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Kann Susanne Winter ihr Mandat verlieren?

Da das Urteil im Verhetzungs-Prozess von Susanne Winter heute nachmittag erwartet wird, sind in Twitter Fragen aufgetaucht, welche Auswirkungen das rein rechtlich auf ihr Mandat haben könnte. Was passiert also mit ParlamentarierInnen in Österreich, die wegen einem Verbrechen verurteilt werden?
In Österreich wird laut Geschäftsordnung des Parlaments ein Abgeordneter “seines Mandats verlustig”, wenn er die Angelobung nicht durchführt, 30 Tage grundlos fernbleibt, eine Unvereinbarkeit vorliegt (§9 und §10) oder – jetzt kommts – wenn er (oder sie) das passive Wahlrecht verliert.
Diesbezüglich gibt es neben dem Alter noch drei andere Beschränkungen, wovon aber nur zwei das Parlament betreffen: Neben bestimmten Tätigkeiten in der NS-Zeit (Verbotsgesetz) kann auch nicht gewählt werden (und verliert demnach das Mandat), wer zu mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt wird (wozu vorher seine parlamentarische Immunität vom Parlament aufgehoben werden muss).
Verhetzung nach dem NS-Verbotsgesetz ist mit ein bis zehn Jahren Haft vorgesehehen. Susanne Winter wird wegen “Verhetzung” und “Herabwürdigung religiöser Lehren” (Strafrahmen bis zwei Jahre und bis sechs Monate) angeklagt.
Susanne Winter könnte also meines Wissens zumindest theoretisch ihr Mandat verlieren.
Aber wir sind immer noch in Österreich.
Fotocredits: EnlargeYourPen
Tom Schaffer | 22. January 2009
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9 Kommentare bisher
@negotiable_me Bitteschön, hier die Antwort: http://is.gd/gOWq
!!! | 22. January 2009 | 13:58
wie unfassbar nett und gut recherchiert, danke!
!!! | 22. January 2009 | 14:08
RT: @schaffertom: Kann Susanne Winter ihr Mandat verlieren? http://is.gd/gOWq || nochmal danke fürs recherchieren!
!!! | 22. January 2009 | 14:11
Noch schärfer (auch wenn nicht im Zusammenhang) finde ich die “Kündigung” erst nach dreißigtägigem Fernbleiben. Der Staat ist wohl der einzige Arbeitgeber, bei dem so etwas durchgeht.
!!! | 22. January 2009 | 14:15
Meinst du wirklich “…, die zu einem Verbrechen verurteilt werden”? Kann man zu einem Verbrechen verurteilt werden? Kommt mir komisch vor.
!!! | 22. January 2009 | 21:24
habs mal in ein “wegen” geändert. “zu einem verbrechen verurteilt werden” klingt zwar vertraut, ist aber selbstverständlich dämlich
danke für den hinweis.
22. January 2009 | 21:29
Susanne Winter war nie wegen eines “Verbrechens” angeklagt, sondern stets wegen mehrerer “Vergehen” nach denen sie jetzt auch erstinstanzlich verurteilt wurde. Vgl. Strafrahmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Verbrechen#Formeller_Verbrechensbegriff_in_.C3.96sterreich
!!! | 22. January 2009 | 21:52
Gut, das ist einerseits eine Feinheit für juristische Fachdiskussionen, andererseits war der spezielle Satz nicht direkt auf Winter gemünzt und zu außerdem ist es gut zu wissen.
22. January 2009 | 22:38
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