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Der Ziegelstein, der Strache trifft


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Diese sozialen Medien sind ein Hund, der einmal von der Leine gelassen ganz schön bissig sein kann. Vor etwa einer Woche war ich einer der ersten 2.000 Leute die der Gruppe “Kann dieser seelenlose Ziegelstein mehr Freunde haben als H.C. Strache” beigetreten sind. Heute sind es bereits deutlich über 100.000. Strache wurde damit nicht nur von einem seelenlosen Ziegelstein geschlagen, sondern windelweich geprügelt.

[ad#ad-1]Noch vor kurzem war im Falter ein Artikel über Jugendliche zu lesen, die gegen Strache protestieren. Da wurde aus einigen Einzelfällen eine Opposition herausvermutet, deren Echtheit aber nur schwer zu beweisen war und deshalb auch ein bisschen herbeikonstruiert wirkte. Aber jetzt zeigt die Massen ihr anklickbares Gesicht.

Die Aktion von vor allem jungen Menschen richtet einem der nervt eine Art “Fuck You” aus. Sie ist das web-2.0-ige Pendant zu “Keiner mag dich, ätsch!“. Wenn ich meinen eigenen Freundeskreis als Maßstab hernehmen darf, dann zelebrieren da viele ihre Opposition, die sonst nicht allzu politisiert denken. Der Ziegelstein verkörpert eine lustvolle Protestkultur abseits von Parolen aber auch abseits von Substanz. Wer mitmacht positioniert sich klar gegen Strache, aber damit allein noch für nichts anderes.

Das rechtfertigt nicht den übermütigen Optimismus einiger, die nun schon eine neue Basis gegen die Rechten vermuten. RSS-FeedDer Ziegelstein ist Another Brick in the Wall, eher kein ganzes Fundament. Doch auch eine geniale Facebook-Gruppe ist immerhin etwas.

Strache bekam von den Medien in den letzten Jahren den Touch des coolen Jugendverstehers verpasst, unterstützt von guten Wahlergebnis unter jungen Menschen. Dass gerade in dieser Altersgruppe jetzt viele Menschen der Welt ausrichten, dass sie das keineswegs so sehen, wirkt diesem Image auf genauso wichtige Weise entgegen, wie er selbst mit seinem anhaltend doofen Lachen beim Kaiser.

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| 15. February 2010

9 Reaktionen bisher

    Andreas sagt:

    Ganz richtig, dieses Signal ist vor allem von dieser Zielgruppe aus gesendet Gold wert und kann jenen Menschen Mut geben, die aufgrund der immer besser werdenden Wahlergebnisse der Blauen bereits dabei waren, diesen zu verlieren.

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    !!! | 15. February 2010 | 05:41
    saxx sagt:

    So sehr ich mir vernünftigen Widerstand gegen Strache wünsche: Angesichts der grassierenden “Ich trete sowieso jeder Gruppe bei, die lustig ist”-Wut auf Facebook hier gleich den Anfang einer jugendlichen Opposition zu orten, halte ich doch für ziemlich übertrieben. Vermutlich hatte nicht einmal der Initiator dieser Gruppe sowas im Sinne, sondern einfache eine lustige (?) Idee …

    Aber schon richtig: Man wird ja noch träumen dürfen.

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    !!! | 15. February 2010 | 08:44
    Michael sagt:

    Meine Güte – es ist eine Facebook Gruppe!!!! Der Strache wird noch nicht mal wissen, dass es die gibt. Und von den 100.000 Leuten, sind die meisten vermutlich noch noch nicht mal Österreicher.

    Aber “Stuff White People Like” hat ja bereits alles darüber geschrieben.

    But no, white people will solve this problem the way that they solved the election crisis in Iran – through Facebook and Twitter status updates. In 2009, millions of white people took 35 seconds to turn their twitter profiles green, and consequently sent a very powerful message to the leaders of Iran. Their message was that they wanted their friends to know that they would stop at nothing to ensure freedom and democracy for the Iranian people. Thanks in large part to that effort Iran is now completely democratic.

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    !!! | 15. February 2010 | 09:25
    Tom Schaffer sagt:

    Tja da muss ich dich enttäuschen. Die beigetretenen Menschen sind zu mindestens 92% aus Österreich (mindestens deshalb, weil auch von den Leuten die ihr Land nicht angeben einige ÖsterreicherInnen seien werden)

    http://img52.imageshack.us/img52/6426/stat1.jpg.

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    15. February 2010 | 13:41
    Michael sagt:

    Wie auch immer – ich glaube man sollte hier die Kirche im Dorf lassen. Ob einige der Mitglieder tatsächlich bereit sind mehr gegen Strache zu unternehmen als einen Klick mit der Maus und die Entschlüsselung eines Captchas könnte man allerdings z.B. durch einen Demo-Aufruf aus der Facebook-Gruppe heraus testen.

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    !!! | 16. February 2010 | 09:02
    Tom Schaffer sagt:

    Damit du dann wieder darüber stänkern kannst, dass Demos nix bringen?

    Wie schon im Text steht: Es ist “nur” eine Facebookgruppe. Ich versteh schon deshalb deinen “Einwand” nicht, weil er im Wesentlichen nur den Ausgangstext wiederholt. ;)

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    16. February 2010 | 13:49
    Manuel sagt:

    wo kann man sich denn so feine auswertungen zu fb-gruppen etc. besorgen?

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    !!! | 16. February 2010 | 14:57
    Tom Schaffer sagt:

    kann afaik nur der gruppenleiter rausrücken.

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    16. February 2010 | 15:54
    Dyrnberg sagt:

    derartige gruppen gibt es nahezu zu jeder politischen und popkulturellen existenz: kann dieses meerschweinchen mehr fans haben als tokio hotel, kann dieser strohhalm mehr fans haben als berlusconi, kann dieser ziegelstein mehr fans haben als coldplay, etc etc etc.

    die rechnung ist eine einfache und funktioniert immer: auch wenn es viele gibt, die etwas gut finden – jene, die es nicht gut finden, sind immer in der überzahl. vor allem, wenn der gruppenname lustig formuliert ist. bis auf liebe, demokratie und obama dürfte die rechnung hinhauen. ;)

    trotzdem natürlich schön, den strache darauf hinzuweisen, dass er nicht der hero der jugendkultur ist.

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    !!! | 17. February 2010 | 09:35

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