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Krawalle in Griechenland: Schreiben, wenn man nichts weiß

Dieser Beitrag entstand nur, weil cc2cc hier ein wenig sarkastisch gefragt hat, was wir alle denn wohl zu den Ausschreitungen in ganz Griechenland denken würden, bevor irgendwelche Parteien uns die Meinung vorkauen. Ich nehme an, er meinte wohl konkret mich.
Ich hab natürlich schon vor dieser Frage lange überlegt, was ich von alldem halte. Aber mir fällt zu Griechenland nichts ein. Ich kenn mich da rein gar nicht aus. Die einzige Woche, die ich in Griechenland verbrachte, war eine in der ich durchgehend betrunken war (Maturareise auf Rhodos
).
[ad#ad-1]Die Sprache kann ich nicht. Von der heutigen Kultur kenne ich nur den verschrobenen Eindruck den mir Hollywood bei My Big Fat Greek Weeding aufgedrückt hat. Die Anliegen der “Aufständischen” sind mir noch nicht mal bewusst (und so wirklich intelligente Hintergründe vermute ich da nicht) und auch die Qualität der griechischen Politik würde ich instinktiv nicht allzu hoch einschätzen (ich verbinde eher autoritäre Muster und Korruption damit) – was lustig ist, wenn man bedenkt, woher die Demokratie kommt.
Bei Twitter hab ich zu den Vorfällen nichts gefunden. Selbst die sonst alles wissenden Spreeblickler haben leider dazu nicht viel zu sagen. Und ihr netter kleiner Hinweis sind Augenzeugenberichte eines deutschen Erasmusstudenten in Athen, der uns aber zwischen den Zeilen immerhin verrät, dass “da unten” irgendwas schon seit längerem im Argen liegen muss.
Wenn man so gar nichts weiß, dann schreibt man entweder gar nichts (wie ich es vor hatte) oder am Besten genau das, wenn man explizit gefragt wird. Denn sich ordentlich in ein völlig neues Nischenthema einzulesen, das würde viel zu lange dauern (wer will, dass ich das für ihn oder sie mache, darf mich gerne bezahlen – echt, wär ein cooler Job) und sich auf sein Gefühl zu verlassen, das würde in einem vorurteilsbeladenen Text enden.
Und dann würde ich vielleicht etwas von faschistischen Polizisten oder skrupellosen Anarchistenschweinen schreiben. Irgend etwas, das meine Abscheu gegen herumballernde Kiberer hervorbringt. Oder etwas, das meiner völligen Ablehnung von brandschatzenden, gewalttätigen Mobs Ausdruck verleiht. Vielleicht schriebe ich auch beides und würde folgern, das aus jedweder Gewalt halt nie wirklich was Gescheites entstehen kann – irgendetwas Hochtrabendes über meine innere Abneigung gegen Fäuste und Steine, Tränengas und Schlagstöcke, Vermummte und Gepanzerte. Oder darüber, dass es mich irritiert, dass unsere Medien mir schon wieder einmal nicht erfolgreich vermitteln können, was eigentlich los ist und worum es wirklich geht.
Aber vielleicht wäre irgend sowas auch genau der richtige Text. Ja, vielleicht muss man sogar etwas schreiben, wenn man nichts weiß – und damit andere fragen.
Mal sehen ob ein paar clevere Leser meiner paar hundert Leser sich mit Griechenland besser auskennen (oder einen Experten-Bekannten bitten, mich zu erleuchten). Ich zweifle fieserweise daran, aber cool wär es schon.
Fotocredits: murplej@ne – under deconstruction
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7 Reaktionen bisher
Der Gründungsmythos der griechischen Autonomen liegt in der Niederschlagung des Aufstandes des 17. November 1973. Seitdem wird der Kampf gegen die faschistische Militärdiktatur, bzw. was davon noch übrig geblieben ist, weitergeführt. Und wie in vielen europäischen Ländern sprechen auch in Griechenland Mitglieder der Polizei vermehrt einem rechten Gedankengut zu… das soll natürlich nicht diese umfangreichen Straßenkämpfe rechtfertigen, macht aber die Hintergründe der griechischen Autonomen etwas klarer.
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!!! | 10. December 2008 | 08:33
Beit Twitter lautet der hashtag griots, soweit ich das weiß.
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!!! | 10. December 2008 | 14:17
nein, thomas, ich meinte nicht dich. meinungen sind keine bringschuld. ich meinte die oesterreichischen gruenen als partei. trotzdem danke.
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!!! | 10. December 2008 | 15:30
Blogpost: Krawalle in Griechenland: Schreiben, wenn man nichts weiß: http://is.gd/b0Z5
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!!! | 10. December 2008 | 18:32
“If the news is important, it will find me” – heißt das im Umkehrschluss, dass die Nachrichten zu den Hintergründen der Krawalle nicht wichtig sind, nachdem sie dich nicht erreicht haben? Ist das ein Thema, bei dem die Alten Medien wieder einmal auftrumpfen könn(t)en nachdem sich die Neuen Medien – so wie zP hier – nicht ins Thema einlesen wollen?
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!!! | 10. December 2008 | 20:36
Es geht nicht ums nicht wollen, sondern darum, dass eine einzelne Privatperson nicht die Ressourcen dazu hat. Könnte ich von zP leben, würde ich mich einlesen. Im Moment zahle ich allerdings für dieses Hobby.
“If the news is important, it will find me”, hat nichts damit zu tun und ist auch keine Frage von neuen oder alten Medien, sondern von einer mehr oder weniger neuen Art des Medienkonsums.
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10. December 2008 | 22:49
Ich hab meine Leser natürlich schon von meiner Sicht der Dinge informiert
http://pontisblog.eu/2008/12/krawalle-in-griechenland-was-wirklich-dahinter-steckt/
erstaunlicherweise mit keinerlei Widerworten, ich frage mich ob das Thema durch die Massenmedien schon wieder totgeredet wurde…
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!!! | 11. December 2008 | 16:20
Jetzt sag doch was!