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John Cleese: “Sarah Palin ist ein hübscher Papagei”

John Cleese
Ich mochte “Fawlty Towers” nicht, als ich die alte Kultserie vor einigen Monaten zum ersten Mal im ORF gesehen habe. Erst als mein Vater mir zufällig einige Zeit später eine aufgenommene Folge vorspielte (er wusste nicht, dass die Serie im TV läuft), konnte ich mich damit anfreunden. Meine Liebe zum britischen Humor hat immer was mit meiner Tagesverfassung zu tun. Wen ich aber sowieso schon immer sympathisch fand, das ist John Cleese.

(via)

Fotocredits: Moi of Ra

Tom Schaffer | 15. October 2008
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6 Kommentare bisher

Michael sagt:

John Cleese ist ein zweifellos ein großartiger Künstler. Dass er Sarah Palin für ein brünettes Dummchen hält ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass auch der großartigste Künstler im restlichen Leben ein Idiot sein kann.

!!! | 17. October 2008 | 15:39
Tom Schaffer sagt:

ich hätte lieber eine argumentation gehört, warum palin so viel klüger sein soll, als man gemeinhin meint. ich mein, ich hab noch nicht viel gesehen, was mich davon überzeugt hätte. ^^

17. October 2008 | 15:40
Michael sagt:

1. zum Video. Was ich eigentlich immer sage: Bei uns wird auf die Meinung von Künstlern zuviel Wert gelegt. Nur weil jemand ein großartiger Künstler ist, sagt das sonst überhaupt nichts über ihn aus (jetzt gerade aktuell z.B. Peter Sodann).

2. zu Sarah Palin: Es ist zweifellos so, dass Sarah Palin nicht gerade besonders erfahren ist. Und es wäre bestimmt nicht von Vorteil, wenn sie jetzt Präsidentin werden würde. Aber zwischen “(noch) keine Erfahrung” und “alles ist nur auswendig gelernt, sie versteht noch nicht mal den Sinn dahinter, ist einfach nur ein hübscher Papagei” (nebenbei: Sexismus-Alarm ;-) ) liegen Welten.

Ob Sarah Palin das Format für einen Präsidenten der USA hat (bzw. haben wird, wenn sie mehr Erfahrung sammeln konnte) will ich nicht beurteilen. Sie hat jedoch zweifellos in ihrer bisherigen politischen Karriere einiges geleistet. Sie hat gegen die eigene Partei kandidiert, sie hat die Netzwerke und die Korruption in ihrere eigenen Partei angeprangert und ist so Gouverneurin von Alaska geworden.

Etliches von dem, was man ihr “vorwirft” ist schlicht nicht wahr – z.B. dass sie den Irak-Krieg als Aufgabe Gottes ansieht. Dass sie nicht wusste, was die Bush-Doktrin ist, war zwar irgendwie peinlich – aber wie Krauthammer (der diesen Begriff geprägt hat) dann klar gestellt hat, hat der Interviewer es auch nicht wirklich gewusst.

Nebenbei muss ich hier leider wieder auf der Pro-Demokraten Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien herumreiten. Das Problem ist, dass wir hier in den Massenmedien immer nur die eine Seite mitbekommen. Dieses Spiel der Demokraten “der republikanische Kandidat ist dumm” ist nämlich genauso alt wie das Spiel der Republikaner “der demokratische Kandidat ist ein arroganter, abgehobener Schnösel”.

Ich höre manchmal amerikanische Talk-Radio und es ist manchmal ein richtiger Augenöffner, wenn man auch mal die andere Seite hört. Während nämlich jeder von Palins Fehltritten und Peinlichkeiten unter SpOn in den “Topmeldungen” auftaucht hört man da von den Peinlichkeiten, die sich Joe Biden geleistet hat. Der Unterschied ist nur, dass Limbaugh nicht auf die Idee kommen würde, sich als unparteiisch zu bezeichnen.

!!! | 17. October 2008 | 16:50
Tom Schaffer sagt:

Ich konsumiere zum US-Wahlkampf fast ausschließlich US-Medien. ;)

Was man Palin vorwirft sind übrigens (erwiesene) Korruption und Vetternwirtschaft, (erwiesene) völlige Unerfahrenheit in der “großen Politik” und noch nichtmal irgendein Dau von der Welt, die sie mit einer Außenpolitik dominieren würde, von der sie ebenfalls keine Ahnung hat. Wenn jemand Vizepräsidentin werden kann, der erst seit einem Jahr überhaupt einen Reisepass hat … ;)

17. October 2008 | 17:35
Michael sagt:

Wie gesagt: unerfahren ist sie. Cleese hat aber behauptet, dass sie den Sinn der einstudierten Vorträge nicht verstehen kann. Das ist doch ein recht gewichtiger Unterschied.

Es gibt viele legitime Kritikpunkte an Palin (also z.B. die Unerfahrenheit, Troopergate oder die Bestellung von Havemeister) – aber ganz offensichtlich reicht das manchen nicht aus.

Stattdessen wird sie als vollkommen verblödet hingestellt (wie z.B. von Cleese), als religiöse Irre (das mit dem Irak-Krieg) oder als Schlampe (such mal Palin und Bimbo im Google). Ich persönlich denke, dass es offensichtlich ist, dass diejenigen, die so argumentieren Palin einfach aus tiefstem Herzen hassen – und zwar nicht wegen Korruption und Vetternwirtschaft, sondern wegen der konservativen Werte, für die sie (angeblich?) steht.

Ich muss zugeben, dass mir auch etwas mulmig wäre, wenn Palin plötzlich Präsidentin wäre. Vor allem, weil ich das Gefühl habe, dass sie eventuell nicht genügend Bescheidenheit mitbringt und mit irgendwelchen Hauruck-Aktionen viel Schaden anrichten könnte (mit anderen Worten, dass sie nicht auf ihre Berater hört).

Wenn ich aber dieses Interview von Cleese höre oder einige der Artikel auf SpOn lese (ganz speziell den hier: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,577469,00.html), dann denk ich mir nur: “denen tät ichs richtig gönnen, wenn Palin Präsidentin wird”.

!!! | 17. October 2008 | 18:54

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