Blog - Kolumnen - An jedem verdammten Wochentag
04/06/10
POLITIK: D – Wulff soll neuer deutscher Bundespräsident werden, F – Sarkozy in Schmiergeldaffäre genannt, UK – Offenlegung aller Ausgaben der öffentlichen Hand – GESELLSCHAFT: Flüchtlinge – EU will Kinder besser schützen, Expertenvorschlag – 13./14. Gehalt voll besteuern – MEDIEN – Erste Angebote für die “Newsweek”, Warum Paid-Content in UK teurer als in USA sein werden – WEB 2.0: der Typ hinter @BPGlobalPR wagt sich aus dem Schatten – TECHNIK: HP will mit Palm nicht in den Smartphonemarkt einsteigen
POLITIK
So schnell kann es gehen: Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble sind aus dem Rennen und CDU, CSU und FDP haben einen Wunschkandidaten gefunden, der ihnen allen ins Konzept passt: Christian Wulff, aktuell noch Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen soll neuer Bundespräsident Deutschlands werden. Und dank einer Mehrheit der drei Parteien steht seiner Wahl nichts mehr im Wege. (taz)
In die Klemme geraten ist hingegen Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Er steht unter dem Verdacht, in einen Schmiergeldskandal verwickelt zu sein. 1994 soll er als Budgetminister die Gründung des Instituts Heine in Luxemburg beaufsichtigt haben, über das die Staatswerft DCN bei U-Boot-Geschäften mit Pakistan Schmiergeld zahlte. (orf.at)
Die neue Regierung in Großbritannien bewegt so einiges: Ab heute hat jeder Mensch Zugriff auf eine 120 GB große Online-Datenbank, in welcher alle Ausgaben der öffentlichen Hand einsehbar sind. Damit schaffen sie Transparenz in ihre Politik, die man bisher noch von wenigen EU-Ländern gewohnt ist. (The Guardian, Georg Holzer)
GESELLSCHAFT
Die EU-Innenminister einigten sich gestern in Luxemburg auf Gründzüge einer gemeinsamen Politik, die es vorsieht, sich besser um Kinder zu kümmern, die ohne Begleitung als Flüchtlinge nach Europa kommen. Unsere Innenministerin warnte aber vor massiven Täuschungsmanövern. Rund 11.000 unbegleitete Minderjährige haben nach EU-Angaben 2009 um Asyl gebeten, ein Plus von 13 Prozent zum Vorjahr. (Der Standard)
Damit die Wirtschaft nicht jahrelang dahinsiecht, empfiehlt der Ökonom Erich Streissler harte Sanierungsschritte: das reicht vom Kürzen von Beamtenbezügen bis zur vollen Besteuerung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. In einem Interview spricht er auch davon, dass der nächste große Aufschwung laut den gewohnten Zyklen erst 2045 zu erwarten sei. (Kurier)
MEDIEN
Schon vier mögliche Käufer scharen sich um die “Newsweek”, die ja bekanntlich in finanzielle Schwierigkeiten gekommen ist. Da wäre mal die Newsmax Media, ein konservativer Publisher, außerdem noch Open Gate Capital, die sich zuletzt das Magazin “TV Guide” für 1$ einverleibt haben. Und schließlich Thane Ritchie, einem Hedgefund-Manager und Sidney Harman, dem Gründer des Stereo-Equipment-Unternehmens “Harman Kardon”. Wer aber schließlich den Zuschlag erhält, steht jetzt noch in den Sternen. (New York Times)
The Guardian befasst sich mit der Frage, warum Rupert Murdochs Online-Medien, die hinter den Paid-Content-Mauern verschwinden in den USA billiger sind, als in Großbritannien: wie schon berichtet stürzt er sich in den USA nach dem Kauf und dem Relaunch des Wall Street Journals auf die New York Times. Deshalb wird man sich in den Vereinigten Staaten liberaler bei Casual-Usern der Website zeigen … in Großbritannien steht aktuell kein Kampf eines Murdoch-Blattes mit einem Konkurrenten an. (The Guardian)
WEB 2.0
Das schaffen nur wenige: Angesichts einer so großen und zerstörerischen Katastrophe wie jener Öl-Skandal im Golf von Mexiko, die Leute auf Twitter mit Sarkasmus und Zynismus zum Lachen zu bringen. @BPGlobalPR schafftes aber trotzdem. Der Mann, der hinter diesem Account steht, hat sich Mashable für ein Interview zur Verfügung gestellt, in welchem er seine Motivation hinter all dem beschreibt. (Mashable)
TECHNIK
Das wird wohl so einige überraschen: Hewlett-Packard CEO Mark Hurd erklärte, dass man Palm nicht kaufte, um im Smartphone-Business tätig zu werden. Der Fokus liegt eindeutig auf etwas ganz anderem: dem WebOS. Damit wollen sie gemeinsam den nächsten großen Coup in Sachen Betriebssystem liefern. (Gizmodo)
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Eine Reaktion bisher
Wir brauchen auch so ne Transparenzsache wie die Engländer!
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0
!!! | 4. June 2010 | 23:48
Jetzt sag doch was!