Blog - Kolumnen - An jedem verdammten Wochentag

26/04/10

POLITIK: #bp2010 – Alles zur Bundespräsidentschaftswahl, Fidesz-Partei in Ungarn gewinnt Zwei-Drittel-Mehrheit, Parteireform als letzte Chance für Laura Rudas?, So wurde im Finanzministerium getrickst – GESELLSCHAFT: 24 Jahre Tschernobyl, AUA überlegt Schadenersatz-Forderungen von EU – MEDIEN: Verkauft die Mediaprint ihre Bezirksjournale?, die Macher von “Welt Ahoi!” im Gespräch – WEB 2.0: Happy Birthday YouTube!, Skype mehr User als Facebook, Twitter und MySpace zusammen, Chat-Roulette – Das Anti-Facebook – TECHNIK: Das Tape-Revival?

POLITIK

Die Bundespräsidentschaftswahl ist vorüber: Heinz Fischer hat erwartungsgemäß hoch gewonnen, und konnte 78,9% für sich holen. Barbara Rosenkranz erhielt 15,6% der Stimmen und Rudolf Gehring 5,4%. Was dabei noch besonders hervorsticht, ist die geringe Wahlbeteiligung von rund 49%. Der Standard hat alle Einträge zur Wahl hier gesammelt, u.a. auch die SORA-Wählerstromanalyse. Weitere Überblicke über die Berichte bieten Die Presse, Kleine Zeitung, Kurier, NYTimes und orf.at. Herbert Lackner vom profil sieht die Ignoranten als Wahlsieger.

Die FIDESZ-MPSZ, die Rechtskonservativen Ungarns, konnten bei der zweiten Runde der Parlamentswahl eine Zweidrittelmehrheit erreichen. Laut orf.at erreichten sie 262 von 386 Sitzen im Parlament, laut Kurier.at schrumpften die bisher regierenden Sozialisten auf 28 Sitze zusammen, die ultra-rechte Jobbik-Partei bekam 26 Sitze. Nun kann die FIDESZ-Partei ohne einem Partner ganz einfach neue Verfassungsgesetze beschließen. Laut ihrer Aussage ist das wichtig, um die ungarische Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen.

Profil liefert neue Informationen zur Causa Grasser (es gilt natürlich in all seinen Fällen die Unschuldsvermutung). Diesmal packt sein Freund und Lobbyist Peter Hochegger aus. Gutes hört man hiervon aber nicht.

Und ebenfalls im Profil wird darüber diskutiert, wie lange noch eine SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas getragen werden kann. Und sollte die geplante Parteireform missglücken, könnte das schon das Ende ihrer jungen politischen Laufbahn sein.

GESELLSCHAFT

Heute vor 24 Jahren kam es zum Größten Anzunehmenden Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl. Die Presse hat sich zu eine Fotoserie hinreiße lassen, in der sie sich mit der heutigen Geisterstadt Pripyat beschäftigt. Diese Stadt galt damals zu den begehrtesten Wohnorten des Sowjetreiches, galt als modern, jung  und aufstrebend. Bis dem Ort schließlich seine geografische Nähe zum AKW zum Verhängnis wurde.

Die AUA überlegt – wie Der Standard berichtet-, von der EU Schadenersatz zu fordern. Weil nämlich der Flugverbot wegen der isländischen Aschewolke übertrieben gewesen sei. Eurocontrol und EU-Kommission seien nicht darauf vorbereitet gewesen. Meiner Meinung nach waren aber vor allem die Flugunternehmen nicht vorbereitet. Dass ihnen das wohl in nächster Zukunft noch öfter blühen könnte, beunruhigt sie.

MEDIEN

Die Mediaprint könnte, wie Der Standard ganz kurz schreibt, die “Bezirksjournale” verkaufen. Interesse zeigt der SPÖ-Wien-nahe Echo-Verlag. Diese sind schon für die Wiener Bezirksblätter zuständig.

Nach 25 Folgen “Welt Ahoi!” ziehen die 5 Teammitglieder ein erstes Resümee. Ö1 bemerkt z.B. jeden Sonntag von 9.30 bis 10 Uhr einen Anstieg der Webstream-Nutzung um 10 Prozent. Sind denn aber nun alle zufrieden? Im Gespräch mit Die Presse nehmen Maurer, Palfrader, Ratschiller, Puntigam und Hofstätter dazu Stellung.

WEB 2.0

Am 14. Februar 2005 ging YouTube offiziell online. Das erste usergenerierte Video kam aber erst vor knapp 5 Jahren, am 23. April 2005 online. Und brach damit eine wahre Medienrevolution vom Zaun. Heutzutage werden pro Minute 24h Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Auf derStandard.at kann man sich das erste Video, “Me at the Zoo” eines YouTube-Mitbegründers, ansehen.

Skype? Der Internet-Telefonie-Dienst ist beliebter als Facebook, Twitter und MySpace zusammen. Alleine in den letzten drei Monaten konnte man 39 Millionen neue User gewinnen und steht aktuell bei 560 Millionen User weltweit. Was bisher fehlt (wie so oft): ein vernünftiges Geschäftsmodell.

Die Presse hat sich zudem mit neuen Phänomen “Chat-Roulette” befasst: mit Webcam wagt man sich dort ins Ungewisse. Per Zufall bekommt man einen neuen Chatpartner zugewiesen. Und obwohl es dieses Start-Up erst seit rund einem halben Jahr gibt, hat es sich rasant verbreitet. Auch Ben Folds hat etwas Lustiges damit angestellt.

TECHNIK

Nach dem sanften Revival der Vinyl-Platten werden jetzt immer mehr Stimmen laut, die behaupten, dass auch die Musikkassette kurz vor einer Rückkehr stehen wird. Der NY-Times-Redakteur Rob Walker erklärt, warum er hofft und glaubt, dass das nicht so sein wird. Und warum es gescheiter ist, sich noch lange an das Tape erinnern, als zu versuchen, eine veraltete Technik  in die Gegenwart holen zu wollen.

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| 26. April 2010

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