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US-Wahlen: Die Sache mit dem E-Voting

Hitler Wahlzettel
Nachdem in den USA bereits wieder erste Probleme mit diesen Wahlmaschinen auftauchen (komischerweise wird da nie von Problemen berichtet, die die “richtigen” Leute bevorzugt hätten), hab ich mich mal auf die Suche nach ein wenig Material gemacht.

Homer Simpson will Obama wählen:

Die Anordnung der Knöpfe auf den Wahlmaschinen scheint denkbarst dumm zu sein:

Und warum Bush 2004 gewonnen hat:

Hier können Wähler Filme hochladen, die sie von ihrem Wahlvorgang gemacht haben, wenn er schief gegangen ist.

Für oder gegen E-Voting?

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| 29. October 2008

16 Reaktionen bisher

    flame gun sagt:

    Wenn ich das richtig verstanden habe, warten einige WählerInnen stundenlang, um überhaupt ihre Stimmen abgeben zu können (siehe zum Beispie http://zoe-trope.livejournal.com) – also ist die Idee der digitalen Stimmabgabe vielleicht nicht so schlimm? Das Argument dagegen ist, dass der essentielle Vorgang des Wählens trivialisiert wird – also nicht unbedingt die informiertesten und engagiertesten WählerInnen erreicht werden. Wir können ja mal spekulieren, welchen Einfluss das auf die Nationalratswahlen gehabt hätte (mein Tipp: Leute, die sowieso gewählt haben, hätten schneller und unkomplizierter gewählt). Wie denkst du darüber?

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    !!! | 29. October 2008 | 20:27
    kritikus.at sagt:

    Bei e-Voting gibt es kein wirkliches Wahlgeheimnis. Es wird dabei wohl, um Betrug vorzubeugen, irgendwo ein Bezug zwischen dem Wähler und dem, was er gewählt hat, abgespeichert werden müssen. Wenn das auch 97x verschlüsselt und 358x abgesichert ist, muss es jemanden geben, der das überprüfen kann (ansonsten wäre dem Betrug Tür und Tor geöffnet). Genau deshalb aber kann sich bei e-Voting der Wähler nicht wirklich sicher sein, dass seine Wahl geheim bleibt. Man kann sich leicht ausmalen, wie beeinflussbar sehr viele Wähler bei uns da wären (Parteibuchwirtschaft etc)…

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    !!! | 29. October 2008 | 20:56
    pezi sagt:

    die berliner zeitung (oder zumindest ein leserbriefschreiber darin) hat gestern über falsch gewertete wählerstimmen bei wählern aus beiden lagern berichtet ;) dazu gabs eine ausführliche story betreffend dem einsatz der wahlcomputer in deutschland – da gehen die meinungen und erfahrungen auch ziemlich auseinander…

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    !!! | 29. October 2008 | 22:36
    mani sagt:

    i muss sagen i find des zweite youtube video extrem mies gmacht… seh da keine absicht dahinter.. sondern afoch nur schlecht durchdachte software…
    dennoch, dass touchscreens oft net funktionieren (hab mich diesen sommer selbst damit rumärgern können…) oder falsch kalibriert sind san ka seltenheit… die anordnung der kandidaten is afoch sehr miserabel… wieso net mit deutlichem abstand?! dann können so “fehler” net auftreten… owa najo :)

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    !!! | 29. October 2008 | 23:06
    cc2cc sagt:

    ana log? auch kaufbar.

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    !!! | 30. October 2008 | 02:41
    Pontifex Maximus sagt:

    grundsätzlich dafür, in der derzeitigen Form ist es aber zu unsicher und nicht praktikabel.

    Aber früher oder später müssen wir den demokratischen Prozess modernisieren…

    Wenn nicht mit Computern, dann mit etwas anderem.

    Hab trotzdem mal für “dafür” gestimmt.

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    !!! | 30. October 2008 | 03:11
    Tom Schaffer sagt:

    @mani: darum gehts. is die schlechte anordnung zufall? ;)

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    30. October 2008 | 03:11
    ak sagt:

    Der Chaos Computer Club hat schon letztes Jahr die in Deutschland eingesetzten Wahlcomputer von NEDAP untersucht, und der Bericht ist katastrophal:

    http://www.ccc.de/press/releases/2007/20070609/nedapReport54.pdf

    Die Situation ist ja bei den Diebold-Wahlcomputern durchaus ähnlich, und das Conclusio für jeden mit halbwegs Verstand sollte sein, dass mit Wahlcomputern die Überprüfbarkeit des Wahlvorgangs aufgegeben wird, und ein Schutz vor Manipulation (auch durch “Innentäter”) in keinster Weise gegeben ist.

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    !!! | 30. October 2008 | 12:18
    Norrin Radd sagt:

    @Kritikus: Dass es beim e-Voting kein Wahlgeheimnis gibt, stimmt so nicht. Die Maschinen werden freigeschalten, nachdem sich der Wähler im Wahllokal identifiziert hat. Anstatt dem Zettel bekommt man halt ein Token, mit dem man die Maschine benutzen kann.
    Das Problem bei den Maschinen ist viel mehr, dass sie a) lausig programmiert sind (von den Diebold-Kastln habe ich Teile des Codes gesehen) und b) Hardware-Attacken relativ leicht möglich sind (was bei den Nedap-Kastln schön vorgezeigt wurde).

    Auch bei Wahlen über das Internet kannst du kryptographisch sicherstellen, dass man wählen kann, ohne dass dabei die Stimme, die man abgegeben hat, mit der Person, die sie abgibt, verknüpft ist.

    Ich will damit keine Aussage treffen, ob ich für oder gegen elektronische Wahlen bin, aber zumindest die Fakten sollte man kennen, bevor man darüber herzieht.

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    !!! | 30. October 2008 | 12:46
    Michael sagt:

    Ob McCain vor Obama steht oder umgekehrt, dafür wird es vermutlich eindeutige Regeln geben, so wie auch bei uns die Reihenfolge auf dem Stimmzettel gesetzlich geregelt ist. Als die Wahlmaschine konzipiert wurde, konnten die Leute ja wohl kaum wissen, ob der Republikaner oder der Demokrat oben oder unten steht.

    Offensichtlich versteht der alte Wähler (verständlicherweise) nicht, was ein “Button” auf dem Computerbildschirm ist und drückt deswegen auf die Schrift drauf. Es wäre deswegen wohl besser, wenn der Text in der Mitte des Buttons wäre anstatt am oberen Rand.

    Vieles, was es an Kritik an Wahlmaschinen bezüglich der Fälschungssicherheit gibt, trifft zwar prinzipiell zu. Allerdings muss man schon beachten, dass es ja auch möglich ist, mit Wahlzettel zu manipulieren. Gabs in den letzten Jahren ja auch in Österreich. Ich erinnere mich auch an ein Youtube-Video, bei dem jemand das Kreuzchen gleich an einem ganzen Stoß von Wahlzetteln gemacht hat (war glaub in Ägypten).

    Grundsätzlich denke ich, dass Wahlbetrug viel öfter vorkommt, als man gemeinhin annimmt. Aber gerade in den USA mit dem Zweiparteiensystem wird sich das vermutlich gegenseitig aufheben.

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    !!! | 30. October 2008 | 12:55
    kritikus sagt:

    @Norrin Radd
    Ich glaube nicht, dass man die technischen Details kennen muss, um dem e-Voting zu vertrauen oder nicht. Es reduziert sich letztendlich auf den Konflikt zwischen Wahlgeheimnis und Betrugssicherheit. Beides wird es nicht geben können. Für die Betrugssicherheit wird man die Möglichkeit haben müssen, Wähler und Gewähltes zu verknüpfen, da es ansonsten keine Überprüfung geben kann. Würde man diese Verknüpfung aber ausschließen, dann würde das Wohl der Republik von einer handvoll Programmierier abhängen. Und jeder ist käuflich, es kommt nur auf den Preis an ;)

    @Michael
    Schon klar, dass es auch bei der Papierwahl Betrug gibt und geben wird. Aber der kann wohl nur in sehr kleinem Umfang erfolgen – die Wahlmänner/-frauen kontrollieren sich ja gegenseitig. Bei Maschinen könnte sowas aber in großem Umfang möglich und wahlentscheidend sein. Alleine die vage Möglichkeit, mag sie auch noch so theoretisch sein, jagt mir schon kalte Schauer über den Rücken…

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    !!! | 30. October 2008 | 14:17
    ak sagt:

    Auch bei Wahlen über das Internet kannst du kryptographisch sicherstellen, dass man wählen kann, ohne dass dabei die Stimme, die man abgegeben hat, mit der Person, die sie abgibt, verknüpft ist.

    Warum sollte man sich mit kryptographischen Konzepten auseinander setzen, um ein Wahlsystem auditieren zu können? Papierzettel, Kreuzerl drauf, rein in die Urne, gut ist. Wird von jedem verstanden, durch das 4-Augen-Prinzip in Wahllokalen hinreichend vor Manipulation geschützt, und vor allem gibt es keine Komponente, die ausschließlich von wenigen ausgewählten Spezialisten verstanden werden kann.

    Der Punkt ist doch, dass die allermeisten schon Probleme haben, einen Wahlcomputer zu bedienen, wie soll irgendeiner auch noch verstehen, was das Ding tatsächlich macht? Der CCC hat in dem Link, den ich vorher gepostet habe, auch einige Angriffsmöglichkeiten skizziert und ausimplementiert, mit denen es trivial möglich ist, naive Validierungen, ob die “black box” Wahlcomputer die Stimmen korrekt zählt, zu erkennen, und nur bei “richtigen” Wahlen, wo sämtliche Stimmen geheim sind und eine Validierung der Funktionalität aufgrund des Modus unmöglich ist, eine tatsächliche Manipulation durchzuführen.

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    !!! | 30. October 2008 | 16:26
    Norrin Radd sagt:

    @ak:

    Ich habe gesagt, dass man die technischen Hintergründe kennen soll, bevor man Kritik an der technischen Seite übt, und dass die Aussage, dass ein direkter und umkehrbarer Bezug zwischen Wähler und Stimme hergestellt werden muss, falsch ist. Ohne dabei zu sagen, E-Voting ist gut oder schlech.

    Die Nedap-Angriffe kenne ich. Den Code für die Diebold-Maschinen zum Teil auch, und der ist wirklich unter aller Sau — kaum zu glauben, dass sowas zertifiziert wurde.
    Wirkliche Kontrolle wird man nur haben können, wenn der Code Open Source ist, und auch dann kann das nicht jeder überprüfen.

    Der Grund, warum die USA auf Wahlmaschinen setzen, ist wohl, dass bei Wahlen über viele Dinge abgestimmt wird und dadurch die Auszählung sehr komplex wird. Für die paar Wahlen in Österreich zahlt sich der Aufwand nicht aus.

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    !!! | 30. October 2008 | 17:04
    ak sagt:

    Wirkliche Kontrolle wird man nur haben können, wenn der Code Open Source ist, und auch dann kann das nicht jeder überprüfen.

    *argl* Leute wie du scheinen es einfach nicht zu kapieren. Open Source ist hier ausnahmsweise mal _nicht_ die Lösung, denn Open Source ermöglicht höchstens eine bessere Auditierbarkeit. Gegen Angriffe, die wie der CCC-NEDAP-Angriff konzipiert sind, hilft es auch nicht.

    Das Problem liegt prinzipiell auf einer völlig anderen Stufe: durch die Technisierung (und die Proponenten und Apologeten von Wahlcomputern bringen durch die Bank nichts anderes als technokratische Argumente) wird das Wahlsystem für Laien nicht mehr auditierbar. Noch einmal deutlich: ich beziehe mich auf die Auditierbarkeit des Wahlsystems, nicht auf die Maschine selbst. Das technisierte Wahlsystem ist das Problem. Man ist gezwungen, einer Blackbox zu vertrauen, während bei einem “traditionellen” Urnenwahlsystem der gesamte Prozess auditierbar ist: ein Wahlbeobachter kann zu Beginn der Wahl prüfen, ob die Urne leer ist, er kann jedem Wähler zusehen, wie er sich den Stimmzettel abholt, geheim ankreuzt und in die Urne einwirft, und er kann beim öffentlichen Auszählen der Stimmen anwesend sein. Bei einem Wahlcomputer sind ihm diese Beobachtungsschritte nicht mehr möglich, dann alle diese spielen sich direkt im Wahlcomputer ab, und am Ende kommt noch ein Ausdruck mit dem Ergebnis heraus, der (wie der Einsatz der NEDAP-Computer in Deutschland gezeigt hat) höchstens noch mit dem händisch geführten Wählerverzeichnis verglichen wird.

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    !!! | 30. October 2008 | 17:31
    Norrin Radd sagt:

    @ak: Sag mal, versuchst du absichtlich jede meiner Aussagen falsch zu verstehen, oder verstehst du wirklich nicht, was ich schreibe?

    Ich schreibs jetzt noch einmal, gaaaanz laaaangsaaam: Ich habe in meinem ersten Kommentar lediglich etwas, das mMn unrichtig ist, klarstellen wollen. Mit der technischen Diskussion hast dann du angefangen, sonst hättest du nicht den Link zur Nedap-Untersuchung reingestellt. Zum Wahlsystem selbst habe ich nichts gesagt.

    Dass bei der Attacke auf die Nedap-Kastl die Hardware (bzw. die Software über den Umweg der Hardware) angegriffen wurde, ist mir klar, dass es dagegen keine Absicherung gab, wirft die Frage auf, die solche Geräte überhaupt durch die Zertifizierung gekommen sind. Dass der VVAT keine tolle Lösung gegen die technischen Unzulänglichkeiten ist — ja, natürlich. Und bei einem Konzept, das auf Security through Obscurity beruht, stellen sich ohnehin bei jedem, der davon zumindest etwas versteht, die Zehennägel auf. Stell das nicht so hin, als ob ich davon keine Ahnung hab, denn mit dem Thema habe ich mich sowohl beruflich als auch privat eine Zeit lang beschäftigt.

    Die Grundsatzdiskussion zum Wahlsystem interessiert mich ehrlich gesagt nicht, weil ich — wie gesagt — eigentlich nur eine fehlerhafte technische Annahme korrigieren wollte. Nachdem du aber offensichtlich eine Diskussion über die Grundsätze führen (und das, was ich sage, anders auslegen) möchtest, ist für mich hier EOD.

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    !!! | 30. October 2008 | 18:03
    ak sagt:

    Ich schreibs jetzt noch einmal, gaaaanz laaaangsaaam: Ich habe in meinem ersten Kommentar lediglich etwas, das mMn unrichtig ist, klarstellen wollen.

    …und dabei Sachverhalte (IMHO) verkürzt bzw. verfälscht wiedergegeben, insbesondere dadurch, dass du angedeutet hast, zur Beseitigung der konzeptionellen Probleme von Wahlcomputern gäbe es technische Lösungen.

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    !!! | 30. October 2008 | 20:16

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