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Jörg Haiders Tod und was es über Pietät zu sagen gibt

Jörg Haider
Es gibt wenige Ereginisse, die es so weit bringen, dass ich in aller früh mehrere SMS zugeschickt bekomme und schlussendlich auch aus dem Bett geklingelt werde. Heute aber ist Jörg Haider gestorben. Allein das zeigt die enorme Bedeutung, die der eingebürgerte Kärntner in den letzten Jahren für die österreichische Politik gehabt hat (und über kurz oder lang möglicherweise noch haben wird).

Ich freue mich nicht. Mir ist nicht nach jubeln zumute. Man wünscht niemandem wirklich den Tod – und man wünscht niemanden, einen Freund oder ein Familienmitglied zu verlieren. Das gilt ausnahmslos.

Aber ich bin auch nicht traurig (auch nicht ein wenig). Etwas Anderes zu behaupten wäre gelogen und geheuchelt (auf mich bezogen, natürlich). Jörg Haider war ein Mensch über den ich nicht viele gute Dinge zu sagen hatte. Er verkörperte eine Politik, die ich abstoßend finde – und wofür er kämpft, sagt viel über einen Menschen aus.

Jörg Haider hat ein großes Vermächtnis. Das was er in Österreich erreicht hat, lebt weiter. Damit meine ich nicht unbedingt seine Partei, sondern vielmehr die Gedankenwelt, die er in den Köpfen geschaffen hat und die ganze Parteienlandschaft, die er nach rechts gerückt hat. Er war in der Tat ein Ausnahmepolitiker.

Ich werde mich auch im Nachhinein nicht damit versöhnen, wofür Jörg Haider stand. Denn das war auch nicht versöhlich. Es war zutiefst spaltend. Es würde ihm nicht gerecht werden.

Wäre es nicht pietätlos, das jetzt zu vergessen?

Mein Beileid gilt der Familie. Und das ist nicht geheuchelt.

Fotocredits: Sugarmelon.com

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| 11. October 2008

24 Reaktionen bisher

    Pontifex Maximus sagt:

    rücken ohne Haider FPÖ und BZÖ enger zusammen?

    (Ich hab heute um 5 in da früh auch einige SMS verschickt xD)

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    !!! | 11. October 2008 | 16:51
    Tom Schaffer sagt:

    ja, damit fällt die frage weg, wer das vereinte dritte lager anführen könnte und ohne haider wird das bzö allein nichts reissen. ich würde meinen, dass das eine wiedervereinigung ermöglicht – zumal es haider ja selbst zuletzt angestrebt hat, weshalb es nicht seinem erbe widersprechen würde, was dem bzö wichtig sein dürfte.

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    11. October 2008 | 16:54
    Pontifex Maximus sagt:

    und ohne Haider sind sie bei der nächsten Wahl wohl sicher wieder auf dem Stand von 2006, wahrscheinlich sogar darunter, weil sie ohne das starke Kärnten abschneiden.

    An ihrer stelle würde ich noch jetzt versuchen mit da FPÖ zusammen zu kommen, wo sie noch ungefähr halb so stark sind.

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    !!! | 11. October 2008 | 16:57
    pezi sagt:

    anfangs etwas harter aber schön ehrlicher nachruf…

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    !!! | 11. October 2008 | 18:16
    Oliver sagt:

    Ich stimme Tom zu. Menschlich tragisch, politisch ist’s ein anderes Kapitel. Ich kann Haiders Politik schlichtweg nicht gutheißen. Ich bin überzeugt, dass das BZÖ nun alles daran setzen wird, mit der FPÖ sich wieder zu versöhnen und zusammenzuschließen. Ohne Haider hat das BZÖ keine Zukunft, denn HAider war das BZÖ. Für Kärnten und die diskriminierten Minderheiten könnte es sogar einen Neustart bedeuten. Möglich, dass nun die Entscheidung des VfGH zu den Ortstafeln umgesetzt werden kann. Es mag hart klingen, aber diese und andere Fragen drängen sich schlichtweg auf. http://tinyurl.com/3f3oj5

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    !!! | 11. October 2008 | 18:43
    Pontifex Maximus sagt:

    @ Tom:

    Sagmal, welches Plugin benutzt du für die Umfragen?

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    !!! | 11. October 2008 | 20:29
    Georg sagt:

    @Pontifex: Es heißt “Democracy”
    http://blog.jalenack.com/archives/democracy/

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    !!! | 11. October 2008 | 21:03
    Dominik sagt:

    Ich denke auch, dass man zwischen dem Politiker Haider und der menschlichen Tragödie unterscheiden muss. Schrecklich fand ich die Nachrufe der führenden Politiker, die ihn sowohl menschlich als auch politisch huldigten und ihn als den wohl größten österreichischen Politiker hervorhoben. Das war er einfach nicht.

    Menschlich gesehen, ist es eine Tragödie, die ich keinem wünschen würde.

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    !!! | 12. October 2008 | 00:48
    hannes sagt:

    -er hat sich sebstverschuldet aus dem Leben genommen. Auch er wurde “straffällig”, wie seine chronischen Feindbilder. Gerichtet auch gleich, wie er es immer wollte. Keinerlei Mitleid, aber mein aufrichtiges Beileid an die Familie!

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    !!! | 12. October 2008 | 02:06
    Pontifex Maximus sagt:

    @Dominik:

    Er war nicht einer der größten, aber sicher einer der bedeutensten Politiker der letzten zwei Jahrzehnte.

    Unabhängig wie man zu ihm steht (und ich denke hier wird er nur wenige Fans haben^^) muss man halt doch anerkennen das er jede Menge bewegt hat in Österreich.

    Das es nur selten zum guten war stimmt, aber bewegt hat er viel.

    Auch Hitler war mal “Person of the Year” bei da Times, aber nicht weil er so ein toller Mensch gewesen ist, sonden weil er die Zeit halt wie kein anderer geprägt hat.

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    !!! | 12. October 2008 | 02:56
    Ingo sagt:

    Ich habe es nach der Raucherdiskussion (auf “diesmallif”)ohnehin schon erahnt, dass uns – obwohl wir beide (ich zumindest !wieder!) diesmal das liberale forum gewählt haben – vor allem in ethisch-moralischer als auch (und noch vielmehr) in empathisch-sensibler Weise – Welten trennen. Wie du es vielleicht erahnen kannst, bin auch ich nie ein Haider-Wähler gewesen, jedoch scheue ich mich davor, nicht einmal 24 Stunden nach dem Ableben eines Menschen, sein Dasein und seine Wertschätzung rein und ausschließlich über sein politisches “(Un-)Werk” zu begutachten, denn dafür könntest du, obwohl wahrscheinlich niemand seiner “treuen Anhänger” deinen Blog aufsuchen wird, zumindest noch ein bis zwei Tage warten, womit die primär intensive Trauerarbeit seiner Familie & (dir wie auch mir zum Teil unbeliebten) politischen Partner aber auch der Freunde aus der Bevölkerung geleiste wäre! Es geht , so glaube ich, momentan nicht um die Heuchelei seiner nunmehr Bewunderer(die es eventuell vormals -zumindest in politischer Hinsicht- nicht waren), sondern vielmehr um die von dir angesprochene Pietät, welche einer moralisch sozialisierten Person nicht fremd sein sollte. Deine anfangs harsche Kritik an der politischen Tätigkeit eines rechtsstaatlich legitimierten “Sachwalters” lässt auf mangelnde Einfühlsamkeit und auch Menschlichkeit von Seiten einer “liberal” denkenden Person schliessen, was noch durch den von dir toleriertem und (ich unterstelle es dir einfach so) goutiertem Vergleich Haiders mit Hitler(von Seiten deiner Blogger)unterstützt wird. In einem gewissen Maße ist es mir auch unverständlich, dass du dich am Anfang deines pervertiertem Kondolenzschreibens diesbezüglich aüßern musst, dass du nicht froh über den Tod Haiders seist….dies hat mich wirklich sehr verwundert, da ich mich über Jörg Haider durchaus kritisch ausdrücken kann, ohne vorher sagen zu müssen, dass ich nicht froh über seine Tod sei…..
    Viel Spass noch beim Leichen schänden….(erbärmlichst!)
    Ingo

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    !!! | 12. October 2008 | 06:13
    Tom Schaffer sagt:

    Ich halte nichts von Heuchlerei. Ich folge der Haltung, über Tote nicht noch künstlich herzufallen, ich sehe aber nicht ein, warum man verabscheuungswürdige Menschen in einem Anfall von Kondolenzsympathie verherrlichen solte. Haider war für mich ein solcher Mensch. Das hätte ich vorgestern noch so gesagt. Ich werde es auch morgen noch so sagen. Seine Familie tut mir leid, aber um die geht es hier auch nicht. Es geht um den Politiker. Ein Mensch ist nach seinen Taten zu beurteilen.

    Ein Nachruf ist keine verherrlichende Lobrede, er ist eine kritische Reflexion.

    Jörg Haider wird übrigens auch just in diesem Moment politisch gebraucht. Von jenen Leuten nämlich, die so tun als wäre er ein großer gerechter Politiker gewesen, der allen nur gutes wollte und dem Österreich viel zu verdanken habe. Es wird darüber nachgedacht, ihm Ehrenbürgerschaften zu verleihen. Es muss erlaubt sein, dieser politischen Verherrlichung entgegen zu halten.

    Die Notwendigkeit zu sagen, dass mich sein Tod nicht freut, sehe ich daher gegeben, weil es nunmal andere Leute gibt, die sich darüber freuen. Da mein Artikel kritisch ist, wollte ich diesen Verdacht von vorne herein eliminieren. Das ist ein ähnliches Motiv wie jenes, das du hast, wenn du hier dauernd betonst, dass du ja eh ein liberaler bist, also eh kein Jörg-Fan eigentlich.

    Ich freue mich nicht, ich bin auch nicht traurig. Es ist mir auch nicht egal – sonst hätte ich nichts geschrieben. Es ist ein seltsames Gefühl.

    Dass hier jemand Haider mit Hitler verglichen hat (nicht gleichgesetzt, wohlgemerkt) kannst du mir vorwerfen, wenn du möchtest. Fakt ist, ich habe in diesem Blog noch nie einen einzigen Kommentar gelöscht (die Leute die darunter schreiben sind Diskussionsteilnehmer, nicht “meine Blogger”). Sofern die Dinge im Rahmen der Gesetze stattfinden, ist das hier eine freie Plattform. Das ändere ich erst, wenn die Kommentare schrecklich werden und ich dadurch meine Freude am Blog verlieren.

    Der Vorwurf der Leichenschändung ist ein Totschlagargument – und lächerlich. Ich ziehe Haider hier nicht durch den Dreck, ich beurteile, was ich von ihm kannte.

    Das ist nicht nur erlaubt. Wie die Nachwelt über einen ehrlich denkt, ist das, was viele Menschen antreibt.

    PS: Ich habe das Liberale Forum nicht gewählt.

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    12. October 2008 | 13:45
    Pontifex Maximus sagt:

    Ich zitiere einfach mal Robert Misik

    Ein “tragischer Vorfall”, aber man soll “also nicht dauernd, also Krokodilstränen für einen, äh, abgeschobenen Drogendealer” vergießen. So sprach Jörg Haider 1999, nachdem der schwarze Asylbewerber Marcus Omofuma bei seiner Deportation, zusammengeschnürt und mit Klebeband geknebelt, gestorben war. Drogendealer war Omofuma natürlich keiner. Noch vor ein paar Wochen hat Haider im Wahlkampf während einer TV-Konfrontation einer Frau, deren Mann gerade auf Grund des gnadenlosen Ausländerrechtes den Ausweisungsbescheid erhalten hat, ins Gesicht gesagt, es werde wohl schon einen guten Grund geben, warum der Gatte des Landes verwiesen werde. Krimineller und so.

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    !!! | 12. October 2008 | 17:52
    Josef Neurreiter sagt:
    !!! | 12. October 2008 | 18:35
    Tom Schaffer sagt:

    Geschmackslos.

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    12. October 2008 | 20:39
    Michael sagt:

    Würde mich interessieren, ob die teils heuchlerische Kondolenzgemeinschaft bei den jährlich Dutzenden weiteren Discounfällen mit massiver Fremdgefährdung in Österreich ebenso reagiert. Oder ob da auf die Jugendlichen in ihren viel zu schnellen Autos auch noch geschimpft wird.

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    !!! | 13. October 2008 | 11:22
    wunderwelt sagt:

    was irgendwie in den medien immer sehr schön totgeschwiegen wird ist die tatsache, daß ein mann mit 142km/h auf einer 70km/h beschränkten strasse, kurz vor eine 50km/h begrenzung durchaus andere menschen in den tot hätte reissen können. zum glück hat es nur ihn erwischt.
    rücksichtslos wie seine politik war offensichtlich auch sein fahrstil.

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    !!! | 13. October 2008 | 14:32
    dieter sagt:

    “Damit meine ich nicht unbedingt seine Partei, sondern vielmehr die Gedankenwelt, die er in den Köpfen geschaffen hat”

    Haider hatte zwar einen Fanclub, aber Gedankenwelten veränderte er nicht. Das wird sich nun endgültig zeigen.

    Am stärksten vereinnahmte Haider nicht seine Anhänger, sondern eigentlich seine Gegner, die sich unentwegt und intensiv mit ihm befassten und fälschlicherweise darauf hofften, dass man, wenn man nur ihn politisch knacken könnte, die offenbar für dumm und manipulierbar geglaubten Wähler für die eigenen Zwecke umpolen könnte.

    Die Sachpolitik ging in dieser Personenfixierung, die Haider ja liebte und vorantrieb, leider unter. Eigentlich haben ihn seine politischen Gegner, Vranitzky, Klima, Busek, die Grünen, Broukal, das Profil und Der Standard und hunderte andere erst so richtig groß gemacht.

    An der Gedankenwelt der Menschen wird sich durch Haiders Ableben überhaupt nichts ändern, genausowenig, wie es bei den letzten Wahlen einen Rechtsruck gab.

    Die Interessen, Einschätzungen, Wünsche und Einstellungen der vielschichtigen österreichischen Gesellschaft ändern sich zwar. Aber das geschieht lang- bzw. mittelfristig und beständig und lässt sich nicht an ständig wechselnden Wahlergebnissen oder der Popularität einzelner Politiker ablesen.

    Haider gelang es lediglich auf viele Strömungen und Trendwenden als erster aufzuspringen. In den 90ern war beispielsweise Neoliberalismus populär. Der Staat galt überall als verschuldeter Moloch, Beamte waren ein Feindbild und der Wohlfahrtsstaat wurde als Unterstützung von Faulenzern gesehen. Haider propagierte Flat-Tax und Privatisierungen, ja sogar ein kapitalgedecktes Pensionssystem und der gering verdienende oder gar Arbeitslose “kleine Mann” fand das toll. Nach 2000 überholte er sein eigens Regierungsteam, die SPÖ und eigentlich auch den linken Flügel der Grünen wirtschaftspolitisch linkspopulistisch.

    Die Fremdenfeindlichkeit ist eine natürliche Reaktion auf eine Massenzuwanderung, die man überall heute, aber auch historisch verzeichnen kann. Und sie wird weiter zunehmen, solange die Assimilierungseffekte hinterherhinken.
    Die Jungwähler, die sich vor der Wahl sicher nur in der Minderzahl politisch intressierten, haben auch keine Skrupel ihrem Bauchgefühl mit ihrer Stimme ausdruck zu verleihen. Die Alten schimpfen zwar über die Ausländer, wählen aber trotzdem treu SPÖ/ÖVP.
    Ich sehe nichts, was diese Entwicklung mittelfristig aufhalten können soll.

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    !!! | 13. October 2008 | 15:50
    Tom Schaffer sagt:

    Natürlich gab es in Österreich in den letzten 20 Jahren einen deutlichen Rechtsruck. Und wenn er sich nur dadurch äußert, dass die Leute ihre Ausländerfeindlichkeit jetzt eher mal zugeben. Und das liegt natürlich sehr wohl vorrangig an Haider und der FPÖ, die zwar einerseits vorhandene Strömungen und Stimmungen aufgreifen, sie aber andererseits auch verstärken und salonfähig machen.

    Man kann nicht immer nur so tun, als würden Rechtspopulisten keinen Schaden anrichten. Es wird immer so getan, als seien das die einzigen, die die Sorgen der Menschen erkennen. So stimmt das nicht. Sie schaffen sich viele dieser Sorgen und Ängste auch.

    Kein Mensch hätte Angst vor Moscheen und Minaretten, wenn nicht dauernd irgendwelche Tölpel brüllen würden, sie signalisierten den Untergang von Abendland und Freiheit. Keinen Menschen würden zweisprachige Ortstafeln kümmern, wenn nicht so getan würde, als wäre ihre Verhinderung ein patriotischer Abwehrkampf gegen die Schergen des Bösen.

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    13. October 2008 | 15:55
    dieter sagt:

    “Und wenn er sich nur dadurch äußert, dass die Leute ihre Ausländerfeindlichkeit jetzt eher mal zugeben.”

    Mir ist das lieber, als unterschwellige Anspielungen, so wie das beispielsweise die Republikaner tun. Ronald Reagan tat das damals mit seinem Gerede von der Cadillac fahrenden Welfare Queen und McCain macht das auch im aktuellen Wahlkampf. Die USA haben hauptsächlich deshalb keine allgemeine Krankenversicherung und keinen Wohlfahrtsstaat, weil weiße Wähler nicht wollen, dass Schwarze und Latinos überproportional begünstigt werden.

    Aber es ist ja auch nicht wahr, dass Österreicher ehrlich zu ihrer Ablehnung von Fremden stehen würden. Man hört ja immer “Wir haben nichts gegen Ausländer, aber …..”
    Und dann werden angeblich objektive Probleme aufgezählt, von denen manche auch durchaus stimmen. (Spracherwerb bei Migrantenkindern wurde beispielsweise im Ausländervolksbegehren angesprochen, aber von allen anderen Parteien reflexartig geleugnet)
    Und Haider verfolgte auch ständig diesen heuchlerischen Argumentationsstil.
    Ich halte es für Mmnschlich wesentlich verständlicher, wenn jemand offen und ehrlich sagt: “Ich komme mit Bevölkerungsgruppe XY nicht klar”, als dieser Bevölkerungruppe irgendwelche Pathologien oder nephariöse Vorhaben zu unterstellen.

    “Es wird immer so getan, als seien das die einzigen, die die Sorgen der Menschen erkennen.”

    Das habe ich auch nicht behauptet. Es gibt auch nicht “die Menschen” und ich fand es immer arrogant, wenn Haider sich als alleiniges Sprachrohr der Mehrheitsbevölkerung darstellte. Leider wurde dieser Stil von den anderen Politikern auch in diesem Wahlkampf von Faymann und Molterer übernommen.

    “Kein Mensch hätte Angst vor Moscheen und Minaretten, wenn nicht dauernd irgendwelche Tölpel brüllen würden, sie signalisierten den Untergang von Abendland und Freiheit.”

    au contraire. Speziell Haider dürfte ja eine Zeit lang eine gewisse Affinität oder Sympathie zum Islam gehabt haben. Selbst HC Strache ist erstaunlich spät auf das Thema aufgesprungen und brachte Haider damit in Zugzwang. Erst dann kam der Minarett-Aktionismus. Der Islam war schon lange unbeliebt, als in den Medien praktisch nur schönfärberische Märchen aus einer Nacht über diese Religion berichtet wurden und sich die Politik nicht um das Thema kümmerte. Dazu gab es Umfragen.
    Das ist also ein klassisches Beispiel, das meine These stützt.

    “Keinen Menschen würden zweisprachige Ortstafeln kümmern, wenn nicht so getan würde, als wäre ihre Verhinderung ein patriotischer Abwehrkampf gegen die Schergen des Bösen.”

    Der Kärntner Ortstafelsturm fand 1972 statt. Damals war Haider ein vierzehnjähriger Oberösterreicher, Kreisky hatte eine absolute und auch Kärnten war damals rot.

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    !!! | 13. October 2008 | 16:33
    Pontifex Maximus sagt:

    Auch noch stark betrunken is der werte Herr gewesen.

    http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/joerg-haider-war-betrunken/

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    !!! | 15. October 2008 | 18:26

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