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Helmut Zilk ist tot – ein Kontrast

Helmut Zilk
Helmut Zilk ist in der Nacht auf Freitag an den Folgen einer infektiösen Verletzung im Schlaf gestorben. Der ehemalige Bürgermeister von Wien (84-94) und österreichische Bildungsminister (83-84) war 81 Jahre alt. Ich weiß über Zilk nicht so viel zu sagen, wie vor einigen Tagen über Jörg Haider. Zilk war vor allem vor meiner Zeit wirksam. Aber es ist doch gut sich in Erinnerung zu rufen, dass in den letzten Jahrzehnten anscheinend auch populäre Politiker in Österreich gab, die über den Nationalsozialismus nichts Gutes zu sagen hatten.

“Österreich ist kein Nazi-Land, es ist kein Land des Antisemitismus. Es steht auch dem größten Verbrechen der Geschichte nicht gleichgültig gegenüber. Es ist vielleicht ein Land, in dem zu lange der Mantel des Schweigens über die verbrecherische Zeit des Holocaust gebreitet wurde, aber es ist auch ein Land, das 1945 ausnahmslos von Widerstandskämpfern und ehemaligen Häftlingen der Konzentrationslager gegründet wurde.” – Zilk im New Yorker Museum of Modern Art (Juli 1986).

Einige Ausschnitte aus der Wikipedia:

Eine historische bedeutsame Handlung setzte Zilk in dieser Funktion, als er für Gymnasien das Fach Informatik als Pflichtgegenstand einführte – als eines der ersten Länder Europas

„Der Dr. Zilk“ war nun in Wien allgegenwärtig – mit gewichtiger Stimme und spektakulären Entscheidungen. Von der Verbannung der Autos vom Rathausplatz über den Einbau von teuren Filtern in Wiens Müllverbrennungsanlagen, den Bau des Schulschiffes, das Film Festival auf dem Wiener Rathausplatz, den „Adventzauber“ und den „Silvesterpfad“ bis zur Volksbefragung über die für 1995 geplante gemeinsame Weltausstellung Wien/Budapest, die vom Volk abgelehnt wurde. 1988 entschied Zilk nach längeren Diskussionen persönlich den Aufstellungsort des 1983 von der Stadt bei Alfred Hrdlicka in Auftrag gegebenen Mahnmals gegen Krieg und Faschismus, das noch im selben Jahr (vorerst provisorisch, feierliche Fertigstellung 1991) auf dem Albertinaplatz errichtet wurde.

Am 5. Dezember 1993 wurde Zilk bei einem Briefbombenattentat des Terroristen Franz Fuchs an der linken Hand schwer verletzt (der Fanatiker bekämpfte Zilk als Symbol des multikulturellen, weltoffenen Wiens).

Mein Beileid gilt der Familie.

Fotocredits: Werner Faymann

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| 24. October 2008

2 Reaktionen bisher

    Martin sagt:

    3 Wünsche zum Gedenken an Helmut Zilk

    1. zum Lehrer Zilk: Bau einer neuen Schule oder ausgiebige Sanierung von mehreren Schulen: Zilk war zeitlebens eine Lehrerfigur (fallweise auch ein Oberlehrer) – auf alle Fälle stand Bildung und Weitergabe des Wissens für ihn besonders im Mittelpunkt

    2. zum Kommunikator Zilk: Bau eines Stadtgespräch-Zentrums: Wien hat zahlreiche öffentliche Bauten, Museen und Theater – aber es gibt kein modernes Kommunikationszentrum – keinen geeigneten Ort für “Stadtgespräche” – weder das Rathaus, noch die Universitäten etc. noch die Volkshochschulen bieten in baulicher Hinsicht ein optimales Forum – einen Ort, an dem bis zu 1.000 Personen zusammenkommen können, um wichtige Stadtthemen zu diskutieren – von der Diskussion über neue Stadtteile, neue Bahnhöfe bis hin zu Themen wie Hundekot und Parkpickerl. Mögliche Orte dafür: Erweiterungsbau des Wien-Museums am Karlsplatz, Zentralbahnhof, neuer Westbahnhof, Wien-Mitte, Nordbahnhof-Gelände.

    3. zum Hundefreund Zilk: Appell an die Bevölkerung: 1 Woche lang kein Hundekot: Wie Zilk mehrmals selbst bestätigte: Am Thema Hundekot ist er zeitlebens gescheitert. Es wäre so schön, gelänge es nun zumindest zu seinem Gedenken, die Stadt 1 Woche lang hundekotfrei zu machen (Und wenn das gelingt – vielleicht setzt sich das dann sogar durch).

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    !!! | 24. October 2008 | 14:55
    Pontifex Maximus sagt:

    ein Mensch den man zweifelosfrei vermissen wird.

    Like! Thumb up 0

    !!! | 24. October 2008 | 21:02

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