandsgefälle auch innerhalb dieser regionen sind bekannt.

    der großteil der multinationalen riesenkonzerne der welt sind in europa und den usa zu hause. der großteil der superreichen sind in europa und den usa angesiedelt. die wenigstens werden unter 60 sein, die meisten weiß (und zwar auch in einem überdurchschnittlichen maßstab zu ihrer bevölkerungszahl in den eigenen ländern). letzteres basiert auf rassismus und diskriminierung. unter den ersten 100 reichen der welt sind afaik nur 3 frauen. afaik sind alle erbinnen reicher männer. die zwei reichsten männer der welt besitzen jeweils(!) gleich viel, wie alle einwohner der 50 ärmsten länder im jahr verdienen.

    wir sind also nicht “schon wieder so weit”, wir sind weiter drin denn je, da sich die kluft ja vergrößert. das weltsparvermögen hat sich seit dem anfang des jahrtausends verdoppelt. es sind leute aus dieser gruppe, die die welt von einer speuklationsblasen-krise in die nächste jagen. es sind nicht die ärmsten 95% der welt, es sind die reichsten 5% (wenn überhaupt so viele).

    und diese verflochtenen wirtschafts- und politeliten beherrschen uns (und noch viel unangenehmer andere teile der welt). es sind die herrschenden klassen.

    man kann diese tatsachen nicht mit dem verweis wegwischen, dass aus solchen feststellungen falsche schlüsse gezogen werden könnten. nicht, dass man darüber spricht ist gefährlich, dass es so ist, ist gefährlich. und dass es sich nicht wirklich ändert, ist gefährlich.

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    10. October 2008 | 16:15
    maschi sagt:

    sorry – ich wollte dich nur insofern “provizieren”, als ich ein nachdenken “provozieren” wollte. das scheint mir so nicht so gut gelungen zu sein, ich versuchs nochmal anders.

    ich halte es für nicht so gut, die momentan in irgendeiner form “herrschenden” (einflussreichen, mächtigen, etc) menschen als “klasse” zu definieren und diese menschen dann mithilfe von (passenden oder unpassenden) aber jedenfalls statistisch wunderbar aufzeigbaren korrelationen zu kategorisieren. das bringt uns nicht weiter oder wenn du so willst: es sind feststellungen, aus denen zwar jede menge falsche (und potentiell auch gefährliche, ja, schon) schlüsse gezogen werden könn(t)en, aber auf der anderen seite leider keinerlei richtigen schlüsse, keinerlei schlüsse aus denen wir irgendeine sinnvolle handlungsanweisung ableiten könnten. zumindest sehe ich keine solchen.

    die vielen anderen angerissenen debatten, so zb was wir aus der genannten ungleichheit ableiten sollten oder ob das kennzeichnende merkmal der letzten 100 jahre westlicher wirtschaftsgeschichte wirklich ist, dass wir “von einer spekulationsblasen-krise in die nächste jagen” möchte ich jetzt hier aus diesem anlass eigentlich nicht führen, ich denke jedenfalls, wenn wir halbwegs kühlen kopf bewahren, werden wir weiterlernen und die krise wird (wie jede krise) in irgendeiner form ihr “gutes” gehabt haben… so denke ich zb, wir müssen die fehlertoleranz aller systeme (märkte, politik,…) im auge haben: wie gestalten wir die dinge so, dass nicht soviel schiefgeht, wenn was schiefgeht.

    hoffentlich schaffen wir dieses weiterlernen ohne alle aus panik und kopflosigkeit erst so recht geborenen flächenbrände… das wäre es eigentlich worum es mir ginge…

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    !!! | 10. October 2008 | 17:17
    Tom Schaffer sagt:

    natürlich lassen sich aus der analyse der “herrschenden klasse” (von mir aus nennen wir es anders, aber darauf läufts hinaus) handlungsnotwendigkeiten ableiten und probleme erkennen. ohne das kennen der fakten und das anaysieren derselben wird sich nie was tun.

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    10. October 2008 | 18:17
    Thomas sagt:

    So sieht dann maschis Befürchtung auf die Spitze getrieben aus…

    @Tom: Was lernen kann man aber auch draus, wenn man nachschaut, was im System insgesamt schiefläuft, z.B. ob die Blase nicht durch zu wenig Regulation entstanden ist oder ob man vielleicht ein Bankenaufsicht für die Eurozone bräuchte oder ob Banken vielleicht nicht mehr Eigenkapitaldeckung haben sollten. Oder ob es eine Regelung über die Höhe von Abfertigungen geben sollte.

    Oder wenn man eher auf der marktfundamentalistischen Seite ist, ob z.B. staatliche Hypothekarfinanzierungsinstitute wie Fannie Mae der richtige Weg zur Wohlfahrt sind. (Ich schlage nichts davon vor, dafür kenne ich mich zu wenig aus).

    Indem man das System als abstraktere Einheit angreift, verhindert man gezielten Hass auf gewisse Gruppen, der, wie Maschi sagt, schnell ausarten könnte.

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    !!! | 11. October 2008 | 12:48
    Tom Schaffer sagt:

    Es ist aber nicht nur das System falsch. Es ist auch die Ethik der handelnden Personen falsch. Profit über Vernunft. Profit über Menschlichkeit.

    Wenn jemand glaubt, dass Antisemitismus oder etwas Ähnliches dadurch gerechtfertigt wird, dann werde ich ihm entschieden entgegentreten. Deshalb aber Fakten nicht anzusprechen, geht nicht.

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    11. October 2008 | 13:58
    Thomas sagt:

    @Tom: Ich teile deine Einschätzung über die mangelnde Ethik – aber glaubst du nicht, dass überbordende Gier, Egoismus und Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen des eigenen Handelns für andere derzeit eher eine menschliche Eigenschaft ist?
    Gut, es gibt sehr idealistische Menschen, die sich für ihre Umgebung einsetzen – aber das ist immer eine Minderheit. Mir kommt vor, dass vor allem in der postmodernen Gesellschaft ein zu extrem ausgelegter Individualismus zu einem fast überall vorhandenen Egoismus und einer Gemeinschaftsgefühllosigkeit geführt hat.

    Im Grund müsste man die Ethik in der Gesellschaft allgemein wiederherstellen und sich fragen, ob totaler Individualismus wie er von Werbung und Medien propagiert wird, das ideale Modell ist.

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    !!! | 11. October 2008 | 15:29
    Tom Schaffer sagt:

    Individualismus ist gut, Egoismus nicht. Und nein, ich halte die Eigenschaft nicht für menschlich, aber für systeminduziert.

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    11. October 2008 | 15:54
    Thomas sagt:

    Leider ist Individualismus ohne Egoismus so realistisch wie Realsozialismus ohne Ausreisebeschränkungen…

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    !!! | 11. October 2008 | 18:38

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