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Bewaffnet die Jugend und nehmt ihr bloß die Spiele weg

Es ist schon wieder was passiert. In Winnenden tötet ein 17-jähriger in der Schule 16 Menschen. Nach diesem tragischen Ereignis folgt auch gleich ein geistiger Amoklauf der heimischen Politik. Man muss das jetzt verdeutlichen: Nur die zuletzt so oft gescholtenen Grünen haben in dieser Extremsituation sinnvolle Antworten – alle anderen sind vom tollwütigen Affen gebissen.

Ein Bericht von Ö1 macht die Standpunkte der Parteien klar.

Die Grünen fordern ein totales Verbot von Privatwaffen.
SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ sehen für eine Reform von Waffengesetzen keinen Anlass.

Jetzt weiß ich ja nicht, ob man auch in Österreich 4.600 Stück Munition und 15 Waffen horten darf, aber aus irgendeinem Grund scheint es für SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ wirklich, wirklich wichtig zu sein, dass man in österreichischen Haushalten Waffen und Munition lagern darf. Harald Vilimsky vergleicht Waffen gar mit Autos.

“Hätte dieser 17-jährige Schüler beispielsweise die Schlüssel von Auto des Fahrers genommen…”

Hat “dieser 17-jährige Schüler” aber nicht. Sowas ist jedoch schon passiert, das Autofahren zu verbieten hat trotzdem noch nie jemand gefordert. Warum auch? Autos haben eine alltägliche Funktion, Waffen können nur Projektile in Höchstgeschwindigkeit abfeuern. Vilimskys Aussage ist der Vergleich eines Mannes, der sich für seine Argumentation gerne auch mal 50.000 Volt durch den Körper jagt.

[ad#ad-1]Bei “Gewaltmedien” sieht die Handlungsbereitschaft ganz anders aus. Zwar hat noch nie jemand den Zusammenhang zwischen Videos, Spielen und Amokläufen auch nur ansatzweise glaubwürdig herstellen können, aber da muss man “regulieren” (BZÖ), “darüber diskutieren” weil “Heranwachsende nicht differenzieren können” (SPÖ), “streng kontrollieren” weil “Handlungsbedarf besteht” (ÖVP) und “Gewaltspiele und Ähnliches minimiert werden” (FPÖ). Niemand sagt, was er damit meint – mit diesen “Killer-” oder “Gewaltspielen”. Und immerhin gibt es ja bereits europaweit altersgerechte Beschränkungen (siehe PEGI). Aber während auch in friedlichen Gesellschaften täglich Menschen durch Schusswaffen sterben, war noch nie ein altersgerecht vertriebenes Computerspiel Ursache für einem Mord, Amoklauf oder Nasenbeinbruch. Eh ganz klar also, was man verbieten muss.

Während die Grünen mehr Schulpsychologen fordern (was nicht nur zur Amoklaufprävention beitragen würde), scheinen die anderen Parteien das abwegig zu finden. Ist auch klar, denn schließlich sind ja nur alle Amokläufer (und andere jugendliche Gewalttäter) der Geschichte psychisch instabil gewesen. Warum also da ansetzen, wo es tatsächlich etwas bringen würde, wenn man stattdessen einfach das alltägliche Hobby von Millionen Menschen populistisch verunglimpfen kann? (Schließlich hat der Großteil der WählerInnen von Jugend, Spielen und deren Konsum genausoviel Ahnung wie die verantwortlichen Politiker – Null.)

Aber man kann das verstehen: Dass psychische Probleme immer gefährlich sind und Waffen immer zumindest Bedrohungspotential haben, ist natürlich kein so schwerwiegender Grund zu handeln, wie dass die meisten jugendlichen Amokläufer etwas taten, was einfach jeder Jugendliche tut: Medien konsumieren. Nicht, dass Politiker den gesellschaftlichen Medienkonsum nicht auch kritisch betrachten dürfen. Bitte gerne. Aber erst dann, wenn sie wenigstens einen klitzekleinen Plan davon haben. Öffentlich zu gestehen, dass man “nicht versteht warum es soetwas geben sollte” (SPÖ) ist ein Indiz, dass man erst fragen bevor man etwas sagen sollte.

Die Logik der betreffenden Politiker ist nahezu bestechend. Den Zugang zu scharfen Waffen sollten wir bloß nicht minimieren. Psychologische Prävention für Pubertierende muss echt nicht sein (kostet ja was). Aber Videos und Computerspiele sollte man so schnell wie möglich verbieten. DAS ist der Punkt über den wir reden müssen.

Das BZÖ will dafür Sicherheitsexperten für “Amoktrainings” an Schulen bringen. Klar: Konfrontieren wir doch unsere Jugendlichen damit, dass sowas JEDEM passieren kann. Und ÜBERALL! Und IMMER! ALLE Schulen sind potentiell gefährlich. Also seid gewappnet, schließlich ist es ja auch schon ein paar Mal passiert in den letzten Jahrzehnten (übrigens auch lange bevor es realistische Videospiele gab). Es ist die alte Leier: Habt Angst, Angst, Angst.

Wieso bewaffnen wir die Jugendlichen konsequenterweise nicht “zur Sicherheit” auch noch? (Nach einem Amoklauf an der Uni in den USA meinte die FPÖ ja bereits, dass mit einer Waffe im Auto jemand was gegen den Täter machen hätte können). Die Idee würde der Weitsichtigkeit unserer vier größten Parteien entsprechen.

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| 12. March 2009

23 Reaktionen bisher

    Gerald Bäck sagt:

    Ich kann mir vorstellen, dass Sportschießen ein interessantes, herausforderndes Hobby ist. Aber das allein reicht nicht als Grund, um eine Waffe und scharfe Munition zu Haus zu haben. Computerspiele sind zum Spielen und Waffen sind zum Töten da.
    Das Verhalten der Politik mit Ausnahme der Grünen zeigt wieder, wie sehr Sicherheitspolitiker das gesunde Augenmaß zugunsten einer paranoiden Hysterie gegen alles Unbekannte/Fremde verloren haben.

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    !!! | 12. March 2009 | 21:16
    thesofty sagt:

    Der 17 jährige hätte nach deutschem Waffenrecht aber eh keine waffe besitzen dürfen, die wurde somit eh unrecht mäßig erworben und daran würde eine strengere gesetzeslage nichts ändern.

    Und bei alle liebe zu den guten grünen ihr tweet zu dem amok-lauf war mehr als pietät und sinnfrei

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    !!! | 12. March 2009 | 21:23
    Tom Schaffer sagt:

    der 17-jährige besaß auch keine waffe. seine eltern hatten sie. einen waffenschein darf man afaik auch mit 17 haben.

    sinnfrei war der grünen-tweet übrigens nicht (der darauffolgende erklärts). aufbereiten muss man sowas aber sicher anders und politisieren sollte man das nicht so zeitnah. aber das tun alle parteien.

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    12. March 2009 | 22:39
    thesofty sagt:

    Gut aufgrund der neuen Informationslage muss ich dir recht geben ;)
    Trotzdem bin ich dagegen solche Diskussionen aufgrund solcher Taten zu beginnen.

    Denn dies führt mehr oder weniger unweigerlich dazu das der Amoklauf als begründung in den medien herumgeistert, und das führt wiederum, zumindest glaube ich dies dazu das andere “labile” personen vll auch auf blöde ideen kommen.

    Denn die Tatsache das die ganzen amokläufe immer nach Schema F ablaufen spricht stark für nachahmungstaten.

    Aber ganz abgesehen davon bin ich auch für ein generelles Waffenverbot

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    !!! | 12. March 2009 | 23:12
    Laura sagt:

    Ich denke es gibt zwei grobe Hauptgründe, warum jemand Computerspiele gern hat: entweder einfach aus Lust am Spielen, wie das wahrscheinlich bei den meisten der Fall sein wird, oder aber vorwiegend als Ventil für Aggressionen (oder beides gleichzeitig, Agression finde ich ja grundsätzlich auch etwas Positives).
    Beide Fälle sprechen natürlich klar FÜR solche Spiele, also auch und gerade in den Fällen, wo sie wirklich nur deshalb konsumiert werden sollten, um rein destruktive Gelüste zu befriedigen (ich glaub aber, dass das auf eher wenige zutrifft).
    Aus dem selben Grund trau ich mich nämlich zu jeder Tages- und Nachtzeit als Frau alleine am Gürtel herumgehen – eben genau WEIL es dort Puffs etc. gibt (sorry für den Vergleich ;-) . Es muss solche Refugien für die verschiedensten Gelüste geben, da ich denke dass dadurch ja gerade WENIGER in der Realität passiert. Diese Theorie muss aber nicht stimmen, ist nur ne Überlegung…

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    !!! | 12. March 2009 | 23:49
    Michael sagt:

    Das mit den Computerspielen und Amokläufen ist glaub so eine Art Henne-Ei-Problem. Wenn jemand schon Gewaltfantasien hat, dann wird er eventuell zu einem entsprechenden Computerspiel greifen.

    Wegen dem Waffenrecht ist es zumindest interessant, dass es in Deutschland zwar ein im europ. Vergleich sehr strenges Waffengesetz gibt, aber dort im europ. Vergleich sehr viele Amokläufe stattfinden.

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    !!! | 13. March 2009 | 09:08
    thesofty sagt:

    ad Henne-EI-Problem den ersten Amoklauf einer Schule gab es meines wissens nach schon 1927

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    !!! | 13. March 2009 | 10:37
    Thomas W. sagt:

    m.E. wird ein Spiel wie Counterstrike von Leuten mit einem geschwächten Selbstwertgefühl genutzt, um sich zu profilieren. (Lust und Aggressionsabbau, etc auch, ja.)

    Die Frage führt mich auch wieder zur Qualitätsfrage von Lehrern. Schulpsychologen wären eine gute Ergänzung, keine Frage.
    Von der Angstmache halte ich auch nichts.

    Und dass Jugendliche sehr wohl differenzieren können, wurde doch bereits oft genug belegt?

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    !!! | 13. March 2009 | 14:21
    khrom sagt:

    Ich glaub nicht dass Toet- und Metzelspiele harmlos sind, und sollte ich mich mal fortpflanzen, wuerde ich das bei meinen Kids mir auch gut anschauen.

    ABER: diese Panikmache bezgl. “Killerspiele” ist einfach nur noch unertraeglich und zeigt a) Hilflosigkeit im Umgang mit diesen Vorfaellen, wo schnell ein Suendenbock gefunden werden muss und b) Feigheit, weil man den Konflikt mit einer alteingesessenen Lobby scheut. Wie kanns sein dass ein 17 jaehriges Kid ganz einfach zu einer Beretta kommt bitte?

    Und man sollte sich lieber mal darueber Gedanken machen wie die bestehenden Jugendschutzgesetze effektiv umgesetzt werden koennen, bevor von hirnrissigen Totalverboten gefaselt wird.

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    !!! | 13. March 2009 | 15:34
    Tom Schaffer sagt:

    m.E. wird ein Spiel wie Counterstrike von Leuten mit einem geschwächten Selbstwertgefühl genutzt, um sich zu profilieren. (Lust und Aggressionsabbau, etc auch, ja.)

    hältst du generell alle counter-strike spieler für menschen ohne selbstwertgefühl?

    counter-strike ist übrigens imo kurioserweise auf dieser abschussliste, das in keinster form übertrieben brutal ist. die spiele über deren gewaltdarstellung man diskutieren könnte sehen ganz anders aus

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    13. March 2009 | 15:46
    Thomas W. sagt:

    “hältst du generell alle counter-strike spieler für menschen ohne selbstwertgefühl?”

    Hab ich doch nicht behauptet?

    Die Medien behaupten von ihm, er wäre ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl gewesen.

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    !!! | 13. March 2009 | 18:08
    Mathias sagt:

    Nur soviel: Die Forderung nach einem verschärften Waffenverbot ist mindestens genauso populistisch wie jene nach einem Eingriff gegen Gewaltspiele. Warum lese ich hier einerseits, dass der Vorschlag nach mehr Schulpsychologen ein viel sinnvollerer wäre, als präventiv Hobbys zu verbieten (vollste Zustimmung!), andererseits einen immer mitschwigenden, ablehnenden Ton gegenüber dem Privatbesitz von Schusswaffen?
    Nicht Waffen töten Menschen, und erst recht nicht Killerspiele. Menschen töten Menschen.

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    !!! | 13. March 2009 | 18:17
    Tom Schaffer sagt:

    Irrtum: Menschen töten Menschen – mit Waffen (das Computerspiel hat dagegen keine Rolle in diesem Akt).

    Es ist nunmal Fakt, dass die meisten Todesfälle durch Waffen nicht durch vorsätzliche Planung entstehen, sondern durch die Gelegenheit weil gerade eine Waffe da war (oder durch Unfälle). Zahlreiche Tragödien würden ohne griffbereite Schusswaffen wesentlich glimpflicher ausgehen.

    Ich respektiere es, wenn Menschen alte Waffen sammeln wollen. Kein Problem. Ich habe wenig dagegen, wenn Leute sich im Schützenverein zusammenreden und ihre Waffen dort in einen gesicherten Raum sperren. Und es ist mir recht, wenn es für Jäger gewisse Ausnahmen gibt (bin da nicht so drin in der Materie, keine Ahnung ob das nötig ist).

    Es soll aber nicht erlaubt sein, in einem Privathaushalt Waffen und Munition zu lagern, die den sofortigen Gebrauch einer Waffe ermöglichen.

    Diese Forderung ist deswegen nicht populistisch, weil sie auf nachvollziehbaren, rationalen Argumenten basiert. Die Forderung Computerspiele oder Videos mit Gewaltdarstellung zu verbieten oder strenger zu regulieren basiert hingegen auf einem bösen Bauchgefühl von Leuten, die selbst überhaupt keine Erfahrung mit solchen Medien haben. Die Mehrheit der Leute gehört eben zur Gruppe der Ahnungslosen.

    @Thomas W.: Wollts nur klären, dein Satz war mehrdeutig. ;)

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    13. March 2009 | 20:19
    Michael sagt:

    Und was sagst Du zu Menschen, die es als Teil ihrer Freiheit ansehen, sich auch mit Waffengewalt verteidigen zu können?

    Ich muss zugeben, dass ich meine Ansichten über den privaten Waffenbesitz laufen ändern. Klarerweise können Waffen in falschen Händen sehr viel Schaden anrichten, andererseits empfinde ich es als Einschränkung meiner Freiheit, wenn ich nicht zumindest die Möglichkeit hätte, mir eine Waffe zu kaufen um mich zu Verteidigen.

    Grundsätzlich ist das privater Waffenbesitz-Thema aber interessant, weil da die üblichen Links-Rechts Argumente vertauscht sind und zwar auf zwei Ebenen.

    Während Rechte oft bei größeren Befugnissen für die Polizei/Geheimdienste usw. auf das Thema Sicherheit pochen sind die Linken immer schnell dabei zu sagen, dass wer Freiheit gegen Sicherheit eintauscht am Ende beides verlieren wird. Beim privaten Waffenbesitz ist es irgendwie verdreht – die Linken wollen die Sicherheit und die Rechten wollen die Freiheit nicht gegen die Sicherheit tauschen.

    Zusätzlich kommt dazu, dass die Rechten sonst eher der Polizei vertrauen und deswegen keine Problem mit mehr Polizeibefugnissen haben, währen Linke der Exekutive eher misstrauisch gegenüber steht. Beim privaten Waffenbesitz wollen die einen die Waffen gerade deswegen, weil sie sich nicht alleine auf die Polizei verlassen wollen, währen die Linken bei diesem Thema offensichtlich kein Problem damit haben, dass die Polizei die alleinige “Waffengewalt” hat.

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    !!! | 13. March 2009 | 22:51
    Mathias sagt:

    Populistisch ist die Forderung deswegen, weil sie symptomatisch ist. Was haben wir? Einen Amoklauf mit 17 Toten und diesem folgend Aufschreie auf beiden Seiten: Die Konservativen schreien wieder mal nach ihrem Gewaltspielverbot, die Linken nach Waffenverboten. Anstatt an den Hintergründen zu arbeiten – und die liegen eben nicht in der Verfügbarkeit von Waffen – und beispielsweise mehr Aufklärung, mehr Aufmerksamkeit für die Probleme der Schüler und einen vernünftigeren Zugang zur Waffenpräsenz zu fordern, sind es derartige Haudrauf-Lösungen, die über aller Art Medien übermittelt werden.

    Verfügbarkeit von Waffen ist das Stichwort. Klar töten Menschen mit Waffen andere Menschen, aber nicht weil sie zu einer Waffe gelangen. Das könnte sogar ich, wenn ich Lust auf einen Amoklauf hätte – habe ich aber nicht, weil ich eben kein psychisch labiler Außenseiter mit Mordfantasien bin. Es gilt also zu überlegen, wie ein Mensch überhaupt so weit kommt und einen Massenmord ernsthaft als Option sieht – und nicht was ihm bei der Durchführung eventuell helfen könnte. (Das nennt man dann wohl “das Problem an der Wurzel angehen”.)

    Ansonsten sehe ich das so wie Michael: Warum sollte ich, als freier, differenzierender Mensch, nicht das Recht auf Selbstverteidigung besitzen? Ich fordere schließlich nicht: Drückt jedem eine Waffe in die Hand! Mit staatlich ausgegebenen Waffenscheinen könnte ich sogar noch leben (auch wenn das nicht die liberalste Lösung ist), aber ganz bestimmt nicht mit einem Waffenverbot für Private wegen eines Amoklaufs im Jahr.

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    !!! | 14. March 2009 | 00:07
    Laura sagt:

    @Mathias:

    Es geht um beides. Natürlich müssen die Probleme an der Wurzel angegangen werden, aber da eine solche Bereinigung wohl kaum von heute auf morgen möglich sein wird (bzw. solche Taten trotz allfälliger Maßnahmen nie völlig ausgeschlossen werden können), muss es rein zum Schutz der Bevölkerung klarerweise ein Privatwaffenverbot geben.

    Die Verfügbarkeit einer Waffe ist zwar nicht die Ursache für die innere Zerrüttetheit und grundsätzliche Gewaltbereitschaft eines solchen Menschen, wohl aber für die aktuell vollstreckte Tat, die andernfalls nicht passiert wäre. Man muss nicht nur Menschen mit solchen Persönlichkeitsstrukturen helfen, sondern natürlich auch bzw. in erster Linie mal akut der Bevölkerung, damit diese nicht Opfer eines solchen Menschen wird, und auch wenn man damit nur einen Anschlag pro Jahr verhindert.

    Dieses liberale Denken, das auf nichts mehr verzichten kann oder will, ist übrigens ein sehr gefährliches, wenn man das mal durchdenkt.

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    !!! | 14. March 2009 | 00:28
    Mathias sagt:

    “Akute” Hilfe durch Waffenverbot bei einem Amoklauf im Jahr? Also bitte. Als ob damit irgendjemandem im Moment geholfen wäre – weder den Hinterbliebenden in ihrer Trauer, noch der Restbevölkerung, die vielleicht nicht so panisch ist und die ungefährliche Realität anerkennt (wie gesagt: zwei Amokläufe in Deutschland in den letzten zwei Jahren, kein einziger in Österreich).

    Einzig und alleine bei den häuslichen Gewalttaten mit Schusswaffen werde auch ich kritisch. Das dort um einiges mehr Mordpotential besteht ist mir bewusst, die Frage ist bloß ob die Gewalttäter ohne Pistole in ihrer Rage nicht auch genauso gut zum Fleischermesser oder Kerzenständer greifen würden. Daraus ergibt sich für mich jedenfalls noch keine Berechtigung, freien Bürgern ihr Recht auf Waffenbesitz und Selbstverteidigung zu nehmen – bloß weil es ab und zu irgendwelche Spinner gibt, die nicht verantwortungsvoll mit Magnum und Machete umgehen können.

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    !!! | 14. March 2009 | 00:42
    Tom Schaffer sagt:

    @Michael:

    Und was sagst Du zu Menschen, die es als Teil ihrer Freiheit ansehen, sich auch mit Waffengewalt verteidigen zu können?

    Was soll ich denen sagen? Sie teilen mein Freiheitsverständnis nicht. Man darf ja schließlich auch keine Bazooka und keinen Panzer besitzen. Ist das ein Problem?

    @Mathias:

    Die Konservativen schreien wieder mal nach ihrem Gewaltspielverbot, die Linken nach Waffenverboten. Anstatt an den Hintergründen zu arbeiten

    Stimmt einfach nicht. Die Grünen und (in diesem Blogpost ich) haben ja sehr wohl neben Waffenverboten ganz andere Maßnahmen und ein breiteres Bild ins Auge gefasst. Aber Waffenverbote sind eben ein Teil des Konzepts.

    Verfügbarkeit von Waffen ist das Stichwort. Klar töten Menschen mit Waffen andere Menschen, aber nicht weil sie zu einer Waffe gelangen.

    Doch, genau das passiert ständig. Die permanente Verfügbarkeit von Waffen in vielen Haushalten IST der Grund für viele Tragödien. Für einen von langer Hand geplanten Amoklauf vielleicht nicht – aber dass ein 17-jähriger so einfach unbemerkt an eine Waffe gelangt, wenn Papa nicht ein ganzes Arsenal zu hause hätte, muss auch nicht sein.

    Es ist immerhin auffällig, dass die Amokläufer der letzten Jahre in Deutschland, den USA und in Finnland meines Wissens immer mit legalen Waffen geschahen. Niemand dessen Vater oder er selbst keine Waffe daheim liegen hatte, scheint bisher den Weg von der Waffenbesorgung bis zum Amoklauf geschafft zu haben.

    Ansonsten sehe ich das so wie Michael: Warum sollte ich, als freier, differenzierender Mensch, nicht das Recht auf Selbstverteidigung besitzen? Ich fordere schließlich nicht: Drückt jedem eine Waffe in die Hand! Mit staatlich ausgegebenen Waffenscheinen könnte ich sogar noch leben (auch wenn das nicht die liberalste Lösung ist), aber ganz bestimmt nicht mit einem Waffenverbot für Private wegen eines Amoklaufs im Jahr.

    Eh nicht nur wegen der Amokläufe.

    Das ist zum Beispiel das Ergebnis, wenn viele Leute eine Waffe zu hause haben.

    Wie ein Gegner von Waffenverboten dort in den Kommentaren anmerkt, gehen zum Beispiel Selbstmorde durch Schusswaffen drastisch zurück, wenn die Schusswaffen auch weniger verfügbar sind. In Kanada stagnierten die Selbstmordzahlen nach der Einführung von schärferen Waffengesetzen, nachdem sie vorher Jahrzehntelang stark gestiegen waren (was freilich nur ein Indiz ist).

    Daraus ergibt sich für mich jedenfalls noch keine Berechtigung, freien Bürgern ihr Recht auf Waffenbesitz und Selbstverteidigung zu nehmen

    Waffenbesitz ist meines Wissens weder Grund-, Bürger- noch Menschenrecht. Stilisieren wir das also mal nicht zu einer entscheidenden Frage individueller Freiheit hoch.

    Die Frage ist: Ist der Besitz von scharfen Waffen so wichtig, dass er nicht beschränkt werden darf.

    Dass eine Waffe zum Schutz eingesetzt wird, ist ziemlich selten der Fall. Wegen ihrem hohen Gefährdungspotential würde ich eher vermuten, dass sie in kritischen Situationen sogar eskalierend wirken. Ein Einbrecher mit Waffe muss einen überraschten Hausbesitzer nicht gleich erschießen. Wenn der allerdings mit der Waffe herumwedelt, wird das ganze gleich zu einer Frage von Leben und Tod.

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    14. March 2009 | 01:04
    Laura sagt:

    @Mathias:

    “panisch” bist wohl eher du in dieser Hinsicht, wenn du es als unverzichtbares und notwendiges Recht des Bürgers ansiehst, Schusswaffen zur Selbstverteidigung besitzen zu dürfen. Vom Glauben an die “ungefährliche Realität”, den du von anderen offenbar einforderst, merk ich da bei dir hingegen nix.

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    !!! | 14. March 2009 | 17:21
    Mathias sagt:

    @Tom:

    Stimmt einfach nicht. Die Grünen und (in diesem Blogpost ich) haben ja sehr wohl neben Waffenverboten ganz andere Maßnahmen und ein breiteres Bild ins Auge gefasst. Aber Waffenverbote sind eben ein Teil des Konzepts.

    Warum müssen sie Teil des Konzeptes sein? Wenn man das Problem, wie ich das fordere, an der Wurzel angeht und behebt, ist das doch gar nicht nötig.

    Doch, genau das passiert ständig. Die permanente Verfügbarkeit von Waffen in vielen Haushalten IST der Grund für viele Tragödien. Für einen von langer Hand geplanten Amoklauf vielleicht nicht – aber dass ein 17-jähriger so einfach unbemerkt an eine Waffe gelangt, wenn Papa nicht ein ganzes Arsenal zu hause hätte, muss auch nicht sein.

    Findest du nicht selbst, dass das eine äußerst verkürzte Herangehensweise an die Thematik ist? Du behauptest hier immerhin, die Waffenverfügbarkeit wäre ein Grund für die Amokläufe. Nun, dann wundert es mich, warum beispielsweise in Österreich so etwas bisher noch gar nicht stattgefunden hat – denn zumindest laut diesem Informationsblatt (wenn auch ideologisch etwas angeschlagen, ist immerhin von der IWÖ) befinden sich rund eine Million legale Waffen im Besitz der Österreicher. Eine Million Waffen, null Amokläufen gegenübergestellt. Meinst du nicht, dass die von dir postulierte Kausalitätskette etwas zu kurz greift? Oder kannst du mir einen Grund nennen, wieso bei derart vielen Waffen (von rund 270.000 Besitzern) lediglich 216 Mordopfer aufgezeigt werden?

    (Leider habe ich bis auf die IWÖ-Statistiken keine weiteren dazu gefunden; nicht mal beim BMI scheint man sich die Mühe zu machen. Es wäre im Sinne einer objektiven Diskussion also hilfreich, wenn jemand da Besseres zur Hand hätte.)

    Es muss natürlich nicht sein, dass ein 17-Jähriger so leicht an eine Waffe gelangt – versteht sich von selbst. Weswegen es auch gerechtfertigt ist, wenn man den Vater wegen fahrlässigen Handelns anzeigt. Daraus aber ein Schusswaffenverbot zu schließen geht in meinen Augen zu weit, denn durch diesen einen Fall werden alle anderen Waffenbesitzer, die ihre Gerätschaften sehr wohl sicher verwahren, mitschuldig an der – ausländischen! – Tat gemacht.

    Wie ein Gegner von Waffenverboten dort in den Kommentaren anmerkt, gehen zum Beispiel Selbstmorde durch Schusswaffen drastisch zurück, wenn die Schusswaffen auch weniger verfügbar sind. In Kanada stagnierten die Selbstmordzahlen nach der Einführung von schärferen Waffengesetzen, nachdem sie vorher Jahrzehntelang stark gestiegen waren (was freilich nur ein Indiz ist).

    Den Selbstmord da mit hineinzuziehen ist ein ganz komischer Aspekt. Denn warum sollte man sich nicht auch durch die Schusswaffe selbst töten dürfen, anstatt halt vom Dach zu springen oder sich die Pulsadern aufzuschlitzen? Hier wäre eigentlich interessant zu wissen, ob allgemein die Selbstmordzahlen zurückgehen, sofern man das Waffenrecht verschärft, oder bloß jene durch Schusswaffen. Ich kann mir – als Psychologielaie, wohlgemerkt – jedenfalls kaum vorstellen, dass bei so einer schwerwiegenden Entscheidung wie dem Freitod der Zugang zu Schusswaffen ein entscheidendes Kriterium ist. Ich bring mich doch auch nicht eher um, weil ich das superscharfe Fleischermesser aus China daheim habe.

    Waffenbesitz ist meines Wissens weder Grund-, Bürger- noch Menschenrecht. Stilisieren wir das also mal nicht zu einer entscheidenden Frage individueller Freiheit hoch.

    Warum nicht? Genau das ist sie doch, völlig unabhängig davon ob irgendwo so ein Recht gesetzlich verankert ist (wie beispielsweise in den USA, Second Amendment) oder nicht. Die aktuelle rechtliche Situation als Argumentation gegen fundamentalste Freiheitsrechte (zu denen meiner Meinung nach auch das Recht auf Selbstverteidigung gehört) herzunehmen ist nichts anderes eine Abschiebung der Diskussionskompetenzen.

    Die Frage ist: Ist der Besitz von scharfen Waffen so wichtig, dass er nicht beschränkt werden darf.

    Was für dich wichtig ist oder nicht ist eigentlich unerheblich – und die von Anderen subjektiv empfundene Wichtigkeit des Waffenbesitzes lässt sich kaum objektivieren. Ich persönlich finde eine Privatwaffe beispielsweise auch total unnötig und würde mir so ein Ding niemals anschaffen, aber das schließt für mich nicht mit ein, dass ich meine Vorstellung davon anderen gesetzlich auferlege. Es ist nun mal eine Frage des eigenen Freiheitsverständnisses, ob man Fremden den Waffenbesitz und damit das Recht auf Selbstverteidigung zutraut oder nicht.

    Dass eine Waffe zum Schutz eingesetzt wird, ist ziemlich selten der Fall. Wegen ihrem hohen Gefährdungspotential würde ich eher vermuten, dass sie in kritischen Situationen sogar eskalierend wirken. Ein Einbrecher mit Waffe muss einen überraschten Hausbesitzer nicht gleich erschießen. Wenn der allerdings mit der Waffe herumwedelt, wird das ganze gleich zu einer Frage von Leben und Tod.

    Und wenn mit der Waffe bloß auf Blechdosen geschossen wird – das sollte jedem selbst überlassen bleiben. Ebenso auch die Frage, ob er die Waffe nun gegen einen bewaffneten Einbrecher einsetzt oder nicht. Wenn ja, muss er natürlich die mögliche Konsequenz des Schusswechsels in Kauf nehmen, aber es braucht doch keinen Vater Staat der mir sagt, dass ich das gefälligst unter- und mich ausrauben lassen soll.

    @Laura:

    Was hat es mit Panik zu tun, wenn ich den privaten Schusswaffenbesitz als gerechtfertigt ansehe? Die Gründe, warum man sich so ein Ding zulegt, sind mir ehrlich gesagt egal – ich habe nicht behauptet, dass eine Waffe im Haus notwendig wäre. Manche Menschen sehen sie jedoch als notwendig an (genauso wie beispielsweise den Besitz eines Springmessers) und warum sollte man sich ignorant über dieses Bedürfnis hinwegsetzen? Wegen den paar schwarzen Schafen, die mit ihrem Waffenbesitz nicht vernünftig umgehen können?

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    !!! | 14. March 2009 | 20:57
    Tom Schaffer sagt:

    Warum müssen sie Teil des Konzeptes sein? Wenn man das Problem, wie ich das fordere, an der Wurzel angeht und behebt, ist das doch gar nicht nötig.

    Weil sie ein Teil vieler Probleme sind. Auch ein Teil des Problems Amoklauf. Und in dieser aktiven, zentralen Rolle unterscheiden sie sich fundamental von Computerspielen, denen in umstrittenen Studien schlimmstenfalls eine marginale, indirekte Rolle im Vorfeld zugeschrieben werden kann.

    Findest du nicht selbst, dass das eine äußerst verkürzte Herangehensweise an die Thematik ist? Du behauptest hier immerhin, die Waffenverfügbarkeit wäre ein Grund für die Amokläufe.

    Nochmal: Wie kommt es, dass zufällig alle Amokläufer bequemen Zugang zu legalen Waffen hatten, wenn die Verfügbarkeit keine Rolle bei sowas spielt? Natürlich ist der Hauptgrund etwas ganz anderes, aber keinen Waffenzugang zu haben kann eine ganz wichtige Hürde beim Entstehen einer Tragödie sein.

    Daraus aber ein Schusswaffenverbot zu schließen geht in meinen Augen zu weit, denn durch diesen einen Fall werden alle anderen Waffenbesitzer, die ihre Gerätschaften sehr wohl sicher verwahren, mitschuldig an der – ausländischen! – Tat gemacht.

    Dass die Waffen in Österreich großteils sicher verwahrt sind, muss mir erstmal einer beweisen. Nicht wenige Leute legen das Ding in die nächste Schublade.

    Ich kann mir – als Psychologielaie, wohlgemerkt – jedenfalls kaum vorstellen, dass bei so einer schwerwiegenden Entscheidung wie dem Freitod der Zugang zu Schusswaffen ein entscheidendes Kriterium ist.

    Einen Abzug zu drücken ist einfacher als sich die Pulsadern aufzuschneiden. Vermutlich ist die Waffe auch “erfolgssicherer”. Aber darüber weiß ich ehrlich gesagt zu wenig, um das detailliert zu diskutieren.

    Die aktuelle rechtliche Situation als Argumentation gegen fundamentalste Freiheitsrechte (zu denen meiner Meinung nach auch das Recht auf Selbstverteidigung gehört) herzunehmen ist nichts anderes eine Abschiebung der Diskussionskompetenzen.

    Nochmal: Ich halte es selbstverständlich auch nicht für notwendig, Waffenbesitz als Grundrecht zu interpretieren. Ganz egal ob das nun geltendes Recht ist oder nicht.

    Und ich halte es für eine nahezu umnachtete Idee, wenn man den Waffenbesitz zum “fundamentalsten Freiheitsrecht” stilisiert.

    Das Gewaltmonopol hat der Staat.

    Und wenn mit der Waffe bloß auf Blechdosen geschossen wird – das sollte jedem selbst überlassen bleiben.

    Nein. Da jede Waffe für die gesamte Gesellschaft potentiell gefährlich ist, ist es auch gesellschaftlich auszuverhandeln, inwieweit ihr Besitz erlaubt ist. Bei Küchenmessern überwiegt der Nutzen ganz eindeutig die Gefahr. Bei Autos auch. Bei Schusswaffen in Privathaushalten ist das keinesfalls so.

    Es ist nicht besonders sinnvoll und macht auch nicht besonders glaubwürdig Schusswaffen mit Küchenmessern zu vergleichen.

    Wie gesagt: Wie viele “Eine Waffe hat uns gerettet”-Geschichten kann man den regelmäßigen Tragödien schon entgegenhalten?

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    14. March 2009 | 21:29
    Laura sagt:

    @Mathias:

    Mit Panik hat es sehrwohl zu tun, das Recht auf privaten Schusswaffenbesitz mit dem Zweck der Selbstverteidigung zu begründen, so wie du das vorhin getan hast, zumal du im selben Atemzug die Panik ja witzigerweise den anderen in die Schuhe schiebst. Damit verliert deine Argumentation jegliche Stringenz.

    Du plädierst zudem sehrwohl die ganze Zeit dafür, dass das Recht auf Privatwaffen ein grundsätzliches, unantastbares Freiheitsrecht, und somit deiner eigenen Logik folgend notwendig für deine Definition des Freiheitsbegriffes ist (d. h. dass eben wie du sagtest ohne ein solches Recht die Freiheit für dich nicht mehr intakt, nicht mehr vollständig gegeben wäre, da sie ein für sie deines Erachtens notwendiges Element, eben das Recht auf Privatwaffen, einbüßen würde). Du machst den Besitz von Privatwaffen damit ganz eindeutig zum notwendigen, unabdingbaren Konstitutivuum des Begriffes von Freiheit.

    Wenn es um Töten geht, kann irgendeine statistische Häufigkeit (in egal welchem Land) nicht ausschlaggebend dafür sein, ob Schutzmaßnahmen implementiert werden. Auch wenige Tote sind Tote. Es fragt sich, wer sich hier über wen und was ignorant hinwegsetzt. Weiters fällt es offenbar für dich unter “vernünftig” wenn jemand das “Bedürfnis”(!) hat, eine Waffe, zB eben zum Selbstschutz, zu besitzen (weil du diese Menschen den “unvernünftigen” Amokläufern gegenüberstellst, sie damit zu den Vernünftigen zu zählen scheinst), aber es ist in deinen Augen offenbar ganz und gar unvernünftig, die Bevölkerung vor Amokläufern zu schützen.

    Die Schusswaffe ist übrigens de facto Ursache für den jeweiligen Amoklauf, bzw für die Tat als solche, formal betrachtet (es gibt verschiedene Arten von Ursache). Ohne sie hätte es den Amoklauf nicht gegeben, wohl aber den potenziellen Amokläufer.

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    !!! | 15. March 2009 | 00:23
    Himbeerliebe sagt:

    Wenn man bedenkt, dass es sich bei Amokläufern um psychisch labile Persönlichkeiten handelt, dann stellt ein Waffengesetz sehr wohl ein Hürde da und würde damit einen Zweck erfüllen. Als Außenseiter mit wenig sozialen Kontakten, der seine Zeit eher daheim vor dem PC verbrachte, kann ich mir kaum vorstellen, dass er Kontakte zum Untergrund hatte, um sich dort eine Waffe zu besorgen, hinzu kommt eine vermutlich eine Angst auch dort nicht ernst genommen zu werden, denn die meisten Amokläufer sehen ihr Talent als nicht erkannt bzw. ihre Leistung als nicht gesehen. Also ist es doch ein guter Ansatz Waffen zu verbieten, um es wenigstens für Amokläufer schwieriger zu machen. Es kann und darf nicht sein, dass so etwas passiert. Wie kann ein anderes Leben nur so wenig wert sein?

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    !!! | 16. March 2009 | 10:04

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